Welt & Politik Muslime in Deutschland: Zwischen allen Fronten

01:05  18 september  2021
01:05  18 september  2021 Quelle:   zeit.de

Ein Mann hat in 1000 Stunden eine Jet-Turbine in einen Camper umgebaut – so sieht es darin aus

  Ein Mann hat in 1000 Stunden eine Jet-Turbine in einen Camper umgebaut – so sieht es darin aus Ein ehemaliger Techniker der Royal Air Force hat in 1.000 Stunden Arbeit das Triebwerk eines Düsenflugzeugs in einen Camper umgebaut.Werft hier einen Blick in den "VC10 Caravan Pod", der knapp vier Meter lang ist, über zwei Türen sowie ein Oberlicht verfügt und bereits auf der Autobahn für Furore sorgt:

Die meisten Muslime in Deutschland sind gut integriert und fühlen sich dem Land eng verbunden, dennoch werden sie von der Öffentlichkeit teils misstrauisch beäugt. Ein Grund dafür sind auch verarmte Stadtviertel wie Duisburg-Marxloh. Von Tonio Postel. Rund 4,5 Millionen Muslime , darunter seit 2015 auch vermehrt traumatisierte Flüchtlinge aus Kriegsregionen, sind in Deutschland ansässig. Das entspricht etwa 5,7 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands . Doch die Ablehnung gegen den Islam wächst, nicht nur in Deutschland , sondern in ganz Europa.

In Deutschland leben ungefähr 4 Millionen Muslime . Das sind etwas mehr als 5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Knapp 2,5 Milionen dieser Menschen haben türkische Wurzeln. 45% der in Deutschland lebenden Muslime sind mittlerweile deutsche Staatsangehörige, haben also einen deutschen Pass. Nach 1961 kamen viele Menschen aus der Türkei nach Deutschland , um hier als sogenannte Gastarbeiter zu arbeiten. Viele von ihnen blieben für immer in Deutschland und bekamen hier Kinder.

Die muslimische Community scheut die öffentliche Debatte über Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus aus Angst, Rassismus zu nähren. Dabei ist das ein großer Fehler.

Als gesellschaftliche Minderheit eine harte innere Debatte zu führen, ohne die Ressentiments der Mehrheit zu nähren: Das ist ein Drahtseilakt. © Nicolas Armer/​plainpicture Als gesellschaftliche Minderheit eine harte innere Debatte zu führen, ohne die Ressentiments der Mehrheit zu nähren: Das ist ein Drahtseilakt.

Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, dass die Taliban 1996 Kabul einnahmen und ihre Schreckensherrschaft ausriefen. Fünf Jahre später – wir alle kennen die Bilder – passierten die Terroranschläge vom 11. September, ereignete sich dieser traumatisierende Moment, der auch das Leben von vielen Muslim:innen weltweit prägte, insbesondere aber der im Westen lebenden. Es war ein Moment, in dem viele von uns ungewollt in die Rolle von Islamexpert:innen katapultiert worden sind, als wir alle für den Islam sprechen, uns distanzieren, reformieren und empören mussten – über ein Phänomen, das uns genauso unerwartet überrollte wie alle anderen.

Erfahrungsbericht: Sieben Jahre Ikea-Küche – was taugt das Metod-System wirklich?

  Erfahrungsbericht: Sieben Jahre Ikea-Küche – was taugt das Metod-System wirklich? Der Aufbau von zehn Metern Küchenfront ist auch für den geschickten Heimwerker eine Herausforderung. Nach sieben Jahren Gebrauch, zeigen sich die Stärken und die Schwächen der Ikea-Küche. © PR/Ikea Ikeas Method-Küchensystem mit Bobdyn-Fronten Vor sieben Jahren beschloss der Familien-Rat, die alte Küche muss raus und eine neue her. Und zwar von Ikea – wegen des modularen Metod-Systems und des vertretbaren Preises. Nach sieben Jahren Nutzung ist es nun Zeit, Bilanz zu ziehen. Was ist gut, was weniger gut und was könnte man besser machen.

Anzeige. Ausländische Geistliche. Gesucht: "Islam der Muslime in Deutschland ". Mehr Imame mit deutschem Diplom, weniger Imame aus dem Ausland. Berlin will Ankaras Einfluss auf Moschee-Vereine zurückdrängen und das Aufenthaltsrecht verschärfen. An der Humboldt Universität in Berlin wird in diesem Jahr ein weiterer Studiengang für islamische Theologie eingerichtet. "Es geht nicht um eine 'Eindeutschung' des Islam, sondern um einen Islam der Muslime in Deutschland ", fügt Kerber hinzu, der für die Beziehung der Bundesregierung mit den Muslimen in Deutschland zuständig ist.

