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Welt & Politik Kommentar: Al-Bagdadis Tod - nicht die Lösung aller Probleme

07:10  28 oktober  2019
07:10  28 oktober  2019 Quelle:   dw.com

Pentagon veröffentlicht Aufnahmen von Baghdadi-Angriff

  Pentagon veröffentlicht Aufnahmen von Baghdadi-Angriff Erstmals zeigen die US-Streitkräfte Bilder von dem Angriff auf den Führer der Terrormiliz IS. Bagdadis Leichnam wurde demnach auf hoher See bestattet.• Die schwarz-weißen Luftaufnahmen zeigen US-Spezialkräfte, die auf das Gelände eindringen.

Der Präsident möchte den Tod al -Bagdadis als persönlichen Erfolg darstellen - einen Erfolg im Nahen Osten, den er gerade gut gebrauchen kann. Zumindest den militärischen Strategen muss aber klar sein: Al -Bagdadis Ableben wird keines der Probleme lösen , denen sich die USA im Nahen Osten

Abu Bakr al - Baghdadi , Gründer und Führer der Terrormiliz "Islamischer Staat", ist tot. Donald Trump verkündet den Tod Baghdadis: "Wie ein Hund gestorben ". Die Propagandaabteilung der Terrormiliz hatte davor und danach mit besonders grausamen Hinrichtungen auf sich aufmerksam gemacht und

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Der Anführer der Terrororganisation "Islamischer Staat" ist tot - und US-Präsident Donald Trump brüstet sich stolz mit diesem "Erfolg". Aber Feierlaune ist nicht angebracht, meint Carla Bleiker.

US-Präsident Donald Trump ist ein Meister der Inszenierung. Bedacht auf den Spannungsmoment kündigte er am Samstagabend lokaler Zeit auf Twitter an: "Gerade ist etwas sehr großes passiert!" Gemeint war der Tod von Abu Bakr al-Bagdadi. Der Anführer der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) starb bei einem Angriff im Nordwesten Syriens. US-Soldaten landeten am Samstag mit mehreren Hubschraubern vor dem Haus, in dem sich al-Bagdadi aufhielt. Der Terrorist floh in einen Tunnel, wo er eine Sprengstoffweste zündete und sich selbst und drei seiner Kinder tötete.

Terroranführer: Islamische Staat bestätigt den Tod al-Bagdadis und regelt die Nachfolge

  Terroranführer: Islamische Staat bestätigt den Tod al-Bagdadis und regelt die Nachfolge Terroranführer: Islamische Staat bestätigt den Tod al-Bagdadis und regelt die NachfolgeDie Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat den Tod ihres Anführers Abu Bakr al-Bagdadi bestätigt und einen einen Nachfolger benannt. Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraischi – so heißt der neue Anführer der Terrororganisation.

Der Tod des IS-Anführers Abu Bakr Al - Baghdadi wird in der westlichen Welt mit Erleichterung aufgenommen. Besonders deutliche Worte fand der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Turkish Presidential Press Service/DPA. Recep Tayyip Erdogan über den Tod des IS-Anführers Abu Bakr

Zahlreiche Begleiter al - Baghdadis hätten ebenfalls ihr Leben gelassen. Trump dankt Moskau. Al - Baghdadi wurde seit dem Verlust des IS-Herrschaftsgebiets in Syrien und im Irak mehrmals Der Kommentar eines Users wird gelöscht, wenn: er nicht dem Thema der zu kommentierenden

"Die USA haben den Nummer-1-Terroristen der Welt der Gerechtigkeit zugeführt", sagte Trump vor Journalisten im Weißen Haus am Sonntag. "Ich habe drei Jahre lang nach ihm gesucht."

Für die DW in Washington: Carla Bleiker © Provided by Deutsche Welle Für die DW in Washington: Carla Bleiker

Der Präsident möchte den Tod al-Bagdadis als persönlichen Erfolg darstellen - einen Erfolg im Nahen Osten, den er gerade gut gebrauchen kann. Der Truppenabzug aus dem Norden Syriens, den Trump Anfang des Monats verkündete und auf den eine Militäroffensive der Türkei gegen kurdische Milizen folgte, brachte selbst enge Vertraute aus den Reihen der Republikaner gegen ihn auf. Die Kurden, die in der Region Seite an Seite mit den USA gegen den IS gekämpft haben, fühlten sich betrogen. Und über allem stand die Sorge, ob der Rückzug der USA zu einem Erstarken der Terror-Gruppierungen in Syrien führen würde. Verteidigungsminister Mark Esper sprach vergangene Woche von etwa 100 IS-Kämpfern, die während der Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien aus einem Gefängnis entkamen.

