Sport Keine Angst vor unbequemen Themen: Lewis Hamilton zeigt klare Kante

08:05  27 märz  2021
08:05  27 märz  2021 Quelle:   motorsport-total.com

Heute, morgen, übermorgen: Was wird aus Gladbach? Eberl bezieht Stellung

  Heute, morgen, übermorgen: Was wird aus Gladbach? Eberl bezieht Stellung Seit Marco Rose und Borussia Mönchengladbach offiziell mitgeteilt haben, dass der Trainer im Sommer zu Borussia Dortmund wechseln wird, läuft es gar nicht mehr. Sportdirektor Max Eberl hat diesbezüglich einmal mehr die derzeit unbequemen Themen behandelt - und unter anderem auch über Joachim Löw und Hansi Flick gesprochen. © imago images Stellte sich mal wieder den aktuell unbequemen Fragen rund um Borussia Mönchengladbach: Sportdirektor Max Eberl. Am 22. Januar 2021 hat Borussia Mönchengladbach letztmals drei Punkte in der Bundesliga eingefahren (4:2 gegen Dortmund).

Sir Lewis Hamilton setzt sich auch in Bahrain für Menschenrechte ein © Motorsport Images Sir Lewis Hamilton setzt sich auch in Bahrain für Menschenrechte ein

Spätestens seit Lewis Hamilton der Formel 1 beim später abgesagten Grand Prix von Australien 2020 auf der großen Bühne der FIA-Pressekonferenz Geldgier vorgeworfen hat ("Cash is King"), weiß man, dass der siebenmalige Weltmeister als einer von ganz wenigen Sportstars den Mut hat, sich auch zu unbequemen Themen zu äußern. Das ist im Vorfeld des Saisonauftakts 2021 in Bahrain nun wieder passiert (ANZEIGE: Hol dir die komplette Formel 1 und den besten Live-Sport mit Sky Q oder streame flexibel mit Sky Ticket. Ganz ohne Receiver.).

Coulthard sicher: Wenn Hamilton aufhört, dann endgültig!

  Coulthard sicher: Wenn Hamilton aufhört, dann endgültig! David Coulthard ist sich sicher, dass Lewis Hamilton nach seinem Formel-1-Abgang keinen Rennwagen mehr fahren wird - Zeitpunkt für Karriereende offenEin plötzlicher Abgang von Hamilton zeichnet sich noch nicht ab, doch sein Landsmann David Coulthard ist sich bei einer Sache sicher: Wenn Hamilton geht, dann endgültig. "Wenn er die Entscheidung trifft, dann glaube ich nicht, dass er noch eine Runde in einem Rennauto fahren wird", sagt der Schotte gegenüber 'The Sun'.

Hamilton hatte bereits 2020, als die Formel 1 zum bisher letzten Mal ein Rennwochenende in Bahrain ausgetragen hat, Briefe von drei Folteropfern erhalten. Damals in einer Pressekonferenz darauf angesprochen, wich er dem Thema mit der Begründung aus, er habe darüber zu wenig Informationen. Das wurde zunächst von vielen als Ablenkungsmanöver empfunden.

Doch Journalisten vergessen nicht, und so wurde Hamilton am Donnerstag vor dem Saisonauftakt 2021 (Training, Qualifying und Rennen live im Ticker!) erneut darauf angesprochen, ob er denn inzwischen die Zeit hatte, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Statt darauf erneut mit einer ausweichenden Antwort zu reagieren, was vermutlich der einfachere Weg gewesen wäre, fand er diesmal klare Worte.

Lewis Hamilton warnte vor der neuen F1-Saison von Nico Rosberg aufgrund von Max Verstappen

 Lewis Hamilton warnte vor der neuen F1-Saison von Nico Rosberg aufgrund von Max Verstappen . Ihr Browser unterstützt nicht dieses Video Lewis Hamiltons ehemaliger Teamkollegen Nico Rosberg glaubt, dass Max Verstappen die beste Chance in den Jahren der Überholung des Briten hat. Hamilton geht in die 2021-Saison mit der Chance, Michael Schumacher Rekord von sieben Weltmeisterschaften zu ermitteln. Aber Rosberg, der im Jahr 2016 Hamilton auf den Titel geschlagen hat, glaubt, dass Red Bulls Verstübern eine echte Gelegenheit hat, die jüngste Dominanz von Mercedes zu beenden.

