Welt & Politik: „Auf See gibt es keine Zweifel“: Kapitänin Pia Klemp und die Flüchtlinge - PressFrom - Deutschland

Welt & Politik„Auf See gibt es keine Zweifel“: Kapitänin Pia Klemp und die Flüchtlinge

19:00  12 september  2019
19:00  12 september  2019 Quelle:   berliner-zeitung.de

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Innenminister Salvini

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Innenminister Salvini Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Innenminister Salvini

Im Interview bei den “Berliner Fenstern”: Pia Klemp , Kapitänin des Rettungsschiffes Sea Watch III. Sie rettete Flüchtlinge im Mittelmeer und verhinderte die Jagd auf Wale im Warum gibt es an Bord so viel Sexismus? Und warum ist die Politik der EU gegenüber den Flüchtlingen nicht effektiv?

Italien weigert sich seit Monaten gerettete Flüchtlinge an Land gehen zu lassen, Innenminister Matteo Salvini zeigt sich in der Krise hart und wenig

„Auf See gibt es keine Zweifel“: Kapitänin Pia Klemp und die Flüchtlinge © Lisa Hoffmann Pia Klemp auf dem Ausguck. Seit Sommer 2018 steuert sie keine Seenotrettungseinsätze mehr: In Italien droht ihr Untersuchungshaft.

Am Montagabend sitzt Pia Klemp an einem Tisch im Café Morgenroth an der Kastanienallee in Berlin-Prenzlauer Berg. Sie hat jetzt ihre Jacke ausgezogen, auf ihren Armen Tattoos: eine Möwe mit ausgebreiteten Flügeln, eine rote Rose. Vor ihr liegt der Roman, den sie über ihre Zeit auf See geschrieben hat, und der vielleicht vor allem deshalb Roman heißt, um im Zweifelsfall sagen zu können, dass all dies Fiktion ist.

Pia Klemp war bei bei sechs Rettungsmissionen auf dem Mittelmeer dabei

Pia Klemp ist Kapitänin, die See war das Mittelmeer und ihre Mission das Retten von Menschen, die in schlechten Booten auf dem Weg von Afrika nach Europa waren. „Auf See gibt es keine Zweifel“. Mit diesem Zitat wirbt der kleine Maro-Verlag in Augsburg, der in den 1970er-Jahren mit Büchern von Charles Bukowski den Durchbruch hatte, für „Lass uns mit den Toten tanzen“. Pia Klemp liest gut, und man erfährt, dass es Zweifel da draußen natürlich doch gibt: „Anspannung und der Geruch von Dieselöl liegen in der Luft, zusammen mit der Frage, ob das Vorfreude ist und ob diese sein darf.“

Lieber keine Billigsets zum Ausbeulen kaufen

Lieber keine Billigsets zum Ausbeulen kaufen Mit Werkzeug zum Ausbeulen können Autofahrer Dellen an ihrem Fahrzeug in Eigenregie zu Leibe rücken. Im Internet gibt es entsprechende Reparatursets für weniger als 30 Euro. © Foto: Inga Kjer/dpa-tmn Delle im Auto: Das Ausbeulen überlässt man im Zweifel lieber Experten. In einem Praxistest der «Auto Bild» (Ausgabe 37/19) fiel so ein Billigset aber durch. Bemängelt wurden etwa fehlendes Zubehör und die etwas holprige Anleitung. Das Ergebnis war mäßig und der Lack beschädigt. Der Rat: Das Ausbeulen überlässt man im Zweifel lieber Profis als so ein Werkzeugset zu benutzen.

Italien weigert sich seit Monaten gerettete Flüchtlinge an Land gehen zu lassen, Innenminister Matteo Salvini zeigt sich in der Krise hart und wenig kompromissbereit. Das bekommen auch die Retterinnen und Retter zu spüren, darunter Pia Klemp . Die Kapitänin der NGO-Schiffe Iuventa und Sea-Watch 3

« Es gibt ein Recht auf Rettung. Es geht um das Prinzip der Menschenrechte.» Salvini selbst erklärte gewohnt sarkastisch: «Die Kapitänin als Heldin der Linken, reich geboren als Weiße Sie muss jetzt entscheiden in einer Situation, in der die Flüchtlinge an Bord immer nervöser werden und manche

Die Passage, in der sie beschreibt, wie sie mit einem toten Jungen in der Gefriertruhe verzweifelt die italienische Küstenwache nach einem Hafen fragen, in den sie einlaufen können, liest sie nicht vor.

