Welt & Politik Schatten und Licht: Israels Beziehungen zur arabischen Welt

08:20  28 januar  2020
08:20  28 januar  2020 Quelle:   dw.com

Johnson und Putin sprechen über Skripal: Britischer Premier schließt normale Beziehungen zu Russland aus

  Johnson und Putin sprechen über Skripal: Britischer Premier schließt normale Beziehungen zu Russland aus Seit fast zwei Jahren überlagert der Giftanschlag auf Skripal das russisch-britische Verhältnis. Nun haben sich Putin und Johnson erstmals getroffen. © Foto: dpa/Pippa Fowles/10 Downing Street Der britische Premierminister Johnson (l) trifft sich am Rande der Libyen-Konferenz mit dem russischen Präsidenten Putin. Fast zwei Jahre nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal ist der britische Premierminister Boris Johnson weiterhin nicht bereit, das Verhältnis zu Russland zu normalisieren.

Schatten & Licht e. V. Krise rund um die Geburt. Initiative peripartale psychische Erkrankungen. Eine Selbsthilfe-Organisation zu peripartalen Diese Seiten des " Schatten & Licht e. V." möchten betroffenen Frauen und deren Familien eine Hilfe an die Hand geben, um die schwere Zeit, die sie

Seit mehr als 70 Jahren boykottieren weite Teile der arabischen Welt den Staat Israel . Doch diesmal scheint es tatsächlich angebracht: „Historisch“ sei der erste offizielle Besuch eines Staatsoberhaupts des Tschad seit Israels Staatsgründung.

Die arabische Welt könnte über das Gelingen von Trumps Nahost-Friedensplan entscheiden. Einige Staaten sind Israel wohler gesonnen, als offiziell bekannt. Was sie verbindet, ist die Feindschaft zum Iran. Ein Überblick.

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu © picture-alliance/dpa Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und Israels Premierminister Benjamin Netanjahu

Der Friedensplan zum Nahost-Konflikt von US-Präsident Donald Trump erhält in vielen arabischen Ländern große Aufmerksamkeit. Deren Beziehungen zu Israel sind sehr unterschiedlich und haben teils erhebliche Veränderungen durchlaufen.

Saudi-Arabien

Offiziell pflegen Israel und Saudi-Arabien keinerlei Beziehungen. Tatsächlich aber haben beide Länder seit 2002 enorme Schritte aufeinander zu getan. In jenem Jahr stieß der damalige saudische König Abdullah eine Initiative zur Lösung des Konflikts zwischen Israel und den Palästinensern an. Im Jahr 2015 trafen sich Vertreter beider Länder wiederholt zu Gesprächen. Beide Staaten eint die Sorge über das iranische Atomprogramm, das in Riad wie in Jerusalem als Ausdruck eines rüden regionalen Machtstrebens gilt. Auch darum lässt die Regierung in Riad der Palästinensischen Autonomiebehörde seit Jahren keinerlei Unterstützungsgelder mehr zukommen.

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Seit Jahren unterhält Israel überraschend gute Beziehungen zu arabischen Ländern – nur offiziell eben nicht. Wie pragmatisch in der arabischen die Welt die Beziehungen zu Israel gehandhabt werden können, wenn es um handfeste eigene Interessen geht, zeigte Bahrain im Jahr 2005.

Für WELT gibt ein Profi sieben Tipps und verschiedene Trainingsformen. "GLASAUGE", das Satire-Magazin der WELT , weiß, was Politiker, Prominente und andere Bekloppte wirklich denken. Heute: Nicht-Adelige immun?

Einen in praktischer Hinsicht kleinen, symbolisch aber bedeutenden Schritt tat Israel am vergangenen Wochenende: Innenminister Arie Deri unterzeichnete eine Genehmigung, nach der Israelis erstmals nach Saudi-Arabien reisen dürfen. Die Erlaubnis wird allerdings nur in zwei Fällen erteilt: für Reisen aus religiösen Gründen - etwa für die "Hadsch", die muslimische Wallfahrt nach Mekka - oder für Geschäftsreisen. Bedingung ist ferner, dass eine Einladung der saudischen Regierung vorliegt.