Die Briefe hätten ihm schwer zugesetzt, sagt der 36-Jährige ("Das erste Mal, dass ich solche Briefe erhalten habe"), weshalb er nicht untätig geblieben ist: "Ich habe in den letzten Monaten versucht, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, denn in all den Jahren, in denen wir hierhergekommen sind, waren mir nicht alle Details in Bezug auf etwaige Menschenrechtsverletzungen bewusst."

"Ich habe also Zeit damit verbracht, mit Menschenrechtsanwälten zu sprechen, ich habe mit Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty gesprochen, ich habe mich mit dem britischen Botschafter hier in Bahrain getroffen und auch mit Vertretern aus Bahrain selbst."

Hamilton: Gespräche sollen vertraulich bleiben

"Für den Moment haben diese Schritte auf privater Ebene stattgefunden, und ich halte das auch für den richtigen Weg und würde daher ungern allzu viel sagen, was die Fortschritte bei diesem Thema vielleicht gefährden könnte. Aber ja, das ist die Position, in der wir uns gerade befinden, und ich bin auf jeden Fall entschlossen, da zu helfen, wo ich kann", sagt Hamilton.

Hill warnt Lewis Hamilton: "Haben wir bei Michael und Ferrari gesehen ..."

  Hill warnt Lewis Hamilton: Lewis Hamilton gibt das bisher stärkste Signal, dass er auch 2022 Formel 1 fahren wird, doch Damon Hill warnt ihn vor einem Michael-Schumacher-SchicksalEr habe nicht das Gefühl, dass 2021 seine Abschiedstournee wird, sagt Hamilton: "Nächstes Jahr kommen all diese Neuerungen, und das finde ich aufregend. Sieht so aus, dass das die bisher aufregendste Saison werden könnte. Wir haben neue Teams, neue Formate. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich schon am Ende bin.

Dem vorangegangen war am 24. März ein Schreiben des bahrainischen Instituts für Recht und Demokratie (BIRD) an Formel-1-CEO Stefano Domenicali, FIA-Präsident Jean Todt und die zehn Formel-1-Teams (sowie an 61 britische Parlamentarier und 24 Menschenrechtsorganisationen), in dem die Formel 1 darum gebeten wird, eine Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen in Bahrain in die Wege zu leiten.

Die Formel 1 nehme solche Themen zwar sehr ernst, schreibt Domenicali in seiner Antwort an BIRD-Direktor Ahmed Alwadaei, die 'Motorsport-Total.com' vorliegt, doch "wir glauben, dass es nicht der richtige Weg ist, Länder aus dem Sport auszuschließen, und dass es viel besser ist, in Kontakt zu treten statt jemanden zu isolieren".

Domenicali verweist darauf, dass die Formel 1 all ihren Partnern (also auch den Regierungen, in denen sie fährt) klargemacht habe, dass Menschenrechtsverletzungen "sehr ernst genommen" werden, ohne allerdings näher zu spezifizieren, was das konkret bedeutet. "Unsere Menschenrechtspolitik ist sehr klar", versichert der Italiener.

MAX VERSTAPPEN FIRES WARNUNG ZU LEWIS HAMILTON UND MERCEDES BYPPING FP1 IN BAHRAIN

 MAX VERSTAPPEN FIRES WARNUNG ZU LEWIS HAMILTON UND MERCEDES BYPPING FP1 IN BAHRAIN Ihr Browser unterstützt dieses Video nicht nach seiner schnellsten Zeit in der -Formel One -Vorsaison-Test, MAX VERSTAPPEN hat erneut erneut übertrieben Beide Mercedes-Treiber in der ersten Übungssitzung der Saison, wobei Lewis Hamilton eine halbe Sekunde vom Tempo abgeschlossen. Hamilton's Team-Mate Valtteri Bottas setzte die zweitschnellste Zeit vor Brit Lando Norris in Bahrain International Circuit in Sakhir.

Die Bitte des BIRD nach einer Untersuchung durch die Formel 1 lehnt er aber ab: "Die Formel 1 ist keine grenzübergreifende Ermittlungsorganisation. Wir sind ein Sportrechtehalter [...]. Anders als Regierungen und andere Organisationen sind wir nicht dazu in der Lage, die von Ihnen geforderten Handlungen durchzuführen, und es erscheint mir daher auch nicht angemessen, vorzugeben, dass wir das könnten."

