Welt & Politik: Truppeneinsatz gegen „Umweltdelikte“: Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen - - PressFrom - Deutschland

Welt & PolitikTruppeneinsatz gegen „Umweltdelikte“: Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen

05:20  26 august  2019
05:20  26 august  2019 Quelle:   tagesspiegel.de

Verheerende Brände im Amazonas-Regenwald – Forscher schlagen Alarm

Verheerende Brände im Amazonas-Regenwald – Forscher schlagen Alarm Berlin/São Paulo. Inmitten ungebremster Abholzung wird der Amazonas-Regenwald zusätzlich durch verheerende Waldbrände zerstört. Nach Angaben des brasilianischen Weltrauminstitutes Inpe ist die Zahl der Brände in diesem Jahr um 82 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. © RAPHAEL ALVES Eine gerodete Fläche mitten im Amazonas-Regenwald. Zeitschrift „Exame“ am Dienstag. Demnach wurden von Anfang Januar bis Mitte August diesen Jahres fast 71.500 Feuer im Regenwald registriert.

„ Umweltdelikte “ : Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen . Im Verlauf der vergangenen Woche hatte Bolsonaro die Bedeutung der Waldbrände [Mehr zum Thema: Streit um Waldbrände am Amazonas – Wer den Hambacher Forst abholzt, darf sich über

„ Umweltdelikte “ : Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen . Unter internationalem Druck hat der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro den Einsatz der Anfang der Woche alarmierende Zahlen und Satellitenbilder von Waldbränden am Amazonas veröffentlicht.

Der internationale Druck zeigt offenbar Wirkung: Brasiliens Präsident entsendet Löschflugzeuge und mehr als 40.000 Soldaten, um die Waldbrände zu bekämpfen.

Truppeneinsatz gegen „Umweltdelikte“: Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen © Foto: Brazil Ministry Of Defense/AP/dpa Ein vom brasilianischen Verteidigungsministerium zur Verfügung gestelltes Foto zeigt ein C-130 Flugzeug, das bei den Bränden im Amazonasgebiet im Einsatz ist

Unter internationalem Druck hat der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro den Einsatz der Armee gegen die verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet angeordnet. Bolsonaro erließ am Freitag (Ortszeit) ein Dekret, das für vier Wochen den Einsatz von Truppen zur Verhinderung und Bestrafung von "Umweltdelikten" und zum Kampf gegen die Flammen regelt.

Brände und Rodung bedrohen Amazonas-Regenwald

Brände und Rodung bedrohen Amazonas-Regenwald Brasiliens Regenwälder haben gleich mehrere Probleme: Illegale Rodungen und Waldbrände setzen den Beständen zu. Gleichzeitig regiert mit Jair Bolsonaro ein Präsident, der auf Profit statt Umweltschutz setzt. Die Dimension ist gewaltig: Nach Angaben des brasilianischen Weltrauminstitutes INPE ist die Zahl der Waldbrände in Brasilien um 82 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Demnach wurden von Anfang Januar bis Mitte August diesen Jahres fast 71.500 Feuer im Regenwald registriert.

19:30 04 september 2019 Quelle: dw.com. Truppeneinsatz gegen „ Umweltdelikte “: Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen . Der internationale Druck zeigt offenbar Wirkung: Brasiliens Präsident entsendet Löschflugzeuge und mehr als 40.000 Soldaten, um die

Im ökologisch wichtigen Amazonasgebiet lodern derzeit Tausende Waldbrände , vor allem Brasilien ist betroffen. Seit Januar nahmen die Feuer und Brandrodungen im Mehr zum Thema. Truppeneinsatz gegen „ Umweltdelikte “ Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen .

Zwei Löschflugzeuge vom Typ Hercules starteten am Samstag von Porto Velho im Bundesstaat Rondônia aus zu ihren Einsätzen, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Auf Videos war zu sehen, wie die Piloten über den Waldbrandgebieten Tausende Liter Wasser abwarfen. Darüber hinaus stehen Zehntausende Soldaten zur Unterstützung bereit.

