Sport WM alle zwei Jahre? CAF unterstützt FIFA und könnte entscheidende Stimmen liefern

17:56  20 juli  2021
17:56  20 juli  2021 Quelle:   kicker.de

Afrika für Fußball-WM im Zweijahres-Rhythmus

  Afrika für Fußball-WM im Zweijahres-Rhythmus In der Debatte um eine Verkürzung des Rhythmus von Fußball-Weltmeisterschaften auf zwei Jahre sind die Befürworter womöglich einen Schritt weiter."Das Exekutivkomitee erklärte seine Unterstützung für das Vorhaben, WM-Turniere für Männer und Frauen alle zwei Jahre stattfinden zu lassen", teilte der CAF nach der Tagung seines wichtigsten Gremiums unter Leitung seines Präsidenten Patrice Motsepe (Südafrika) in Marokkos Hauptstadt Rabat mit. Wie sich der CAF für den Fall einer solchen Reform die Verhinderung möglicher Terminkollisionen vorstellt, blieb in der Pressemitteilung offen.

FIFA-Präsident Gianni Infantino will lieber alle zwei Jahre statt alle vier Jahre eine Weltmeisterschaft spielen lassen. Unterstützung erhält er dabei vom afrikanischen Verband CAF – und dieser könnte eine entscheidende Rolle spielen.

Sind in der WM-Frage einer Meinung: Gianni Infantino und Patrice Motsepe. © AFP via Getty Images Sind in der WM-Frage einer Meinung: Gianni Infantino und Patrice Motsepe.

Einfache Mehrheit im Council ist nicht mehr fern

Das Exekutivkomitee des afrikanischen Kontinentalverbandes CAF stellte sich auf seiner Sitzung in der marokkanischen Hauptstadt Rabat geschlossen hinter die vom Weltverband FIFA forcierte Idee. "Afrika könnte der größte Nutznießer einer Weltmeisterschaft alle zwei Jahre sein", erklärte Exko-Präsident Patrice Motsepe.

Afrika für Fußball-WM im Zweijahres-Rhythmus

  Afrika für Fußball-WM im Zweijahres-Rhythmus Johannesburg. Als erster großer Kontinentalverband unterstützt Afrikas Fußball-Komitee den Plan der Fifa, Weltmeisterschaften künftig alle zwei statt alle vier Jahre auszutragen. Als möglicher Zeitpunkt für einen Wechsel des WM-Rhythmus sind die Jahre 2027 und 2028 im Gespräch. © Marcus Brandt Der WM-Pokal könnte bald alle zwei Jahre den Besitzer wechseln. In der Debatte um eine Verkürzung des Rhythmus von Fußball-Weltmeisterschaften auf alle zwei statt derzeit vier Jahre sind die Befürworter des Projektes womöglich einen großen Schritt weitergekommen.

Sollte es zu einer Abstimmung kommen, dürfte sich Infantino der Stimmen aus Afrika also gewiss sein. Und das sind nicht wenige: Sieben von 37 Vertretern im entscheidungsrelevanten FIFA-Council kommen aus CAF-Mitgliedsländern.

Auch der südamerikanische Dachverband CONMEBOL mit seinen fünf stimmberechtigten Vertretern im Council gilt als Verfechter der Verkürzung des WM-Rhythmus von vier auf zwei Jahre, dazu kommt die Stimme von FIFA-Präsident Infantino. Das wären bereits 13 Ja-Stimmen, sechs würden lediglich zu einer einfachen Mehrheit fehlen.

Beim FIFA-Kongress im Mai hatten 166 der 209 Verbände für die Durchführung einer Machbarkeitsstudie hinsichtlich einer WM-Endrunde alle zwei Jahre gestimmt. "Was zählt, sind die Ergebnisse der Studie", sagte Infantino damals, seine Ansicht aber gleichzeitig durchblicken lassen: "Klubs haben die Chance auf fünf oder sechs Titel pro Jahr. Jede Nationalmannschaft hat nur alle vier Jahre die Möglichkeit."

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Wenger dafür, Boban dagegen

FIFA-Chefentwickler Arsene Wenger hat gar schon einen konkreten Zeitplan im Kopf. Geht es nach dem ehemaligen Arsenal-Trainer, wird nach der EM 2024 in Deutschland und der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada alles anders: 2027 eine EM und die anderen Kontinentalturniere, 2028 wieder eine WM, "und so weiter", sagte der Franzose jüngst: "Es geht nicht darum, recht haben zu wollen, sondern die beste Lösung für den Fußball zu finden."

Doch vor allem die UEFA wehrt sich gegen Infantinos Pläne. "Die Weltmeisterschaft kann aus tausend Gründen nicht alle zwei Jahre stattfinden", sagte UEFA-Direktor Zvonimir Boban kürzlich der Gazzetta dello Sport.

Die ohnehin schon arg strapazierten Topstars würden dann wohl vermehrt auf Endrunden verzichten, mit der beinahe inflationären Austragung verlieren Turniere an Wert. Dazu kommt die Übersättigung der Konsumenten, die nicht endlos gut gehen dürfte. Konkrete Lösungsansätze für all diese Probleme gibt es noch nicht.

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