Die Fronten zwischen der rechtspopulistischen AfD und dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) bleiben verhärtet: Ein sachliches Gespräch zwischen Spitzenvertretern beider Seiten kam am Montag nicht zustande. Stattdessen gab es bei dem Treffen, das schon im Vorfeld von Streit begleitet war Die AfD forderte laut Petry zu Beginn des Zusammentreffens, dass Mazyek seinen Mitte April geäußerten Vergleich zwischen NSDAP und AfD zurücknehme. Der ZMD-Vorsitzende hatte dem NDR gesagt: "Es ist das erste Mal seit Hitler- Deutschland , dass es eine Partei gibt, die erneut eine ganze

Jetzt, 20 Jahre später, erobern die Taliban erneut Kabul. Was für ein schreckliches Déjà-vu. Und nun? Geht das Spiel wieder von vorn los? Je stärker die Taliban in Afghanistan ihre Macht zementieren, desto lauter werden auch die Stimmen wieder, die fordern, Muslim:innen sollen sich davon distanzieren und, mal wieder, den Islam erklären.

War denn die Arbeit der letzten 20 Jahre umsonst, frage ich mich. Immer wieder diskutiere ich mit Freund:innen darüber, wie sinnvoll unsere Bildungsarbeit, unser Aktivismus eigentlich ist. Bringt es etwas, zum x-ten Mal Vorträge über den Koran, über Kolonialismus, Gewalt, Extremismus, und Frauenrechte zu halten, um den Islam zu erklären, um die Pluralität der muslimischen Gemeinschaften sichtbar zu machen? Im Rahmen meiner Arbeit in der Schweiz und in Deutschland höre ich immer wieder, wir Muslim:innen seien nicht kritisch und reflektiert genug, wenn es um den Islam gehe. Missstände würden schöngeredet und verharmlost, Kritik von außen pauschal als rassistisch abgelehnt.

Länderspiel heute live im Free-TV: Island - Deutschland

  Länderspiel heute live im Free-TV: Island - Deutschland Das letzte Spiel dieser Länderspielpause steht an: Island empfängt Deutschland. Goal erklärt, wie das Spiel des DFB-Teams kostenlos übertragen wird. Der Abschluss der Länderspielpause steht an: Island empfängt heute die deutsche Fußballnationalmannschaft. Anpfiff im Laugardalsvöllur in Reykjavik ist um 20.45 Uhr. Länderspiele LIVE und exklusiv auf DAZN: Das ist der kostenlose Probemonat! Das Spiel gegen Island gehört, wie schon die Begegnungen gegen Liechtenstein und Armenien, zu den Qualifikationsspielen für die Weltmeisterschaft 2022 - eine WM-Endrunde, die schon ein Jahr vor der Austragung hohe Wellen schlägt.

In Deutschland leben rund 4 Millionen Muslime Die Studie des Bundesamtes ergibt, dass zwischen 3,8 und 4,3 Millionen Muslime in Deutschland wohnen. Berücksichtigt man, dass in Deutschland insgesamt rund 82 Millionen Men-schen leben, beträgt der Anteil der Muslime an der Gesamtbe-völkerung zwischen 4,6 und 5,2 Prozent. Rund 45 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime mit Migrationshintergrund aus den berücksichtigten Herkunftsländern sind deutsche Staats-angehörige, rund 55 Prozent verfügen über eine ausländische Nationalität.

Die Muslime in Kasachstan haben Eines gemeinsam: Sie bezeichnen sich als Muslime und Musliminnen, aber das ist auch schon die einzige Gemeinsamkeit. Rauschan, Gulnur, Aigul, Tomiris und Ismail etwa zählen sich zu den in Kasachstan lebenden Muslimen – oder zumindest taten sie das einmal. Befragt nach ihrem Glauben und ihrer religiösen Alltagspraxis wird aber offensichtlich, dass ihre Glaubensauffassungen sehr divers sind. Die Geister spalten sich vor allem an der Frage „Ja“ oder „Nein“ zum Kopftuch. Während die einen sagen, der Schleier habe nichts in der Tradition der