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Sieben von den Bränden betroffene Bundesstaaten haben bereits um Unterstützung der Streitkräfte gebeten, wie die brasilianische Regierung bekanntgab. Die Soldaten können ab sofort in Rondônia, Roraima, Pará, Tocantins, Acre und Mato Grosso bei den Löscharbeiten und der Verfolgung von Brandstiftern helfen. Insgesamt stünden in der Region über 43.000 Soldaten zur Verfügung, sagte Verteidigungsminister Fernando Azevedo e Silva der Nachrichtenagentur dpa zufolge. General Raul Botelho sprach laut Reuters von 44.000 Soldaten.

Bolsonaro schickt Armee zur Bekämpfung von Waldbränden in Amazonasgebiet

Bolsonaro schickt Armee zur Bekämpfung von Waldbränden in Amazonasgebiet Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat die Entsendung von Soldaten zum Kampf gegen die verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet angeordnet. Bolsonaro erließ am Freitag ein Dekret, das den Einsatz von Truppen zur Verhinderung und Bestrafung von "Umweltdelikten" und zum Kampf gegen die Flammen regelt. Schwere Waldbrände im Amazonas-Regenwald hatten zuvor weltweit Sorge und Empörung über das Nichteinschreiten der brasilianischen Regierung ausgelöst.

Die Feuer am Amazonas dagegen nimmt die ganze Welt zur Kenntnis – und die ganze Welt fühlt sich berührt. Die Region ist noch gar nicht ganz erforscht. Mehr zum Thema. Truppeneinsatz gegen „ Umweltdelikte “ Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen .

Für ihn (und das ihn unterstützende Militär) ist der Amazonas Sinnbild der Souveränität Brasiliens. Truppeneinsatz gegen „ Umweltdelikte “: Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen . Der internationale Druck zeigt offenbar Wirkung

„Der Einsatz wird vor allem in der Verhütung und Verfolgung von Umweltverbrechen sowie der Unterstützung bei den Löscharbeiten bestehen“, sagte Azevedo. Umweltminister Ricardo Salles bat die Bundesstaaten um Hilfe: „Wir wissen, dass viele nur begrenzte Kapazitäten haben, aber wir können diese Aktion ohne die örtliche Unterstützung nicht durchführen.“

Zudem gab die brasilianische Regierung mit sofortiger Wirkung 38,5 Millionen Reais (8,3 Mio Euro) frei, berichtete das Nachrichtenportal G1. Damit sei einer Anforderung des Verteidigungsministeriums entsprochen worden.

Bolsonaro spielte Bedeutung der Brände herunter

Im Verlauf der vergangenen Woche hatte Bolsonaro die Bedeutung der Waldbrände heruntergespielt und eine Einmischung aus dem Ausland abgelehnt. "Es gibt überall auf der Welt Waldbrände - und das kann nicht als Vorwand für mögliche internationale Sanktionen dienen", sagte er am Freitag noch einmal im brasilianischen Fernsehen.

Verheerende Waldbrände am Amazonas: Bolsonaro gelobt „Null-Toleranz-Politik“ für Umweltverbrecher

Verheerende Waldbrände am Amazonas: Bolsonaro gelobt „Null-Toleranz-Politik“ für Umweltverbrecher Angesichts der Feuer am Amazonas steigt der internationale Druck auf den brasilianischen Staatschef. Unterstützung kommt von US-Präsident Trump. Angesichts der zu Tausenden lodernden Feuer im Amazonasgebiet hat Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ein hartes Durchgreifen gegen Brandstifter angekündigt. „Wir sind eine Regierung der Null-Toleranz-Politik gegenüber der Kriminalität, und im Bereich der Umwelt ist das nicht anders“, sagte der Staatschef am Freitagabend (Ortszeit) in einer Fernsehansprache. „Wir werden entschlossen handeln, um die Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Die Waldbrände im Amazonas -Regenwald 2019 betreffen die Wälder im Gebiet des Amazonas in Brasilien, Bolivien, Kolumbien, Paraguay und Peru bis zur Grenzregion Argentiniens in Gran Chaco. Im August 2019 verbrannten allein binnen fünf Tagen 471.000 Hektar Wald, Weiden und Felder.

Truppeneinsatz gegen „ Umweltdelikte “: Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen . Der internationale Druck zeigt offenbar Wirkung: Brasiliens Präsident entsendet Löschflugzeuge und mehr als 40.000 Soldaten, um die Waldbrände zu bekämpfen.