Eine Antwort, die Alwadaei nicht unkommentiert so stehen lässt: "Wir nehmen einfach nicht hin, dass ein Millionen-Dollar-Business wie die Formel 1 nicht die Ressourcen und die Kapazität hat, so eine Untersuchung durchzuführen. Die Formel 1 sollte ihre Position zu diesem Thema dringend überdenken."

Während die Formel 1 das Anliegen der Menschenrechtskämpfer in Bahrain schlichtweg abgewiesen habe, lobt Alwadaei das Engagement von Hamilton ausdrücklich: "Es ist ermutigend, dass sich Lewis Hamilton ungeachtet dessen im Kampf für Menschenrechte engagiert. Anders als die Formel 1 zeigt Sir Lewis, dass Sport ein kraftvoller Motor für Veränderungen sein kann, wenn man nur eine klare Position einnimmt."

Schmaler Grat für den Formel-1-Weltmeister

Hamilton möchte verständlicherweise nicht auf direkten Konfrontationskurs mit Domenicali gehen. Die richtigen Worte zu finden, um einerseits nicht Rechteinhaber Liberty Media und das Königshaus in Bahrain zu brüskieren und somit die diplomatischen Fortschritte zu gefährden, andererseits aber trotzdem klare Kante zu zeigen, fällt ihm nicht leicht - gelingt ihm aber recht gut.

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 F1 2021: Hamilton hält Verstählen ab, um aufregender Bahrain-Win Lewis Hamilton zu beanspruchen, um einen späten Angriff von Max Verstappen zu überleben, um seine Formel-1-Titel-Verteidigung mit einem dramatischen Sieg im Bahrain Grand Prix zu beginnen. © Getty Images Mercedes feiern, als Lewis Hamilton die Linie überquert, um den Bahrain Grand Prix Verstappens Red Bull zu gewinnen.

"Es liegt nicht in meiner Macht, darüber zu entscheiden, wo wir unsere Rennen fahren und wo nicht. Aber [...] wir tragen eine Verantwortung, und ich finde nicht, dass Menschenrechte eine politische Angelegenheit sein sollten. Wir alle verdienen doch gleiche Rechte. Ob das jetzt Aufgabe der Formel 1 ist, sich damit auseinanderzusetzen? Das zu beurteilen steht mir nicht zu."

"Ich finde nur, wir kommen mit diesem Sport an so viele Orte, wir besuchen so viele wunderbare Länder und Kulturen, und natürlich gibt es auf der ganzen Welt Probleme", sagt er - und bezieht klar Position, wenn er sagt: "Ich finde nicht, dass wir in diese Länder gehen und ignorieren sollten, was dort passiert, um uns dort eine schöne Zeit zu machen und dann einfach wieder abzuhauen."

Unabhängig vom Menschenrechtsthema in Bahrain hat Hamilton auch angekündigt, vor den Rennen am Sonntag in der Startaufstellung weiterhin gegen Rassismus niederzuknien. Der Mercedes-Fahrer hatte diese Initiative 2020 gestartet und viele seiner Fahrerkollegen dazu bewogen, sich ihm anzuschließen.

"Der Grund dafür ist ganz einfach", erklärt er. "Wenn Kinder sehen, dass wir niederknien, werden sie ihre Eltern oder ihre Lehrer fragen, warum die Formel-1-Fahrer das tun. Und das löst unbequeme Gespräche aus, weil das bedeutet, dass sich die Eltern über das Thema informieren müssen und die Kinder auf diese Art und Weise auch dazulernen."

Hamilton, auch für sein gesellschaftliches Engagement erst kürzlich zum Ritter geschlagen und daher in seiner britischen Heimat offiziell jetzt Sir Lewis Hamilton, hat nicht vor, bei solchen Themen locker zu lassen: "Das ist ein Kampf, der noch lange nicht gewonnen ist, sondern der noch sehr, sehr lange andauern wird. Da bin ich mir sicher", sagt er.

Herbert: Hamilton "nicht besonders glücklich" mit Einjahresvertrag .
Angeblich hat Lewis Hamilton seinen Vertrag bewusst nur um ein Jahr verlängert - Sky-Experte Johnny Herbert zweifelt allerdings an, dass es wirklich so gelaufen ist"Ich habe gehört, dass er nicht besonders glücklich über die Situation ist", so Herbert im Hinblick auf Hamiltons Einjahresvertrag. Auch dessen Kollege und Ex-Weltmeister Damon Hill hatte sich zuvor bereits kritisch geäußert und Hamilton davor gewarnt, bei Mercedes unfreiwillig auf dem Abstellgleis zu landen.

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