Pia Klemp ist 35 Jahre alt und war bei sechs Rettungsmissionen auf dem Mittelmeer dabei. Sie und ihre jeweilige Crew haben mehr als 1000 Menschen von seeuntüchtigen Booten geholt oder aus dem Wasser gezogen und in sichere Häfen nach Europa gebracht, nach Italien vor allem. Wie alle Seenotretter beruft auch sie sich darauf, dass Seeleute Menschen, die auf See in Not geraten, retten müssen. Das ist keine idealistische Fantasie. Die Rettungspflicht sei als Ausdruck der Menschlichkeit „tief verankert in der Jahrhunderte alten, maritimen Tradition“ und gelte als Völkergewohnheitsrecht, schrieb dazu der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags bei einer Einschätzung im Juli 2017. Warum jemand in Seenot geraten ist, spielt dabei keine Rolle.

Spanische Küstenwache rettet mehr als 180 Flüchtlinge

Spanische Küstenwache rettet mehr als 180 Flüchtlinge Die Migranten befanden sich auf Booten im Mittelmeer und der Straße von Gibraltar. Unter den Geretteten sind mindestens zehn Kinder. Die spanische Küstenwache hat am Montag mehr als 180 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. In der Straße von Gibraltar seien 73 Menschen von drei Booten aufgenommen worden, darunter zehn Kinder, erklärte die Küstenwache. Weitere 110 Menschen seien von fünf Booten im Alboran-Meer zwischen Spanien und Marokko gerettet worden, die meisten von ihnen würden in die Hafenstadt Malaga gebracht.

#seewatch # flüchtlinge #geflüchtete. Kapitänin Pia Klemp von Seawatch: Mit jedem Ertrinkenden im Mittelmeer ertrinkt das Menschenrecht. DIE LINKE.

WDR Frau tv 04.04.2019 Kapitänin Pia Klemp rettete Flüchtlinge aus Seenot – Jetzt wird der Bonnerin in Italien der Prozess gemacht, es droht ihr Gefängnis

Es gibt Push-Faktoren für Flucht - Krieg und Perspektivlosigkeit

Und noch etwas fühlt man sich gedrängt zu erwähnen, bevor man sich dem Menschen Pia Klemp zuwendet: den Vorwurf, den sich die Seenotretter immer wieder gefallen lassen müssen. Sie würden einen Anreiz zur Flucht schaffen, einen sogenannten lockenden Faktor darstellen, einen Pull-Faktor. Flüchtlinge machten sich auf den gefährlichen Weg übers Meer, weil sie darauf setzten, von hilfsbereiten Menschen auf privaten Rettungsschiffen aus dem Wasser gezogen zu werden. Kein Migrationsforscher hat dies je bestätigt.

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Die jüngste Studie ist erst ein paar Monaten alt, sie stammt von der Universität Osnabrück und kommt zu dem Schluss, dass es keinen Beleg dafür gibt, dass Rettungsschiffe, die zwischen Afrika und Europa kreuzen, Menschen zur Migration animierten. Die Fahrt übers Wasser ist ja nur die letzte Etappe der langen, manchmal Jahre dauernden Reise, bei der wahrscheinlich mehr Menschen in der Sahara sterben als bei der Überfahrt nach Europa. Belegt ist nur, dass es Push-Faktoren gibt, die Menschen dazu bringen, ihr Land zu verlassen. Es sind Krieg, Not und Perspektivlosigkeit.

Masson gewinnt mit Europa Solheim Cup

Masson gewinnt mit Europa Solheim Cup Das Team Europa mit der deutschen Profigolferin Caroline Masson hat die USA beim 16. Solheim Cup enttrohnt. Das Team von Kapitänin Catriona Matthew siegte mit 14,5:13,5 und feierte den ersten Sieg seit sechs Jahren und den sechsten insgesamt. Suzann Pettersen entschied die spannende Begegnung gegen Marina Alex auf dem 18. Loch nervenstark mit einem Birdie-Putt. Vor den Einzelduellen am Sonntag hatte es im schottischen Gleneagles 8:8 gestanden. Masson musste sich am Sonntag Jessica Korda nach 16 Löchern mit 3&2 geschlagen geben. Korda hatte zusammen mit ihrer Schwester Nelly Geschichte geschrieben.

