Welt & PolitikFPÖ-Chef Strache : Warum wusste Jan Böhmermann schon vorher von dem Enthüllungsvideo?

14:40  18 mai  2019
14:40  18 mai  2019 Quelle:   stern.de

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Nach Skandal-Interview: Wiener Anwalt lässt Geisteszustand von Jan Böhmermann prüfen Der „Neo Magazin Royal“-Entertainer hat die nächste Klage am Hals.

Jan Böhmermann scherzte Mitte April über FPÖ -Geschäftsfreunde "in einer russischen Oligarchenvilla auf Ibiza". Doch erst gestern wurden die Aufnahmen, die Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache belasten Warum wusste Jan Böhmermann schon vorher von dem Enthüllungsvideo ?

Was hat Jan Böhmermann mit dem Skandal-Video um FPÖ - Chef Strache zu tun? Mitte April machte der TV-Moderator bei der Romy-Gala einen Scherz, der aufhorchen lässt . Böhmermann fährt fort mit den Worten: Die Twitteruser sind sich einig – er ist für das Enthüllungsvideo verantwortlich.

FPÖ-Chef Strache : Warum wusste Jan Böhmermann schon vorher von dem Enthüllungsvideo? © Picture Alliance/Sven Hoppe/ Satiriker Jan Böhmermann (38)

Jan Böhmermann scherzte Mitte April über FPÖ-Geschäftsfreunde "in einer russischen Oligarchenvilla auf Ibiza". Doch erst gestern wurden die Aufnahmen, die Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache belasten, veröffentlicht. Wie kann das sein?

Ein Enthüllungsvideo belastet den österreichischen Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache schwer: Nach Informationen von "Spiegel" und "SZ" stellt Strache einer vermeintlichen Investorin aus Russland darin öffentliche Aufträge in Aussicht - wenn sie die FPÖ beim Wahlkampf unterstütze. Das Enthüllungsvideo wurde im Jahr 2017 offenbar heimlich in einem Haus auf Ibiza aufgenommen. Die brisanten Aufnahmen wurden den Redaktionen von "Spiegel" und "SZ" nach eigenen Angaben zugespielt und auf ihre Echtheit hin geprüft. Man habe sich entschieden, die Herkunft des Videos aus Gründen des Quellenschutzes nicht zu nennen.

Österreich: Der Videobeweis

Österreich: Der Videobeweis Der aufziehende Skandal um Vizekanzler Heinz-Christian Strache bringt auch Kanzler Sebastian Kurz in Bedrängnis. Seine Strategie im Umgang mit der FPÖ erreicht Grenzen. © Vladimir Simicek/Getty Images Wie glücklich ist Sebastian Kurz (links) mit seinem Vizekanzler Heinz-Christian Strache jetzt? Es hätte ein gewöhnlicher Wahlkampfauftritt für Harald Vilimsky werden sollen. An diesem Freitagnachmittag in Innsbruck wollte der FPÖ-Spitzenkandidat zur Europawahl einmal quer durch die Innenstadt schlendern, zwei Stunden lang, schließlich ist Wahlkampf.

Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann und die beiden Willkommen Österreich-Moderatoren wandeln sehr amüsant auf dem schmalen Grad dessen, was erlaubt und

"Mich interessiert Österreich sehr", sagt Jan Böhmermann in Willkommen Österreich. "Ich bin neidisch auf eure Politiker." Der deutsche Satiriker, der mit

Die gestrige Veröffentlichung der Aufnahmen führte zu einem politischen Erdbeben in Österreich: Strache bezeichnete das Video in einer Stellungnahme vom Samstag als "politisches Attentat" und bot seinen Rücktritt an. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) werde das Angebot annehmen, erklärte er weiter. In seiner Erklärung erwähnte er auch den deutschen Satiriker Jan Böhmermann - man werde untersuchen, in welchem Zusammenhang er mit dem Video stehe.

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Böhmermanns Manager äußert sich

Der Grund für die Äußerung dürfte eine Videobotschaft des Satirikers aus dem April sein. Jan Böhmermann hatte bei der Verleihung des österreichischen TV-Preises Romy Andeutungen zu dem Fall gemacht - zu einem Zeitpunkt also, als die Aufnahmen noch nicht veröffentlicht waren. Böhmermann sagte damals, er könne den Preis nicht persönlich abholen, weil er "gerade ziemlich zugekokst und Red-Bull-betankt mit ein paar FPÖ-Geschäftsfreunden in einer russischen Oligarchen-Villa auf Ibiza rumhänge." Er verhandele gerade, wie er die "Kronen Zeitung" übernehmen könne, dürfe darüber aber nicht reden. Für seinen Auftritt wurde er in österreichischen Medien damals scharf kritisiert. Ihm wurde vorgeworfen, er würdige die österreichische Regierung herab.

