Welt & Politik AfD: Gauland tritt ab – und eröffnet den Kampf um seine Nachfolge

06:15  28 november  2019
06:15  28 november  2019 Quelle:   handelsblatt.com

Parteitag: AfD-Mitglieder wollen Partei für rechtsextreme „Identitäre Bewegung“ öffnen

  Parteitag: AfD-Mitglieder wollen Partei für rechtsextreme „Identitäre Bewegung“ öffnen Mitglieder der AfD wollen mehr „jungen Patrioten“ in die Partei aufnehmen.Darin heißt es: „Die Identitäre Bewegung Deutschlands besteht aus vielen jungen Patrioten, die sich, genau wie die AfD aus Sorge vor der Zukunft Deutschlands gegründet hat.“ Die Bewegung müsse daher von der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der Partei gestrichen werden.

AfD -Kandidaten für den Vorstand. JÖRG MEUTHEN (58) steht seit Juli 2015 an der Spitze der AfD - anfangs als Co-Vorsitzender neben Frauke Petry Als kein Kandidat die erforderliche Mehrheit erhielt, trat Gauland im nächsten Wahlgang an. Daraufhin zog Sayn-Wittgenstein ihre Kandidatur zurück.

Alexander Gauland stellt sich nach zwei Jahren an deren Spitze bei der Alternative für Deutschland nicht mehr zur Wiederwahl. AfD -Chef Alexander Gauland wird einem Bericht zufolge beim Parteitag an diesem Wochenende nicht noch einmal für sein Amt kandidieren.

Alexander Gauland wird nicht mehr als Parteivorsitzender kandidieren. © dpa Alexander Gauland wird nicht mehr als Parteivorsitzender kandidieren.

Unter Alexander Gauland ist die AfD deutlich nach rechts gerückt. Jetzt gibt er sein Parteiamt ab. Sein Wunschnachfolger wird vom radikalen Flügel unterstützt. 

Nach langem Hin und Her ist die Entscheidung gefallen: AfD-Chef Alexander Gauland wird auf dem Parteitag am Wochenende nicht mehr als Parteivorsitzender kandidieren. Wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten, ist der Entschluss am Dienstagabend getroffen worden.

Zuvor war spekuliert worden, dass Gauland womöglich doch noch einmal in letzter Minute antreten könnte, sollte sich abzeichnen, dass sein Wunschnachfolger nicht ausreichend Rückhalt in der Partei haben sollte. Für Gaulands Kandidaten, den sächsischen Bundestagsabgeordneten Tino Chrupalla, sollen sich nun aber genügend Unterstützer gefunden haben. Demnach will die rechtsradikale Gruppierung „Der Flügel“ um den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke mit großer Mehrheit für ihn stimmen.

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  Mauricio Pochettino offenbar mit lukrativer Klausel in Vertrag bei Tottenham Hotspur Der bei Tottenham Hotspur kürzlich entlassene Mauricio Pochettino gilt als möglicher Trainerkandidat beim FC Bayern München. Doch der ehemalige Spurs-Coach scheint ein Detail in seinem Vertrag mit den Londonern zu besitzen, das einen frühzeitigen Wechsel erschweren könnte.Mehr: Pochettinos emotionale Abschiedsnachricht

Die AfD will in Braunschweig eine neue Parteispitze wählen. Wer diesmal das Rennen macht, ist schwer vorherzusagen.

Zum Jahrestag des Ereignisses von 1989 haben sich die Abgeordneten im Bundestag einen Schlagabtausch geliefert. Die Attacke eines AfD -Mannes sorgte für Kopfschütteln im Bundestag. (Quelle: Reuters).

