Welt & Politik Karl Lauterbach: Beliebt, kompetent, umstritten

00:36  04 dezember  2021
00:36  04 dezember  2021 Quelle:   zeit.de

Lauterbach reagiert auf Kimmich-Infektion

  Lauterbach reagiert auf Kimmich-Infektion Die Corona-Infektion von Joshua Kimmich ist der nächste Paukenschlag beim FC Bayern. Nun äußert sich auch SPD-Politiker Karl Lauterbach zur Angelegenheit. © Bereitgestellt von sport1.de Lauterbach reagiert auf Kimmich-Infektion Es war der nächste Paukenschlag beim FC Bayern: Joshua Kimmich ist mit dem Corona-Virus infiziert. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)Der deutsche Nationalspieler muss nach dem Wirbel um seine Person in den letzten Wochen, inklusive verpasster Länder- und Bundesligaspiele aufgrund von Quarantäne-Maßnahmen, den nächsten Rückschlag hinnehmen.

Karl Lauterbach ist der populärste Gesundheitspolitiker des Landes. Doch wird er deswegen Gesundheitsminister? Aus SPD-Sicht spielen da auch andere Dinge eine Rolle.

Karl Lauterbach ist als Gesundheitspolitiker sehr bekannt geworden. Doch nicht alle trauen ihm das Amt des Gesundheitsministers zu. © Christoph Hardt/​imago images Karl Lauterbach ist als Gesundheitspolitiker sehr bekannt geworden. Doch nicht alle trauen ihm das Amt des Gesundheitsministers zu.

Würde man die Bevölkerung abstimmen lassen, stünde die Besetzung des Gesundheitsministeriums wohl schon fest. 59 Prozent der Deutschen wünschen sich den SPD-Politiker Karl Lauterbach in dieses Amt, ergab unlängst eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey. Auch beim ARD-Polittalk Hart aber Fair am Montag gab es eine große, parteiübergreifende Einigkeit: Katrin Göring-Eckardt (Grüne), Bettina Stark-Watzinger (FDP) und Norbert Röttgen (CDU) bekannten unisono, sie hielten Lauterbach als Gesundheitsminister für sehr geeignet. "Da geht es um Kompetenz, um Glaubwürdigkeit, um Vertrauen", sagt zum Beispiel Röttgen. "Alles das hat er." 

„Peinlich, ganz ehrlich“: Lauterbach weist Wagenknecht wegen Corona-Aussagen zurecht

  „Peinlich, ganz ehrlich“: Lauterbach weist Wagenknecht wegen Corona-Aussagen zurecht Auf Twitter antwortete der SPD-Gesundheitspolitiker der früheren Linken-Chefin.Die Linken-Politikerin teilte ein Interview der „Welt“ mit dem Virologen Alexander Kekulé, der von „vorsichtigen Ungeimpften“ gesprochen haben soll, die angeblich weniger gefährlich seien in der Pandemie als geimpfte Personen, die unvorsichtig sein.

Die Pandemie hat den Karl zu einem Großen gemacht in der Partei und in der Öffentlichkeit. Zwar war der Name Lauterbach auch schon vor Corona vielen ein Begriff, bei der breiten Masse aber war er vor allem der schlaksige Mann mit der Brille und der Fliege (die er auf Anraten seiner Tochter nicht mehr trägt), der manchmal die Silben verschnuschelt, aber immer sehr gehaltvolle Dinge sagt. Eben mehr Wissenschaftler als Politiker.

Jetzt aber kennt ihn jeder. Den Lauterbach, der unermüdlich und nächtelang Studien verschlingt und seine Erkenntnisse über Twitter oder in Talkshows der Bevölkerung mitteilt. Aufklärung in Echtzeit. "Ich kann Studien ganz gut interpretieren und eine Perspektive einbringen, die man gut brauchen kann", sagt Lauterbach. "Ich dachte, ich kann damit vielleicht eine Lücke schließen."

