Welt & Politik Zentralrat der Juden beklagt "Explosion des Antisemitismus" in Deutschland

14:11  21 januar  2020
14:11  21 januar  2020 Quelle:   msn.com

Steinmeier besucht Israel - Gedenken an Auschwitz-Befreiung

  Steinmeier besucht Israel - Gedenken an Auschwitz-Befreiung Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fliegt an diesem Mittwoch nach Israel, um dort am internationalen Holocaust-Gedenken in Yad Vashem teilzunehmen. © Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa Auf dem Weg nach Israel: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel. Dazu werden am Donnerstag Staatsgäste aus fast 50 Ländern in Jerusalem erwartet, unter ihnen die Präsidenten Frankreichs und Russlands, Emmanuel Macron und Wladimir Putin, US-Vizepräsident Mike Pence und der britische Thronfolger Prinz Charles.Anlass ist der 75.

"Es wird die Geschichte des linken Antisemitismus zwischen Junghegelianertum und dem jungen Marx diskutiert. Die Titanic titelt mal: "War Hitler Antisemit?"

Demzufolge seien die Juden ein Volk des Geistes bzw. wie bei Heinrich Heine [1]: das Volk des Geistes. Außerdem war für Salomon Formstecher die Emanzipation der Juden ein Bedürfnis der Weltgeschichte. Junghegelianer wie Moses Hess löste das traditionelle Judentum in eine Art

Angesichts des erstarkenden Antisemitismus haben jüdische Verbände die Gesellschaft zum Einsatz für jüdisches Leben in Deutschland aufgerufen. © Martin Schutt Angesichts des erstarkenden Antisemitismus haben jüdische Verbände die Gesellschaft zum Einsatz für jüdisches Leben in Deutschland aufgerufen.

Angesichts des erstarkenden Antisemitismus hat der Zentralrat der Juden die Gesellschaft zum Einsatz für jüdisches Leben in Deutschland aufgerufen. Der Vizevorsitzende des Zentralrats, Abraham Lehrer, beklagte am Dienstag eine "Explosion des Antisemitismus in Europa und Deutschland". Zwar gebe es noch "keine Auswanderungswelle" von Juden in Deutschland - "aber dass jüdische Menschen ab und zu darüber nachdenken, ist klar", sagte Lehrer.

Studie offenbart massive Wissenslücken über Holocaust in Frankreich

  Studie offenbart massive Wissenslücken über Holocaust in Frankreich Studie offenbart massive Wissenslücken über Holocaust in FrankreichDer Untersuchung zufolge wissen 57 Prozent der Franzosen nicht, dass rund sechs Millionen Juden während des Holocaust getötet wurden. Bei Jüngeren mit Geburtsdatum ab 1980 sei diese Unwissenheit mit 69 Prozent noch deutlich stärker ausgeprägt. Von diesen sogenannten Millennials und der nachfolgenden "Generation Z" nehmen demnach 44 Prozent an, dass es nicht einmal zwei Millionen Tote gab.

Lehrer beklagte, dass aktuelles jüdisches Leben in Deutschland zu wenig sichtbar sei. "Nur ganz wenige wissen, was Juden sind und was jüdisches Leben ist." Dies solle sich mit einem bundesweiten Aktionsjahr 2021 ändern, wenn des 1700. Jahrestags der ersten urkundlichen Erwähnung von Juden in Deutschland gedacht wird.

Dann solle den weit verbreiteten "Zerrbildern" eine "klare Botschaft" entgegengestellt werden, sagte der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein. "Die Geschichte der Juden ist auch in Europa verortet und mit unserem Land fest verbunden", sagte Klein. "Die Juden sind auch Deutschland."

Der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) rief auf der gemeinsamen Pressekonferenz zu zivilgesellschaftlichem Widerstand gegen Antisemiten auf. "Wir wollen zusammen einen Aufstand gegen Antisemitismus organisieren", sagte er. "Aber wir wollen auch zusammen feiern, und wir wollen, dass unsere jüdischen Mitbürger hier bei uns in Freiheit und ohne Angst leben können."

Staatsgäste aus fast 50 Ländern kommen nach Israel

  Staatsgäste aus fast 50 Ländern kommen nach Israel Jerusalem. Es ist das größte Staatsereignis seit der Gründung Israels 1948: Beim Internationalen Holocaust-Forum erinnern Vertreter aus fast 50 Ländern an die Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren. Steinmeier hält als erster deutscher Präsident eine Rede. © Kobi Gideon Staats- und Regierungschefs aus fast 50 Ländern reisten am am Donnerstag nach Yad Vashem in Israel. Staats- und Regierungschefs aus fast 50 Ländern erinnern am Donnerstag in Israel an die Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren.

Lehrer, Klein und Rüttgers äußerten sich zum Auftakt der Gedenkwoche, in der die Welt an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren erinnert. Anlass für das Aktionsjahr 2021 ist die erste urkundliche Erwähnung einer jüdischen Gemeinde in Deutschland vor 1700 Jahren: Im Jahr 321 wies Kaiser Konstantin die Kölner in einem Edikt an, Juden im Stadtrat zuzulassen.

pw/cha

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