Welt & Politik Iran: Chamenei warnt Iraner vor Trump und den Europäern

16:35  17 januar  2020
16:35  17 januar  2020 Quelle:   sueddeutsche.de

Hat Trump im Iran-Konflikt gewonnen?

  Hat Trump im Iran-Konflikt gewonnen? Washington/Bagdad. Der Iran hat in der Nacht mit Raketenangriffen Vergeltung für den bei einem US-Angriff getöteten General Soleimani geübt. Doch offenbar fiel die Attacke so dosiert aus, dass eine Eskalation vermieden werden könnte. Es kam wie zu befürchten und zu erwarten: Unmittelbar nach dem Abschluss der mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten für den durch eine US-Drohne getöteten iranischen Top-General Kassem Soleimani hat der Iran die angekündigte Rache folgen lassen.

Trump "betrüge" Iraner . Nach den Angriffen hatten die USA und der Iran auf Signale der Deeskalation gesetzt. Im Freitagsgebet übte Khamenei jedoch erneut scharfe Kritik am US-Präsidenten. Doch den drei EU-Staaten könne man nicht trauen, warnte Khamenei nun in der iranischen Hauptstadt Teheran.

"Die Russen und Iraner würden einen schwerwiegenden humanitären Fehler machen, wenn sie bei dieser möglichen menschlichen Tragödie Am Freitag wollen Russland und der Iran als Unterstützer der Regierung und die Türkei als Schutzmacht der Opposition über die Krise in Syrien beraten.

Chamenei sagte in seiner Predigt am Freitag, der Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine sei ein © dpa Chamenei sagte in seiner Predigt am Freitag, der Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine sei ein

• Irans oberster Führer Chamenei warnt die Demonstranten in seinem Land vor der Unterstützung durch US-Präsident Trump.

• Die echte Bestrafung der USA für den "feigen" Angriff auf General Soleimani werde ihr Abzug aus der Region sein.

• Im Atomstreit zeigt sich Chamenei zu Verhandlungen bereit, aber nicht mit den Vereinigten Staaten. Er sagt zudem, dass auf die Europäer kein Verlass sei.

Chamenei warnt Iraner vor Trump und den Europäern

Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hat die Demonstranten in seinem Land vor einer Verbrüderung mit den USA gewarnt. US-Präsident Donald Trump sei ein "Clown", der nur vorgebe, das iranische Volk zu unterstützen. Am Ende werde er es verraten und der Nation einen "giftigen Dolch" in den Rücken rammen, sagte Chamenei vor Tausenden Gläubigen in einer Freitagspredigt, seiner ersten seit acht Jahren.

Nach Irans Raketenangriff auf Irak: Netanjahu droht mit „vernichtendstem Schlag“

  Nach Irans Raketenangriff auf Irak: Netanjahu droht mit „vernichtendstem Schlag“ Israels Premier warnt Iran nachdrücklich vor einer Attacke auf sein Land. Er betont, Donald Trump müsse zur Tötung Soleimanis beglückwünscht werden. © Foto: Abir Sultan/Pool European Pressphoto Agency/AP/dpa Benjamin Netanjahu. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat inmitten der Krise zwischen Iran und den USA vor einer Attacke auf Israel gewarnt. „Wer versucht, uns anzugreifen, wird den vernichtendsten Schlag verkraften (müssen)“, sagte Netanjahu am Dienstag bei einer Rede in Jerusalem.

In seiner ersten Freitagspredigt seit acht Jahren hat Ali Chamenei die Iraner vor einem Verrat der USA Irans Oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei © Uncredited/ Office of the Iranian Supreme Er warnte die Bevölkerung vor einer Verbrüderung mit den USA. US-Präsident Donald Trump sei ein

Zugleich attackierte Trump die Führung in Teheran. Am Montag hatte Trump Sanktionen gegen den obersten Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei , und mehrere hochrangige Kommandeure der Revolutionsgarden angeordnet. Zieieren Sie doch mal die Hasskommentare der Iraner .

Die iranische Führung ist massiv unter Druck, weil sie ihr Volk und den Rest der Welt über den Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine bei Teheran mit 176 Toten belogen hatte. Nachdem die iranische Revolutionsgarde nach dreitägigen Dementis eingeräumt hatte, das Flugzeug im aufgeheizten Konflikt mit den USA versehentlich abgeschossen zu haben, gingen Demonstranten auf die Straße. Einsatzkräfte schlugen sie mit Tränengas und scharfer Munition nieder. Trump bekundete - unter anderem in Tweets auf Persisch - seine Unterstützung für die Demonstranten.

Chamenei sagte in seiner Predigt, der Abschuss des Flugzeugs sei ein "bitterer Unfall" gewesen. Den wollten die Feinde Irans nun nutzen, um die Islamische Republik und die Revolutionsgarde in Frage zu stellen. Doch der Massenauflauf bei der Beerdigung des von den USA getöteten Generals Qassim Soleimani habe gezeigt, dass die Iraner noch hinter ihrer Führung stünden. Diese Trauerprozessionen fanden allerdings in den Tagen vor dem Abschuss der Maschine statt.