Lauterbach hält volle Stadien aktuell für «nicht akzeptabel»

  Lauterbach hält volle Stadien aktuell für «nicht akzeptabel» Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich angesichts der dramatischen Corona-Lage in Deutschland gegen Fußball-Spiele in vollen Stadion ausgesprochen. «Ich finde es hochproblematisch, was wir beim Fußball sehen», sagte er der «Bild am Sonntag». «Die Menschen infizieren sich nicht im Stadion, aber die Anreise und die Feiern nach dem Spiel sind die Infektionsherde. Daher sind Spiele im vollen Stadion aktuell nicht akzeptabel.» Am Samstag«Ich finde es hochproblematisch, was wir beim Fußball sehen», sagte er der «Bild am Sonntag». «Die Menschen infizieren sich nicht im Stadion, aber die Anreise und die Feiern nach dem Spiel sind die Infektionsherde. Daher sind Spiele im vollen Stadion aktuell nicht akzeptabel.

In der SPD sieht man die Dinge anders

SPD-Lauterbach und das Gesundheitsministerium, das gehört doch zusammen, sollte man denken. Doch dass es am Ende so kommt, ist alles andere als sicher. Denn ausgerechnet in der SPD hat man eine etwas andere Sicht auf die Dinge. Dass nun auch CDU und sogar CSU in die Lauterbachfangesänge mit einstimmen, sei "lächerlich und wohlfeil", ist dort zu hören. Das sei nichts weiter als der Versuch, in dieser heiklen Frage einen Keil in die Partei zu treiben.

In den Führungsetagen der SPD, das weiß freilich auch die Union, gibt es längst eine gängige Meinung über Lauterbach: Er hat unbestritten eine hohe Expertise, wohl kein Politiker kennt sich mit den wissenschaftlichen Details zu Corona besser aus als der Mediziner mit dem Harvard-Abschluss in Epidemiologie. Aber um einen riesigen Beamtenapparat zu führen, Ränke in den Fachabteilungen zu schlichten, braucht es mehr. "Die Frage ist doch auch, ob er da glücklich werden kann", sagt ein prominenter Sozialdemokrat aus NRW. "Ich habe menschlich die Sorge, dass der Karl zerrieben würde."

Schaustellerpräsident Ritter: Weihnachtsmärkte: „Dass die Politiker immer wieder freihändig entscheiden, ist für uns unerträglich“

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Einer der führenden Viruserklärer der Nation zu sein, hat auch eine Kehrseite: Lauterbach auf allen Kanälen, sogar fachfremd als Comedy-Lehrling, der regelmäßig in der heute-show zu Gast ist, das finden nicht alle in der Partei lustig. Es passt aus ihrer  Sicht nicht zu einem möglichen künftigen Minister. Und noch ein anderes Problem gibt es: "In der Pandemie fährt Lauterbach eine sehr klare Linie. Er hat nur Freunde oder Feinde, eine Grauzone gibt es bei ihm nicht", sagt ein hochrangiger SPD-Politiker. Keine Frage: Lauterbach polarisiert. Und seine Feinde machen ihm schwer zu schaffen. Seit vielen Monaten muss er hart einstecken. Dutzende Drohbriefe, Mails und Nachrichten hat Lauterbach nach eigener Aussage bekommen. In der Kölner Innenstadt haben Unbekannte seinen Wagen mit Farbe übergossen. Seine Wohnung hat er speziell gesichert. Ohne Personenschützer der Polizei kann er nicht vor die Tür. Die Strafanzeigen hätten inzwischen ein "nennenswertes Volumen", sagt Lauterbach.