Pia Klemp war als Kapitänin an der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer beteiligt. Bald steht sie in Italien wegen „Beihilfe zur illegalen Migration“ vor Gericht. Es wäre nur zu verständlich, wenn man es da als Beschuldigte mit der Angst zu tun bekäme. Aber wenn Klemp welche hat, gibt sie es nicht zu

Bewegt von der Tragödie im Mittelmeer wandte Kapitänin Pia Klemp sich 2015 der privaten Seenotrettung Gibt es einen Punkt, an dem Sie sagen müssen, es ist für uns Seenotretter*innen und die Na ja, für die Geflüchteten gibt es nur wenige Möglichkeiten. Entweder sie ertrinken auf See

Pia Klemp erzählt im Roman auch von ihrem Elternhaus

Es gibt viele Menschen, die es schrecklich finden, dass im Mittelmeer Menschen ertrinken, es gibt einige, die dagegen protestieren, die auf Demonstrationen gehen, sich äußern oder Geld spenden, und dann gibt es die Seenotretter. So weit gehen die wenigsten. Was bringt einen dazu, wie muss man gemacht sein, um diesen Weg einzuschlagen? Die Frage stelle ich Pia Klemp am Telefon, ein paar Stunden vor der Lesung. Pia Klemp lacht, das tut sie oft, und antwortet mit einer Gegenfrage: „Wie kann man das nicht machen?“ Und wenn sie weiterspricht, bekommt man den Eindruck, dass sie einen extremen Sensor dafür hat, was alles schiefläuft auf der Welt, ob das die Zerstörung der Umwelt oder die Überfischung der Meere ist oder eben die Lage der Flüchtenden auf dem Mittelmeer, das die Uno-Flüchtlingshilfe die tödlichste Seeroute der Welt nennt. „Das ist menschengemachtes Leid und ich nehme es mir heraus, dagegen etwas zu tun“, sagt Pia Klemp. „Es steckt unheimlich viel Freiheit darin, Verantwortung zu übernehmen.“

Asyl-Zusagen fast immer korrekt

Asyl-Zusagen fast immer korrekt In 97 Prozent der Fälle bestätigen Kontrolleure frühere positive Bescheide. Die Linke kritisiert, dass im Asylbundesamt zu viel Personal mit unnötigen Widerrufsverfahren blockiert sei.

Die deutsche Kapitänin Pia Klemp und ihre Crew bereiten sich auf einen Prozess in Sizilien vor. Ihr Vergehen: Sie haben Menschen im Mittelmeer gerettet.

Trotzdem muss sich Pia Klemp auf ein langes Verfahren einstellen. An jenem Montagmorgen sichtet die Kapitänin auf ihrem Radar ein Schlauchboot in internationalen Gewässern. Es ist völlig überfüllt, über einhundert Männer, Frauen und Kinder harren an Bord aus.

Sie erzählt dann doch von ihrem Elternhaus in Bonn – „sehr liebevoll, gehobene Mittelklasse“ –, der Vater beim Roten Kreuz, die Mutter Heilpraktikerin. Die Botschaft der Eltern habe gelautet: Seid euch eurer Privilegien bewusst und der Verantwortung, die damit einhergeht. Pia Klemp hat in Bonn Biologie studiert, keinen Abschluss gemacht, dann arbeitete sie jahrelang in Indonesien als Tauchlehrerin, fand ihre Liebe zum Meer, engagierte sich.

Pia Klemp erfuhr von der Seenotrettung, als sie Wale vor dem Aussterben beschützte

Pia Klemps Engagement hat etwas extrem Direktes und Radikales. Etwas, das provozierend wirken kann, weil es sich an keine Regeln hält. Lange hat sie für die amerikanische Tierschutzorganisation Sea-Shepherd gearbeitet, die manche als militant bezeichnen. Sea-Shepherd kämpft beispielsweise gegen illegalen Walfang, und es ist wirklich ein Kampf. Es gibt einen Film, der zeigt, wie sich ein Schiff der Organisation zwischen einen japanischen Walfänger und ein Tankschiff schiebt. Der Walfänger ist riesig, das arktische Meer unruhig, der Raum zwischen den Schiffen unheimlich eng. Pia Klemp hat auf diesem Schiff auf der Brücke gearbeitet.

Im September steuerte Pia Klemp die „Sea-Watch 3“ - Wie später auch Carola Rackete

Kompromisse macht sie nur, wenn es gar nicht anders geht.

Team Europa führt beim Solheim Cup

Team Europa führt beim Solheim Cup Team Europa mit der deutschen Profigolferin Caroline Masson hat beim Solheim Cup einen guten Start hingelegt. Die Europäerinnen führen beim Kontinentalvergleich mit den USA nach dem ersten Tag mit 4,5:3,5 und können sich damit Hoffnungen auf den ersten Sieg seit sechs Jahren machen. Das Team von Kapitänin Catriona Matthew erarbeitete sich bereits bei den morgendlichen Foursomes einen knappen Vorsprung. Die einzige Niederlage am Freitagvormittag kassierte die Gladbeckerin Masson mit ihrer Partnerin Jodi Ewart Shadoff (England) gegen die Korda-Schwestern Jessica und Nelly.

