Welt & Politik Barack Obama: So wird man Donald Trump nicht schlagen

08:55  19 november  2019
08:55  19 november  2019 Quelle:   zeit.de

Barack Obama: „Sei höflich und nützlich“

  Barack Obama: „Sei höflich und nützlich“ Barack Obama: „Sei höflich und nützlich“Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat in einem Gespräch mit Salesforce-Mitgründer Marc Benioff die Technologiebranche und die Medien kritisiert. Außerdem warnte er in seinem Auftritt auf der Salesforce Kundenkonferenz Dreamforce in San Francisco vor einem wachsenden Zynismus in der Gesellschaft, der Talente davon abschrecke, eine Karriere in der Politik oder öffentlichen Institutionen anzustreben. „Wenn wir jungen Leuten den Eindruck vermitteln, dass ohnehin nichts funktioniert, es nur um Machterhalt geht und alles korrupt ist, dann hilft das niemanden“, sagte der 44. Präsident der USA.

Wahlen funktionieren in Amerika stark über Versprechen und Verheißungen – Barack Obama wie Donald Trump haben das bewiesen. © Bill Pugliano/​Getty Images, Tom Brenner/​Reuters Wahlen funktionieren in Amerika stark über Versprechen und Verheißungen – Barack Obama wie Donald Trump haben das bewiesen.

Barack Obama hat die Demokraten vor einem Linksschwenk gewarnt. Ausgerechnet. Will die Partei gegen Trump gewinnen, muss sie endlich aufhören, diese Debatte zu führen.

Ach, es war so schön. Damals, als dieser aufstrebende, unbekannte Politiker die Massen begeistert hat. Mit Reden voller "hope" und "change". Viel mehr musste auch gar nicht auf die kunstvollen Wahlplakate geschrieben werden. Der junge Senator aus Illinois war die Botschaft für Amerika, ein Versprechen, dass alles anders werden könnte nach acht Jahren George W. Bush, einem konservativen Rechtsruck im Land, zwei Kriegen und viel Frust. Elf Jahre ist es her, dass Barack Obama in der Nacht des 4. November 2008 in Chicago seine Siegesrede hielt. 

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  Zusammenarbeit ausgebaut: Hugendubel-Buchshops künftig auch in Kaufhof-Filialen Bis Ende 2020 wird das Shop-im-Shop-Konzept umgesetzt.Das interessiert MSN-Leser auch:

"Hallo Chicago, wenn es da draußen immer noch jemanden gibt, der daran zweifelt, dass in Amerika alles möglich ist, wenn es jemanden gibt, der glaubt, der Traum unserer Gründerväter sei nicht mehr lebendig, der an der Kraft der Demokratie zweifelt – dann ist diese Nacht unsere Antwort darauf", begann der erste afroamerikanische Präsident der USA seine Rede.

Diese Novembernacht ist lange her. Heute spricht bei seinen exzellent bezahlten Vorträgen ein anderer Obama. Einer, der seine Partei vor einem radikalen Linksschwenk warnt. "Der Durchschnittsamerikaner ist nicht der Ansicht, dass wir das ganze System niederreißen und neu aufbauen müssen", sagte er bei einer Veranstaltung Ende vergangener Woche. Ein zu linker Kandidat, so die nicht neue These, werde zu viele Wählerinnen und Wähler verschrecken, die dann ihre Stimme Donald Trump geben. Ein Alptraumszenario für die Demokraten. Aber eins, das man nicht lösen wird, indem man sich weiter ständig der Frage widmet: "Wie links ist zu links?"

Warum Barack Obama lieber in einem Hampton Inn übernachtet

 Warum Barack Obama lieber in einem Hampton Inn übernachtet © Hannes Magerstaedt / Getty Images Barack Obama Nichts klingt aufregender als ein Luxus-Hotelzimmer mit allem letzten Schliff. Aber manchmal möchten Sie einfach einen einfacheren Ort, um Ihren Kopf hinzulegen. Und der frühere Präsident Barack Obama ist nicht anders und erzählt einer Gruppe auf einer Konferenz in Atlanta, dass er manchmal lieber in einem Hampton Inn eincheckt als in einer schicken Präsidentensuite, , laut Washington Post .

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Obama war ein guter Präsident, aber wahrlich nicht der linke Heilsbringer, zu dem ihn sein Wahlkampfteam gemacht hat und den so eine Mehrheit der Amerikaner gewählt hat. Er war ein moderater Demokrat, einer, der Kompromisse gemacht hat. Ein Präsident, der – frustriert durch die Mühen der Ebene der Washingtoner Politik und einen Kongress, der in weiten Teilen seiner beiden Amtszeiten republikanisch dominiert war – getan hat, was möglich war. Darunter eine historische Gesundheitsreform, Obamas wohl größter Erfolg. Darunter aber auch Rettungspakete für Banken, ausgeweitete Drohnenkriege, die Förderung der Öl- und Gasindustrie.