Er diskutiert jede Frage zu Ende


Video: AfD-Chatgruppe: Markus Bayerbach soll abberufen werden (SAT.1)

Corona in Köln: Karl Lauterbach plädiert für Fußballspiele ohne Auswärtsfans

  Corona in Köln: Karl Lauterbach plädiert für Fußballspiele ohne Auswärtsfans Für den Gesundheitsexperten sind Karneval und Fußball Teil eines Fiaskos.Es seien die falsche Signale gesetzt worden: „Fußball in vollen Stadien, Weihnachtsmärkte werden betrieben. Dazu werden in den Innenstädten die geltenden Regeln kaum kontrolliert“, sagt Lauterbach gegenüber dem Express. Zusammen sorge das für hohe Fallzahlen. Er fordert weitere Maßnahmen der Stadt Köln.

Lauterbach lässt sich durch so etwas nicht ängstigen. Er ist nicht nur ein akademischer Gesundheitsfachmann, er ist auch durchdrungen von der Notwendigkeit politischer Basisarbeit. Das ließ sich auch im Wahlkampf beobachten.

Mit Jeans und Jackett lehnt er an einem Septembertag lässig an einem Stehtisch auf dem Wiener Platz in Köln, der zu seinem Wahlkreis gehört. Dahinter reihen sich mehrere Menschen in einer Schlange. Lauterbach hat Sprechstunde, "für Ihre Gesundheit in den Bundestag", lautet der Slogan auf den ausliegenden Prospekten. Geduldig geht der Professor auf alle Fragen ein: Wann ist die Pandemie zu Ende? Welcher Impfstoff ist der beste? Eine Frau redet über ihre schmale Rente und will wissen, warum darauf eigentlich auch noch mal Steuern entfallen. "Ist das gerecht?"

Eine Obdachlose mit Hund an der Leine will wissen, wo eigentlich auf dem Platz die versprochene öffentliche Toilette bleibe. Auch darauf hat Lauterbach eine Antwort. Er habe doch mit dem Besitzer des Cafés hier geredet, der dann auch für die Obdachlosen seine Örtlichkeit geöffnet habe. Stundenlang harrt Lauterbach aus, diskutiert jede Frage bis zum Ende, unterbricht nicht, schickt niemanden weg, ist niemals unhöflich, bleibt immer ruhig. "Das nehme ich mal mit", sagt er, wenn sein Gegenüber sich ausgesprochen hat. Seit 2005 hat er den Wahlkreis Mülheim/Leverkusen als Direktkandidat durchgängig gewonnen.

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  Corona-Maßnahmen: Impfpflicht, Gastro-Schließung, Veranstaltungsverbot: Diese Regeln will die Ampelkoalition noch diese Woche beschließen Im Eilverfahren wollen SPD, Grüne und FDP die Bund-Länder-Beschlüsse per Gesetz umsetzen. Kritik kommt aus der Union, der es nicht schnell genug geht. © dpa Mit schärferen Maßnahmen will die künftige Ampelkoalition die Pandemie bekämpfen. Angesichts der sich zuspitzenden Coronalage wollen die Ampelparteien noch in dieser Woche neue Maßnahmen per Gesetz auf den Weg bringen. Das geht aus einem dem Handelsblatt vorliegenden Entwurf vor, der die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz aus der vergangenen Woche aufgreift.

In diesem Jahr ist er gegen Serap Güler von der CDU angetreten – und hat sie deutlich geschlagen. Es war neben Annalena Baerbock gegen Olaf Scholz eines der spannenden Direktduelle im diesjährigen Bundestagswahlkampf. Während Güler aufgrund des komfortablen Listenplatzes nicht um das Bundestagsmandat bangen musste, stand für Lauterbach die politische Karriere auf dem Spiel. Sein Landesverband hatte ihn weit hinten auf Platz 23 gesetzt. Damit wäre er leer ausgegangen. Deutlicher hätte die SPD ihre mangelnde Wertschätzung nicht ausdrücken können.

