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Welt & Politik Dominic Cummings: Genial, verrückt und gefährlich

20:15  16 oktober  2019
20:15  16 oktober  2019 Quelle:   zeit.de

Alles läuft nach Johnsons Plan

  Alles läuft nach Johnsons Plan Es ist unwahrscheinlich, dass der britische Premier die EU mit seiner No-Deal-Drohung tatsächlich zum Einlenken zwingen will. Dahinter steckt ein anderes politisches Kalkül. Großbritannien steuert direkt auf einen No Deal zu. Egal, ob vor oder nach den nächsten Wahlen - der Crash ist eine Frage der Zeit. Ein Telefonat mit der Kanzlerin habe gezeigt, heißt es aus der Downing Street, dass die EU nicht kompromissbereit sei. Man habe alles gegeben, viel vorgelegt, aber es habe nicht gereicht. Nun reiche es.

Dominic Cummings schaffte es, die Briten für den Brexit stimmen zu lassen. Nun arbeitet er auf Neuwahlen hin. Wo Boris Johnson ist, kann Dominic Cummings nicht weit sein. Das sei schlicht gefährlich , da die heutigen Märkte, die heutige Wissenschaft und Technologie unsere Institutionen

Dominic Cummings schaffte es, die Briten für den Brexit stimmen zu lassen. Nun arbeitet er auf Neuwahlen hin. Wer ist der Mann, der Boris Johnsons Regierung organisiert? Cummings selbst wurde später genau dieser gefährlichen und skrupellosen Meinungsmanipulation beschuldigt.

Dominic Cummings ist der wichtigste Berater von Boris Johnson. Er führte die Brexit-Kampagne zum Erfolg. Nun entscheidet sich, ob sein Plan aufgeht.

Im Schlabberlook durch die Weltgeschichte: Dominic Cummings (rechts) mit Premierminister Boris Johnson © George Cracknell Wright/​ZUMA/​ddp Im Schlabberlook durch die Weltgeschichte: Dominic Cummings (rechts) mit Premierminister Boris Johnson

Wer von Europa aus auf London schaut, bekommt schnell das Gefühl, dass die Regierung dort die Kontrolle verloren habe. Einem Mann sagt man allerdings nach, dass er hinter dem ganzen Wahnsinn stecken und ihn bewusst inszeniert haben könnte. Das ist Dominic Cummings, der Chefberater von Boris Johnson.

Cummings gilt als verantwortlich für den Versuch, das widerspenstige Unterhaus für fünf Wochen zu suspendieren; die anschließende Auseinandersetzung der Regierung mit dem Obersten Gericht; den Ausschluss von 21 Abgeordneten aus der konservativen Fraktion; die Ankündigung, dass Großbritannien die EU am 31. Oktober notfalls ohne Deal verlassen werde; die Drohungen gegen die Europäer, kommuniziert durch anonyme Mitteilungen aus dem Sitz des Premierministers in der Downing Street

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Seine Kritiker halten ihn für eine Art Stephen Bannon von Großbritannien, sie sehen in seiner Arbeit einen Angriff auf die Demokratie. Andere erkennen darin das Werk eines Genies, das weiß, wie man große Ideen in die Realität umsetzt. "Wenn Dom nicht wäre, wären wir beim Brexit heute nie so weit, wie wir es jetzt sind", sagt ein Insider aus Vote Leave, der Referendumskampagne für den Austritt aus der EU, der sowohl Cummings als auch Boris Johnson gut kennt. "Boris ist sehr unentschieden, ihm geht es vor allem darum, beliebt zu sein. Dom hingegen ist egal, was andere von ihm denken. Ohne ihn wäre Boris längst eingeknickt."

"Seien Sie kein Narr!"

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Dominic Heinzl (* 8. April 1964 in Hollabrunn als Karl Heinzl) ist ein österreichischer Journalist und Moderator. Seit seiner Kindheit ist Heinzl mit der Familie Pröll aus dem benachbarten Radlbrunn befreundet.

- Продолжительность: 8:46 Geniale Tricks 522 827 просмотров. 39 VERRÜCKTE WEGE EIER ZU KOCHEN - Продолжительность: 13:59 5-MINUTEN-TRICKS 52 989 просмотров.

Die Cummings-Legende beginnt mit seinem Auftreten

Um den Brexit zu verstehen, muss man also versuchen, Dominic Cummings zu verstehen. Ist er ein Zyniker der Macht? Verrückt? Ein Visionär? Was treibt ihn an, was will er erreichen?