Ob Gaulands Rechnung aufgeht, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Um seine Nachfolge wird es wohl eine Kampfabstimmung geben. Auch Gottfried Curio will Parteichef werden. Der innenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion verfügt zwar nicht über ein dichtes Netzwerk persönlicher Kontakte in der Partei. Durch seine in scharfer Rhetorik vorgetragenen Parlamentsreden hat er allerdings bundesweite Bekanntheit erlangt. Schwadroniert er über einen drohenden „Bevölkerungsaustausch“ und das Fortpflanzungsverhalten von Afrikanern, ist ihm der Beifall von AfD-Anhängern sicher.

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Gauland verzichtet angeblich auf erneute Kandidatur als Partei-Chef

  Gauland verzichtet angeblich auf erneute Kandidatur als Partei-Chef Gauland verzichtet angeblich auf erneute Kandidatur als Partei-ChefDas berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Mittwoch auf ihrer Internetseite. Der sächsische AfD-Politiker Chrupalla hatte seine Kandidatur am Mittwoch dem "Spiegel" bestätigt.

Der sächsische AfD -Politiker Tino Chrupalla tritt bei der Wahl zu einem der beiden Vorsitzenden der AfD Der Berliner AfD -Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio wirft seinen Hut im Kampf um den Für die engere Führung der Partei kandidiert auch Alice Weidel, bislang an der Seite von Gauland

AfD -Chef Alexander Gauland wird sich nicht zur Wiederwahl stellen. Wer statt dessen beim kommenden Parteitag in Braunschweig das Rennen macht, ist völlig offen. Vor allem der Berliner Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio hat die Planungen für den AfD -Bundesparteitag mit seiner

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Entscheidend wird bei der Vorstandswahl deshalb sein, wie sich Chrupalla und Curio den Delegierten präsentieren. Da AfD-Parteitage in der Vergangenheit schon überraschende Wendungen genommen haben, könnte es auch diesmal anders kommen. Fiele Chrupalla durch, wäre das für Gauland eine schwere Niederlage. Ein aus seiner Sicht strategisch wichtiger Schachzug würde zunichtegemacht.

Denn die Personalie Chrupalla ist in mehrfacher Hinsicht nachvollziehbar. Zum einen aus Proporzgründen. Die Ost-AfD hat bislang im Parteivorstand keine sonderlich große Rolle gespielt, obwohl die dortigen Landesverbände bei Wahlen fulminante Ergebnisse erzielten. Insofern ist es folgerichtig, wenn Gauland nun einen Ostdeutschen in die Spitze hieven will.

Chrupalla hat außerdem schon einen Wahlkampf erfolgreich bestritten. Bei der Bundestagswahl 2017 bootete er den damaligen sächsischen CDU-Generalsekretär und heutigen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer im Wahlkreis Görlitz aus und zog per Direktmandat ins Parlament ein. Dort ist er inzwischen Vizechef der Bundestagsfraktion.

Gauland hält sich erneute Kandidatur für Parteivorsitz doch noch offen

  Gauland hält sich erneute Kandidatur für Parteivorsitz doch noch offen Gauland hält sich erneute Kandidatur für Parteivorsitz doch noch offenDie "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte am Mittwoch berichtet, die AfD-Spitze habe sich darauf verständigt, dass Gauland nicht mehr antreten werde. Auch die Kandidatur Chrupallas sei auf einem Krisentreffen am Dienstag abgesprochen worden.

Gauland - Nachfolge Chrupalla will AfD -Chef werden. Auf dem anstehenden Bundesparteitag wird die AfD sich Immer wieder ging es um die Frage: Tritt Alexander Gauland , bislang Co-Parteichef an der Seite von Jörg Meuthen Sein Entschluss, für die Gauland - Nachfolge zu kandidieren, wurde nach

Turbulente Tage für AfD ? Gauland tritt nicht erneut an - Aufsteiger aus Sachsen steht für Nachfolge bereit. Update vom 27. November: AfD -Chef Alexander Gauland wird einem Bericht zufolge beim Parteitag an diesem Wochenende nicht noch einmal für sein Amt kandidieren.