Güler, ehemals NRW-Staatssekretärin für Integration, ist ein politisches Ziehkind von Armin Laschet, der ihr im Falle eines Wahlsiegs sicher einen guten Posten angedient hätte. Vielleicht bekommt sie den jetzt doch noch. Der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun, der überraschend als CDU-Vorsitzender kandidieren wird, würde die Kölnerin gern zur Generalsekretärin machen. Wie das dann aussehen könnte, zeigte sie am vergangenen Wochenende. In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen stellte sie Lauterbachs Eignung zum Gesundheitsminister infrage. "So ein Amt auszuüben, ist ja schon etwas anderes, als Dauer-Talkshow-Gast zu sein", spottete Güler. Zwei Jahre habe er sich nun als "oberster Bedenkenträger inszeniert" und schließlich doch dem Ende der epidemischen Lage zugestimmt. Glaubwürdig sei das nicht.

Viele Begegnungen zwischen Güler und ihm habe es während der Wahlkampftage nicht gegeben, sagt Lauterbach. Auch weil sie im Gegensatz zu ihm nicht sieben Tage die Woche auf den zentralen Plätzen des Wahlkreises stand, behauptet er. Er sei der Einzige, der im Kölner Stadtteil Mülheim überhaupt noch ein Wahlkreisbüro unterhalte. Auch diese Seite gibt es an Karl Lauterbach: Er kann sehr eingenommen sein von sich. Spricht gern über seine politischen Erfolge, welche Ideen zu einer Verbesserung des Gesundheitssystems er schon eingebracht hat. Dass die Politik nicht alles und er noch immer Gastdozent an der Harvard-Uni in Boston ist. Er sei weder Mitläufer noch Opportunist, sagt er. Offenbar eher ein bescheidener Revoluzzer. "Mich zeichnet nichts aus, auch nicht, dass ich manchmal versuche, auch gegen den Widerstand der Partei Dinge durchzusetzen." Vielleicht ist es ja auch das, was manche Genossinnen und Genossen stört.

Meinung: Die EU weicht der Diskussion über eine Corona-Impfpflicht aus

  Meinung: Die EU weicht der Diskussion über eine Corona-Impfpflicht aus Von einheitlichem Vorgehen gegen die Pandemie ist die EU weit entfernt. Die Impfquote ist zu niedrig. Auf den neuen deutschen Gesundheitsminister Karl Lauterbach wartet viel Arbeit, meint Bernd Riegert. © Frank Hoermann/SVEN SIMON/picture alliance Provided by Deutsche Welle Obwohl die EU-Kommission und die Europäische Seuchenbehörde (ECDC) allen Mitgliedsstaaten bescheinigen, dass die epidemische Lage sehr ernst ist und sich in den nächsten Wochen eher noch zuspitzen wird, legen die Gesundheitsminister der EU die Hände in den Schoß.

Endlich Einfluss nehmen

Vor zwei Jahren noch hat sich Lauterbach sogar Hoffnungen auf den SPD-Vorsitz gemacht. Im Gespann mit Nina Scheer reiste er durch die Republik, zu 23 Regionalkonferenzen, um beim politischen Speed-Dating Genossinnen und Genossen zu überzeugen. Das Duo allerdings erwies sich nicht als mehrheitsfähig. "Schmuddelkinder" nannten sie sich später selbst. Sie forderten den sofortigen Austritt aus der großen Koalition. Ein Regierungsbruch, das war vielen in der SPD zu radikal. Zu allem Überfluss grätschte ihm auf dem linken Flügel auch noch der damalige Juso-Heroe Kevin Kühnert dazwischen. Zwar trat er nicht selbst an, brachte dafür aber das Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans in Stellung. Kühnerts Plan ging bekanntlich auf, Lauterbach scheiterte. 14,63 Prozent, vierter Platz.