Kurz schließt weitere Zusammenarbeit mit Strache aus

Kurz schließt weitere Zusammenarbeit mit Strache aus Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) schließt nach dpa-Informationen eine weitere Zusammenarbeit mit dem Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache aus. Ein Rücktritt oder eine Entlassung des 49-Jährigen ist damit die logische Folge. © Foto: Georg Hochmuth/APA/Archiv Sebastian Kurz (L), Österreichs Bundeskanzler, und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) während einer Pressekonferenz. Strache hat am späten Vormittag einen Termin im Kanzleramt. Am frühen Nachmittag wird eine Pressekonferenz erwartet.

Wusste Jan Böhmermann also damals schon von den Aufnahmen? Wir werden diesen Artikel erweitern, sobald es weitere Informationen dazu gibt! Strache entschuldigte sich für sein „typisches alkoholbedingtes Machogehabe“. Das Enthüllungsvideo bezeichnete er als „gezieltes politisches

In den Hauptrollen: FPÖ - Chef Strache und eine angeblich reiche Russin. Jetzt gibt es Neuwahlen Ein Enthüllungsvideo stürzt Österreich in eine Regierungskrise. In den Hauptrollen: FPÖ - Chef Daraufhin stellt ihr Strache Vorteile in Aussicht, falls die Zeitung zugunsten der FPÖ Partei ergreife.

Wie Böhmermanns Manager Peter Burtz der Nachrichtenagentur DPA bestätigte, kannte der Satiriker das heikle Video bereits vor Wochen. Er dementierte aber, dass die Aufnahmen Böhmermann angeboten worden seien. Da sie ihm nicht angeboten worden seien, habe er sie auch nicht abgelehnt. Woher Böhmermann die Aufnahmen kannte, wisse er nicht, sagte Burtz.

Auch die Süddeutsche Zeitung (SZ) nimmt Bezug auf die Äußerungen Böhmermanns im April. "Zu diesem Zeitpunkt war die Existenz des Videos offenbar schon einer Reihe von Personen bekannt, die davon nicht von der SZ erfahren haben", heißt es in einem Artikel. "Zu diesem Personenkreis gehört nach SZ-Informationen auch Jan Böhmermann."

Böhmermann hat sich selbst noch nicht zu den Aufnahmen geäußert. Auf Twitter veröffentlichte er gestern Abend lediglich den Link zu einem Musikvideo der Vengaboys. Der Name der Single: "We're going to Ibiza".

"Bananenrepubliken von Moskaus Gnaden"

Die Kommentare in deutschen Zeitungen beschäftigen sich intensiv mit dem Ibiza-Video, der moralischen verrotteten FPÖ und den Europa- und Neuwahlen in Österreich. Eine Auswahl. Stuttgarter Zeitung "Der FPÖ-Chef offenbart ein Denk- und Handlungsmuster, wie es typisch für viele Rechtspopulisten ist in Europa und darüber hinaus. Sie geben sich als Patrioten - aber sie haben keine Skrupel, ausländisches Geld für ihre Partei anzunehmen und ihr Land an dubiose Ausländer zu verhökern, wenn es dem persönlichen Machtinteresse dient.

– Kurz will nach Strache - Enthüllungsvideo über Zusammenarbeit entscheiden. Ein heimlich gefilmtes Video, in dem Österreichs Vizekanzler und FPÖ - Chef Heinz-Christian Strache offenbar Staatsaufträge im Austausch für Wahlkampfhilfe in Aussicht stellt, setzt die Regierung in Wien schwer

Jan Böhmermann kannte das brisante Strache -Video bereits seit einigen Wochen. Das bestätigte sein Manager. Böhmermann hatte bereits im April bei der Verleihung des österreichischen TV-Preises Romy in einer Video-Botschaft Andeutungen zu dem Fall gemacht.

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Wien. Der Skandal um Äußerungen des FPÖ-Politikers Heinz-Christian Strache hat nicht nur die österreichische Regierungskoalition zu Fall gebracht, sondern auch einen Partyhit aus den 90er Jahren wieder populär gemacht. © Friso Gentsch/dpa Die niederländische Band Vengaboys bei der Retro-Show „Die 90er live“ in der Schalker Veltins-Arena (Archivbild). Das Lied „We're Going to Ibiza“ der niederländischen Eurodance-Band Vengaboys verzeichnete in den vergangenen Tagen bei den iTunes-Verkäufen in Österreich einen sprunghaften Anstieg. Auch beim Streamingdienst Spotify schoss das Lied nach oben.

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