„Den radikalsten Kräften in der AfD ein bürgerliches Gesicht gegeben“

Ob es Chrupalla allerdings gelingen würde, wie Gauland als Integrationsfigur zu wirken, um die verschiedenen Strömungen in der Partei zu befrieden, ist fraglich. Dass er von Höckes „Flügel“ unterstützt wird, verheißt in dieser Hinsicht nichts Gutes. Auch wenn Chrupalla dem „Flügel“ nicht angehört: Gegen Höcke dürfte er sich kaum positionieren.

Er dürfte vielmehr den Gauland-Kurs fortsetzen – womöglich aber mit dem Effekt, dass der rechte Parteiflügel noch weiter an Einfluss gewinnt. „Gaulands Vermächtnis besteht darin, dass er den radikalsten Kräften in der AfD ein bürgerliches Gesicht gegeben hat“, sagte der Mainzer Politikwissenschaftler Kai Arzheimer dem Handelsblatt. Soll heißen: Der 78-Jährige hat sich nicht gegen extreme Tendenzen gestellt. Im Gegenteil: Mit ihm als eine Art Schutzpatron konnte der rechtsnationale Flügel um Höcke schalten und walten, wie er wollte, wodurch die Radikalisierung der AfD in den vergangenen Jahren weit fortgeschritten ist.

AfD-Parteitag in der Sperrzone

  AfD-Parteitag in der Sperrzone Abgeschottet von den Protesten Tausender ihrer Gegner beginnt in Braunschweig ein richtungsweisender AfD-Parteitag. Für den hat Alexander Gauland hat einen Plan. Es ist ziemlich laut in Braunschweig an diesem Morgen. In der Volkswagenhalle hören die 570 Delegierten die Eröffnungsrede von Alexander Gauland. Draußen formiert sich zur gleichen Zeit ein Anti-AfD-Demonstrationszug von einigen Tausend Menschen. Dazwischen: ziemlich viel Polizei und ein schwarzer Sichtschutz direkt vor der Halle. Damit die Delegierten diskret anreisen können. Auf dem Weg in die Halle müssen die Delegierten mehrere Polizeiposten passieren.

Zum Jahrestag des Ereignisses von 1989 haben sich die Abgeordneten im Bundestag einen Schlagabtausch geliefert. Die Attacke eines AfD -Mannes sorgte für Kopfschütteln im Bundestag. (Quelle: Reuters).

Anstehender Bundesparteitag: AfD -Chef Gauland bereitet seine Nachfolge vor – Chrupalla will an die Spitze. Die AfD will in Braunschweig eine neue Ob der Malermeister aus Ostsachsen den Parteitag in Braunschweig für sich gewinnen kann, bleibt abzuwarten. Konkurrenzlos tritt er jedenfalls nicht an

Für Gauland war die AfD schon die dritte Phase seiner Karriere. In der ersten Phase war er CDU-Mitglied und Staatssekretär in Hessen, später dann Herausgeber der „Märkischen Allgemeinen“ in Potsdam. In seinen Reden macht Gauland gelegentlich historische Anspielungen.

Im vergangenen Jahr hatte er bei einer AfD-Veranstaltung gesagt, Hitler und die Nazis seien „nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“. Damit löste er große Empörung aus. Der Satz fiel nach einem Bekenntnis zur Verantwortung der Deutschen für den Nationalsozialismus mit Millionen ermordeten Juden und Millionen Kriegstoten. Später hatte Gauland in einer Stellungnahme von einem „Fliegenschiss“ gesprochen.

Die AfD ist Gaulands späte Rache dafür, dass sich in der CDU keine Mehrheit mehr für einen rechtskonservativen Kurs fand. Menschen, die ihn schon in seiner Zeit als Herausgeber kannten, sagen, seine Ablehnung einer großzügigen Migrationspolitik sei nicht nur Taktik, sondern schon lange Teil seiner politischen Überzeugung.