Flugzeugabschuss durch Iran?: Politischer GAU für die Mullahs

  Flugzeugabschuss durch Iran?: Politischer GAU für die Mullahs Flugzeugabschuss durch Iran?: Politischer GAU für die MullahsDer Flug PS752 wurde wohl Opfer iranischer Raketen. Das zwingt das Mullah-Regime zu einer Wende: Es muss mehr Diplomatie zulassen als gewollt. Ein Kommentar.

Irans oberster religiöser und politischer Führer, Ajatollah Ali Chamenei , hat den Austritt der USA aus dem Atomabkommen mit seinem Land scharf kritisiert. "Er hat das Regime und das Volk bedroht und gesagt, sie (die Iraner ) machen dies und das ." Die Rede von US-Präsident Donald Trump sei

US-Präsident Donald Trump hat Iran mit Auslöschung gedroht. „Wenn der Iran kämpfen will, wird Auch Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei , hatte zuvor betont Die US-Luftfahrtbehörde FAA warnt jetzt den zivilen Luftverkehr über dem Persischen Golf und dem Golf von Oman zur Vorsicht.

USA sollen Strafe für "feigen" Angriff bekommen

Iran hatte nach der Tötung Soleimanis im benachbarten Irak dort zwei von den USA genutzte Militärstützpunkte angegriffen. Der Vergeltungsschlag habe die Stellung der Vereinigten Staaten als Supermacht beschädigt, sagte Chamenei weiter. Die echte Bestrafung der USA für den "feigen" Angriff werde aber ihr erzwungener Abzug aus der Region sein. Die Gläubigen unterbrachen seine Rede immer wieder mit den Rufen "Gott ist groß" und "Tod für Amerika".

Auch das Atomabkommen war ein Thema Chameneis. Iran hat wegen der US-Sanktionen seine Verpflichtungen aus dem Abkommen Stück für Stück nicht mehr eingehalten und nach der Tötung Soleimanis komplett ausgesetzt. Daraufhin lösten die europäischen Vertragsparteien Deutschland, Großbritannien und Frankreich am Dienstag den sogenannten Streitschlichtungsmechanismus des Abkommens aus, der Iran zu Verhandlungen zwingen soll.

Proteste in Iran: "Unser Feind ist im Inneren, nicht die USA"

  Proteste in Iran: Der Abschuss der Passagiermaschine ist ein Desaster für die Islamische Republik. Das Regime steht im Inland nun enorm unter Druck. Selbst aus konservativen Kreisen kommt scharfe Kritik. "Unser Feind ist im Inneren, nicht die USA"Von psychologischer Kriegsführung gegen Iran redete Regierungssprecher Ali Rabiei. "Niemand wird die Verantwortung für eine derartig große Lüge übernehmen, wenn herauskommt, dass die Behauptung betrügerisch war", wetterte er noch am Freitag.

Donald Trump warnt Russland und den Iran vor einem militärischen Eingreifen im syrischen Idlib. Der US-Präsident befürchtet im Falle eines Angriffs von Baschar al-Assad eine "menschliche Tragödie". "Die Russen und Iraner würden einen schwerwiegenden humanitären Fehler machen, wenn sie bei

Trump hatte am Montag Sanktionen gegen den obersten Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei , und gegen mehrere hochrangige Kommandeure der Die seit Monaten andauernden Spannungen zwischen dem Iran und den USA hatten sich Ende vergangener Woche gefährlich zugespitzt.

"Wir haben keine Angst vor diplomatischen Verhandlungen", so Chamenei

Chamenei sagte, die europäischen Staaten seien zu schwach, um Iran in die Knie zu zwingen und bezeichnete sie als Amerikas Gehilfen. Gleichwohl sei er bereit, über das Atomabkommen zu sprechen. "Wir haben keine Angst vor diplomatischen Verhandlungen", sagte Chamenei. Mit den USA und unter Druck wolle man aber nicht verhandeln. Die Reaktion des EU-Trios im Atomstreit habe gezeigt, dass auch auf sie kein Verlass sei. "Wir sollten nicht vergessen, dass sowohl Deutschland als auch Frankreich den Irak im Krieg gegen uns (1980-88) unterstützt haben", so der Ajatollah.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sieht Iran bislang noch im Rahmen des Atomabkommens agieren. Dass sich das Land nicht mehr an Vorgaben gebunden fühle, heiße "noch lange nicht, dass Iran sie auch tatsächlich verletzt", sagte er dem Spiegel. "Wir vertrauen weiterhin auf die Überprüfung durch die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde in Iran."

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Nach Chamenei-Predigt: Trump richtet Warnung an Irans geistlichen Führer .
Chamenei solle "mit seinen Worten sehr Vorsichtig sein", twittert Trump. Chamenei hatte in seiner Freitagspredigt von "Amerikanischen Clowns" gesprochen, die das iranische Volk täuschen würden• Irans "Oberster Führer" solle "mit seinen Worten sehr vorsichtig sein", twitterte Trump.

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