Bahrain

Bahrain folgt in seiner Haltung zu Israel weitgehend Saudi-Arabien, zu dem es enge politische Beziehungen unterhält. Im Juni 2019, am Rande einer Tagung zur "Arab Peace Initiative" (API), die Saudi-Arabien zu Beginn des neuen Jahrtausends angestoßen hatte, äußerte sich der bahrainische Außenminister Khalid bin Ahmed al-Khalifa in der Zeitung "Times of Israel" zum Verhältnis seines Landes zu Israel: Zwar mochte er noch nicht von offiziellen diplomatischen Beziehungen sprechen, machte aber deutlich, dass Bahrain das Existenzrecht Israels anerkenne: "Israel ist ein Land in der Region, … und es ist dort, um zu bleiben." Bahrain wolle Frieden mit Israel. Ein Jahr zuvor hatte er bereits einen von der Arabischen Liga vorangetriebenen Israel-Boykott verurteilt.

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Die Beziehungen der beiden Staaten besserte sich langsam, worunter allerdings die "traditionelle deutsch- arabische Freundschaft" litt, da die arabische Welt Israel nicht als Freund, sondern als Feind sah. Diese Forderungen erregten den Zorn der Israelis .

Deutsch-israelische Beziehungen beschreiben das Verhältnis zwischen Israel und Deutschland, das auf einer Wertegemeinschaft sowie einer ähnlichen Sichtweise der jüngsten Zeitgeschichte basiert. Der Genozid durch Nazi-Deutschland an europäischen Juden während des Holocaust spielt dabei eine

Sponsor und Vermittler: Scheich Hamad bin Khalifa, Staatschef von Katar, im Gazastreifen, 2012 © Getty Images Sponsor und Vermittler: Scheich Hamad bin Khalifa, Staatschef von Katar, im Gazastreifen, 2012

Katar

Auch die Beziehungen zwischen Katar und Israel haben sich verbessert. Offiziell bestehen sie zwar gar nicht, doch unter der Hand arbeiten beide Länder seit einiger Zeit zusammen - vor allem mit Blick auf Hilfslieferungen in den Gaza-Streifen. Denn in Jerusalem ist man sich bewusst, dass die prekäre materielle Lage viele Palästinenser radikalisiert. Seitdem die Hamas 2007 die Macht im Gazastreifen übernahm, ist Katar der bedeutendste ausländische Geldgeber für das Autonomiegebiet. Bislang hat das Golf-Emirat dort über 1,5 Milliarden Euro investiert. Außerdem hat die Exil-Führung der Hamas ihren Sitz in der katarischen Hauptstadt Doha. So kann Katar auch politischen Einfluss auf die Führung der Hamas ausüben. Da Katar auch über Kontakte zur palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland verfügt, ist es für Israel neben Ägypten einer der wichtigsten regionalen Vermittler im Nahost-Konflikt. Katar wiederum hofft, sich aus der politischen Isolation zu befreien, in die es durch den von Saudi-Arabien angestoßenen Boykott seit 2017 geraten ist.

Nahost-Konflikt: Trump will Friedensplan vorlegen – Abbas: „Abkommen schon tot“

  Nahost-Konflikt: Trump will Friedensplan vorlegen – Abbas: „Abkommen schon tot“ Der US-Präsident will Friedensstifter zwischen Israelis und Palästinensern sein.Seine Regierung werde den Plan „wahrscheinlich“ kurz vor dem Treffen mit Netanjahu präsentieren, sagte Trump während eines Flugs in den US-Bundesstaat Florida im Gespräch mit Reportern. Bei dem Besuch des israelischen Regierungschefs soll es nach Angaben des Weißen Hauses auch um „gemeinsame regionale und nationale Sicherheitsinteressen“ beider Länder gehen.