Das Gesundheitsministerium wäre nun die Chance, abseits der Lanz-Bestuhlung im ZDF doch noch an bedeutender Stelle politisch Einfluss zu nehmen. Wirklich realistisch ist sie weiterhin nicht. Auch wenn Lauterbach in NRW einen einflussreichen Fürsprecher hat. Thomas Kutschaty, Landesvorsitzender, Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag und Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, ist Lauterbach dem Vernehmen nach eng verbunden. Er halte ihn nicht nur inhaltlich für fähig, sondern auch für ministrabel. Auch zu hören aber ist, dass sich der mitgliederstärkste Landesverband mit Forderungen derzeit eher zurückhält, um den ersten Ampel-Kanzler Olaf Scholz nicht allzu sehr unter Druck zu setzen. Die Prioritäten seien längst nach Berlin gekabelt worden, sagt ein SPD-Politiker. Ein Ministeramt steht den NRW-Genossen nach den Regeln des Regionalproporzes noch zu und das wird wohl Svenja Schulze bekommen. Die bisherige Umweltministerin soll als künftige Bundesbauministerin in Berlin auch NRW-Interessen wahren.            

Bundestag beschließt begrenzte Impfpflicht

  Bundestag beschließt begrenzte Impfpflicht Der Deutsche Bundestag hat einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes zugestimmt. Es schreibt künftig auch eine Impfpflicht für das Personal von Krankenhäusern und Altenheimen vor. © Jens Krick/Flashpic/picture alliance Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der Deutsche Bundestag eine erste begrenzte Impfpflicht beschlossen.

Dass die von Olaf Scholz versprochene Geschlechterparität im Kabinett zugunsten Lauterbachs gekippt werden könnte, gilt als ausgeschlossen. Das hat der künftige Kanzler mehrfach deutlich betont. Es würde von der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) auch nicht toleriert. "Lauterbach ist ein wunderbarer Kollege und wäre auch ein geeigneter Gesundheitsminister", sagt ASF-Vorsitzende und EU-Abgeordnete Maria Noichl, "aber dann müsste ein anderer Mann aus der SPD auf seinen Kabinettsposten verzichten. Die Quote ist nicht verhandelbar." Als mögliche weibliche Besetzungen für das Gesundheitsministerium wird derzeit die frühere SPD-Vorsitzende Andrea Nahles gehandelt, die in die Politik zurückkehren könnte. Sie könnte allerdings auch ihr altes Amt als Arbeitsministerin wieder aufnehmen, das sie schon zwischen 2013 und 2017 innehatte. Gesundheitsministerin könnte dann die bayerische Ärztin und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, werden, die zuletzt die Corona-Politik der Ampel-Fraktionen mitverhandelt hat. 

Guten Draht zu Scholz

Lauterbach will zu alldem gar nichts mehr sagen. Nicht einmal, dass er es schmeichelhaft findet, wenn Kolleginnen und Kollegen ihn öffentlich loben und die Menschen sagen: Der Lauterbach soll es machen. Er sagt nur: "Ich habe einen guten und direkten Draht zu Olaf Scholz." Und: Auch andere könnten sicher gute Gesundheitsminister sein.

Aus seinem Umfeld ist zu hören, dass er vielleicht auch ganz gerne das Forschungsministerium übernommen hätte. Die Amtsführung von CDU-Politikerin Anja Karliczek sei ihm übel aufgestoßen, heißt es. Gerade bei den Universitäten habe sie viel Vertrauen verspielt. Aber auch dieses Ressort wird Lauterbach nicht vergönnt sein. Es liegt künftig in den Händen der FDP.

An diesem Samstag werden die Sozialdemokraten nun erst mal über den Koalitionsvertrag abstimmen. Die Besetzung der Regierungsämter – so jedenfalls der Plan – soll erst danach verkündet werden. Dann wird man auch erfahren, ob es reicht, der bekannteste Gesundheitspolitiker des Landes zu sein, um Gesundheitsminister zu werden. Die Chancen stehen eher schlecht.

Bundestag beschließt begrenzte Impfpflicht .
Der Deutsche Bundestag hat einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes zugestimmt. Es schreibt künftig auch eine Impfpflicht für das Personal von Krankenhäusern und Altenheimen vor. © Jens Krick/Flashpic/picture alliance Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat der Deutsche Bundestag eine erste begrenzte Impfpflicht beschlossen.

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