Welt & Politik: Maas rügt Verweigerung von Pressekarten in der Türkei - PressFrom - Deutschland

Welt & PolitikMaas rügt Verweigerung von Pressekarten in der Türkei

22:35  09 märz  2019
22:35  09 märz  2019 Quelle:   msn.com

Türkei: Türkische Regierung verweigert deutschen Journalisten Akkreditierung

Türkei: Türkische Regierung verweigert deutschen Journalisten Akkreditierung Der Leiter des ZDF-Studios Istanbul und ein für den "Tagesspiegel" arbeitender Journalist dürfen nicht mehr aus der Türkei berichten. Die genauen Gründe sind noch unklar. © Chris McGrath/Getty Images Ohne Presseakkreditierungen können ausländischen Journalisten in der Türkei nicht arbeiten. Zwei deutsche Journalisten haben ihre Arbeitserlaubnis in der Türkei verloren. Die türkische Regierung hat Jörg Brase, dem ZDF-Studioleiter Istanbul, für 2019 keine Akkreditierung genehmigt. Brase hat dies auf Nachfrage von ZEIT ONLINE bestätigt.

Außenminister Heiko Maas (SPD) rügt die Entscheidung der türkischen Behörden, mehreren deutschen Korrespondenten keine neuen Akkreditierungen auszustellen.

Maas rügt Verweigerung von Pressekarten in der Türkei © Foto: Wolfgang Kumm Außenminister Heiko Maas (SPD) rügte die Verweigerung von Pressekarten an mehreren deutschen Korrespondenten in der Türkei deutlich.

Es sei nicht akzeptabel, wenn deutsche und europäische Korrespondenten ihrer Arbeit in dem Land nicht frei nachgehen könnten, sagte er dem «Tagesspiegel am Sonntag». «Wenn Journalisten an der Arbeit gehindert werden, ist das mit unserem Verständnis von Pressefreiheit nicht vereinbar.» Die Bundesregierung werde weiter dafür eintreten, dass Journalisten in der Türkei ohne Beschränkungen arbeiten können. Das wisse auch sein türkischer Kollege Mevlüt Cavusoglu.

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Inflation in der Türkei fällt unter die 20-Prozent-Marke Die Inflation in der Türkei ist erstmals seit einem halben Jahr wieder unter die 20-Prozent-Marke gefallen. Sie lag im Februar bei 19,67 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die türkische Statistikbehörde (Tüik) am Montag mitteilte. Die Lebensmittelpreise stiegen mit rund 29,25 Prozent im Jahresvergleich am stärksten. Im Monatsvergleich aber fiel der Anstieg deutlich geringer aus: Im Januar lag er noch bei 6,4 Prozent, im Februar nur noch bei 0,9 Prozent. Finanzminister Berat Albayrak führte dies am Montag auf die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen zurück.

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Aus Regierungskreisen berichtete das Blatt überdies, Deutschland betrachte es als Affront, dass mehrere deutsche Journalisten faktisch außer Landes gezwungen werden. Man werde die Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen, sondern immer wieder zur Sprache bringen.

Die Pressekarten ausländischer Korrespondenten laufen jedes Jahr Ende Dezember ab und müssen dann neu beantragt werden. Mehrere Journalistenorganisationen hatten das Vorgehen der türkischen Behörden kritisiert.

Angesichts der Entwicklung aktualisierte das Auswärtige Amt auch seine Reise- und Sicherheitshinweise für die Türkei. Es könne «nicht ausgeschlossen werden, dass die türkische Regierung weitere Maßnahmen gegen Vertreter deutscher Medien sowie zivilgesellschaftlicher Einrichtungen ergreift», heißt es nun darin. Die Behörde verweist auch auf Aussagen der türkischen Regierung von Anfang März, nach denen Personen eine Festnahme bei der Einreise drohe, die im Ausland unter anderem an Versammlungen von als «terroristisch» eingestuften Organisationen teilgenommen haben und in den Urlaub in die Türkei reisen. «Es muss davon ausgegangen werden, dass auch nicht-öffentliche Kommentare in sozialen Medien etwa durch anonyme Denunziation an die türkischen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden.»

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