Israels Ankündigung zum Siedlungsausbau überschattet die deutsch-israelischen Gespräche. Die Bundesregierung will gute Beziehungen pflegen, wird aber der Kritik an Im Schatten des Nahost-Konflikts. Israels Ankündigung zum Siedlungsausbau überschattet die deutsch-israelischen Gespräche.

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Urszene der israelisch-arabischen Annäherung: Unterzeichnung des Friedensabkommens von Camp David © picture-alliance/CNP/Arnie Sachs Urszene der israelisch-arabischen Annäherung: Unterzeichnung des Friedensabkommens von Camp David

Ägypten

Ägypten spielte eine Vorreiterrolle für die Annäherung in den arabisch-israelischen Beziehungen. Im November 1977 erklärte der damalige Präsident Anwar al-Sadat, er werde bis ans Ende der Welt und selbst in die Knesset gehen, sollte dies zu einer dauerhaften Befriedung der Region führen. Daraufhin lud ihn der damalige israelische Premier Menachem Begin dorthin ein. Am 20. November sprach der Ägypter im israelischen Parlament. Damit war ein politischer Prozess eröffnet, der unter Vermittlung des damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter im März 1979 in den israelisch-palästinensischen Friedensvertrag mündete. Derzeit bemüht sich der ägyptische Präsident Abdel Fatah al-Sisi um Vermittlung im israelisch-palästinensischen Konflikt. Beide Staaten eint das Interesse, dschihadistische Bewegungen ebenso wie das Machtstreben des Iran einzudämmen.

Jordanien

Auch mit Jordanien hat Israel seit einem im Oktober 1994 abgeschlossenen Friedensabkommen funktionierende politische Beziehungen. Doch zu einer wirklichen Annäherung haben die beiden Länder nie gefunden. Die jordanische Bevölkerung - sie besteht zu fast einem Fünftel aus palästinensischen Flüchtlingen - lehnt die israelische Politik im Westjordanland entschieden ab. Auch mit Blick auf Jerusalem kommt es immer wieder zum Streit. Gemäß dem Friedensvertrag ist der jordanische König Hüter der islamischen und christlichen Stätten in der Stadt. Diese Rolle sieht er immer wieder in Frage gestellt.

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Wie abgekühlt die Beziehungen sind, zeigte sich 2018, als König Abdullah einen Teil des Friedensabkommens auf massiven innenpolitischen Druck hin aufkündigte: den Pachtvertrag der so genannten "Friedensinsel". Seit 1994 hatten israelische Farmer den rund 80 Hektar großen Landstrich am Zusammenfluss der Flüsse Jordan und Yamuk bewirtschaftet. In Jordanien gilt die Aufkündigung als Akt der Souveränität. Politiker beider Seiten bemühen sich nun, die Beziehungen so problemlos wie möglich zu gestalten.

Jüdisches Erbe in Tunesien: Szene in der Synagoge El-Ghriba auf Djerba © picture-alliance/Anadolu Agency/Y. Gaidi Jüdisches Erbe in Tunesien: Szene in der Synagoge El-Ghriba auf Djerba

Die Maghreb-Staaten

Die israelischen Beziehungen in den Norden Afrikas beruhen nicht zuletzt auf den zahlreichen Juden, die nach der Staatsgründung von dort nach Israel geflüchtet sind, aber weiterhin eine intensive emotionale Bindung an die Orte ihrer Herkunft haben.

Gute Beziehungen unterhält Israel zu mehreren Maghreb-Staaten. 1994 nahmen Marokko, Mauretanien und Tunesien diplomatische Beziehungen zu Israel auf. Noch im November desselben Jahres eröffnete Israel ein Verbindungsbüro in der marokkanischen Hauptstadt Rabat. Umgekehrt richtete Marokko kurz danach ein Büro in Jerusalem ein. Ein Jahr später intensivierten auf diese Weise auch Mauretanien und Israel ihre Beziehungen, ein weiteres Jahr später entschloss sich auch Tunesien zu einem solchen Schritt.

Wie kommt der Regenbogen in den Ölfleck?