Cummings gibt keine Interviews, auch auf eine Bitte um einen Kommentar hat er nicht reagiert. Die ZEIT konnte aber mit mehreren Personen sprechen, die mit ihm zusammengearbeitet haben oder ihn auf andere Weise kennen. Die meisten haben darum gebeten, anonym zu bleiben, um frei reden zu können.

Die Cummings-Legende beginnt mit seinem Auftreten, denn darin steckt eine Botschaft. Als Regierungsberater, der selbst kein gewählter Politiker ist, sollte er eigentlich ein Mann im Schatten sein. Stattdessen zirkulieren überall Fotos und Videos von ihm. Stets ist er in nachlässiger Kleidung, aber an öffentlichkeitswirksamen Orten zu sehen: im T-Shirt in Downing Street No. 10, in grauer Trainingsjacke auf dem Tory-Parteitag in Manchester, mit Schlabberjacke im Portcullis House, wo die Abgeordneten ihre Büros haben. Dort hat ihm ein Labour-Mann einmal entgegengebrüllt, dass er die britische Politik derart vergiftet habe, dass er nun Morddrohungen bekomme. "Ich weiß nicht, wer Sie sind", antwortete Cummings, an eine Säule gelehnt.

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Cummings’ Kleidung wird oft diskutiert; sie ist mehr als ein Verstoß gegen den allgemeinen Dresscode. Sie ist ein Protestplakat, das er jedes Mal an den Anzugträgern von Westminster vorbeiträgt. Ein Ausdruck der Verachtung, die einer der mächtigsten Männer des politischen Betriebs gegenüber ebenjenem Betrieb empfindet. "Es ist schon ein deprimierendes Spektakel, wie die Politiker herumeiern, ohne Prioritäten oder klare Ideen zu haben, was sie erreichen wollen – außer ihrem Ziel, den Medien mit billigen Tricks einen Schritt voraus zu bleiben und auf die Opposition einzuhämmern", hat er auf seinem Blog geschrieben, der seit seiner Berufung Ende Juni ruht.

Die Journalistin Lebby Eyres findet es seltsam, im Fernsehen nun dauernd Politiker zu sehen, die wütend Cummings Absetzung fordern. Obwohl sie selbst Remainerin ist, will sie ihn instinktiv beschützen: Sie weiß noch, wie sie ihn immer auf einer Treppe in der Oxford-Universität sah; ein Geschichtsstudent mit hoher Stirn und braunem Haar, der anfangs immer allein war, mit seiner glänzenden Baseballjacke aber viel Aufmerksamkeit auf sich zog.

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Edward Estlin Cummings (* 14. Oktober 1894 in Cambridge; Massachusetts; † 3. September 1962 in North Conway, New Hampshire) war ein US-amerikanischer Dichter und Schriftsteller. Cummings entstammte einer liberalen Familie.

Schon damals, in den Neunzigerjahren, war er anders als die anderen. Er sprach mit dem rauen Akzent des englischen Nordens – er stammte aus der Arbeiterstadt Durham, die beim Referendum Jahrzehnte später mehrheitlich für Leave stimmen würde. Sein Vater arbeitete auf einer Ölplattform, seine Mutter in einer Sonderschule; sein Onkel besaß einen Nachtclub, in dem Cummings manchmal an der Kasse aushalf. Weder trat er irgendwelchen Studentenclubs bei, noch schien er an Mädchen interessiert zu sein. Stattdessen kam er nachts manchmal bei seinen Freunden vorbei, um Schach oder Würfelpoker zu spielen.

Sprach Eyres mit ihm über Politik – was selten vorkam –, stritten sie sich: Sie war Mitglied der Labour-Partei, er machte sich über ihre linken und feministischen Ansichten lustig. Nach seinem Einser-Abschluss zog er nach Russland, wo er für eine Fluggesellschaft arbeitete, die erfolglos eine neue Route zwischen Wien und der Wolgastadt Samara aufbauen wollte und, der Legende nach, bei ihrem Probeflug ihren einzigen Passagier zurückließ.

Dass Cummings schließlich eine Frau aus der britischen Aristokratie heiratete, hat Lebby Eyres und ihre Freunde verwundert. "Es gibt da diesen seltsamen Klassenkampf, der in ihm stattfindet", sagt sie. Offenbar fühlt sich Cummings von der Elite gleichermaßen angezogen wie abgestoßen. Er will Teil von ihr sein und sie gleichzeitig bekämpfen; er braucht sie, um voranzukommen, hält sie aber für selbstgerecht, oberflächlich und inkompetent.