Auf Obamas Aussagen folgte am Wochenende, was folgen musste: unzählige Artikel über die Frage, wo sich die einzelnen Präsidentschaftsbewerber nun einsortieren innerhalb des linken Spektrums. Ein Hashtag #TooFarLeft, unter dem auf Twitter vermeintlich zu linke Inhalte wie Mindestlohn und Gesundheitsversorgung geteilt werden. Und Spekulationen darüber, ob Obama mit seinen Äußerungen nicht nur die weiter links stehenden Kandidaten Bernie Sanders oder Elizabeth Warren treffen, sondern gleichzeitig seinen ehemaligen Vizepräsidenten Joe Biden stärken wollte – dem er bis jetzt eine offizielle Unterstützung verwehrt hat. 

Trumps hemdloses Rocky-Makeover gibt Twitter-Witzen ein Training.

 Trumps hemdloses Rocky-Makeover gibt Twitter-Witzen ein Training. -Präsident Donald Trump kämpft. Am Mittwoch twitterte der Präsident ein berühmtes Foto von Sylvester Stallone als fiktiven Boxer Rocky Balboa - nur dieses Bild hatte Trumps Kopf, wo Stallones sein sollte. © Twitter Cue das berühmte Gonna Fly Now-Titellied, weil Twitter -Benutzer ihre schweren Witze und Memes herausholten. Mehr als ein Twitter-Nutzer sah eine Ähnlichkeit mit einer berühmten Simpsons-Szene, in der Homer ein wenig im Spiegel träumt.

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Mit einem "Alles ist möglich"-Gefühl allein gewinnt man das Weiße Haus nicht

Das alles wird den Demokraten nur überhaupt nicht helfen, Trump im kommenden Jahr zu schlagen. Dass "in Amerika alles möglich ist", wie Obama es einst formulierte, hat nicht nur seine Wahl gezeigt, sondern auch die von Donald Trump. Und es wäre naiv zu glauben, dass die Demokraten nur dank dieses "Alles ist möglich"-Gefühls das Weiße Haus zurückerobern.

Wahlen funktionieren in Amerika zwar stark über Bilder, Projektionen, Versprechen und Verheißungen – Obama wie Trump haben das bewiesen. Aber sie hängen eben auch in einem hohen Maße von einer kleinen Gruppe Wählerinnen und Wähler in wenigen Staaten ab, die politisch nicht festgelegt sind und sich alle vier Jahre neu entscheiden. 

Dafür ist es natürlich wichtig, inwieweit Umfragen darauf hinweisen, dass Menschen von umfassenden Bildungsideen, tiefgreifendem Klimaschutz und anderen, aus demokratischer Sicht sehr linken Ideen abgeschreckt werden. Aber für die Demokraten muss es darum gehen, diese Wählerinnen nicht darüber zu erreichen, ihnen eine vermeintlich linke Idee als akzeptabel zu verkaufen. Sondern es muss darum gehen, eine gute inhaltliche Idee eben als genau das zu präsentieren: eine gute Idee. Egal mit welchem Label. Und deutlich zu machen, warum diese Politik unterstützenswert ist.

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 15 besten Winterfestivals in den USA WASHINGTON, 22. November (Reuters) - Die republikanischen Vorsitzenden zweier US-Senatsausschüsse haben das Finanzministerium gebeten, Berichte über Geldwäsche oder Betrug im Zusammenhang mit den Geschäftsbeziehungen des Sohnes des ehemaligen Vizepräsidenten Joe Biden vorzulegen mit einem ukrainischen Energieunternehmen, laut einem Brief von Reuters am Freitag. © Associated Press DATEI - In diesem Aktenfoto vom 11.

Ein Mindestlohn, ein gerechteres Bildungssystem und umfassender Klimaschutz sollten unbedingt dazu gehören. Das richtig zu verkaufen, nicht über eine verschreckendes "Achtung links", muss die Aufgabe sein. Elizabeth Warren hat übrigens nach Obamas Äußerung nicht darauf reagiert, ob sie nun zu links sei oder nicht. Und ihn für seine umfassende – für konservative Wähler unerträgliche – Gesundheitsreform gelobt.

Der Kohlearbeiter im Mittleren Westen hat seinen Job schon seit Jahren verloren. Trump wird ihn nicht zurückbringen, und egal ob Biden, Sanders oder Warren gegen ihn antreten, auch sie werden ihn nicht zurückbringen. Viele Menschen in den USA haben Angst um ihre Zukunft. Die Demokraten haben Angst vor einer falschen Richtung und damit vor vier weiteren Jahren Donald Trump. Mit Ängsten ist das so seine Sache: Sie machen starr, unbeweglich und unfrei. Antworten auf die Ängste der Menschen formulieren, das ist die Aufgabe der Demokraten, wollen sie die Präsidentschaftswahl gewinnen. In Sachen Verkaufe können sie dabei durchaus von Obama lernen. Aber sie müssen sich dafür vor allen Dingen von unnötigen Debatten und den darin liegenden Ängsten endlich befreien.

Tim Cook wird laut Bericht Donald Trump in der Apple-Fabrik in Texas beherbergen. .
-Präsident Donald Trump und Apple-CEO Tim Cook werden voraussichtlich bald gemeinsam die Produktionsstätten des Unternehmens in Texas besichtigen, berichtete CNBC am Dienstag . © Foto von Tom Brenner / Getty Images Weder das Weiße Haus noch Apple haben die Reise offiziell angekündigt, aber die Tour würde Cooks freundschaftliche Beziehung zu Trump und der gegenwärtigen Regierung betonen, da sich der Handelskrieg der USA mit China weiter hinzieht.

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