Welt & Politik Bundestagswahl 2021: Auch in Allensbach-Umfrage SPD jetzt vor Union – FDP fällt erstmals seit April unter zehn Prozent

03:15  09 september  2021
03:15  09 september  2021 Quelle:   handelsblatt.com

Bundestagswahl: Aktienrente, Schulden, Unternehmenssteuern: So könnte die Wirtschaftspolitik einer Ampelkoalition aussehen

  Bundestagswahl: Aktienrente, Schulden, Unternehmenssteuern: So könnte die Wirtschaftspolitik einer Ampelkoalition aussehen In der Finanzpolitik sind sich SPD und FDP spinnefeind. Und könnten doch gut zusammenfinden. Strategen haben längst etliche Anknüpfungspunkte ausgemacht. © dpa Klar ist: Olaf Scholz müsste dem FDP-Chef in der Finanzpolitik viel bieten, um ihn in eine Ampel zu ködern. Christian Lindner sprach am Dienstagmorgen Klartext. Ein Regierungsbündnis mit SPD und Grünen sei eine „theoretische Konstruktion“, über die im Moment zwar viel gesprochen werde. In der Realität gebe es aber „kaum praktische Gemeinsamkeiten mit SPD und Grünen“, so der FDP-Chef in einer RTL-Sendung.

CDU und CSU verlieren an Zustimmung, halten sich in der Erhebung aber deutlich besser als in den Umfragen fast aller anderen Institute. Zu den Verlierern zählen auch Grüne und die Liberalen.

Die SPD legt in den jüngsten Umfragen weiter kräftig zu. © dpa Die SPD legt in den jüngsten Umfragen weiter kräftig zu.

Die Sozialdemokraten sind jetzt auch in der jüngsten Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der „FAZ“ erstmals an der Union vorbeigezogen. CDU und CSU halten sich in der Erhebung wenige Wochen vor der Wahl am 26. September aber deutlich besser als in den Umfragen der fast aller anderen Institute.

Wenn am Sonntag die Bundestagswahl wäre, käme die SPD der Erhebung zufolge auf 27 Prozent – und damit auf drei Punkte mehr als bei der vorherigen Erhebung vom 28. August. CDU und CSU verloren einen Punkt und kommen damit auf 25 Prozent – immer noch deutlich mehr als bei den meisten anderen Umfragen, die die Union zum Teil unter 20 Prozent sehen. Die Grünen büßten 1,5 Prozentpunkte ein und stehen demnach nun bei 15,5 Prozent der Stimmen.

Baerbock will Regierung mit Scholz: SPD hängt Union in weiterer Umfrage klar ab

  Baerbock will Regierung mit Scholz: SPD hängt Union in weiterer Umfrage klar ab 25 Prozent für die Sozialdemokraten, 21 Prozent für CDU/CSU: Die Union kommt nicht aus ihrem Umfragetief. Die Grünen positionieren sich klar. © Foto: Imago Images/Photothek/Floarian Gärtner Der Kanzlerkandidat der SPD: Olaf Scholz. Die SPD liegt mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz in einer weiteren Umfrage deutlich vor der Union. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen die Sozialdemokraten demnach auf 25 Prozent, die Union auf 21 und die Grünen auf 19 Prozent. FDP und AfD erzielen je elf Prozent und die Linkspartei sechs Prozent.

Ebenfalls zu den Verlierern zählt die FDP. Die Liberalen erhalten den Ergebnissen zufolge 9,5 Prozent der Stimmen der Wählerinnen und Wähler und verzeichnen damit seit langem wieder weniger als zehn Prozent. Sie hatte in Allensbach-Erhebungen seit 21. April konstant zweistellig abgeschnitten, Ende Juli noch bei zwölf Prozent gelegen.

Mehr Stimmen bekommt hingegen die AfD – die Partei kommt auf elf Prozent (plus 0,5 Punkte). Die Linkspartei erlangt in der Umfrage unverändert sechs Prozent der Stimmen.

Für die repräsentative Umfrage wurden in der Zeit zwischen dem 1. und 7. September insgesamt 1258 Personen befragt. Umfrageergebnisse in ähnlicher Höhe hatte Allensbach für die SPD zuletzt 2017 ermittelt, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

SPD eilt der Union im Politbarometer davon

  SPD eilt der Union im Politbarometer davon Berlin. Erstmals seit 19 Jahren liegt die SPD in einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen vor der Union. Bei den Christdemokraten macht sich Panikstimmung breit. © Arne Dedert Wahlplakate von SPD, CDU und Grünen. Der Höhenflug der SPD hält an. In der jüngsten Projektion des Politbarometers der Forschungsgruppe Wahlen kommen die Sozialdemokraten unter Führung ihres Spitzenkandidaten Olaf Scholz auf 25 Prozent und legen erneut um drei Prozentpunkte zu. Die Union bleibt unverändert bei 22 Prozent, dagegen verlieren die Grünen drei Punkte und schaffen nur noch 17 Prozent.

