Welt & Politik CDU-Vorsitz: Mutig sein, Spahn wählen

23:00  16 februar  2020
23:00  16 februar  2020 Quelle:   zeit.de

CDU-Vorsitz: Spahn wagt sich in Kandidaturfrage aus der Deckung

  CDU-Vorsitz: Spahn wagt sich in Kandidaturfrage aus der Deckung CDU-Vorsitz: Spahn wagt sich in Kandidaturfrage aus der DeckungIn der Krise der CDU hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung erklärt. „Ich habe immer gesagt – das habe ich, denke ich, auch dokumentiert in den letzten eineinhalb, zwei Jahren “, dass ich bereit bin, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Spahn am Mittwoch in Berlin.

Laschet nicht zu wählen wäre für die CDU ein Bruch mit den üblichen Rekrutierungsmechanismen. Und es wäre der erste wichtige Schritt zur Erkenntnis Vermutlich wird die CDU Spahn noch mal ausbremsen. Aber das muss für seine Karriere nicht schlecht sein. Warum sollte er sich schon jetzt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich von seinen Mitbewerbern um den CDU - Vorsitz , Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz Vom früheren Unionsfraktionschef Merz unterscheide ihn der Umgang mit der Partei, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.


Bundesgesundheitsminister Jens Spahn könnte die CDU am besten auf die Post-Volkspartei-Ära einstellen. © Michele Tantussi/​Getty Images Bundesgesundheitsminister Jens Spahn könnte die CDU am besten auf die Post-Volkspartei-Ära einstellen.

Kommentar von Ferdinand Otto

Friedrich Merz war lange raus und die Armin-Laschet-Rezepte der Bonner Republik funktionieren nicht mehr. Die CDU sollte disruptiv werden und Jens Spahn zum Chef machen.

Nach allen Gesetzmäßigkeiten des Politikbetriebs heißt der nächste Kanzlerkandidat der Union und der nächste CDU-Chef Armin Laschet. Er regiert das bevölkerungsreichste Bundesland, sein Landesverband ist der größte. Das Parteiestablishment, dem er entsprang, steht hinter ihm. Er versteht sich mit Christian Lindner, könnte aber auch mit den Grünen. Und obwohl er wahlweise als Liberaler gilt, hat er seine Wahl einer Kampagne zur Inneren Sicherheit zu verdanken.

AKK-Nachfolge: Merz will für CDU-Vorsitz kandidieren

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Frauen- Union unterstützt "AKK". Neben einzelnen Unterstützern gibt es auch eine Reihe von Gruppen und Verbänden, die sich für Davon abgesehen ist das Rennen um den CDU - Vorsitz offen. Innerhalb der Partei geht man von einem knappen Rennen zwischen "AKK" und Merz aus.

Jens Georg Spahn (* 16. Mai 1980 in Ahaus) ist ein deutscher Politiker ( CDU ). Er ist Mitglied des Bundestages und seit dem 14. März 2018 Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Merkel IV. Am 29. Oktober 2018 gab er bekannt

Laschet nicht zu wählen wäre für die CDU ein Bruch mit den üblichen Rekrutierungsmechanismen. Und es wäre der erste wichtige Schritt zur Erkenntnis, dass Politik heute nicht mehr so funktioniert wie vor 20 Jahren.

Fiele die Wahl auf Laschet, würde der sich anderthalb Jahre lang verrenken, um zu beweisen, dass er eben nicht nur der nette Softie vom Rhein ist, der gemütliche Nachlassverwalter von Angela Merkel. Rechts würde er keine Stimmen dazugewinnen, dafür aber seine linke Hausmacht verlieren. Und am Ende wüsste dann keiner mehr, wer Laschet und seine CDU eigentlich sind. Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein: Der Kalenderspruch wird Kurt Tucholsky zugeschrieben, umreißt die Schwindsucht der Volksparteien aber gut.

Spahn fordert Emanzipation der CDU von Merkel

  Spahn fordert Emanzipation der CDU von Merkel Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für eine Emanzipation der CDU von der Bundeskanzlerin und langjährigen Parteichefin Angela Merkel ausgesprochen. Nach vielen Jahren, die von Merkel geprägt gewesen seien, müsse "die CDU nun wieder laufen lernen", sagte Spahn dem "Spiegel". Die Partei brauche eine Aufstellung für die Zukunft, bei der nicht mehr die Kanzlerin im Zentrum stehe. "Vor dieser Herausforderung können wir uns nicht drücken", sagte Spahn, der als möglicher Anwärter auf den Posten des CDU-Vorsitzenden gilt.Der Minister forderte zudem eine Machtverschiebung vom Kanzleramt in die CDU-Parteizentrale.

Gesundheitsminister Jens Spahn hält sich bedeckt, ob er für den CDU - Vorsitz antritt. Spahn verwies lediglich auf die schwierige politische Situation in Deutschland Merz bestätigte am Donnerstagabend bei einem Mittelstandsforum in Berlin seine Bereitschaft für eine Kandidatur für den CDU - Vorsitz .

Auf der ersten von acht Regionalkonferenzen bewerben sich Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn auf den CDU - Vorsitz . Mancher fragt sich: Wo waren noch mal Doch zum Schluss seines Vortrags geht es kurz mit ihm durch: Die CDU könne bei Wahlen im Bund wieder bei 40 Prozent stehen, verspricht er.