  Wie kommt der Regenbogen in den Ölfleck? Wenn sich Rohöl in den Meeren ausbreitet, ist es vor allem für die Umwelt eine Katastrophe. Der Ölfilm, der sich über das Wasser legt erscheint dann in schillernden bunten Farben. Warum ist das so? © iStock-ShellyStill Oelfleck Öl oder Benzin auf dem Wasser schimmert in bunten Regenbogenfarben. Wie entsteht dieser Effekt? Öl vermischt sich nicht mit dem Wasser, sondern legt sich wie ein Film darüber. Trifft Licht darauf, reflektiert es zum einen an der Oberfläche, also der Grenze zwischen Luft und Öl.

Dennoch finden politische Gespräche jenseits offizieller Kanäle statt. So hat der israelische Premier Benjamin Netanjahu offiziell nicht bestätigten Meldungen zufolge im September 2018 in New York den marokkanischen Außenminister Nasser Bourita getroffen. Auch hier sind es die gespannten Beziehungen zum Iran, die beide Länder einen. Marokko hat die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen. Die Regierung in Rabat wirft der in Teheran vor, sie mische sich in die inneren Angelegenheiten Marokkos ein, indem sie die Frente Polisario unterstütze. Die Miliz kämpft für die Unabhängigkeit der von Marokko kontrollierten Westsahara.

Schwieriger sind unterdessen Israels Beziehungen zu Tunesien geworden. Dessen neuer, im Oktober 2019 gewählter Präsident Kais Saied hält jegliche Form von Beziehungen zu Israel für "Verrat".

Angespannte Idylle: Blick auf die Golanhöhen bei dem Dorf Ein Qiniyye © Reuters/A. Awad Angespannte Idylle: Blick auf die Golanhöhen bei dem Dorf Ein Qiniyye

Syrien

Besonders angespannt sind Israels Beziehungen zu Syrien. Seit Syrien, Ägypten und Jordanien Israel 1967 im so genannten Sechs-Tage-Krieg angriffen, dann aber von Israel geschlagen wurden, hält der jüdische Staat die Golan-Höhen besetzt, die bis dahin Teil des syrischen Territoriums waren. Die Vereinten Nationen fordern Israel seit 1981 auf, das besetzte Territorium zurückzugeben. Dafür aber macht Israel einen umfassenden Friedensvertrag zur Voraussetzung. Mehrere nicht-offizielle Verhandlungen verliefen im Sande. Im März 2019 erkannte US-Präsident Donald Trump die Golan-Höhen als Teil des israelischen Staatsgebietes an - ein Schritt, der für Zorn in weiten Teilen der arabischen Welt sorgte.

Holocaust-Gedenken in Auschwitz: "Wo wart ihr, wo war die Welt?"

  Holocaust-Gedenken in Auschwitz: Am 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers mahnen die letzten Überlebenden des Holocaust. Polens Präsident Duda ruft dazu auf, das Gedenken an die Gräueltaten zu bewahren.• Die 95 Jahre alte Überlebende Batsheva Dagan erinnerte daran, dass die Welt vom Judenmord gewusst, aber nichts getan habe, um das Morden zu stoppen.

Zwar führten beide Länder unter amerikanischer Vermittlung von 1992 bis 1996 und dann noch einmal von 1999 bis 2000 intensive Friedensgespräche miteinander, sie führten allerdings zu keinem Ergebnis.

Während des Krieges in Syrien haben Truppen des Iran wie auch die ihm unterstehende libanesische Hisbollah-Miliz ihre Präsenz in weiten Teilen des Landes ausgebaut. Diese gilt den Israelis als unmittelbare Bedrohung ihres Landes. Aus diesem Grund hat die israelische Armee zahlreiche Angriffe auf Stellungen der Iraner und der Hisbollah geflogen. Bislang hat sie es allerdings nicht vermocht, sie aus Syrien zu vertreiben. So ist Israel an seiner Nordgrenze ein neuer, von der syrischen Regierung kaum kontrollierter Feind erwachsen.

Autor: Kersten Knipp

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