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Um zu beschreiben, was Cummings antreibt, verweist ein früherer Kollege auf die Geschichte des Crickets. Im 19. Jahrhundert gab es Mannschaften, die aus zwei Gruppen bestanden: den Gentlemen, die aus der Oberschicht stammten und den Sport als Hobby betrieben. Und den Spielern, die frühere Bergarbeiter waren, ihren Unterhalt damit verdienten und deshalb härter und besser waren als die feinen Amateure. "Dom ist ein Spieler", sagt er. "Er will gewinnen." Obwohl auch dieser Mann ein Remainer ist, schwärmt er von Cummings Intelligenz, Fokus und politischem Gespür.

Weil er so gut ist, ist er gefährlich

Die beiden arbeiteten ab 2011 zusammen im Bildungsministerium von Michael Gove, wo der Berater Cummings als "der Vollstrecker" bekannt war. Mit enormem Reformeifer – manche sprachen von "Wahn" – überarbeiteten Gove und Cummings das Curriculum und die Abschlussprüfungen und gründeten sogenannte freie Schulen, die vom Staat finanziert, aber privat geleitet werden sollten. "Unsere Beamten waren von den Reformen am Anfang nicht besonders angetan, weil sie darauf zielten, den Einfluss des Ministeriums zu verringern", sagt der frühere Kollege. "Diesen Leuten gegenüber konnte Dom ziemlich einschüchternd sein. Nach einer Weile sind die, mit denen er nicht zurechtgekommen ist, gegangen." Cummings’ Abneigung gegen den britischen Beamtenapparat, den er nach dem Brexit möglichst entmachten will, stammt aus dieser Zeit.

Der frühere Kollege ist hin- und hergerissen, wenn es um das Wirken von Cummings geht. Einerseits, glaubt er, braucht es so einen Revolutionär, um die britische Politik mutiger und effizienter zu machen. Andererseits fürchtet er, was passieren könnte, wenn Cummings sein Talent und seine Energien auf das falsche Ziel fokussiert. Weil er so anders ist, ist er gut. Und weil er so gut ist, ist er gefährlich. "Ich schätze ihn wirklich sehr, aber ich hoffe, dass er scheitert."

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Verrückt nach Meer ist eine Doku-Serie der ARD, über den Alltag von Gästen und Besatzung an Bord einiger deutscher Kreuzfahrtschiffe. Erstmals ausgestrahlt wurde die Serie im Januar 2010 im Nachmittagsprogramm in Das Erste. Bislang wurden acht Staffeln mit je 20–70 Folgen veröffentlicht.

Cummings ist der Familienname folgender Personen: Alexander Cummings (1810–1879), US-amerikanischer General und Politiker. Amos J. Cummings (1841–1902), US-amerikanischer Politiker. Arthur J. Cummings (1882–1957), britischer Journalist.

Das Brexit-Referendum im Jahr 2016 hat dem Rebellen Cummings sein ganz großes Thema gegeben. Die Leave-Kampagne war ein Außenseiterprojekt: Die Regierung, die großen Unternehmen, die Mehrheit im Parlament, weite Teile der Medien traten für den Verbleib in der EU ein. "Es sah so aus, als ob wir verlieren würden", sagt Matthew Elliott, der damalige Geschäftsführer von Vote Leave. Elliott hat Dominic Cummings damals als Strategen für eine fast aussichtslose Schlacht rekrutiert. Cummings ist ein langjähriger EU-Kritiker; auf der Uni stand er unter dem Einfluss seines euroskeptischen Geschichtsprofessors Norman Stone, später hat er eine Kampagne gegen die Einführung des Euros in Großbritannien geleitet. Die Europäische Union erscheint ihm als Inbegriff undemokratischer bürokratischer Fremdbestimmung.

"Die Minister bekommen jede Nacht eine Box mit lauter Dokumenten von den anderen Ressorts. Diese sollen sie lesen, um in der dazugehörigen Form ihre Zustimmung, ihren Widerspruch oder Kommentare zu notieren. Große Teile dieser Dokumente betreffen zukünftige Gesetze, die von der EU kommen. Die Minister haben keine echte Macht, um irgendetwas zu widersprechen – das betreffende Dokument wird Gesetz, egal, was sie auf dem Zettel notieren", hat er auf seinem Blog geschrieben.

Jetzt, in der Leave-Kampagne, drillte Cummings die Politiker um Boris Johnson darauf, alle komplizierten Argumente auf emotionale Kurzbotschaften herunterzubrechen: den Kontrollverlust durch die EU, die "Bedrohung" durch den Beitrittskandidaten Türkei, das viele Geld, das angeblich an die EU gezahlt wurde und lieber an den Krankendienst NHS gehen sollte. Dass die Summe von 350 Millionen Pfund, die er auf einen roten Bus kleben ließ, irreführend war, nahm er in Kauf. "Immer, wenn sich jemand über die Zahl aufgeregt hat, hat Dom nur genickt, weil sie wieder über uns geredet haben und er sein Ziel damit erreicht hatte", sagt eine, die damals dabei war. 