Die Beschwörungsformeln der Bonner Republik gelten nicht mehr

Doch selbst wenn Laschet gelernt haben sollte, beim Repräsentieren der gesamten Breite der Volkspartei CDU besser die Balance zu halten: Diesem Konzept liegt die doch reichlich romantische Vorstellung eines statischen Parteiensystems mit zwei großen Machtblöcken zugrunde. Dabei wurde der rechte zusammengeschweißt von Antikommunismus, Kirche und Marktwirtschaft. Diese Bindekräfte wirken nicht mehr.

Wo die Sehnsucht nach etwas ganz Neuem inzwischen so weit geht, dass die Deutschen dazu bereit sind, das Kanzleramt sogar einem Grünen zu überantworten, da kann die CDU nicht mit Beschwörungsformeln aus der Bonner Republik gegenhalten.

Die CDU muss selbst auf ein disruptives Moment setzen, um sich nicht in einem ständigen Abwehrkampf mit dem Zeitgeist aufzureiben, sondern endlich mal wieder in die Vorhand zu kommen. Den richtigen Kandidaten, der so was zünden könnte, hätte sie: Jens Spahn, 39 Jahre, Bundesgesundheitsminister. Er wäre die unerwartete, radikal zukunftsverliebte Wahl und könnte die CDU in die Ära nach den Volksparteien führen.

Laschet macht «nicht einmal eine Andeutung» zur Vorsitzfrage

  Laschet macht «nicht einmal eine Andeutung» zur Vorsitzfrage Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet will sich weiterhin nicht zu einer möglichen Kandidatur für den CDU-Vorsitz äußern. Beim Valentinstreffen der CDU im hessischen Kelkheim verwies Laschet am Freitagabend auf die für kommende Woche geplanten Gespräche mit der scheidenden CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer.«Die Vorsitzende redet kommende Woche mit allen Dreien und danach wird sich zeigen, wie gehen wir diesen Weg und vor allem mit welchem Zeitplan», sagte Laschet. Er werde «nicht einmal eine Andeutung» zu diesem Thema machen.

CDU - Vorsitz : Das sind die drei Kandidaten. Angela Merkel gibt nach 18 Jahren den CDU - Vorsitz auf. Und schon preschen drei potentielle Nachfolger Außer Spahn wollen auch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz auf dem

Union und FDP sollten sich aber nicht gegenseitig kannibalisieren. "Annegret Kramp-Karrenbauer wäre die gefährlichste Kandidatin für Grüne und SPD. Die CDU wird bei ihrem Parteitag, der am Freitag beginnt, die oder den Nachfolger von Parteichefin Angela Merkel an der Parteispitze wählen .

Diesmal wird er noch zurückstecken

Seinen burschikosen Auftritt hat Spahn abgestreift, fleißig und ehrgeizig ist er geblieben. Beides zwar keine charmanten Charakterzüge – aber das sind doch die Typen, die man sich beim Fußball ins Team wählen würde. Spahn ist sicher auch kein Großintellektueller, der im Alleingang den Konservatismus des 21. Jahrhundert neu begründet. Aber er ist wach und aufmerksam und versteht es, sich mit den richtigen Leuten zu umgeben, die im Zweifel mehr wissen als er.

Anders als Friedrich Merz, dem er inhaltlich nahesteht, hat Spahn den Politikbetrieb die letzten Jahre nicht schmollend von der Seitenlinie aus beobachtet. Spahn kennt nicht nur jeden Entscheider in der CDU – seit seiner Zeit als Staatssekretär im Finanzministerium weiß er, wie man große Behörden führt. Spahn hat Regierungsvernunft, während Merz oft zu flapsig wirkt.

Wer immer die CDU nach der nächsten Bundestagswahl in eine Koalition mit den Grünen führt, darf selbst keine Zweifel an der eigenen Haltung aufkommen lassen – sonst verschwimmt die CDU endgültig ins Unkenntliche. Während die linksliberale Intelligenzija Spahn jahrelang mit Hohn bedachte – und ihn damit in beste Tradition von Kohl und Strauß stellte –, kann man sich kaum vorstellen, dass Laschet überhaupt je eine Pointe bei Jan Böhmermann hergeben würde. Mit Laschet droht der CDU das schlimmste aller Schicksale: Sie würde egal.

Linnemann warnt vor Kampfkandidatur um CDU-Vorsitz

  Linnemann warnt vor Kampfkandidatur um CDU-Vorsitz Berlin. Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Carsten Linnemann, hat dringend an die potenziellen Kandidaten für den CDU-Vorsitz appelliert, sich auf einen Bewerber zu einigen. © Michael Kappeler „Der Wert einer gütlichen Einigung ist höher“: Carsten Linnemann. Linnemann, der bei der Vorstandswahl 2018 den unterlegenen einstigen Fraktionschef Friedrich Merz unterstützt hatte, sagte unserer Redaktion: „Der Wert einer gütlichen Einigung ist höher einzuschätzen als ein langwieriges öffentliches Gezerre mit Kampfkandidaturen.

Vermutlich wird die CDU Spahn noch mal ausbremsen. Aber das muss für seine Karriere nicht schlecht sein. Warum sollte er sich schon jetzt abkämpfen für eine Bundestagswahl, die nach aller Wahrscheinlichkeit für die CDU nicht gut ausgeht? Spahn kann es sich leisten, so lange in der zweiten Reihe zu bleiben, bis sich all seine Rivalen gegenseitig verbrannt haben. So lange bleibt er Kanzler der Reserve. Längstens bis 2025.

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