Dabei wird in meiner muslimischen Bubble – eine Ansammlung von Akademiker:innen, Arbeiter:innen, Aktivist:innen mit und ohne internationaler Familiengeschichte, die sich über Deutschland, die Schweiz und Österreich erstreckt – häufig und viel diskutiert, analysiert und kritisiert. Wir vertreten meist nicht dieselbe Meinung und schon gar nicht dieselben theologischen Standpunkte. Diese Diskussionen treten jedoch kaum oder nur sehr partiell nach außen, Nichtmuslim:innen kriegen davon meist kaum etwas mit. Warum nicht? Weil viele Muslim:innen glauben, innerislamische Probleme solle man innerislamisch lösen, allzu hitzig geführte öffentliche Debatten könnten Rassist:innen und Islamfeind:innen in die Hände spielen und negative Stereotype in der Mitte der Gesellschaft verfestigen. Aber stimmt das?

Vor einigen Wochen ging in der Öffentlichkeit eine Diskussion über den Lyriker Max Czollek los. Der Schriftsteller Maxim Biller hatte Czollek in der ZEIT seine jüdische Identität aberkannt. Eine Diskussion, die zuerst innerjüdisch-theologisch erschien, wurde ziemlich schnell in den deutschsprachigen Feuilletons instrumentalisiert, um eine linke und unbequeme Stimme – diejenige Max Czolleks – zu diskreditieren. Es dauerte nicht lange, da ging eine weitere öffentliche Diskussion um die Ärztin und Journalistin Nemi El-Hassan los. Der WDR hatte sie für die Moderation des Wissenschaftsmagazin Quarks eingestellt. Kurze Zeit später wurden Antisemitismusvorwürfe gegen El-Hassan laut, da sie 2014 an der israelfeindlichen Al-Kuds-Demo teilgenommen hatte. Der Vorwurf war absolut berechtigt, jedoch wurde auch hier die öffentliche Diskussion ziemlich schnell instrumentalisiert, um einen Generalverdacht aufrechtzuerhalten: radikal bleibt radikal, zumindest im Fall einer jungen Muslimin. Da nützte auch die bekundete Reue der Journalistin zunächst nicht und ihre Moderation wurde vom WDR auf Eis gelegt. In beiden Fällen sah man in den Kommentarspalten der sozialen Medien viel Schadenfreude und viel Rassismus gegen die Betroffenen. In beiden Fällen sah man Gehässigkeit sowohl aus den eigenen religiösen Reihen als auch aus der Mehrheitsgesellschaft.

Fußball heute live: Island vs. Deutschland - so wird das Länderspiel übertragen

  Fußball heute live: Island vs. Deutschland - so wird das Länderspiel übertragen Fußball heute live: Hier erfahrt Ihr, wie die WM-Qualifikation zwischen Deutschland und Island im TV und im LIVE-STREAM übertragen wird. 6. Spieltag der WM-Qualifikation: Deutschland trifft zum Ende der Länderspielpause auf Island. Anpfiff ist um 20.45 Uhr im isländischen Nationalstadion Laugardalsvöllur in Reykjavik. Island vs. Deutschland: Die Highlights auf DAZN erleben! Hier geht's zum Gratismonat Nachdem sich die deutsche Nationalelf beim Debüt von Bundestrainer Hansi Flick noch zu einem mageren 2:0 gegen Liechtenstein mühte, zeigt sich das DFB-Team gegen Armenien spielfreudig.

Muslime fühlen sich Deutschland in außerordentlichem Maße verbunden. Zu diesem Ergebnis ist 2017 eine Studie der Bertelsmann Stiftung gekommen. Demnach pflegt der größte Teil der Muslime häufig Kontakt zu Menschen außerhalb der eigenen Religionssphäre und ist aktiv ins Berufsleben eingebunden. Muslime sind demnach relativ häufig Opfer von Straftaten. Trotzdem fürchten sich viele Menschen in Deutschland vor Muslimen . Etwa jeder zweite Bundesbürger empfindet den Islam als bedrohlich.