Pia Klemp war als Kapitänin auf der Iuventa und der Seawatch im Mittelmeer für die Rettung von Flüchtlingen im Einsatz. Auf Rettungsmission im Mittelmeer: Mehrere Tausend Flüchtlinge zog die Kapitänin Pia Klemp gemeinsam mit ihrer Crew aus dem Wasser.

Tausende Menschen bewahrte Kapitänin Pia Klemp von Solidarität at Sea vor dem Ertrinken. Pia Klemp bewahrte Tausende Menschen vor dem Ertrinken. Die EU hat diese Woche bekannt gegeben , die Marine-Operation Sophia fortan ohne Schiffe zu betreiben und die See nur noch aus

Im Fall der Medaille aus Paris fand sie das nicht nötig. Die Bürgermeisterin der französischen Hauptstadt, Anne Hidalgo, wollte Pia Klemp und die andere deutschen Kapitänin Carola Rackete mit dem höchsten Verdienstorden auszeichnen, den ihre Stadt zu vergeben hat. Pia Klemp hatte kein Interesse. „Frau Hidalgo, Sie wollen mich für meine Solidaritätsaktion im Mittelmeer auszeichnen“, schrieb sie auf Facebook.

„Gleichzeitig stiehlt Ihre Polizei Decken von Menschen, die gezwungen sind, auf der Straße zu leben, während Sie Demonstrationen unterdrücken und Menschen kriminalisieren, die Rechte von Migranten und Asylsuchenden verteidigen.“ Den Ehrenpreis im Rahmen des Clara-Zetkin-Preises, mit dem die Linke herausragende Leistungen von Frauen würdigt, hat sie im März angenommen.

Seit Mitte 2018 sitzt Pia Klemp allerdings auf dem Trockenen. Die „Iuventa“ haben im August 2017 die italienischen Behörden beschlagnahmt. Gegen sie und neun andere Crewmitglieder leitete die Staatsanwaltschaft in Trapani, Sizilien, ein Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zu illegaler Migration ein. Im September 2017 steuerte Pia Klemp dann aber schon wieder ein Rettungsschiff, die „Sea-Watch 3“, auf der später auch Carola Rackete fuhr, gegen die ein Ermittlungsverfahren mit demselben Vorwurf läuft. Dann rieten ihr ihre Anwälte aufzuhören: Ihr drohe in Italien Untersuchungshaft.

Pia Klemp bereitet sich aktuell auf das Gerichtsverfahren vor

Matteo Salvini von der Lega Nord, bis August italienischer Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident, und ein scharfer Gegner der Seenotrettung unter dessen Ägide die Strafen massiv verstärkt wurden, ist zwar nicht mehr im Amt. Aber die Staatsanwaltschaft in Trapani ermittelt weiter. Noch in diesem Jahr sollen Pia Klemp und die anderen erfahren, ob sie die Ermittlungen fallen lässt oder ob es zur Anklageerhebung kommt. Pia Klemp geht von Letzterem aus. „Die politische Motivation ist groß.“ Sie sagt, dass es um die Stigmatisierung der Seenotrettung geht. Und nicht nur sie sieht das so. Das Auswärtige Amt warnte Anfang August vor einer Kriminalisierung der Seenotrettung. Pia Klemp erzählt von den Bedingungen, mit denen sich die Seenotretter heute herumschlagen: Schiffe dürften nicht auslaufen, nicht einlaufen, würden beschlagnahmt.

Deutschland braucht die Flüchtlinge

Deutschland braucht die Flüchtlinge Die lernen kein Deutsch, die sind zu faul? Vier Jahre nach Beginn der großen Flüchtlingswelle belegen die Fakten das Gegenteil. Seit 2015 viele Menschen nach Deutschland flüchteten, wird hierzulande gern geraunt. Um hier zu arbeiten, raunt mancher, hätten die Flüchtlinge zu wenig gelernt, vor allem zu wenig Deutsch. Oder: Die sind zu faul. Wer vier Jahre nach Angela Merkels Satz "Wir schaffen das" die Fakten sichtet, sieht etwas anderes: Die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt klappt ganz gut. In einer idealen Welt würden diese Fakten das Geraune beenden.

