Welt & PolitikSonst wenig Annäherung : G7-Gipfel einigt sich auf Hilfe für Amazonas-Brandgebiete

18:00  25 august  2019
18:00  25 august  2019 Quelle:   berliner-zeitung.de

Verheerende Brände im Amazonas-Regenwald – Forscher schlagen Alarm

Verheerende Brände im Amazonas-Regenwald – Forscher schlagen Alarm Berlin/São Paulo. Inmitten ungebremster Abholzung wird der Amazonas-Regenwald zusätzlich durch verheerende Waldbrände zerstört. Nach Angaben des brasilianischen Weltrauminstitutes Inpe ist die Zahl der Brände in diesem Jahr um 82 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. © RAPHAEL ALVES Eine gerodete Fläche mitten im Amazonas-Regenwald. Zeitschrift „Exame“ am Dienstag. Demnach wurden von Anfang Januar bis Mitte August diesen Jahres fast 71.500 Feuer im Regenwald registriert.

Sonst wenig Annäherung : G7-Gipfel einigt sich auf Hilfe für Amazonas-Brandgebiete © dpa Die sieben führenden westlichen Industriestaaten wollen bei der Bekämpfung der Waldbrände im Amazonasgebiet helfen.

Ungeachtet anhaltender Spannungen in wichtigen politischen Fragen haben sich die G7-Staaten bei ihrem Gipfel in Biarritz auf einen gemeinsamen Gegner einigen können: die Feuer im Amazonasgebiet. Die sieben westlichen Industriestaaten seien überein gekommen, den betroffenen Staaten „so schnell wie möglich“ Unterstützung zukommen zu lassen, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Sonntag.

Kaum Einigkeit bei anderen Themen

Bei anderen Themen demonstrierte die Gruppe Uneinigkeit - etwa in der Iran-Politik. Macron sprach von einem „internationalen Mobilisierungsmechanismus“, über den finanzielle und technische Hilfe an die Staaten im Amazonasbecken fließen solle. Die G7-Länder stünden „mit allen Ländern des Amazonasgebiets“ in Kontakt, dabei gehe es um die Details der Unterstützung, sagte er.

Überaus riskante Einladung

Überaus riskante Einladung Unerwartet fliegt Irans Außenminister Sarif zum G7-Gipfel nach Biarritz - auf Einladung Frankreichs. Präsident Macron will eine Lösung im Atomkonflikt finden. US-Präsident Trump soll nicht informiert gewesen sein.

Weitere Top-News auf MSN:

Überraschung beim G7-Gipfel: Irans Außenminister Sarif in Biarritz

"Gibt kaum Antworten": Merz wirft Maaßen destruktives Verhalten vor

Konjunktur: Donald Trump wird sich selbst gefährlich

In der ökologisch wichtigen Region lodern derzeit tausende Waldbrände, vor allem Brasilien ist betroffen. Um die verheerenden Brände hatte es in den vergangenen Tagen diplomatische Rangeleien gegeben. Brasiliens rechter Präsident Jair Bolsonaro hatte empört auf Macrons Ankündigung reagiert, die Katastrophe auf dem G7-Gipfel zu thematisieren. Brasilien selbst ist dort nicht präsent, Bolsonaro warf Macron deswegen eine „kolonialistische Mentalität“ vor. In Biarritz betonte Macron, dass die „nationale Souveränität“ der betroffenen Länder gewahrt bleiben solle. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte im Kreise der Gipfelteilnehmer an, Bolsonaro in der neuen Woche anrufen zu wollen, um ihm zu verdeutlichen, „dass wir nicht gegen ihn arbeiten“. Dies geht aus einer über Twitter verbreiteten Aufnahme des Videodienstes Bloomberg Tic Toc hervor.

Truppeneinsatz gegen „Umweltdelikte“: Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen

Truppeneinsatz gegen „Umweltdelikte“: Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen Der internationale Druck zeigt offenbar Wirkung: Brasiliens Präsident entsendet Löschflugzeuge und mehr als 40.000 Soldaten, um die Waldbrände zu bekämpfen. © Foto: Brazil Ministry Of Defense/AP/dpa Ein vom brasilianischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestelltes Foto zeigt ein C-130 Flugzeug, das bei den Bränden im Amazonasgebiet im Einsatz ist Unter internationalem Druck hat der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro den Einsatz der Armee gegen die verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet angeordnet.