Auch aus dem traditionell CSU-regierten Bayern gab es am Mittwoch keine guten Umfragenachrichten für die Union: Die CSU steuert einer neuen Umfrage des Bayerischen Rundfunks zufolge auf ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl zu.

Die Christsozialen kommen im „BR BayernTrend“ derzeit auf 28 Prozent der Stimmen, das seien acht Prozentpunkte weniger als Anfang Juli, wie der BR am Mittwoch unter Berufung auf eine Infratest-Dimap-Umfrage mitteilte. Bundesweit läge die CSU bei ähnlicher Wahlbeteiligung wie 2017 unter der Fünf-Prozent-Schwelle.

Bereits im am Vortag veröffentlichten „Wählercheck“ der Sendung „17:30 Sat.1 Bayern“ war die Union untre die Marke von 30 Prozent gefallen. Vor vier Jahren hatten die Christsozialen noch 38,8 Prozent der Stimmen in Bayern eingefahren.

Deutlich aufwärts geht es dagegen in der BR-Umfrage für die SPD, die auf 18 Prozent kommt und damit neun Punkte besser abschneidet als vor acht Wochen. An dritter Stelle stehen die Grünen mit 16 Prozent (minus zwei Punkte), gefolgt von FDP mit zwölf und AfD mit zehn Prozent.

Insa-Umfrage: SPD baut Vorsprung vor der Union aus

  Insa-Umfrage: SPD baut Vorsprung vor der Union aus Die Sozialdemokraten vergrößern den Abstand auf die Union: Laut Insa-Umfrage kommt die SPD auf 25 Prozent – CDU/CSU verlieren einen Punkt auf 20 Prozent. © Foto: dpa/Kay Nietfeld Bundestagswahlkampf: Derzeit hat Olaf Scholz mit seiner SPD die Nase vorn - der Abstand zu Armin Laschet und der Union wächst. Drei Wochen vor der Bundestagswahl hat die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz in einer Insa-Umfrage ihren Vorsprung vor der Union ausgebaut. Die Sozialdemokraten gewinnen im „Sonntagstrend“ für die „Bild am Sonntag“ gegenüber der Vorwoche einen Prozentpunkt hinzu und liegen nun bei 25 Prozent.

Zudem sinke der Rückhalt für eine unionsgeführte Bundesregierung: Nur noch 34 Prozent der Bayern sprachen sich dafür aus. 28 Prozent seien für eine SPD-Regierung, fast doppelt so viele wie vor zwei Monaten.


Video: Bundestagswahl 2021: Wahlfahrt mit FDP-Spitzenkandidat Daniel Föst (SAT.1)

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz steigt zudem in der Gunst der Umfrageteilnehmer deutlich: Bei einer Direktwahl erhielte er 57 Prozent der Stimmen, 17 Prozentpunkte mehr als im Juli. Armin Laschet von der CDU rutscht um 17 Punkte auf 17 Prozent ab – er liegt damit deutlich hinter dem FDP-Kandidaten Christian Lindner.

Und auch im Stammland von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet sieht es immer schlechter für CDU/CSU aus: Zweieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl liegt die CDU in dem bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland in einer Umfrage hinter der SPD.

In einer Erhebung des Civey-Instituts im Auftrag von Sat.1 NRW kommt die CDU in Nordrhein-Westfalen auf 24 Prozent der Stimmen, die SPD auf 28 Prozent, wie der Sender am Mittwoch in Dortmund mitteilte. Die Grünen würden demnach 16 Prozent der Befragten in Nordrhein-Westfalen wählen.

Bundestagswahl: Merz drängt FDP zu Absage an Ampel-Koalition

  Bundestagswahl: Merz drängt FDP zu Absage an Ampel-Koalition FDP-Chef Lindner legt sich nicht darauf fest, ob ein Bündnis mit SPD und Grünen für seine Partei in Frage kommt. Die Grünen fordern Tempo 130 auf Autobahnen.• Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sieht einen Stimmungstrend für ein Tempolimit.

Für die Umfrage seien in der vergangenen Tagen repräsentativ etwa 1900 wahlberechtigte Bürger und Bürgerinnen in NRW befragt worden, teilte Sat.1 NRW weiter mit.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

Mehr: Wieso die politische Stimmung je nach Umfrage anders ausfällt

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