Welt & Politik Gaslecks in Nord Stream 1 und 2 entdeckt

15:50  27 september  2022
15:50  27 september  2022 Quelle:   dw.com

Panne bei Nord Stream 2: Russland-Gaspipeline droht nach Leck leerzulaufen

  Panne bei Nord Stream 2: Russland-Gaspipeline droht nach Leck leerzulaufen Am Montagmorgen war ein Druckabfall in der Ostseepipeline bemerkt worden.Der Gasaustritt sei in der ausschließlichen Wirtschaftszone Dänemarks südöstlich der Insel Bornholm lokalisiert worden, teilte die Nord Stream 2 AG am Montagnachmittag und verwies auf die Zusammenarbeit mit den Marinebehörden. Diese haben als Vorsichtsmaßnahme eine Sicherheitszone eingerichtet. Die Ursache für das ausgemachte Leck blieb zunächst unklar, die Untersuchungen dauerten an.

Auch wenn es nicht mehr floss, gab es Gas in den beiden Pipelines Nord Stream 1 und 2. Das tritt nun aus. Die Suche nach der Ursache der Lecks in den beiden Pipelines läuft. Das Wort Sabotage liegt in der Luft.

Eine sichere Gasversorgung für Europa ist Nord Stream nicht. Nun haben die Pipelines auch noch Lecks. © Hannibal Hanschke/REUTERS Eine sichere Gasversorgung für Europa ist Nord Stream nicht. Nun haben die Pipelines auch noch Lecks.

Bei den beiden deutsch-russischen Gasleitungen, die durch die Ostsee führen, Nord Stream 1 und Nord Stream 2 tritt Gas aus, wie von dänischen und schwedischen Behörden bestätigt wurde. Insgesamt haben die dänischen Behörden drei Lecks entdeckt. Die Lecks würden in der dänischen und in der schwedischen Wirtschaftszone liegen. Obwohl beide Gaspipelines nicht in Betrieb waren, habe sich Gas in den Leitungen befunden, das nun austrete.

Gasleitungen: Von unbenutzt zu unbenutzbar – Probleme legen Ostsee-Pipelines lahm

  Gasleitungen: Von unbenutzt zu unbenutzbar – Probleme legen Ostsee-Pipelines lahm Gasleitungen: Von unbenutzt zu unbenutzbar – Probleme legen Ostsee-Pipelines lahmInnerhalb von 24 Stunden haben beide derzeit ohnehin ungenutzten deutsch-russischen Ostsee-Gaspipelines – Nord Stream 1 und 2 – Druckprobleme gemeldet. Das Kontrollzentrum habe einen Druckabfall in beiden Röhren der Nord Stream 1-Pipeline festgestellt, teilte der Betreiber am Montagabend mit. Demnach sank die Kapazität der Pipeline ungeplant auf null. Die Ursache werde untersucht.

Am Montag war zunächst ein starker Druckabfall in der fertiggestellten, aber nie in Betrieb genommenen Pipeline Nord Stream 2 gemeldet worden. Die dänischen Behörden und die Betreiberfirma der Leitung erklärten später, dass dies auf ein Gasleck in der Nähe der Insel Bornholm zurückgehe. Dänemark erhöhte infolge der Lecks die Sicherheitsstufe zur Überwachung seiner Energieinfrastruktur. Außerdem sperrte Dänemark den Bereich für die Schifffahrt ab. Das Leck sei gefährlich für die Schifffahrt und das Fahren innerhalb eines Bereichs von fünf Seemeilen von der besagten Position verboten. Später wurde auch bei Nord Stream 1 ein starker Druckabfall gemeldet. Ein Grund dafür wurde zunächst nicht genannt.

In Lubmin endet die Nord Stream 1 Pipeline, durch die seit 2011 bis vor kurzem russisches Erdgas nach Deutschland floss. © Jens Büttner/dpa/picture alliance In Lubmin endet die Nord Stream 1 Pipeline, durch die seit 2011 bis vor kurzem russisches Erdgas nach Deutschland floss.

Brüssel sagt, es sei zu früh, um die Ursachen von Lecks im Nord -Stream 1 und 2 Pipelines

 Brüssel sagt, es sei zu früh, um die Ursachen von Lecks im Nord -Stream 1 und 2 Pipelines zu bestimmen. Die Europäische Kommission sagte am Dienstag, es sei immer noch "verfrüht", die möglichen Ursachen für die Lecks im Nord -Stream 1 und 2 Pipelines zu bestimmen Montagnachmittag von den dänischen Behörden entdeckt. © bereitgestellt von News 360 Nord Stream Facility in Lubmin, Deutschland - Stefan Sauer/DPA "Zu diesem Zeitpunkt ist es immer noch verfrüht zu spekulieren, was die Ursachen sind" folgt "die Ereignisse eng mit den betroffenen Mitgliedstaaten".

