Sport Valentino Rossi: "Das ist der Grund, warum ich noch weiterfahre"

13:40  25 april  2021
13:40  25 april  2021 Quelle:   msn.com

Jorge Lorenzo: Rossi hat mich und seine Fans in Doha "enttäuscht"

  Jorge Lorenzo: Rossi hat mich und seine Fans in Doha Ex-MotoGP-Pilot Jorge Lorenzo geht in seiner Anlayse des Doha-Grand-Prix mit Valentino Rossi hart ins Gericht, glaubt aber an eine Steigerung ab JerezBeim Grand Prix von Doha kam vor allem Lorenzos langjähriger Yamaha-Teamkollege Valentino Rossi nicht gut weg: "Rossi hat mich enttäuscht, so wie ich vermute, dass er seine Fans enttäuscht hat, denn von Valentino wird immer viel erwartet", kommentiert Lorenzo die Performance des 42-Jährigen in Doha.

Valentino Rossi hat weiterhin die Motivation und Freude an der MotoGP © Motorsport Images Valentino Rossi hat weiterhin die Motivation und Freude an der MotoGP

2021 ist die 26. Saison von Valentino Rossi in der Motorrad-Weltmeisterschaft. 415 Grands Prix hat der Italiener in dieser Zeitspanne bestritten. Klassenübergreifend gewann Rossi neun Weltmeistertitel. Die großen Erfolge bleiben nun schon länger aus. In den vergangenen neun Rennen hat der 42-Jährige zusammengerechnet nur zwölf WM-Punkte gesammelt.

Der letzte Sieg datiert aus dem Jahr 2017. Warum fährt Rossi immer weiter und weiter? "Mein Grund ist sehr einfach und es ist seltsam, dass manche Leute das nicht verstehen", wird Rossi von der 'La Gazzetta dello Sport' zitiert. "Vielleicht denke ich anders."

"Er ist der Meisterlehrer" - Francesco Bagnaia über Mentor Valentino Rossi

  Mit der VR46-Akademie hat sich Valentino Rossi eigene Konkurrenz herangezüchtet: Für Schützling Francesco Bagnaia ist Rossi nach wie vor ein großes Vorbild Mit seiner VR46-Akademie hat Valentino Rossi in Italien einen großen Beitrag zur Nachwuchsförderung geleistet. In diesem Jahr kam mit Luca Marini der dritte Fahrer aus Rossis Akademie in die MotoGP. Franco Morbidelli war 2018 der erste VR46-Fahrer, der es in die MotoGP schaffte. Ein Jahr später zog Francesco Bagnaia nach. Mittlerweile sind die Schüler für den Lehrmeister aber ernste Gegner.

"Mir gefällt das Gefühl, das Adrenalin, wenn ich gewinne, auf dem Podium stehe oder einfach nur ein gutes Rennen gefahren bin. Ich fühle mich danach für ein paar Tage sehr gut. Mir gefällt dieses Gefühl." Trotzdem ist Rossi "klar", dass am Ende auch das Alter eine Rolle spielt.

"Aber ich versuche mit all meiner Stärke, mich dagegen zu stemmen. Das ist der einzige Grund, warum ich noch Rennen fahre. Man verliert meiner Meinung nach mehr, wenn man auf dem Gipfel seiner Karriere aufhört, als man gewinnt. Man weiß nie, ob es wirklich vorbei ist."

"Als ich 2013 zu Yamaha zurückgekehrt bin, haben alle gedacht, dass ich am Ende sei. Aber wenn man mir 2015 die Weltmeisterschaft nicht gestohlen hätte, hätte ich noch eine gewonnen. Das wäre mein zehnter WM-Titel gewesen und hätte meine siegreiche Karriere um sechs Jahre verlängert."

Valentino Rossi im Qualifying 17., während Halbbruder Luca Marini glänzt

  Valentino Rossi im Qualifying 17., während Halbbruder Luca Marini glänzt Auch in Portugal schafft Valentino Rossi nur einen der hinteren Startplätze - Dafür setzt sich sein Halbbruder Luca Marini mit Startplatz acht in Szene "Das Ergebnis ist ziemlich schlecht", nimmt sich Valentino Rossi nach dem Qualifying für den Grand Prix von Portugal kein Blatt vor den Mund. Mit Startplatz 17 war der 42-Jährige auch in Portimao der mit Abstand langsamste Yamaha-Fahrer. Dafür gab Rossis Halbbruder Luca Marini (Esponsorama-Ducati) mit Startplatz acht eine Talentprobe ab.Rossis Yamaha-Markenkollege Fabio Quartararo eroberte die Poleposition.