Gauland hinterlässt zahlreiche Baustellen

Wenn Gauland jetzt abtritt, hinterlässt er eine Partei, die isoliert ist im Parteienspektrum. Und die, wenn er nicht mehr der Anführer ist, erst einmal mit sich selbst beschäftigt sein dürfte. Es liegen einige Baustellen brach, um die sich sein Nachfolger kümmern muss.

Geeint gegen die Welt da draußen

  Geeint gegen die Welt da draußen Geeint gegen die Welt da draußenEs geht ungewöhnlich schnell an diesem Samstagnachmittag, geschmeidig läuft dieser Parteitag im Sinne des Bundesvorstands der AfD. Die sonst oft so unberechenbare Basis der rechtsnationalen Partei folgt ganz dem Plan ihrer Granden, als es in der Volkswagenhalle in Braunschweig um die Wahl ihres neuen Führungsduos Jörg Meuthen und Tino Chrupalla geht. Die vorab getroffenen Absprachen gehen auf. Es gibt kein Durcheinander, kein Chaos. In der Partei mögen sie darüber erleichtert sein. Es hat einige schlimme Parteitage und Wahlen bei der AfD gegeben.

AfD -Vize Gauland eröffnet mit „ Deutschland zuerst“ den Wahlkampf. Der AfD -Vize Alexander Gauland hat auf einer Wahlkampfkundgebung in Schwerin „Schutz vor fremdem Gesindel und Schutz vor einheimischem Gesindel“ gefordert.

Alexander Gauland will seine AfD -Spitzenämter in Brandenburg aufgeben, um auf Bundesebene aktiv zu sein. Damit rücken in der Mark zwei Hardliner nach.

Nach wie vor ist unklar, wo die Partei, die sich gerne als Partei der „kleinen Leute“ gibt, in wichtigen sozialpolitischen Fragen steht. Der ursprünglich für September geplante Rentenparteitag ist auf das Jahr 2020 verschoben worden. Die Partei ringt seit einem Jahr um einen Kompromiss im Streit über ein Rentenkonzept. Auch die Spendenaffäre um Fraktionschefin Alice Weidel beschäftigt schon seit Monaten die Partei, den Bundestag und auch Staatsanwälte - ohne das ein Ende absehbar wäre.

Die künftige Parteispitze muss zudem eine Antwort auf die Frage geben, wie sie mit der drohenden Beobachtung der Gesamtpartei durch den Verfassungsschutz umgehen will. Ohne wirksame Gegenstrategie läuft die AfD Gefahr, dass sich Wähler in nicht geringer Zahl von ihr abwenden. Ob der potenzielle Gauland-Nachfolger Chrupalla imstande ist, das zu verhindern?

Blickt man auf seinen Umgang mit Medien, kommen Zweifel auf. Anfang 2019 hatte Chrupalla in einem Brief an die Mitglieder des Görlitzer Kreisverbands der Presse eine „Spaltungs- und Zersetzungsstrategie“ vorgeworfen und angekündigt, eine schwarze Liste mit Namen von vermeintlich „unseriösen Journalisten“ anzulegen. Der Deutsche Journalisten-Verband wertete das Vorgehen seinerzeit als einen „bewussten Angriff auf die Pressefreiheit“.

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Wachstumsschmerzen bei der AfD .
Die AfD will regieren und erwachsen werden. Doch das ist ganz schön kompliziert. Beobachtungen vom Parteitag in Braunschweig. Wie sehr Alexander Gauland dem gewöhnlichen Geschehen entrückt ist, war bislang allenfalls zu erahnen. Gauland, 78, tritt am Samstagmorgen ans Rednerpult. Er hat einen Frosch im Hals, aber er muss nicht lange reden. Seine Aufgabe ist es bloß, die knapp 600 Delegierten zu begrüßen. Gauland sagt: „Ich eröffne den sechsten Bundesparteitag der Alternative für Deutschland.

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