In phoenix persönlich spricht Moderator Alfred Schier mit der Kapitänin des Seenotrettungsschiffes „Sea-Watch 3“ Pia Klemp über ihre Motive, Geflüchteten zu

Europawahl: In den letzten Wochen haben die Genossinnen und Genossen alles gegeben . Wahlkampf: DIE LINKE ist im Wahlkampfmodus, denn am 26. Mai stehen neben der Europawahl neun Kommunalwahlen und die Bürgerschaftswahl in Bremen an. |

Sie konzentriert sich jetzt auf die Vorbereitung des Gerichtsverfahrens. Was sie beruhigt: „Es gibt ja noch eine Crew, die rausfährt, keine Missionen scheitert wegen unserer Abwesenheit.“ Sie und die anderen machen Öffentlichkeitsarbeit, erweitern ihr Netzwerk und sammeln Spenden. „Damit wir uns diesen Prozess überhaupt leisten können.“ Von mindestens einer halben Million Euro Kosten gehen sie aus: Anwaltskosten, Gerichtskosten, Übersetzungskosten, Anreisekosten, Übernachtungskosten. Pia Klemp scheint sich deshalb keine Sorgen zu machen. „Wir haben im letzten Dreivierteljahr tolle Unterstützung bekommen, viele große und kleine Spenden.“

Pia Klemp droht eine lange Haftstrafe

Geld spielt im Leben von Pia Klemp eine höchst untergeordnete Rolle, vielleicht könnte man sagen, dass sie ihre Radikalität auch auf sich selbst anwendet. Auf die Frage, wovon sie lebt, erwähnt sie ihren ersten Roman „Allmende und Schrebergarten“. In ihrer Szene sei es zudem normal, dass die unterstützt würden, die gerade keine Arbeit haben oder die eine Arbeit tun, die nicht bezahlt wird. Was für eine Szene das ist? Sie lacht wieder. „Eine Gemeinschaft solidarischer Menschen.“ Als bitter empfindet sie nur, dass man von dem Geld, das ein Gerichtsverfahren kosten würde, zehn Missionen fahren könnte.

Seit mehr als zehn Jahren hat sie keine Wohnung. „Ich bin lieber frei und ungebunden.“ Ohnehin ist sie viel unterwegs zwischen Bonn, Hamburg, Berlin, Barcelona, Amsterdam, Griechenland. Sie kommt bei Freunden unter, geht containern, so beschreibt sie es jedenfalls im Buch. „Und zwischendurch gibt es auch ein paar Aktionen.“ Was für welche? „Ich glaube, das darf ich in der Zeitung nicht beantworten.“

Das drohende Verfahren aber hängt wie eine dunkle Wolke über der Zukunft. Pia Klemp und den anderen drohen lange Haftstrafen. Bis zu 20 Jahre, sagt sie. Im Mai noch sagte sie in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, sie gehe nicht von einer Verurteilung aus. „Ich weigere mich zu glauben, dass wir in einem Europa leben, in dem man ins Gefängnis gehen muss, weil man Menschen in Not das Leben gerettet hat.“ Jetzt ist sie sich nicht mehr sicher. „Ich kann mir in diesem Europa, in dem dieser große Rechtsruck stattgefunden hat, viel mehr vorstellen, als ich möchte.“

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Griechenland weist Drohung von Präsident Erdoğan zurück Griechenland hat die Drohung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zurückgewiesen, die Grenzen nach Europa für syrische Flüchtlinge zu öffnen. © Foto: Pool Presidential Press Service/AP Präsident Erdogan hat erneut damit gedroht, die Grenzen nach Europa für s «Erdogan muss begreifen, er kann nicht der EU und Griechenland drohen, um mehr Gelder (für die Türkei) zu sichern», sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Sonntag in der Hafenstadt Thessaloniki. Die EU habe bereits sechs Milliarden Euro an die Türkei wegen des Migrantenzustroms überwiesen.

Die deutsche „Sea-Watch“- Kapitänin Pia Klemp hat eine Auszeichnung der Stadt Paris abgelehnt. Klemp kritisierte in einem offenen Brief auf Facebook den „Was wir brauchen, sind Freiheit und Rechte. Es ist an der Zeit, dass wir heuchlerische Ehrungen anprangern und die Lücke mit sozialer

Und vielleicht auch viel weniger: „Sollten die nicht eher eine Parade für uns schmeißen?“, fragt die Kapitänin im Buch, als die Polizei sie und ihre Crew in Lampedusa festsetzt. Es ist ein Impuls, der ihr heute vielleicht nicht mehr kommen würde.

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