Daher ist es folgerichtig, ALLE Muslime in die Berechnung mit einzubeziehen, egal ob religiös oder nicht. Der aktuelle Trend geht ohnehin in eine Re-Islamisierung der säkularen Muslime . Nur die Kirchensteuerzahlen sind verlässlich. Mangels anderer Alternativen werden hier in der Berechnung die offiziellen Zahlen der „Systemstatistiker“ zugrunde gelegt. An dieser Stelle nochmals der Hinweis: Deren Zahlen sind nur Schätzungen! Mindestens 7,19 Millionen Muslime in Deutschland . Für die oben genannten „sonstigen Religionen“ geben die Statistiker einen Wert von 3,9% der Gesamtbevölkerung

Diese Debatten haben mich sehr beschäftigt. Wer darf in der Öffentlichkeit für Minderheiten sprechen? Wer zählt dazu und wer nicht? Und wer bestimmt das überhaupt? Darf man in der Öffentlichkeit Fehler machen? Wenn ja, wem wird verziehen und wem nicht? Ich habe über das Thema auch mit jüdischen Freund:innen diskutiert; vor allem darüber, wie wir als religiöse Minderheiten auch in der Öffentlichkeit über interne Probleme diskutieren können, ohne Rassismus und Antisemitismus zu befeuern.

Mittlerweile denke ich, es war einer der großen Fehler der muslimischen Communitys in den letzten Jahren, sich immer erst dann in die öffentliche Debatte einzuklinken, wenn es schon brennt. Viele Muslim:innen haben eine passive Haltung eingenommen, die einerseits von der Angst rührt, das Falsche zu sagen und selbst an den Pranger gestellt zu werden. Andererseits werden einem im medialen Diskurs von außen oft bestimmte Rollen zugewiesen: die liberale, die konservative. Das führt jedoch dazu, dass man die Diskurse nicht mitgestaltet, sondern immer nur auf sie reagiert, immer nur nachträglich versucht, das Feuer zu löschen.

Klimaschutz in den Parteiprogrammen: Wer beim Klimaschutz wirklich liefern will

  Klimaschutz in den Parteiprogrammen: Wer beim Klimaschutz wirklich liefern will Alle reden vom Klimaschutz – doch reicht, was die Parteien versprechen? Kohle, Verbrennermotoren und finanzielle Anreize: Der große Klimacheck vor der Bundestagswahl © ZEIT ONLINE; Wolfgang Rattay/​Reuters; Karl-Josef Hildenbrand/​dpa; Jens Büttner/​dpa; Sean Gallup/​... Welche Partei kann Deutschland klimaneutral machen? Das Klimaschutzgesetz schreibt es vor: Deutschland muss bis 2045 klimaneutral werden. Doch können die Parteien und eine kommende Bundesregierung das wirklich in weniger als 25 Jahren schaffen? Sich ehrgeizige Ziele zu setzen, reicht dafür nicht aus.

Wenn ich etwa auf die Schweizer Burka-Debatte im Frühjahr zurückblicke, sehe ich, dass genau das passiert ist: Wir haben auf den antimuslimischen Rassismus und den Sexismus hingewiesen, der hinter einem solchen Burka-Verbot steckt – aber wir haben die Chance verpasst, in der breiteren Öffentlichkeit auch darüber zu streiten, was wir als Muslim:innen von der Tradition des Gesichtsschleiers halten. Wir haben die Gelegenheit verpasst, so auch öffentlich klarzumachen, dass auch viele von uns das kritisch sehen.

Muslim:innen zu mehr Selbstkritik aufzurufen – das kennt man vor allem von Islamkritiker:innen, die den Islam und die muslimische Community längst aufgegeben haben. Doch darum geht es mir hier gerade nicht. Ich möchte an eine Diskussionskultur erinnern, die tief in der muslimischen Tradition verankert ist. Ähnlich wie im Judentum wird in traditionellen muslimischen Diskursen Meinungspluralität großgeschrieben. Doch heute ist diese Tradition bei vielen Muslim:innen und Nichtmuslim:innen aus der Erinnerung verschwunden. Diese Diskussionskultur muss gestärkt und in die Öffentlichkeit getragen werden.

In der Öffentlichkeit braucht es eine aufrichtige und ernste theologische und gesellschaftliche Diskussion aus muslimischen Perspektiven über Themen wie Antisemitismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit. Themen, die gesamtgesellschaftliche Probleme und nicht islamisch sind, aber mit denen die muslimischen Communitys genauso kämpfen oder auf eine Weise, die nicht besonders stark oder schwach ist, aber spezifisch. Wir betrügen uns selbst, wenn wir so tun, als seien das nicht auch muslimische Missstände, teilweise mit religiösen Argumenten untermauert. Wenn nicht wir europäischen Muslim:innen, die in Demokratien leben, sich dieser Missstände annehmen, wer dann? Wenn etwa Antisemitismus innermuslimisch nicht sanktioniert wird, dann wird in Deutschland schnell von "importiertem Antisemitismus" im Land der Shoah gesprochen und der Blick für die innermuslimische Vielfalt geht verloren. Alle Muslim:innen werden dann in der Diskussion zu Antisemit:innen. Und diejenigen, die innermuslimisch gegen Antisemitismus kämpfen, werden im öffentlichen Diskurs unsichtbar. Es ist immer die gleiche Dynamik. Das dürfen wir nicht zulassen.

