Welt & Politik Tunesien fühlt sich von Libyen-Konferenz ausgeschlossen

17:00  15 januar  2020
17:00  15 januar  2020 Quelle:   dw.com

Bürgerkrieg: Waffenruhe in Libyen offenbar gebrochen

  Bürgerkrieg: Waffenruhe in Libyen offenbar gebrochen Das wirft zumindest die international anerkannte Regierung in Tripolis den Truppen von Ex-General Chalifa Haftar vor. Russland und die Türkei hatten den Waffenstillstand vermittelt.• Zuletzt hatten die Türkei und Russland eine Waffenruhe angemahnt. Bei einem Treffen mit Kreml-Chef Wladimir Putin bemüht sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel um eine Friedenslösung.

Tunesiens Botschafter in Deutschland, Ahmed Chafra, ist befremdet. Denn sein Land sei nicht zur Teilnahme an der Libyen - Konferenz am kommenden Sonntag in Berlin eingeladen worden, sagte er der Deutschen Welle. Der Präsidentenpalast der Republik Tunesien .

Tunesien fühlt sich von Libyen - Konferenz ausgeschlossen . Tunesiens Botschafter in Deutschland, Ahmed Chafra, ist befremdet. Denn sein Land sei nicht zur Teilnahme an der Libyen - Konferenz am kommenden Sonntag in Berlin eingeladen worden, sagte er der Deutschen

Der Präsidentenpalast der Republik Tunesien © picture-alliance/dpa Der Präsidentenpalast der Republik Tunesien

Tunesiens Botschafter in Deutschland, Ahmed Chafra, ist befremdet. Denn sein Land sei nicht zur Teilnahme an der Libyen-Konferenz am kommenden Sonntag in Berlin eingeladen worden, sagte er der Deutschen Welle.

Tunesiens Botschafter in Deutschland, Ahmed Chafra, hat in einem Interview der Deutschen Welle sein "großes Befremden" darüber geäußert, dass sein Land nicht zur Teilnahme an der Libyen-Konferenz am kommenden Sonntag in Berlin eingeladen worden sei.

"Dies hat uns sehr überrascht, denn Tunesien ist das Land, das bei dem, was in Libyen passiert, den größten Schaden nimmt." Chafra sagte in dem Interview, der Ausschluss Tunesiens von der Konferenz erstaune ihn umso mehr, als Tunesien und Deutschland eigentlich seit vielen Jahrzehnten "exzellente und vertrauensvolle Beziehungen" unterhielten und erst kürzlich miteinander vereinbart hätten, auch als nicht-ständige Mitglieder im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen bei allen regionalen Fragen eng miteinander zusammenzuarbeiten.

Türkischer Präsident Erdogan kommt nach Deutschland

  Türkischer Präsident Erdogan kommt nach Deutschland Istanbul. Recep Tayyip Erdogan soll türkischen Medienberichten zufolge zu Libyengesprächen nach Deutschland reisen – schon am kommenden Sonntag soll es soweit sein. Der Sender CNN Türk berichtete, Erdogan werde am 19. Januar am sogenannten Berliner Prozess teilnehmen. Im Rahmen dieses Prozesses plant Deutschland seit längerem eine Konferenz in Berlin, um die wichtigsten internationalen Akteure im Libyenkonflikt an einen Tisch zu bringen.Die türkischen Medienberichte liefen unter anderem beim Staatssender TRT.

Libyen kommt seit dem Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 nicht zur Ruhe. Immer wieder gibt es wechselnde Fronten in einem Bürgerkrieg. Seit dem Frühjahr 2019 verzeichnete Haftar mit seiner selbst ernannten Libyschen Nationalarmee große Geländegewinne und brachte die

Ziel sei es , die Bemühungen der UNO für ein souveränes Libyen und einen Versöhnungsprozess in dem nordafrikanischen Land zu unterstützen, teilte Offenbar habe man aus den Fehlern der ersten Syrien- Konferenzen gelernt. Lange Zeit nämlich seien dort längst nicht alle Akteure eingeladen

Libyen ist Nachbar

Als unmittelbares Nachbarland sei Tunesien von allen Entwicklungen in Libyen direkt betroffen, betonte der Botschafter. "Es ist wichtig zu wissen, dass ein Großteil der Herausforderungen für Tunesien in den Bereichen Wirtschaft und Sicherheit mit der Situation in Libyen zusammenhängen." Chafra beklagte, er habe aus Berlin keine zufriedenstellende Antwort erhalten, warum Tunesien als Nachbar nicht zu der Konferenz eingeladen wurde. "Ich möchte betonen, dass dieses Thema nicht nur die Politiker bei uns beschäftigt. Libyen ist ein Thema, das die öffentliche Meinung sehr bewegt, es ist ein sehr wichtiges Thema für viele Tunesier!" Er wolle auch verhindern, dass das positive Bild Deutschlands in Tunesien in Mitleidenschaft gezogen werde, erklärte der Botschafter.