Ursachenforschung: Sabotage möglich

Zu einer möglichen Ursache der Schäden lagen von offizieller Seite bislang keine Angaben vor. Der Berliner Tagesspiegel berichtete unter Verweis auf Informationen aus deutschen Sicherheitskreisen, dass es sich wahrscheinlich um Sabotage handle. "Unsere Fantasie gibt kein Szenario mehr her, das kein gezielter Anschlag ist", zitierte die Zeitung ihre Quelle. Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin (Grüne) ging ebenfalls von einer "gewaltsamen Störung" aus.

"An Spekulationen beteiligen wir uns nicht", erklärte hingegen das Bundeswirtschaftsministerium und verwies auf die Sicherheitsbehörden. Das dänische Klima- und Energieministerium forderte ein "höheres Maß an Wachsamkeit im Strom- und Gassektor".

Versorgung und Umwelt wohl nicht gefährdet

Die Bundesnetzagentur sieht nach dem Druckabfall in der Nord-Stream-1-Pipeline keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit. "Wir sind dabei, im Austausch mit dem Bundeswirtschaftsministerium und den betroffenen Behörden auch hier den Sachverhalt aufzuklären. Aktuell kennen wir die Ursachen für den Druckabfall nicht", teilt ein Sprecher der Behörde mit. "Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit sehen wir nicht", ergänzt er.

Brüssel sagt, es sei zu früh, um die Ursachen von Lecks im Nord -Stream 1 und 2 Pipelines

 Brüssel sagt, es sei zu früh, um die Ursachen von Lecks im Nord -Stream 1 und 2 Pipelines zu bestimmen. Die Europäische Kommission sagte am Dienstag, es sei immer noch "verfrüht", die möglichen Ursachen für die Lecks im Nord -Stream 1 und 2 Pipelines zu bestimmen Montagnachmittag von den dänischen Behörden entdeckt. © bereitgestellt von News 360 Nord Stream Facility in Lubmin, Deutschland - Stefan Sauer/DPA "Zu diesem Zeitpunkt ist es immer noch verfrüht zu spekulieren, was die Ursachen sind" folgt "die Ereignisse eng mit den betroffenen Mitgliedstaaten".

Auch Umweltgefahren wegen des Lecks bei Bornholm drohen aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zumindest kurzfristig nicht. Der Organisation zufolge entspreche Erdgas dem Treibhausgas Methan, welches sich teilweise im Wasser löse und nicht giftig sei. Selbst im Falle einer Explosion unter Wasser gäbe es nur lokale Effekte, so ein Sprecher. Schädlich ist Methan vor allem für das Klima.

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Nord Stream 2 war trotz erheblicher Kritik insbesondere aus östlichen EU-Staaten und den USA parallel zur Leitung Nord Stream 1 durch die Ostsee verlegt worden und sollte den Gasfluss von Russland nach Deutschland erheblich erhöhen. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine entschied die Bundesregierung, die Pipeline nicht in Betrieb zu nehmen.

Aus Nord Stream 1 kommt bereits seit Wochen kein Gas mehr in Deutschland an. Russland verwies auf technische Probleme. Die Bundesregierung warf Moskau vor, es setze Gas als außenpolitisches Druckmittel ein.

iw/hb (afp, dpa, rtr)

Moskau bestätigt Einsatzbereitschaft von Nord Stream 2 .
Der mutmaßliche Sabotageakt gegen die Nord Stream Pipelines hat nach Angaben aus Moskau offenbar die von Russland präferierte Leitung Nord Stream 2 verschont. «Was Nord Stream 2 betrifft, so ist diese Pipeline bisher nach vorläufiger Einschätzung tatsächlich in technisch geeignetem Zustand», sagte Russlands Energieminister Alexander Nowak am Mittwoch im Staatsfernsehen. Er bot an, durch diese Leitung Gas nach Europa zu liefern. Zugleich forderte er eine Beteiligung Russlands an den Ermittlungen zur Sabotage. © Stefan Sauer/dpa/Archiv Rohrsysteme und Absperrvorrichtungen in der Gasempfangsstation der Ostseepipeline Nord Stream 2.

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