EU-Ratspräsident Donald Tusk machte am Samstag den Fortgang der Ratifizierung des Handelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten von einem glaubwürdigen Einsatz Brasiliens gegen die Waldbrände abhängig. Als der französische Präsident Emmanuel Macron als Ausrichter des G7-Gipfels in Biarritz ankündigte, die Waldbrände bei dem Gipfel zum Thema zu machen, warf Bolsonaro ihm eine "kolonialistische Mentalität" vor.

"Unser Haus brennt - und da können wir nicht schweigen"

Nach Löschung der Waldbrände im Amazonasgebiet will Bundeskanzlerin Angela Merkel die betroffenen Länder in Südamerika bei der Wiederaufforstung unterstützen. „Es folgt ein langes Engagement“, sagte die CDU-Politikerin am Sonntag beim G7-Gipfel im französischen Biarritz. „Die Lunge unserer gesamten Erde ist betroffen und deshalb müssen wir hier auch gemeinsame Lösungen finden.“

[Mehr zum Thema: Streit um Waldbrände am Amazonas – Wer den Hambacher Forst abholzt, darf sich über Brasilien nicht beschweren]

Außenminister Heiko Maas (SPD) warnte Bolsonaro vor wirtschaftlichen Konsequenzen. Die Umwelt- und Klimapolitik sei "von zentraler Bedeutung bei der Bewertung des EU-Mercosur-Abkommens", sagte Maas der "Bild am Sonntag". Zugleich erklärte Maas ebenso wie Innenminister Horst Seehofer (CSU) die Bereitschaft Deutschlands, bei der Brandbekämpfung zu helfen.

Bolsonaro tritt nach Streit mit Frankreich gegen Macron nach

Bolsonaro tritt nach Streit mit Frankreich gegen Macron nach Nach dem Streit um die Thematisierung der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet beim G7-Gipfel in Biarritz hat die brasilianische Regierung mit üblen Kommentaren gegen Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und dessen Frau Brigitte nachgetreten. Dass Macron beim G7-Gipfel in Abwesenheit der Länder der Amazonas-Region über die Waldbrände sprechen wolle, offenbare eine "kolonialistische Mentalität". Macron wolle eine "innere" Angelegenheit Brasiliens und anderer Staaten im Amazonas-Gebiet politisch "instrumentalisieren".

Truppeneinsatz gegen „ Umweltdelikte “: Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen . Der internationale Druck zeigt offenbar Wirkung: Brasiliens Präsident entsendet Löschflugzeuge und mehr als 40.000 Soldaten, um die Waldbrände zu bekämpfen.

Truppeneinsatz gegen „ Umweltdelikte “: Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen . Der internationale Druck zeigt offenbar Wirkung: Brasiliens Präsident entsendet Löschflugzeuge und mehr als 40.000 Soldaten, um die Waldbrände zu bekämpfen.

Das brasilianische Weltraumforschungsinstitut INPE hatte Anfang der Woche alarmierende Zahlen und Satellitenbilder von Waldbränden am Amazonas veröffentlicht. Demnach gab es in Brasilien seit Jahresbeginn bereits mehr als 76.000 Waldbrände - ein Zuwachs von 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hauptgrund ist die Waldrodung. Bolsonaro machte hingegen wiederholt Umweltschutzgruppen für die Waldbrände verantwortlich.

Hilferuf aus Brasilien

EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte in Biarritz, zwar stehe die EU weiter zu dem Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten, "doch ist es schwierig, sich einen harmonischen Ratifizierungsprozess vorzustellen, solange die brasilianische Regierung die Zerstörung der grünen Lunge des Planeten Erde zulässt". Zuvor hatten bereits Frankreich und Irland mit einer Blockade des Freihandelsabkommens gedroht. Die Bundesregierung lehnte einen Einsatz des Abkommens als Druckmittel gegen Brasilien hingegen ab.

Der brasilianische Häuptling Raoni Metuktire rief die internationale Gemeinschaft zum Einschreiten gegen Bolsonaro auf. Macron und weitere internationale Akteure könnten "Druck machen", damit das brasilianische Volk Bolsonaro "los wird" und das Parlament des südamerikanischen Staates die Absetzung des Präsidenten beschließe, sagte Raoni der Nachrichtenagentur AFP. Das Oberhaupt des Volks der Kayapó machte Bolsonaro für die Feuer im Amazonasgebiet verantwortlich.

