Sport Algerischer Radsportler: Keine Entschuldigung von Moster oder Team

15:36  29 juli  2021
15:36  29 juli  2021 Quelle:   kicker.de

Christoph Strasser fährt 1026 Kilometern in 24 Stunden

  Christoph Strasser fährt 1026 Kilometern in 24 Stunden Zeltweg. Diese Zahl ist wirklich beeindruckend: Der österreichische Extrem-Radsportler Christoph Strasser hat binnen 24 Stunden 1026,215 Kilometer zurückgelegt und damit nach Angaben seines Teams einen neuen Weltrekord aufgestellt. © Manuel Hausdorfer Der österreichische Extrem-Radsportler Christoph Strasser jubelt nach seinem 24-Stunden-Weltrekord. Der 38-Jährige überbot die bisherige Bestmarke von 914 Kilometern dank eines Tempo-Durchschnitts von 42,75 Stundenkilometern unerwartet deutlich.

Nach Rassismus-Skandal

Azzedine Lagab passiert den deutschen Funktionär Patrick Moster. © picture alliance/dpa Azzedine Lagab passiert den deutschen Funktionär Patrick Moster.

"Das offizielle Statement habe ich gesehen", sagte der 35-Jährige dem "Spiegel" am Donnerstag. "Es haben sich auch einige Fahrer von dem Verhalten distanziert. Aber eine persönliche Nachricht und Entschuldigung habe ich bisher weder von Moster noch vom deutschen Team erhalten."

Der deutsche Sportdirektor hatte beim Einzelzeitfahren seinen Schützling Nikias Arndt angefeuert und die zwei vor diesem fahrenden Athleten - einer davon war Lagab - als "Kameltreiber" verunglimpft. Der Vorfall war live im Fernsehen zu sehen und zu hören. Moster sagte danach, dass ihm die Aussagen leid täten, dass er kein Rassist sei und dass er um Entschuldigung bitte. Er wurde dennoch vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vorzeitig nach Hause geschickt.

Olympia-Radrennen auf der Straße: Maximilian Schachmann will seine Chance nutzen

  Olympia-Radrennen auf der Straße: Maximilian Schachmann will seine Chance nutzen Maximilian Schachmann hat Olympia alles untergeordnet. Im Olympischen Straßenrennen soll nun die Stunde des Berliners schlagen. © Foto: dpa Maximilian Schachmann setzt alles auf Olympia Es ist ein nasskalter Tag im Dezember 2019 in Berlin. Maximilian Schachmann sitzt im Restaurant eines Berliner Hotels und spricht über seine Planungen für das nächste Jahr. Ein paar Monate zuvor ist der Radprofi bei der Tour de France schwer gestürzt, ein paar Rennen konnte er noch bestreiten. Für 2020 hat er viele Ziele, aber eines sticht ganz klar heraus: die Olympischen Spiele.

Ob dies die richtige Sanktion war, das wollte Lagab nicht bewerten, auch weil er Moster nicht persönlich kenne. Er wünscht sich, dass der Kampf gegen Rassismus durch diese Causa aber weiter intensiviert wird. "Ich hoffe, solche Vorfälle haben in Zukunft auch Konsequenzen, wenn es sie mal nicht auf Video geben sollte."

Der Algerier, der für kein namhaftes Team fährt, kenne Rassismus nur zu gut. "Leider muss ich sagen, dass es nicht das erste Mal gewesen ist, dass ich solche Kommentare gegen mich erlebe. Oft ist es allerdings viel aggressiver, dann werde ich Araber oder Afrikaner genannt, manche sagen auch Terrorist zu mir", berichtete er.

Moster bleibt beim BDR - Verband beschließt aber Maßnahmen .
Trotz seiner rassistischen Äußerungen am Rande des olympischen Zeitfahrens bleibt Patrick Moster Funktionär beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR). Der Verband verhängte aber Maßnahmen gegen den Sportdirektor.Wie der BDR am Montag mitteilte, wird der Sportdirektor von allen internationalen Aufgaben "bis auf Weiteres" entbunden sowie "eine schriftliche Abmahnung erhalten, die in die Personalakte eingeht und im Wiederholungsfall zu weiteren rechtlichen Konsequenzen führen wird".

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