Welt & Politik Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle: Den Finger in die Wunde legen

01:10  17 august  2022
01:10  17 august  2022 Quelle:   sueddeutsche.de

Finanzieller Absturz im Alter? So viel Geld solltet ihr bereits gespart haben, wenn ihr 30, 40 oder 50 Jahre alt seid

  Finanzieller Absturz im Alter? So viel Geld solltet ihr bereits gespart haben, wenn ihr 30, 40 oder 50 Jahre alt seid Eine Rechnung zeigt, wie viel Vermögen ihr heute schon angespart haben solltet, um euren aktuellen Lebensstandard später halten zu können.Die Zinsplattform "Weltsparen" hat Beispielrechnungen aufgemacht, die zeigen, wie viel ihr je nach Alter bereits zurückgelegt haben solltet - mit 30, 40 oder 50 Jahren. Dafür wurden die Durchschnittsgehälter verschiedener Altersklassen betrachtet und die voraussichtliche Rentenlücke berechnet. Die Daten der Gehälter kommen von der Job-Plattform Stepstone. Der Empfehlung von Finanzexperten folgend, nimmt Weltsparen in der Studie dabei an, dass zehn Prozent des monatlichen Nettoeinkommens ab sofort bis zum Renteneintritt gespart werden.

Ferda Ataman, die umstrittene neue Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, will die Aufmerksamkeit von ihrer Person auf das Thema Benachteiligung lenken.

Ferda Ataman, Beauftragte der Bundesregierung für Antidiskriminierung, stellt am Donnerstag den Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle vor © Wolfgang Kumm/DPA Ferda Ataman, Beauftragte der Bundesregierung für Antidiskriminierung, stellt am Donnerstag den Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle vor

Den Finger in die Wunde legen

Ferda Ataman sitzt am Kopfende eines langen, schmalen Konferenzsaals, der trotz Berliner parlamentarischer Sommerpause gut besetzt ist. Am Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, der an diesem Dienstag vorgestellt werden soll, liegt es wohl kaum, dass auch weit hinten noch Journalisten sitzen. Von dort ist Ataman nur ziemlich klein in der Ferne zu erkennen.

drängt nach Gesetzen, um die Emissionsziele zu übertreffen.

 drängt nach Gesetzen, um die Emissionsziele zu übertreffen. Australiens Klimawandelgesetze müssen ausdrücklich die Absicht widerspiegeln, die Ziele der Emissionsreduzierungen zu übertreffen, so eine nationale Umweltschutzbehörde. © bereitgestellt von Crikey Der Vorschlag der Bundesregierung, den Klimawandel zu bekämpfen unterliegt jetzt einer Senatsanfrage.

Es ist die neue Antidiskriminierungsbeauftragte selbst, die diese Aufmerksamkeit auf sich zieht. Als die ebenfalls neue Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) die Publizistin für das Amt vorschlug, war die Aufregung groß. Ataman? War das nicht die Vorsitzende des Vereins, der für "besonders unterirdische Berichterstattung" über das Zusammenleben im Einwanderungsland Deutschland die "Goldene Kartoffel" verleiht? Ist so etwas nicht irgendwie auch diskriminierend - und dann Antidiskriminierungsbeauftrage, ernsthaft? So etwa schwappte die Empörungswelle durchs Land. Anfang Juli wurde Ataman trotzdem gewählt, 376 Bundestagsabgeordnete stimmten für sie, 278 gegen sie, 14 enthielten sich.

Und nun sitzt sie in diesem Saal der Bundespressekonferenz, sagt "herzlich willkommen" und hält lächelnd den orangefarbenen Jahresbericht in die Kameras. Der beziehe sich auf 2021, also "eine Zeit vor meiner Tätigkeit", sagt sie gleich zu Beginn. Jetzt, frisch im Amt, will sie offenbar nichts falsch machen und liest ihr Statement sicherheitshalber erst mal ab.

Weitere öffentliche Schulen bieten jetzt psychiatrische Dienste

 Weitere öffentliche Schulen bieten jetzt psychiatrische Dienste © bereit, die von der Hill Story auf einem Blick bereitgestellt wird. Der Prozentsatz der US-amerikanischen Schulen, die psychische Gesundheitsprüfungen anbieten, hat sich vom Schuljahr 2017-2018 leicht zugenommen. Während des Schuljahres 2019-2020 lieferten 42 Prozent der K-12-Schulen Behandlungen wie Psychotherapie, Medikamente oder Beratung eines lizenzierten Fachmanns. Die erbrachten Dienstleistungen variierten je nach Daten sowohl je nach Geografie als auch Klassenstufe.

Zwei Schwerpunkte habe der Bericht, den Antiziganismus und die Diskriminierungsberatung. Letztere führt direkt zu dem grundsätzlichen Problem, das mit dem Bericht und der Erfassung von Diskriminierung verbunden ist: Gerade einmal 5617 Anfragen verzeichnete die Antidiskriminierungsstelle 2021. Gemessen daran, dass die Benachteiligung von Menschen - wegen ihres Alters, ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder wegen einer Behinderung - ein Alltagsphänomen ist, erscheint diese Zahl in einem Land mit mehr als 80 Millionen Einwohnern beeindruckend klein.

Allerdings, die Zahlen seien weder repräsentativ noch umfassend, sagt Ataman. Ein Lagebild der häufigsten Fälle von Diskriminierung gäben sie trotzdem her. Demnach erfolgten 2021 die meisten Beratungsanfragen zu rassistischer Diskriminierung, gefolgt von Diskriminierung aufgrund einer Behinderung. "Wir können Diskriminierung nicht in Zahlen fassen", sagt Ataman, es gebe lediglich Umfragen zu persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung - diese wiederum ließen den Schluss zu, dass sie in Deutschland leider zum Alltag gehöre.

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  ARD streicht In aller Freundschaft (ARD): Nachdem die Krankenhaus-Serie zuletzt mehrfach Fußball-Übertragungen weichen musste, ist es diesmal eine andere Sportart. © Bereitgestellt von TAG24 Ein Patient mit einem teilweise abgetrennten Finger: Er wird erst nächsten Dienstag in der Sachsenklinik behandelt. So viel vorab: Folge 984 mit dem Titel "Kleines Glück" läuft erst nächsten Dienstag, also am 23. August, wie gewohnt ab 21 Uhr im Ersten.

Die 43-Jährige hat für ihre Amtszeit einiges vor. Sie will unter anderem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz reformieren, das hat sich auch die Ampelregierung vorgenommen. Außerdem müsse es viel mehr Beratungsstellen geben, findet Ataman, und mehr Aufklärung darüber, dass man vor Benachteiligungen rechtlich geschützt ist.

Ob sie die Richtige sei für das Amt, wird sie dann noch gefragt. "Ich würde sagen ja", antwortet Ataman. Bei dem Thema Benachteiligung sei es wichtig, "dass man den Finger in die Wunde legt und die Probleme anspricht". Die "sehr ausführliche Diskussion" vor ihrer Wahl habe sie "aus demokratietheoretischer Sicht" großartig gefunden. Auch für die Antidiskriminierungsstelle sei das gut, sie werde dadurch mehr wahrgenommen. Diese Aufmerksamkeit auf das Thema Diskriminierung und die davon betroffenen Menschen zu lenken, sei jetzt ihr Ziel.

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