Welt & Politik Davos: Greta Thunberg ist zu pessimistisch

16:25  21 januar  2020
16:25  21 januar  2020 Quelle:   sueddeutsche.de

Greta Thunberg richtet Appell an Weltgemeinschaft bei Klima-Demo in Lausanne

  Greta Thunberg richtet Appell an Weltgemeinschaft bei Klima-Demo in Lausanne Vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos ist die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg am Freitag mit mehreren tausend jungen Menschen im schweizerischen Lausanne auf die Straße gegangen. "Wir haben in diesem Jahrzehnt bislang noch nichts gesehen, das darauf hindeutet, dass ein wirkliches Handeln beim Klima kommen wird", sagte die 17-jährige Thunberg vor der protestierenden Menschenmenge. "Das muss sich ändern." "An die Führer der Welt"

In der zweiten Rede in Davos wirft Greta Thunberg Politik und Wirtschaft Versagen vor. „Ihr Nichtstun ist Benzin fürs Feuer, und Sie sagen, Sie lieben Ihre Kinder?“ Unter Applaus hat Greta Thunberg zum zweiten mal die Bühne auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos betreten. „Ein Jahr ist es her

Greta Thunberg bekam denn in Davos auch gleich das erste Wort. Die 17-jährige Schwedin, die tags zuvor noch wegen Fiebers einen Auftritt am Rande des WEF hatte absagen müssen, wirkte angeschlagen und noch etwas blasser als sonst.

Greta Thunberg beim Auftritt von Donald Trump auf dem World Economic Forum in Davos. © AP Greta Thunberg beim Auftritt von Donald Trump auf dem World Economic Forum in Davos.

Kommentar von Marlene Weiß

In den vergangenen 18 Monaten sei "praktisch nichts" erreicht worden, sagt sie. Dabei gibt es endlich erste Fortschritte. Klimaschutz fällt nun mal nicht vom Himmel - sondern muss mühevoll ausgehandelt werden.

Greta Thunberg ist zu pessimistisch

Man kann schon verstehen, dass Greta Thunberg und die anderen Jugendlichen, die weiter freitags auf die Straße gehen, wütend sind. "Praktisch nichts" sei in den vergangenen 18 Monaten im Klimaschutz erreicht worden, hat Greta Thunberg nun in Davos gesagt. Und wer jetzt empört grummelt: "Aber so kann man das doch nun wirklich nicht formulieren", den würde die stets gut vorbereitete junge Schwedin wohl zu Recht auf die CO2-Emissionen der Menschheit verweisen: Die sind weiter gestiegen, jedes Jahr auf einen neuen Rekordwert.

Konferenz: Die wichtigsten sieben Fakten zum Weltwirtschaftsforum in Davos

  Konferenz: Die wichtigsten sieben Fakten zum Weltwirtschaftsforum in Davos Konferenz: Die wichtigsten sieben Fakten zum Weltwirtschaftsforum in DavosDas Schweizer Bergdorf Davos verwandelt sich diese Woche wieder in den zentralen Ort der Weltpolitik. Vom Dienstag, 21., bis Freitag, 24. Januar, kommen wichtige Entscheider aus der ganzen Welt zur 50. Ausgabe des Weltwirtschaftsforums zusammen.

Greta Thunberg hat in Davos dazu aufgerufen, mehr auf die Wissenschaft zu hören. Vielen Menschen sei der Klimawandel bewusster. Greta Thunberg hat auf dem Weltwirtschaftsforums in Davos die globale Klimaschutzbewegung als ersten Schritt bezeichnet.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg betont beim Weltwirtschaftsforum, dass mehr passieren müsse. „Klima und Umwelt sind jetzt heiße Themen.“ Gestern musste Greta Thunberg sämtliche Termine absagen, aber heute ist sie beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit dabei.

In allen halbwegs realistischen Szenarien, die die Erwärmung der Erde wahrscheinlich unter 1,5 Grad halten, müssen die Emissionen spätestens im Jahr 2020 rapide zu sinken beginnen - doch das wird aus heutiger Sicht kaum passieren. Die Zeit für ambitionierten Klimaschutz läuft davon. Das ist natürlich besonders frustrierend, wenn man bedenkt, wie viel in dieser Zeit seit dem Beginn der Fridays-for-Future-Demonstrationen über Klimaschutz geredet wurde. Sie könne sich nicht über mangelndes Gehörtwerden beschweren, sagte Greta Thunberg auch in Davos: Sie werde die ganze Zeit gehört. Aber Hören ist eben nicht Handeln.

Und doch ist "praktisch nichts" eine sehr pessimistische Sichtweise. Denn es sind schon bemerkenswerte Dinge passiert in den vergangenen Jahren, vor allem in Anbetracht der Tatsache, wie wenig in den drei Jahrzehnten zuvor vorangegangen ist. Dutzende Staaten im Paris-Abkommen haben sich zu dem Ziel bekannt, bis 2050 CO2-neutral zu werden. Die EU macht mit dem Green Deal Fortschritte und verhandelt über ein schärferes Klimaziel für 2030. Zahlreiche Staaten haben zugesagt, in diesem Jahr neue, ehrgeizigere Klimaziele zur Umsetzung des Paris-Abkommens einzureichen.

Greta Thunberg fordert in Davos mehr Anstrengungen im Kampf gegen Klimawandel

  Greta Thunberg fordert in Davos mehr Anstrengungen im Kampf gegen Klimawandel Im Kampf gegen den Klimawandel ist nach Ansicht der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg bislang "nichts getan" worden. "Wir kämpfen alle für die Umwelt und das Klima", sagte Thunberg am Dienstag zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos. Aus "übergeordneter Perspektive betrachtet" sei allerdings bisher "im Grunde nichts getan" worden. Es sei "viel mehr" nötig. "Das ist erst der Anfang", mahnte die junge Klimaaktivistin. Beim Weltwirtschaftsforum (WEF) im Skiort Davos geht es in diesem Jahr auch um den Klimawandel und einen nachhaltigen Kapitalismus.

Greta Thunberg hat bei einem Forum in Davos beklagt, dass nicht genug im Kampf gegen den Klimawandel unternommen werde. "Nichts ist getan worden", sagte die 17-jährige Schwedin auf dem Weltwirtschaftsgipfel im Schweizer Skiort. Schon zuvor hatten Klimaschützern um Greta Thunberg

Die junge schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg ist zum Weltwirtschaftsforum in Davos gereist: In 65 Stunden fuhr die Erfinderin der Fürs Klima vom Flugzeug auf den Zug umsteigen - und das viele, viele Stunden lang: Die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat den langen

Natürlich taugen Ziele nur dann etwas, wenn man auch etwas tut, um sie zu erreichen, ein Ziel allein spart noch kein Gramm CO2. Aber andersherum fällt Klimaschutz auch nicht vom Himmel, er muss zuerst mühevoll ausgehandelt werden. Immerhin in dieser Hinsicht ist mittlerweile einiges passiert. Zu wenig, zu spät, das ja. Aber auch nicht "nichts" - zum Glück.

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