Nach 2015 wurde Rossi im Jahr 2018 ohne Saisonsieg WM-Dritter. Seither ging die Erfolgskurve nach unten. "Ich will natürlich nicht Zwölfter oder 16. werden. Wenn ich an der Spitze aufhören hätte wollen, dann hätte ich das vor ein paar Jahren tun sollen."

"Aber ich glaube daran. Ich will es versuchen", hält der MotoGP-Superstar fest. Denn obwohl einerseits die Ergebnisse auf dem Papier nicht gut sind, so hält sich sein Zeitrückstand im Rahmen. Findet Rossi drei, vier Zehntelsekunden, dann würde er wieder in den Top 6 mitmischen können.

Rossi: "Ich war der erste moderne MotoGP-Fahrer"

Blickt man auf das Gesamtbild, dann hat die neue, junge Generation das Kommando in der Königsklasse übernommen. Ähnlich wie Rossi selbst vor 20 Jahren als Youngster neue Maßstäbe gesetzt hat und die Popularität der Motorrad-WM enorm gesteigert hat.

"Ich war der erste moderne MotoGP-Fahrer", glaubt Rossi. "Ich habe viele Dinge als Erster gemacht. Das haben sich viele Fahrer abgeschaut. Ich begann sehr jung. Mit 20 war ich schon in der 500er-Klasse. Diesen Weg haben dann alle eingeschlagen. Ich habe einige Dinge gemacht, die sich dann alle abgeschaut haben."

"Hat noch nicht alles gezeigt, was in ihm steckt" - Bradl exklusiv über Rossi

  Stefan Bradl kommentiert das aktuelle Formtief von Valentino Rossi und ist noch nicht final überzeugt, dass der MotoGP-Publikumsliebling 2022 nicht mehr fährtEinige Experten und Fans sind überzeugt, dass Valentino Rossi den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören verpasst hat. Das sieht Stefan Bradl anders. "Nein, er hat den Absprung nicht verpasst, denn er hat in einigen Jahren noch um den Titel mitgekämpft, konnte Rennen gewinnen und ist aufs Podium fahren. Warum hätte er aufhören sollen?", fragt Bradl im umfangreichen Video-Interview, das Sie auf unserem YouTube-Channel sehen können.

Rossi ist eine feste Größe in der Geschichte der Motorrad-WM und eine Legende. Über zwei Jahrzehnte hat er die Geschehnisse mitbestimmt. Welche drei WM-Titel seiner neun sind für ihn die wertvollsten, will die 'La Gazzetta dello Sport' wissen?

"2001, weil es die letzte 500er-Saison war. Es war ein harter Kampf mit Biaggi - wunderbar! Dann 2004 mit dem Sieg in Welkom beim Yamaha-Debüt. Sportlich gesehen war das der schönste WM-Titel. Und 2008. Für viele Leute war ich schon erledigt, zu alt. Aber ich wechselte zu Bridgestone und habe Stoner besiegt."

In diesen 26 Jahren gab es viele sportliche Highlights, aber auch Niederlagen. Was würde Rossi ändern, wenn er könnte? "Valencia 2006", erinnert er an das WM-Finale mit Nicky Hayden. Nach einem Sturz wurde Rossi 13. Er hatte damals selbst den WM-Titel verspielt.

"Ich habe damals eine Weltmeisterschaft weggeworfen, die ich gewinnen hätte können. Dann wären es zehn WM-Titel, selbst ohne dem Raub im Jahr 2015", spricht er die umstrittenen Situationen in Sepang und Valencia rund um Marc Marquez an. Weltmeister wurde damals sein Yamaha-Teamkollege Jorge Lorenzo.

Giacomo Agostini: "Kann Rossi nicht den Rücktritt nahelegen" .
Giacomo Agostini gibt zu, dass er nach seinem Rücktritt drei Tage geweint hat - Ihn schmerzt, dass Rossi hinterherfährt, aber er will ihm keinen Ratschlag geben Giacomo Agostini ist in der Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft der erfolgreichste Fahrer. Der Italiener hat insgesamt 15 WM-Titel und 122 Grands Prix gewonnen. In der Königsklasse kam "Ago" auf acht WM-Titel und 68 Siege. Die restlichen Erfolge feierte er in der 350er-Klasse. Die Karriere von Agostini umspannte von 1964 bis 1977 13 Jahre.Seinen letzten Grand-Prix-Sieg feierte der heute 78-Jährige am 29. August 1976 auf der Nürburgring-Nordschleife.

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