Leonardo DiCaprio bekämpft Waldbrände: 4,5 Millionen Euro gegen die Amazonas-Feuer

Leonardo DiCaprio bekämpft Waldbrände: 4,5 Millionen Euro gegen die Amazonas-Feuer Leonardo DiCaprio (44) ist ein waschechter Umweltaktivist. Erst kürzlich hat der Schauspieler ('Once Upon A Time in Hollywood') eine eigene Stiftung, die Earth Alliance, ins Leben gerufen, die sich dem Klimaschutz und der Erhaltung der Artenvielfalt verschrieben hat. Hilfe für die grüne Lunge Kein Wunder, dass der Hollywoodstar unter denjenigen Promis ist, die sich besorgt über die Brandkatastrophe im Amazonasgebiet zeigen. Wochenlang stand die grüne Lunge der Erde bereits in Flammen, bevor das Thema überhaupt in die Nachrichten fand.

Truppeneinsatz gegen „ Umweltdelikte “: Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen . Der internationale Druck zeigt offenbar Wirkung: Brasiliens Präsident entsendet Löschflugzeuge und mehr als 40.000 Soldaten, um die Waldbrände zu bekämpfen.

Bolsonaro ordnet Armeeeinsatz gegen Waldbrände an. Zunächst mag es seltsam erscheinen, dass Macron unmittelbar vor dem Gipfel den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro Truppeneinsatz gegen „ Umweltdelikte “ Bolsonaro will Waldbrände am Amazonas mithilfe der Armee eindämmen .

"Er will mit dem Wald Schluss machen, mit uns", sagte Raoni. "Es ist wirklich schrecklich, was er macht." Der brasilianische Präsident stachele die Bauern dazu an, den Regenwald in Flammen zu setzen, um zusätzliches Ackerland zu gewinnen.

US-Präsident Donald Trump bot Brasilien Unterstützung im Kampf gegen die Waldbrände an. In einem Telefonat habe er Bolsonaro gesagt, dass die USA bereit stünden, wenn ihre Hilfe benötigt werde, sagte Trump.

Zuversicht in Bolivien: „Wir werden den Kampf gegen das Feuer gewinnen“

Auch in den Nachbarländern Bolivien, Peru und Paraguay wüten zahlreiche Brände, wie auf Satellitenbildern der US-Raumfahrtbehörde Nasa zu sehen war. Die bolivianische Regierung setzte am Wochenende einen sogenannten Supertanker im Kampf gegen die Flammen ein. Die umgebaute Boeing 747 eines US-Unternehmens unterstütze die Löscharbeiten in der Region Chiquitanía im Osten des Landes, teilte Präsident Evo Morales mit. Das Flugzeug kann rund 75 000 Liter Wasser abwerfen.

„Wir planen vier Löscheinsätze pro Tag“, sagte Boliviens Verteidigungsminister Javier Zavaleta der Zeitung „La Razón“. „Wir werden den Kampf gegen das Feuer gewinnen.“ In Bolivien sollen über 700 000 Hektar Land betroffen sein. „So etwas gab es hier noch nie“, sagte Martín Carrillo vom Bürgerkomitee der Ortschaft Roboré. „Seit 40 Tagen kämpfen wir schon gegen die Brände.“ (mja, mes, AFP, dpa)

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Zeigt der internationale Druck auf Brasiliens Präsidenten in der Amazonas-Krise Wirkung? Ein Dekret verbietet nun landesweit das Legen von Buschfeuern zur Rodung - für 60 Tage. Es gibt allerdings Ausnahmen. Brasilianischen Medienberichten zufolge soll das Dekret noch am heutigen Donnerstag im Amtsblatt veröffentlicht werden. Mit einer Laufzeit von zwei Monaten deckt es die aktuelle Trockenperiode ab, bevor im November die Regenzeit beginnt. Es sieht jedoch Ausnahmefälle vor, etwa die Nutzung von Feuer in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft sowie bei indigenen Völkern.

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