Welt & Politik Türkei kündigt Rückführung ausländischer IS-Kämpfer an

19:40  08 november  2019
19:40  08 november  2019 Quelle:   rp-online.de

Türkei schiebt deutsche IS-Kämpfer ab

  Türkei schiebt deutsche IS-Kämpfer ab Ankara. Ankara will 1000 ausländische Extremisten loswerden. Die deutschen IS-Kämpfer sollen schon am Montag heimgeschickt werden. Ein deutscher Gewalttäter des Islamischen Staates könnte schon an diesem Montag in die Bundesrepublik zurückkehren. Der Deutsch-Chinese Benjamin Xu, der vor fünf Jahren am ersten Mordanschlag des IS in der Türkei beteiligt war, sitzt in einem türkischen Gefängnis eine lebenslange Haftstrafe ab, doch Ankara will ihn loswerden. Xu soll deshalb auf ein Flugzeug nach Deutschland gesetzt werden.

Ankara. Die Türkei will am Montag mit der Rückführung ausländischer Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in ihre Heimatländer beginnen. Auch 20 deutsche IS-Anhänger sollen abgeschoben werden.

 Anhänger des IS sind in einer Autokolonne unterwegs. (Archivfoto) © Uncredited Anhänger des IS sind in einer Autokolonne unterwegs. (Archivfoto)

Die Rückführungen kündigte Innenminister Süleyman Soylu laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag an. Der Minister machte zunächst keine Angaben dazu, wohin die IS-Kämpfer zurückgeführt werden sollen oder auf welche Weise.

Der Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Fahrettin Altun, hatte der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ Anfang der Woche gesagt, die Türkei wolle auch 20 deutsche IS-Anhänger abschieben.

Trump und Erdogan treffen sich nun doch

  Trump und Erdogan treffen sich nun doch Immer wieder haben die USA oder ihr Präsident die Türkei in jüngster Zeit verärgert. Zuletzt sorgte eine Entscheidung des Repräsentantenhauses für massiven Groll in Ankara. Doch er scheint nicht von langer Dauer zu sein. © Getty Images/AFP/B. Smialowski Trump und Erdogan sparen nicht mit harten Worten und können scheinbar doch miteinander - hier Ende Juni in Osaka Ungeachtet der Spannungen zwischen beiden Ländern wird US-Präsident Donald Trump seinen türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan in der kommenden Woche im Weißen Haus empfangen.

Nach Angaben Erdogans sitzen derzeit 1149 Anhänger des IS in türkischen Gefängnissen. Davon seien 737 ausländische Staatsbürger. Mehrere europäische Staaten haben es bisher abgelehnt, IS-Anhänger zurückzuholen, die die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) gefangen genommen hatten.

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Die Türkei hatte am 9. Oktober eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG begonnen, die sie als Terrororganisation betrachtet. Während der türkischen Militäroffensive wurden nach Angaben von Soylu 287 IS-Anhänger festgenommen, darunter Frauen und Kinder.

Nordsyrien: "Es gab keine Waffenruhe"

  Nordsyrien: Aus nächster Nähe hat der Arzt Michael Wilk in Nordsyrien den Angriff der Türkei auf die Kurdengebiete erlebt. Im DW-Gespräch berichtet er von Verletzten, Vertriebenen und großem Misstrauen, was die Zukunft angeht. DW: Sie haben in einem Krankenhaus in Tell Tamer in Nordsyrien Verwundete versorgt. Tell Tamer liegt nur wenige Kilometer südlich der von der Türkei beanspruchten sogenannten Sicherheitszone. Dort haben Sie die 150-stündige Feuerpause und auch deren Ende miterlebt. Was haben Sie dort beobachtet? Michael Wilk: Wo wir waren gab es de facto keine Waffenruhe.

In Nordsyrien haben sich die Türkei und Russland als Schutzmacht des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad inzwischen darauf geeinigt, den zuvor zwischen Kurden und Türken umkämpften Grenzstreifen gemeinsam zu kontrollieren. Die von der YPG geführten SDF haben sich nach russischen Angaben zurückgezogen.

Soylu hatte europäischen Verbündeten der Türkei wie Großbritannien oder den Niederlanden in der Vergangenheit vorgeworfen, sich aus der Verantwortung zu ziehen, indem sie IS-Kämpfern die Staatsangehörigkeit entzögen und sich weigerten, diese zurückzunehmen. „Wir sind kein Hotel für jedermanns Daesh-Mitglieder“, hatte der türkische Innenminister gesagt. Mit „Daesh“ benutzte er eine arabische Bezeichnung für den IS.

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