Sport Gegen die «Helden» der Kindheit surfen: Glatzer lebt Traum

14:34  22 juli  2021
14:34  22 juli  2021 Quelle:   msn.com

Surfer Glatzer ausgeschieden - «Unglaubliche Erfahrung»

  Surfer Glatzer ausgeschieden - «Unglaubliche Erfahrung» Surfer Leon Glatzer ist bei den Sommerspielen in Tokio ausgeschieden. Der 24-Jährige belegte bei der Olympia-Premiere seines Sports in der zweiten Runde den vierten Platz von fünf Wellenreitern. Er verpasste damit den dritten Durchgang, für den sich die besten drei Surfer seines Heats qualifizierten. Dennoch war er glücklich. «Das war eine unglaubliche Erfahrung, eine einmalige Erfahrung», sagte Glatzer in einem Instagram-Video. «Es fühlt sich immer noch an wie ein Traum. Ich hatte eine großartige Zeit.»Glatzer erhielt für seine besten Wellen in Japan 10,43 Punkte. Der Australier Julian Wilson, der Dritter wurde, kam auf 11,27 Zähler.

Leon Glatzer träumt bei seiner Olympia-Premiere sogar vom ganz großen Coup. «Jetzt kriege ich hoffentlich Gold in Tokio», sagt der Wellenreiter, der als einziger Deutscher beim Spiele-Debüt seiner Sportart antritt.

Surfer Leon Glatzer bei einer Trainingseinheit in Ichinomiya. © David Goldman/AP/dpa Surfer Leon Glatzer bei einer Trainingseinheit in Ichinomiya.

Angst vor großen Namen hat der 24-Jährige nicht. «Ich fühle mich sehr stark momentan», sagt er. Glatzer strahlt Selbstvertrauen, Coolness und Begeisterung aus. Lächelnd posiert er vor den olympischen Ringen, veröffentlicht Bilder aus dem olympischen Dorf und trainiert bei noch kleinen Wellen am Tsurigasaki Surfing Beach.

Surfer Glatzer muss nachsitzen

  Surfer Glatzer muss nachsitzen Leon Glatzer muss bei der olympischen Premiere im Surfen nachsitzen. © Bereitgestellt von sport1.de Surfer Glatzer muss nachsitzen Wellenreiter Leon Glatzer hat bei der olympischen Premiere im Surfen den direkten Einzug ins Achtelfinale verpasst. Der 24-Jährige mit Wurzeln in Kassel belegte vor dem Strand von Tsurigasaki am ersten Wettkampftag in seinem Heat den dritten Rang und muss somit in der Ausscheidungsrunde am Sonntag (ab 6.40 Uhr MESZ) um den Einzug in die dritte Runde kämpfen.

DWV: «Historischer Moment»

Dort sollen die Wettkämpfe an diesem Sonntag beginnen, sofern die natürlichen Bedingungen das zulassen. Schon dass Glatzer dann dabei ist, kommt einer Sensation gleich. Deutschland ist nicht gerade eine Surf-Hochburg. Die Championship Tour der weltbesten Wellenreiter findet seit Jahren ohne Beteiligung von Surfern aus der Bundesrepublik statt.

«Das ist für alle Surferinnen und Surfer in Deutschland ein historischer Moment, den Leon uns in die Wiege gelegt hat», sagt der Präsident des Deutschen Wellenreitverbandes (DWV), Philipp Kuretzky. Nach Glatzers Qualifikation bei den «World Surfing Games» in El Salvador Anfang Juni habe er «nur noch geheult. Ich kam gar nicht mehr aus dem Heulen raus - so hammermäßig finde ich das.» Beim DWV, der sich selbst als eine Art Start-up unter den Verbänden sieht, habe man eigentlich nie daran geglaubt, «dass wir überhaupt in den Deutschen Olympischen Sportbund aufgenommen werden», sagt Kuretzky.

"Geheul und Geschrei" - Ohren-Biss in Tokio - Wirbel um Party im olympischen Dorf

  Der Dienstag in Tokio brachte den ersten Dopingverdacht ans Licht, ein Leichtathletik-Olympiasieger sagte ab und die Schweiz feierte einen Dreifachtriumph. Außerdem schieden mit Timo Boll und Naomi Osaka gleich zwei absolute Könner ihres Fachs verfrüht aus, auch Simone Biles ist raus. Hier finden Sie kompakt die Meldungen des Dienstags +++ Nach Party-Bilder: Ouvina bittet um Verzeihung +++

Der Olympia-Status beschert Glatzer nicht nur unvergessliche Momente in Japan, sondern auch anderen ambitionierten deutschen Surfern bessere Bedingungen. «Er hat mein Leben und das von vielen Athleten komplett verändert», sagt Glatzer. Gefördert vom DWV, der Deutschen Sporthilfe und dem Bundesinnenministerium (BMI) trainieren die Athleten professioneller, werden bei Flügen zu Wettkämpfen finanziell unterstützt und können auf einen Sportpsychologen zurückgreifen.

Gelernt hat Glatzer das Surfen nicht in Deutschland. Der Sohn deutscher Eltern ist auf Hawaii geboren und in einem kleinen Dorf in Costa Rica aufgewachsen. Dort, im «Paradies», lebt er immer noch, wenn er gerade nicht reist. «Da gibt es nichts, nur eine gute Welle», sagt Glatzer.

«Ihnen habe ich als Kind zugeschaut»

In der Qualifikation befestigte er DIN-A4-Blätter mit Motivations-Notizen an der Hotelwand. «Du kannst es schaffen», stand auf einem. «Ich bin Leon Glatzer, ich bin der beste Surfer der Welt» auf einem anderen. «Jedes Mal, wenn ich aufgewacht bin, habe ich die Notizen gesehen, und jedes Mal, wenn ich ins Bett gegangen bin, waren sie das letzte, was ich gesehen habe», wird Glatzer vom Olympischen Informationsservice (OIS) zitiert.

Bei Olympia trifft er nun auf die ganz großen Surfstars im Feld der 20 Starter. «Gabriel Medina und John John Florence sind meine Helden», sagt Glatzer. Der Brasilianer Medina gewann 2014 und 2018 die Championship Tour, der US-Amerikaner Florence sicherte sich 2016 und 2017 den Titel. «Ihnen habe ich schon als Kind zugeschaut», erklärt Glatzer. Die beiden zählen auch bei Olympia zu den Favoriten. Im Gegensatz zu Glatzer, der sich davon seinen Optimismus aber nicht nehmen lässt.

Murrays Traum vom Olympia-Triple platzt .
Der britische Starspieler Andy Murray muss den Traum vom Gold-Hattrick im olympischen Tennis-Einzel begraben. © Bereitgestellt von sport1.de Murrays Traum vom Olympia-Triple platzt Der britische Starspieler Andy Murray muss den Traum vom Gold-Hattrick im olymp Der 34 Jahre alte Schotte, der sowohl 2012 in London als auch 2016 in Rio triumphiert hatte, zog seine Teilnahme in der Einzel-Konkurrenz in Tokio wegen einer Zerrung im Oberschenkel zurück.

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