Welt & Politik: Trump beordert im China-Handelsstreit US-Firmen nach Hause - PressFrom - Deutschland

Welt & PolitikTrump beordert im China-Handelsstreit US-Firmen nach Hause

22:30  23 august  2019
22:30  23 august  2019 Quelle:   reuters.com

Trumps Lösung für die Proteste: "Persönliches Treffen?"

Trumps Lösung für die Proteste: Der US-Präsident mischt sich in die Proteste in Hongkong ein. Er glaubt, dass der chinesische Präsident die Situation "human" lösen kann. Er knüpft das an Gespräche im Handelsstreit.

Trump beordert im China-Handelsstreit US-Firmen nach Hause © Reuters/KEVIN LAMARQUE U.S. President Trump presents Presidential Medal of Freedom to Bob Cousy at the White House in Washington

- von David Shepardson und Andrea Shalal

Washington/Peking (Reuters) - Im Handelsstreit mit China hat US-Präsident Donald Trump amerikanischen Konzernen die Rückkehr nach Hause befohlen.

"Wir brauchen China nicht und offen gesagt würde es uns ohne sie sehr viel bessergehen", schrieb er am Freitag auf Twitter https://twitter.com/realDonaldTrump/status/1164914959131848705. "Unseren großartigen amerikanischen Unternehmen wird hiermit befohlen, sofort nach einer Alternative zu China zu suchen." An die US-Unternehmen gerichtet erklärte Trump, sie sollten "Ihre Firmen nach Hause holen und Ihre Produkte in den USA herstellen". Die Regierung in Peking hatte zuvor neue Zölle angekündigt. Trump kündigte an, darauf noch im Laufe des Tages zu antworten. Die Finanzmärkte reagierten mit Verlusten auf Trumps Äußerungen.

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Dem Sender CNBC zufolge traf Trump sich nach den China-Tweets mit seinen Wirtschaftsberatern. Zunächst wurden keine Einzelheiten bekannt, wie Trump den Befehl zum Abzug aus China durchsetzen will. Der Präsident kann amerikanische Unternehmen nicht dazu zwingen, China zu verlassen. Experten nannten als mögliche Schritte Änderungen an den Steuervorschriften oder Sanktionen. Allerdings würde es Jahre dauern, die größten Volkswirtschaften zu entflechten. Zu vielen chinesischen Produkten gibt es in den USA kaum Alternativen. Eine Verlagerung der Fertigung wichtiger Erzeugnisse könnte Jahre dauern und würde teuer werden. Die US-Handelskammer erteilte Trumps Rückzugsforderung eine klare Absage.

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"EIN MINI-KOLLER"

An der Wall Street drehte der S&P 500 ins Minus und lag im Verlauf 1,7 Prozent tiefer. Die Renditen der US-Staatsanleihen gaben ebenfalls nach, der Dollar büßte im Vergleich zu anderen Währungen an Wert. Auch der DAX rutschte ab. "Er scheint wütend zu sein, dass China auf das Vorgehen der USA reagiert hat, und hat im Prinzip einen Mini-Koller und ist auf alle wütend", erklärt David Katz, Investment-Manager bei Matrix Asset Advisors. "Es ist irrsinnig", erklärte Ken Polcari von Butcher Joseph Asset Management. "An einem Tag sagt er dir, alles läuft prima mit China, und heute sagt er, alle raus aus China."

"WER IST DER GRÖßERE FEIND?"

Trump hatte unmittelbar vor den China-Tweets erneut die Politik der US-Notenbank Fed angegriffen. Nach einer mit Spannung erwarteten Rede von Jerome Powell schrieb er unter Anspielung auf den Fed-Chef und Chinas Präsident Xi Jinping: "Meine einzige Frage lautet, wer ist unser größerer Feind, Jay Powel (sic) oder der Vorsitzende Xi?"

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Das Handelsministerium in Peking hatte angekündigt, neue Zölle in Höhe von bis zu zehn Prozent auf US-Waren im Wert von etwa 75 Milliarden Dollar zu erheben. Einige sollen ab dem 1. September gelten, andere ab dem 15. Dezember. Betroffen sind gut 5000 US-Produkte wie Autos, Autoteile, Agrarprodukte, kleine Flugzeuge und Öl. Insbesondere sollen ab Anfang September neue Abgaben in Höhe von zehn Prozent auf Rind- und Schweinefleisch erhoben werden. Dann soll auch die Einfuhr von Sojabohnen um fünf Prozent teurer werden. US-Landwirte gehören zu Trumps wichtigsten Unterstützern. In den USA finden im kommenden Jahr Präsidentschafts- und Kongresswahlen statt.

Die beiden größten Wirtschaftsmächte der Welt überziehen sich seit Monaten mit Zöllen und Gegenzöllen. Zuletzt hatte Trump Anfang August den Konflikt trotz neuer Gespräche verschärft und angekündigt, auf Importe aus China im Volumen von 300 Milliarden Dollar Sonderzölle zu erheben. Die Einführung der neuen Abgaben verschob er allerdings. Sie sollten eigentlich ab September greifen.

Merkel geht auf China zu

Merkel geht auf China zu Die Bundeskanzlerin plant nach dem G-7-Gipfel eine Reise nach Peking und ein Gipfeltreffen der Europäer mit China. US-Präsident Trump dürfte das gar nicht gefallen. Bundeskanzlerin Angela Merkel will trotz der jüngsten Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China mit beiden Seiten im Gespräch bleiben. Vor ihrer Abreise zum Treffen der G-7-Staaten im französischen Biarritz forderte sie in einem Videopodcast, "frei und offen über die Themen zu sprechen, die gelöst werden müssen".

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USA und China bemühen sich um verbale Abrüstung.
Nach der jüngsten Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China hat US-Präsident Donald Trump wieder Hoffnung auf ein versöhnliches Ende des Konflikts. © Foto: Christian Hartmann/POOL Reuters US-Präsident Donald Trump beim G7-Gipfel. «Ich glaube, wir werden einen Deal mit China machen», sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz zum Abschluss des G7-Gipfels im französischen Biarritz. Er werde einem Handelsabkommen mit China aber nur zustimmen, wenn es sich um eine faire Vereinbarung handele, die gut für die Vereinigten Staaten sei. Er glaube, dass das zu erreichen sei.

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