Russland weiterhin ausgeschlossen

Das Vorgehen gegen die Brände am Amazonas war nach europäischen Diplomatenangaben eines der wenigen Themen, bei denen sich die G7-Chefs zum Auftakt des Gipfels einig waren. Bei dem gemeinsamen Abendessen am Samstagabend habe es „angespannte, nicht einfache Beratungen“ gegeben, sagte ein Diplomat. Gegen den Wunsch von US-Präsident Donald Trump beschlossen die Gipfelteilnehmer, Russland zunächst nicht in ihren Kreis zurückkehren zu lassen. Dafür sei es noch „zu früh“, hieß es in diplomatischen Kreisen. Russland war 2014 nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim aus der Gruppe ausgeschlossen worden. Die G8 wurde daraufhin wieder zur G7. Trump hatte sich wiederholt für die Wiederaufnahme Russlands ausgesprochen.

Gegensätze in der Iran-Politik

In der Iran-Politik traten die Gegensätze in Biarritz offen zutage. Trump widersprach am Sonntag der Darstellung von Macron, wonach sich die Gipfelteilnehmer auf eine gemeinsame Botschaft der G7 an den Iran unter französischer Vermittlung geeinigt hätten. „Darüber habe ich nicht gesprochen“, sagte Trump. Macron stellte daraufhin klar, dass der Gipfel ihm „kein formelles Mandat“ für eine Vermittlung erteilt habe.

Riesige Brände zerstören Brasiliens grüne Lunge

Riesige Brände zerstören Brasiliens grüne Lunge Riesige Brände zerstören Brasiliens grüne Lunge

Meinungsunterschiede bei Handelspolitik

Auch in der Handelspolitik demonstrierten die G7-Staaten anhaltende Meinungsunterschiede. Vor Beginn des Gipfels am Samstag warnten mehrere europäische Teilnehmer den US-Präsidenten davor, die Weltwirtschaft durch eine weitere Eskalation im Handelskonflikt zu beschädigen. Eine konfrontative Handelspolitik sei „schädlich für die ganze Welt“, sagte Gastgeber Macron. Trump hatte Frankreich kurz vor seiner Ankunft mit Strafzöllen auf Wein gedroht, falls das Land weiter eine Digitalsteuer auf US-Internetkonzerne wie Google und Apple erhebt. Trump blieb in Biarritz bei seiner harten Haltung. Das einzige, was der Präsident bedaure, sei, dass er die Strafzölle auf chinesische waren „nicht noch höher“ angesetzt habe„, sagte Trumps Sprecherin.

Japan und USA „grundsätzlich“ einig bei Handelsabkommen

Die USA und Japan haben sich „grundsätzlich“ auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Das teilte US-Präsident Donald Trump am Sonntag nach einem Gespräch mit Japans Regierungschef Shinzo Abe am Rande des G7-Gipfels im südfranzösischen Biarritz mit. Beide Seiten verhandeln seit Monaten über ein solches Abkommen, bei dem es unter anderem um japanische Zölle af US-Agrarprodukte gehen soll. (afp)

In Afrika gibt es mehr Feuer als im Amazonas - Sollten wir uns Sorgen machen?

In Afrika gibt es mehr Feuer als im Amazonas - Sollten wir uns Sorgen machen? Alle Welt schaut auf den Amazonas, wo die Feuer immer noch unerbittlich brennen. Doch Satellitenbilder zeigen noch mehr Grund zu Besorgnis: Auf der anderen Seite des Atlantiks stehen dem Anschein nach mehrere afrikanische Länder in Flammen. Nach Angaben von Global Forest Watch gab es bisher im August in der Demokratischen Republik Kongo mehr Brandmeldungen als in Brasilien, wo sieben Staaten um Verstärkung zur Brandbekämpfung gebeten haben. Direkt hinter dem südamerikanischen Land liegen Angola, Sambia und Mosambik - und übertreffen damit die Anzahl der Feuer in Bolivien.

Mehr auf MSN

Weiterlesen

Amazon Fires: Was passiert wirklich und wie können Sie helfen? .
© Getty In den letzten Tagen haben alarmierende Fotos über Social Media verbreitet und zeigen den Amazonas-Regenwald - den größten der Welt - in Flammen. Die leuchtend orangefarbenen Flammen und dunklen Rauchwolken, von denen einige glauben, dass sie die etwa 2.000 Meilen entfernte Stadt São Paulo erreicht haben, geben zweifellos Anlass zur Sorge.

—   Teilen Sie Neuigkeiten in der SOC. Netzwerke
usr: 4
Das ist interessant!