Bürgerkrieg: Berliner Gipfel soll Lage in Libyen stabilisieren

  Bürgerkrieg: Berliner Gipfel soll Lage in Libyen stabilisieren Kanzlerin Angela Merkel hat alle in den Konflikt involvierten Staaten nach Berlin geladen. Ziel des Treffens ist es, dass diese den vereinbarten Waffenstillstand unterstützen.• Die Bundesregierung bestätigt die Planung, nicht aber den Termin.

Die Konfliktparteien in Libyen treffen sich in wenigen Tagen in der deutschen Hauptstadt, um einen Weg aus dem drohenden Krieg zu suchen. Dass es so weit gekommen ist, ist auch Merkels Schuld, meint Michaela Küfner. Im Auswärtigen Amt ist man stolz darauf, dass die Konfliktparteien in Berlin

In der Libyen -Krise laufen derzeit auf verschiedenen politischen Ebenen die Bemühungen, um eine friedliche Lösung des Konflikts zu erreichen. Haftar will den Ministerpräsidenten stürzen und hatte dazu die mit ihm verbündeten Milizen zu einer Offensive gegen Tripolis aufgerufen.

Zu der Libyen-Konferenz sind neben den Hauptvertretern der libyschen Konfliktparteien unter anderem Russland, die Türkei, die USA, sowie Frankreich und Italien eingeladen, ebenso die Europäische Union, die Afrikanische Union und die Arabische Liga. Aus der arabischen Welt wurden zudem Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Algerien eingeladen, das ebenso wie Tunesien über eine direkte Grenze mit Libyen verfügt.

Jordaniens König warnt vor Eskalation

Der jordanische König Abdullah II. warnt derweil vor einem offenen Krieg in Libyen. Es bestehe das Risiko, dass das nordafrikanische Land "ein gescheiterter Staat, ein zweites Syrien nahe Ihres Heimatkontinents" werde, sagte er vor den Europaparlament in Straßburg.

In Libyen haben sich verschiedene Milizen breit gemacht und kämpfen teils mit Unterstützung ausländischer Regierungen gegen die Einheitsregierung in Tripolis. Die EU und auch Deutschland lehnen ein militärisches Eingreifen in dem nordafrikanischen Staat bislang ab. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sprach sich allerdings dagegen aus, eine militärische Lösung in dem Konflikt kategorisch auszuschließen.

Pompeo kündigt Teilnahme an Libyen-Konferenz in Berlin an

  Pompeo kündigt Teilnahme an Libyen-Konferenz in Berlin an Pompeo kündigt Teilnahme an Libyen-Konferenz in Berlin anDer amerikanische Chefdiplomat werde am Wochenende nach Deutschland reisen, um an dem Treffen teilzunehmen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Washington am Donnerstag. Pompeo werde in erster Linie auf eine nachhaltige Waffenruhe dringen. Aber er wolle auch anbringen, dass alle ausländischen Mächte sich aus dem Konflikt in dem nordafrikanischen Land zurückziehen. "Wir wollen nicht, dass sich der Konflikt noch mehr ausweitet als ohnehin schon. Das ist jetzt eine Lage, in der ausländische Interventionen die humanitäre Krise in dem Land nur noch verschlimmern.

Der Krieg in Libyen war Thema beim Treffen zwischen Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela am vergangenen Wochenende in Moskau, von wo aus sie zur Berliner Libyen - Konferenz am 19. Januar eingeladen hat. Gestern war der libyische Generalfeldmarschall Khalifa Haftar in Moskau

Nun soll eine Konferenz in Berlin Fortschritte bringen. Wir verwenden Cookies, um unser Angebot für Sie zu verbessern. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. In Moskau sind Verhandlungen über einen Waffenstillstand in Libyen ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Autor: Moncef Slimi

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