Bundestagswahl 2021: Alle wichtigen Fragen und Antworten zur Bundestagswahl

  Bundestagswahl 2021: Alle wichtigen Fragen und Antworten zur Bundestagswahl Bundestagswahl 2021: Alle wichtigen Fragen und Antworten zur Bundestagswahl . Erklärt werden auch Begriffe wie Ausgleichs- und Überhangmandate sowie die Bedeutung von Erst- und Zweitstimmen.Alle wichtigen Fragen un 2021 im ÜberblickWann ist die Bundestagswahl 2021?Die 20. Bundestagswahl in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist am Sonntag, den 26. September 2021.Wann sind die Wahllokale zur Bundestagswahl geöffnet?Am Wahlsonntag sind die Wahllokale von 8.00 Uhr morgens bis 18.00 Uhr am frühen Abend geöffnet.

In einer pluralen Demokratie gehören Minderheiten selbstverständlich zur Öffentlichkeit und sind dementsprechend ein Teil der öffentlichen Diskussionskultur. Natürlich gibt es auch jetzt schon in Deutschland, in der Schweiz und Österreich viele Moscheevereine und Jugendorganisationen, die öffentlich mitwirken. Diese Stimmen müssen lauter und pluraler werden. Sie müssen neue Räume schaffen. Räume, die die unterschiedlichen hybriden muslimischen Identitäten aushalten. Öffentliche Räume, in denen sich die geistige Freiheit entfalten kann – in der Kunst, in Kultur, in der Literatur und eben auch in der Theologie. Aber die Zivilgesellschaft – und die Medien – müssen diese Räume auch zulassen und unterstützen. Räume in denen gemeinsam diskutiert werden kann, in denen Fehler erlaubt sind, in denen wir uns als Gesellschaft gemeinsam entwickeln können. Denn die Menschen, die diese Räume beleben, stehen zwischen allen Fronten. Oft fühlt es sich wie ein Drahtseilakt an. Ich wünsche mir, dass wir Muslim:innen die Ängste, durch kritische Debatten Diskriminierung und Rassismus zu befeuern, hinter uns lassen. Es wird nie eine Gesellschaft existieren, die frei von Rassismus ist. Wir können nicht in der Hoffnung auf diese Utopie die geistige Freiheit der muslimischen Tradition aufopfern. Es braucht mehr Mut zur Kritik, mehr Mut zur Aussprache, zu mehr Diskussionsfreude und mehr Partizipation. Ich appelliere an unsere muslimischen Theolog:innen und Intellektuellen, Imaminnen und Imame, ehrlich und furchtlos theologische Debatten offen zu führen, so wie es die islamische Tradition schon immer kannte.

Davon werden nicht nur Muslim:innen profitieren, sondern die  gesamte Gesellschaft. Ob wir "aus der Bubble in die Charts" wollen, wie es letztes Jahr bei den Tagen der jüdisch-muslimischen Leitkultur hieß, ist die eine Frage. Aber als Minderheiten sind wir sowieso schon im Mainstream angekommen. Also sollten wir auch den nächsten Schritt wagen.

„Laschet hing wie ein Mühlstein um den Hals der CDU/CSU“: So blickt die internationale Presse auf die Bundestagswahl .
Olaf Scholz hat die Wahl gewonnen. Ob er auch Kanzler wird, hängt jetzt vor allem von Grünen und FDP ab. Wie bewertet das Ausland die Situation? © Foto: Michael Kappeler/dpa Armin Laschet kommt vorgefahren zu den Gremiensitzungen der Partei nach der Bundestagswahl. Auch im Ausland hat man die Bundestagswahl mit Spannung verfolgt. Wie geht es jetzt - nach der Ära Merkel - für Deutschland weiter? Lesen Sie hier, wie die internationale Presse das Wahlergebnis kommentiert.

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