Welt & Politik 100.000 Tote: Deutschland beklagt vierthöchste Zahl an Corona-Opfern in Westeuropa

14:00  25 november  2021
14:00  25 november  2021 Quelle:   ksta.de

Meldungen zum Coronavirus: Merkel dringt offenbar auf drastische Anti-Corona-Maßnahmen

  Meldungen zum Coronavirus: Merkel dringt offenbar auf drastische Anti-Corona-Maßnahmen Die geschäftsführende Bundeskanzlerin zeigt sich alarmiert über die Infektionslage in Deutschland. Bundesgesundheitsminister Spahn wehrt sich gegen Kritik an Biontech-Bestellgrenze.• Gesundheitsminister Spahn wehrt sich gegen die Kritik an seinem Plan, die Bestellungen von Biontech-Impfstoff zu deckeln.

100.000 Menschen sind in Deutschland in weniger als zwei Jahren im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestorben, das entspricht der Einwohnerzahl von Städten wie Cottbus, Kaiserslautern oder Siegen. Derzeit rollt die vierte Welle der Pandemie durch das Land.

In Deutschland sind inzwischen mehr als 100.000 Menschen im Zusammenhang mit Corona gestorben. © dpa In Deutschland sind inzwischen mehr als 100.000 Menschen im Zusammenhang mit Corona gestorben.

Einst erhielt Deutschland für seine effektive Pandemie-Bekämpfung international viel Anerkennung erhielt. Diese Zeiten sind vorbei. In Westeuropa haben nur Großbritannien, Italien und Frankreich mehr Tote im Zusammenhang mit dem Virus zu beklagen - allerdings bei einer deutlich kleineren Bevölkerungszahl.

Merkel dringt auf zusätzliche Corona-Maßnahmen

  Merkel dringt auf zusätzliche Corona-Maßnahmen Berlin. Angesichts der Zuspitzung der Corona-Lage in Deutschland dringt die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel auf zusätzliche Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen. Sie habe daher mit ihrem mutmaßlichen Nachfolger Olaf Scholz telefoniert. © Michael Kappeler Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (Archivbild). Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dringt weiter auf strengere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. „Wir brauchen mehr Beschränkungen von Kontakten“, sagte Merkel am Donnerstag in Berlin.

Die Corona-Lage in Großbritannien

Großbritannien hat nach bei den örtlichen Gesundheitsbehörden zusammengetragenen Zahlen europaweit die höchste Zahl an Corona-Todesfällen. Das Land erreichte bereits Ende Januar die Marke von 100.000 Toten, seitdem hat sich die Zahl auf mehr als 140.000 erhöht. Die Regierung von Boris Johnson unterschätzte das Virus in der Anfangsphase der Pandemie und verhängte als eines der letzten Länder in Europa einen Lockdown. Johnson musste als einziger europäischer Regierungschef mit Covid-19 auf der Intensivstation behandelt werden. Später machte Großbritannien mit einer schnellen Impfkampagne von sich Reden. Seit Juli gibt es im Vereinigten Königreich keine Corona-Beschränkungen mehr, jeden Tag stecken sich seither zehntausende Menschen an. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS rechnet mit einem anstrengenden Winter.

Olaf Scholz und Corona: Jetzt rächt sich sein Schweigen

  Olaf Scholz und Corona: Jetzt rächt sich sein Schweigen Die Corona-Politik hatte für Olaf Scholz lange keine Priorität. Das macht ihn nun angreifbar und es ist eine Hypothek für die künftige Ampel-Regierung. © Michael Kappeler/​dpa Olaf Scholz, noch geschäftsführender Bundesfinanzminister, im Bundestag während der Corona-Debatte Olaf Scholz hat Corona unterschätzt. Kurz vor der Bundestagswahl etwa reiste er mit einigen Journalisten durch Brandenburg und gab seine Einschätzung ab: "Lästig" sei das Virus, keine Frage. Masken und Hygieneregeln werden auch in diesem Winter noch eine Rolle spielen, sagte der SPD-Kanzlerkandidat voraus.