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Al - Baghdadi hat sich selbst durch das Auslösen eines Sprengstoffgürtels umgebracht, auch zwei Frauen Dem NYT- Bericht zufolge sagte Trump, dass al-Bagdadi "wie ein Hund und wie ein Feigling gestorben " sei. Der Tod des früheren Kalifen, dem viele Treueeide geschworen wurden, wurde

Der IS hat den Tod al -Bagdadis bisher nicht bestätigt. Al -Bagdadi war der meistgesuchte Terrorist der Welt; die Organisation, die er führte, ist verantwortlich für Tausende Tote und hunderttausendfaches Leid. Wichtiger ist, ob durch den Tod Baghdadis dem IS ein entscheidender Schlag versetzt wurde

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Keine magische Problemlösung

Da kommt der Tod eines der meistgesuchten Terroristen gerade recht. Das drei Kinder bei der Aktion ebenfalls ums Leben kamen, ist etwas "unglücklich", aber immerhin: Keine toten Amerikaner! Das scheint die Denkweise in Washington zu sein, wo man den Einsatz als großen Erfolg feiert. Zumindest den militärischen Strategen muss aber klar sein: Al-Bagdadis Ableben wird keines der Probleme lösen, denen sich die USA im Nahen Osten gegenüber sehen.

Donald Trump will möglichst schnell raus aus den "endlosen Kriegen" in der Region. Dabei scheint es ihm egal zu sein, welche engen Verbündeten er dabei vor den Kopf stößt oder gar auf lange Zeit verliert. Ein toter IS-Anführer gleicht nicht die Terroristen aus, die aus Gefangenschaft fliehen konnten. Und er kann das Vertrauen zu den Kurden nicht wiederherstellen, die von den USA alleingelassen wurden und Kameraden oder Familienmitglieder in der Offensive der türkischen Armee verloren.

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Tod von IS-Anführer Al - Baghdadi Ende eines Schreckenskönigs ohne Land. IS-Chef Baghdadi wurde von einem US-Spezialkommando in Syrien getötet. Der Extremistenchef hatte am Ende nicht mehr viele Verbündete - verraten wurde er offenbar von jenen, die ihn in sein letztes Versteck schmuggelten.

IS-Chef al - Baghdadi möglicherweise getötet. Mehrfach wurde der Anführer der Terrormiliz IS schon totgesagt, jetzt soll Abu Bakr al - Baghdadi bei einem US-Militäreinsatz tatsächlich getötet worden sein. US-Präsident Trump twitterte: „Etwas sehr Bedeutendes ist gerade passiert.“ 0 Kommentare .

Wie viel Lob verdient der Präsident?

Abgesehen von den Problemen, die weiterhin bestehen - das US-Militär hat eine Mission erledigt, so wie sie sich der Commander in Chief vorgestellt hat. Trump bedankte sich in seiner Rede am Sonntag bei Russland, der Türkei, Syrien, dem Irak und den kurdischen Kämpfern in Syrien. Aber am meisten brüstete sich der Präsident selbst. Kurz nachdem die Nachricht über den Tod al-Bagdadis publik wurde, schickte Trumps Wiederwahl-Kampagne laut Washington Post eine E-Mail an potenzielle Unterstützer, in der es heißt: "Präsident Trump hat den Nummer-1-Terroristen der Welt der Gerechtigkeit zugeführt."

Als Osama bin Laden 2011 während der Präsidentschaft Barack Obamas von US Navy Seals getötet wurde, beschwerte sich Trump, es sei lächerlich, Obama dafür zu loben. "Hört auf, Obama dafür zu loben, Bin Laden getötet zu haben", schrieb der damalige Reality-TV-Star auf Twitter. "Die Navy Seals haben Bin Laden getötet." Bei mehreren Fernsehauftritten wiederholte Trump damals, Obama brüste sich völlig unverdient mit dem Tod des Terroristenführers.

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Mit dem Tod seines Anführers al - Baghdadi wird der IS nicht verschwinden. Das hängt auch mit dem politischen Chaos in der Region zusammen.

Al -Bagdadi sei in einen Tunnel geflüchtet und habe eine Sprengstoffweste zur Detonation gebracht. Er habe dabei auch drei Kinder mit in den Tod gerissen. Al -Bagdadi sei in einen Tunnel geflüchtet, der keinen Ausgang gehabt habe. Er sei «winselnd und weinend und schreiend» gestorben .

Nach dem Tod al-Bagdadis ist der Tenor aus dem Weißen Haus jetzt ein anderer.

Autor: Carla Bleiker

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Die Türkei und der IS .
Auch die Schwester des ehemaligen IS-Anführers al-Bagdadi wurde nahe der türkischen Grenze in Syrien aufgespürt. Der Vorfall verunsichert die Bevölkerung - ignoriert die Regierung die Bedrohung durch den IS? Als letzte Woche die US-Regierung verkündete, dass der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadis, im nordsyrischen Region Idlib durch einen Einsatz einer US-Spezialeinheit ums Leben kam, dürfte die Erleichterung in westlichen Staaten allgemein groß gewesen sein.

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