Sport Albon-Test, mysteriöse Anschuldigungen: FIA-Urteil hinterlässt Fragezeichen

10:29  30 juli  2021
10:29  30 juli  2021 Quelle:   motorsport-total.com

FIA WEC in Monza LIVE auf SPORT1

  FIA WEC in Monza LIVE auf SPORT1 Die FIA WEC gastiert erstmals auf der Highspeed-Strecke in Monza. SPORT1 zeigt das Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft im Free-TV. © Bereitgestellt von sport1.de FIA WEC in Monza LIVE auf SPORT1 Die FIA WEC LIVE bei SPORT1: In diesem Jahr startet das Teilnehmerfeld zum ersten Mal für ein 6-Stunden-Rennen im Highspeed-Tempel von Monza. SPORT1 zeigt den kompletten Lauf der Langstrecken-WM am Sonntag ab 11.30 Uhr live im kostenlosen Livestream auf SPORT1.de. Von 13 Uhr bis 14 Uhr und pünktlich zur entscheidenden Phase ab 17.30 Uhr ist SPORT1 live im Free-TV mit dabei.

Die Stimmung zwischen Toto Wolff und Christian Horner bleibt vorerst vergiftet © Motorsport Images Die Stimmung zwischen Toto Wolff und Christian Horner bleibt vorerst vergiftet

Das Urteil der FIA-Kommissare, die Kollision zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton beim britischen Grand Prix 2021 in Silverstone nicht neu aufzurollen, dürfte noch nicht der Schlusspunkt in der leidigen Saga zwischen Red Bull und Mercedes sein.

Eine Passage in der Urteilsbegründung der Kommissare sorgt nämlich selbst bei Formel-1-Insidern für Fragezeichen. Darin heißt es vage und ohne Hinweise, worum es dabei konkret geht, dass die Kommissare "bestimmte Anschuldigungen" von Red Bull, die mit den Unterlagen für den Revisionsantrag eingereicht wurden, "mit einiger Sorge" zur Kenntnis nehmen.

Rennleiter erklärt: Darum wurde Hamilton mit zehn Sekunden bestraft

  Rennleiter erklärt: Darum wurde Hamilton mit zehn Sekunden bestraft Michael Masi erklärt, warum der Einschlag von Max Verstappen und das spätere Rennergebnis keinen Einfluss auf das Strafmaß für Lewis Hamilton hattenBei vielen Fans war das vorherrschende Gefühl, wie man den leidenschaftlichen Diskussionen auf Social Media entnehmen konnte: Wenn Max Verstappen bei fast 300 Sachen in die Streckenbegrenzung geschickt wird, dann muss es dafür scharfe Konsequenzen geben. Wohingegen Toto Wolff meinte, wäre das alles in einer langsamen Kurve passiert, hätte man Hamilton womöglich gar nicht bestraft.

Wörtlich heißt es: "Solche Anschuldigungen hätten für die Kommissare relevant sein können oder auch nicht, falls dem Antrag auf Revision stattgegeben worden wäre. Die Kommissare hätten diese Anschuldigungen möglicherweise in einer Folgeentscheidung direkt angesprochen. Da der Antrag abgelehnt wurde, äußern sich die Kommissare nicht zu diesen Anschuldigungen."

Das Mercedes-Team möchte sich auf Anfrage, was diese schwammigen Andeutungen seiner Meinung nach bedeuten könnten, nicht äußern. Allerdings hat es inzwischen eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht, die vor dem PK-Auftritt von den Teamchefs Toto Wolff und Christian Horner am Freitag zusätzliches Öl ins Feuer gießt.

Mercedes schreibt wörtlich: "Wir hoffen, dass diese Entscheidung das Ende der abgestimmten Versuche des hochrangigen Managements von Red Bull Racing bedeutet, den guten Namen und die sportliche Integrität von Lewis Hamilton einzutrüben." Damit meine man ausdrücklich auch "die eingereichten Dokumente im Zuge des nicht erfolgreichen Revisionsantrags".

RB, AM, Haas Complete Marathon 18-Zoll-Reifentest

 RB, AM, Haas Complete Marathon 18-Zoll-Reifentest Pirelli wird nach einem zweitägigen Silverstone-Test mit Haas, Aston Martin und Red Bull in Daten auf ihren 18-Zoll-Reifen schwimmen. © PA Images Mick-Schumacher-Haas-PA Da Teams weiterhin ihre Bemühungen auf die radikal umgestalteten Herausforderer für 2022 verstärken, sind Pirelli auch schwer, die 18-Zoll-Reifenkonstruktionen zu schaffen, die an diese Autos angebracht werden.

Welche Anschuldigungen Red Bull formuliert hat, die jetzt für Fragezeichen sorgen, bleibt vorerst unbekannt. Klar dürfte sein, dass in dem Brief an die FIA aggressive Formulierungen verwendet wurden. Ob sich diese jedoch gegen Hamilton und/oder Mercedes richten oder gegen die FIA-Kommissare in Silverstone, bleibt zum jetzigen Zeitpunkt ungeklärt.

Bereits zuvor hatten die angeblich neuen Beweise, die Red Bull eingereicht hatte, für Stirnrunzeln gesorgt. Unter anderem hatte das österreichisch-britische Team am vergangenen Donnerstag Hamiltons erste Runde in Silverstone nachgestellt, mit einer echten Runde auf der britischen Strecke und Testfahrer Alexander Albon am Steuer eines RB15 aus der Saison 2019.

Sinn und Zweck des mysteriösen Albon-Tests war offenbar, auf der Strecke zu beweisen, dass Hamilton die fragliche Copse-Kurve mit seiner Linienwahl und seiner Geschwindigkeit ohne die Berührung mit Verstappen nicht hätte schaffen können. Red Bull hatte die Strecke in Silverstone offiziell für einen Filmtag mit dem zwei Jahre alten RB15 gebucht, um nicht vom Testverbot erfasst zu werden.

Die Auswertung des Albon-Experiments wurde der Red-Bull-Präsentation als ein Teil der angeblich neuen Beweise beigelegt. Seitens der Kommissare wurde die Präsentation aber als nicht signifikant und relevant eingestuft. Sie argumentieren, dass Red Bull keine neuen Beweise entdeckt, sondern vielmehr versucht habe, neue Beweise zu kreieren.

Albon-Test zeigt laut Red Bull: Hamilton hätte 23 Meter früher bremsen müssen .
Bei einem Filmtag hat Red Bull die Linie von Lewis Hamilton nachstellen lassen: Laut dem Team hätte dieser 23 Meter früher bremsen müssen, um die Kurve zu schaffen - nämlich 23 Meter früher laut Red Bull.Natürlich darf man sich aber fragen, ob man den RB15 mit dem Mercedes W12 vergleichen kann und ob auch die Bedingungen vergleichbar waren. "Wir konnten den Speed nicht erreichen, den Lewis auf dieser Linie geschafft hat", sagt Horner. "Die Bedingungen waren ziemlich ähnlich. Und wir haben nützliche Daten bekommen, die das belegen, was wir in unseren Simulationen gesehen haben.

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