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Kontakt. Hotel Dominic Dorfstraße 64 A-6450 Sölden / Tirol.

Obwohl diese Frau nach der Kampagne mit den anderen Vote-Leave-Leuten nichts mehr zu tun hatte, blieb sie mit Cummings in Kontakt, weil sie an seinen politischen Analysen interessiert war. Sie beschreibt ihn als einen, der sich alle Zahlen genau ansieht, zu Meetings mit Leuten, die er nicht schätzt, absichtlich zu spät kommt und ganz bezaubernd sein kann, wenn man ihn nachmittags mit seiner Frau oder seinem Sohn trifft, der mitten während der Referendumskampagne geboren wurde.

Nun will Cummings zu Ende bringen, was 2016 begonnen wurde. Er will den Brexit endlich umsetzen – koste es, was es wolle. Eine Woche bevor Boris Johnson Premierminister wurde, fragte er Cummings, ob er sein Chefberater werden wolle; um den Job annehmen zu können, sagte dieser eine Operation ab. Die Regierung besteht aus lauter Kampfgefährten von Vote Leave: Michael Gove leitet als Vizepremierminister die No-Deal-Planungen, Priti Patel ist Innenministerin, Dominic Raab Außenminister.

Ein früherer Ratgeber von Boris Johnson beschreibt die Konfrontationsstrategie, die jetzt verfolgt wird: Je härter der Premierminister von seinen Gegnern im Parlament, im Obersten Gericht oder in der EU angegriffen werde, desto besser für ihn. "Es stärkt das Narrativ, das Cummings geschaffen hat: Boris versucht, den Brexit umzusetzen, wird aber von dunklen Mächten davon abgehalten." Um die nächste, wahrscheinlich bald stattfindende Wahl zu gewinnen, komme es vor allem darauf an, die Anhänger der Brexit-Partei des unversöhnlichen EU-Gegners Nigel Farage zu gewinnen. "Jede vermeintliche Niederlage hilft Johnson dabei."

Sein Denken steckt voller Widersprüche

Anders als andere Euroskeptiker träumt Cummings nicht von einem Großbritannien, das an den Ruhm seiner Kolonialzeit anknüpft. Wenn man so will, ist er ein Idealist, der an die Zukunft glaubt und für ein Update der britischen Demokratie kämpft. Der Brexit soll sie von dem befreien, was sie in seinen Augen so abgehoben und dysfunktional macht: ihre bequemen Beamten, ihre angebliche Fremdbestimmung durch die EU, die arroganten Politiker, die das Leben der normalen Menschen nicht verstehen. 

Dem Economist sagte Cummings einmal, dass er nach dem Brexit ein britisches Darpa gründen wolle – ein Forschungsnetzwerk ähnlich dem des US-Verteidigungsministeriums, das einst das Internet erfunden hat. Seine Vision handelt von einem effizienteren, smarteren Land, wie er es seinerzeit im Bildungsministerium schaffen wollte.

Gleichzeitig steckt sein Denken voller Widersprüche: Wie kann Großbritannien eine Wissensmacht werden, wenn doch die meisten Wissenschaftler im Angesicht des Brexits vor einem Braindrain und verlorenen Forschungsgeldern warnen? Wie kann Cummings langfristig mit Boris Johnson zusammenarbeiten, der doch so viele Eigenschaften des verhassten, elitären Politikers verkörpert? Falls die Verhandlungen mit der EU aus irgendwelchen Gründen scheitern sollten, will Cummings ein Ausscheiden ohne vertragliche Regelung riskieren, einen No-Deal-Brexit – doch wie soll ausgerechnet der britische Beamtenapparat, den er doch für so unfähig hält, eine so komplexe Aufgabe bewältigen?

Cummings scheint so widersprüchlich wie der Brexit selbst: Idealistisch, aber zerstörerisch. Fokussiert und doch seltsam blind für die Folgen seines Handelns. Gut möglich, dass er einen größeren Plan für das Land verfolgt. Die Frage ist, wie sehr er es auf dem Weg dahin verändert. Und wie viel von seinen Methoden es verträgt.

In der Print-Ausgabe der ZEIT vom 17. Oktober erscheint eine gekürzte Fassung dieses Artikels.

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