Italien wurde mit voller Wucht getroffen

An zweiter Stelle bei der Zahl der Corona-Toten steht Italien, das Anfang 2020 das erste europäische Land war, das mit voller Wucht von der Pandemie getroffen wurde. Anfang März 2021 zählte das Gesundheitsministerium in Rom insgesamt mehr als 100.000 Pandemieopfer. Unvergessen sind die dramatischen Bilder aus Bergamo, wo die Armee auf Lastwagen Särge zu den überfüllten Krematorien schaffte. Mittlerweile gab es mehr als 132.000 Tote in Italien - obwohl die Corona-Beschränkungen oft deutlich strenger waren als in Deutschland.

So sind Italiens Ärzte und anderes medizinisches Personal bereits seit Mai zur Impfung verpflichtet. Und seit Oktober müssen alle Arbeitnehmer mit dem sogenannten grünen Pass ihren 3G-Status am Arbeitsplatz nachweisen. Gegen die Einschränkungen gab es heftige Proteste. Die Impfquote ist hoch: Mehr als 84 Prozent der Einwohner über zwölf Jahren sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Pandemie: Tag der Entscheidung: Wie Ampel, Bund und Länder die Corona-Politik neu ausrichten wollen

  Pandemie: Tag der Entscheidung: Wie Ampel, Bund und Länder die Corona-Politik neu ausrichten wollen Am Donnerstag entscheidet sich, wie Deutschland durch den Coronawinter kommt. Die Politik plant neue Maßnahmen, von 3G am Arbeitsplatz bis hin zu harten Strafen. Ob das reicht? © dpa Der neue NRW-Ministerpräsident hat den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz inne. Den Ampelfraktionen genügte eine unglamouröse Zoom-Konferenz, um ihren Masterplan gegen die vierte Welle der Öffentlichkeit vorzustellen. 3G am Arbeitsplatz und in Bussen und Bahnen – „das sind Dinge, die jetzt wichtig sind“, sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP, Christine Aschenberg-Dugnus am Mittwochmorgen.

Frankreich kann Impfquote steigern

Ähnlich wie in Italien war auch in Frankreich der Widerstand gegen die strengen Corona-Regeln groß. Das Land erreichte die Schwelle von 100.000 Toten im Zusammenhang mit dem Virus Mitte April, seither stieg die Zahl auf knapp 120.000 Todesfälle. Frankreich galt zunächst als eines der Länder mit den meisten Impfgegnern. Dies hat sich grundsätzlich gewandelt. In einer vielbeachteten Brandrede im Juli hatte Präsident Emmanuel Macron eine deutliche Verschärfung der Maßnahmen angekündigt.

Seit August gilt im öffentlichen Leben die 3G-Regel, für das Gesundheits- und Pflegepersonal gibt es seit September eine Impfpflicht. Die Anstrengungen zeigen Erfolg: In Frankreich liegt der Anteil der vollständig Geimpften an der Gesamtbevölkerung mittlerweile bei 75 Prozent. In Deutschland sind es lediglich 68 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahren. (afp)

Corona in Deutschland: Das sind die neuen Maßnahmen der Bund-Länder-Runde .
Zuletzt hatte es Mitte Oktober eine Ministerpräsidentenkonferenz gegeben – seither hat sich die Coronalage im Land dramatisch verschlechtert. Nun haben Bund und Länder neue Verschärfungen beschlossen. Der Überblick. © Arne Dedert / dpa Deutschland verzeichnet Tag für Tag neue Negativrekorde bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen, immer mehr Landkreise melden Knappheit bei den Intensivbetten. Angesichts der dramatischen Lage hat sich die Ministerpräsidentenkonferenz auf neue gemeinsame Maßnahmen im Kampf gegen Corona geeinigt.

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