Welt & Politik Mutmaßliche rechtsextreme Zelle: Ermittler finden Chemikalien bei Terrorverdächtigem

19:50  19 februar  2020
19:50  19 februar  2020 Quelle:   spiegel.de

Chemie: Eingebauter Interessenkonflikt

  Chemie: Eingebauter Interessenkonflikt Chemie: Eingebauter Interessenkonflikt Die gängige Praxis der Chemikalienzulassung in Europa sei fehleranfällig und nicht vor Manipulation und Fälschungen geschützt, so warnten drei Nichtregierungsorganisationen am Dienstag in einem gemeinsamen Positionspapier. Im Zentrum der Kritik steht der zertifizierte Standard der "Guten Laborpraxis" (GLP) für Sicherheitsprüfungen von Chemikalien, Arznei- und Pflanzenschutzmitteln sowie Zusatzstoffen in Lebensmitteln.

  Mutmaßliche rechtsextreme Zelle: Ermittler finden Chemikalien bei Terrorverdächtigem © Uli Deck/ dpa

Dünger und Wasserstoffperoxid: Bei einem Terrorverdächtigen haben Ermittler nach SPIEGEL-Informationen Chemikalien sichergestellt – und prüfen nun, ob sich daraus Sprengstoff herstellen lässt.

Bei den bundesweiten Razzien gegen eine mutmaßliche rechtsextreme Terrorzelle wurden verdächtige Chemikalien sichergestellt. Nach SPIEGEL-Informationen fand die Polizei bei Tony E. im niedersächsischen Landkreis Uelzen einen 5-Liter-Kanister mit Wasserstoffperoxid und 25 Kilogramm Dünger. Die Ermittler prüfen nun, inwieweit sich aus den Substanzen Sprengstoff herstellen lässt. Sichergestellt wurden bei der Durchsuchung außerdem 18 Handys.

Bericht: Mutmaßliche rechte Terrorzelle nannte sich "Der harte Kern"

  Bericht: Mutmaßliche rechte Terrorzelle nannte sich Nach der Zerschlagung einer mutmaßlichen rechten Terrorzelle sind neue Details bekannt geworden. Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtete, agierte die Gruppe unter dem Namen "Der harte Kern". Nach der Zerschlagung einer mutmaßlichen rechten Terrorzelle sind Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtete, agierte die Gruppe unter dem Namen "Der harte Kern". Die Mitglieder der Gruppe sollen demnach Bezüge zur rechtsextremen Gruppierung "Soldiers of Odin" gehabt haben.

Die Bundesanwaltschaft wirft Tony E. vor, Mitglied einer terroristischen Vereinigung gewesen zu sein. Die Ermittler halten den 39-Jährigen für die rechte Hand des mutmaßlichen Anführers der Terrorzelle, Werner S., der zuletzt in der Nähe von Augsburg wohnte. 

Am vergangenen Wochenende waren in mehreren Bundesländern insgesamt zwölf Männer festgenommen worden: Vier von ihnen gelten der Bundesanwaltschaft als Mitglieder der Terrorzelle, acht als Unterstützer.

"Kommandos" in bis zu zehn Bundesländern?

Trifft der Verdacht der Ermittler zu, plante die rechtsextreme Gruppe Anschläge auf Moscheen. Nach SPIEGEL-Informationen soll der mutmaßliche Anführer der Terrorgruppe bei einem konspirativen Treffen am 8. Februar im nordrhein-westfälischen Minden seine Pläne skizziert haben, Muslime gezielt während des Gebets anzugreifen. In einem von den Behörden überwachten Gespräch wenige Tage nach dem Treffen war die Rede von "Kommandos", die angeblich in bis zu "zehn Bundesländern" zuschlagen sollten.

Nach Festnahmen: Seehofer verspricht entschlossenes Vorgehen gegen Rechtsextreme auch bei der Polizei

  Nach Festnahmen: Seehofer verspricht entschlossenes Vorgehen gegen Rechtsextreme auch bei der Polizei "Der öffentliche Dienst steht fest auf dem Boden unserer Verfassung", sagt der Innenminister nach der Festnahme von zwölf mutmaßlichen Rechtsterroristen.• Bundesinnenminister Seehofer kündigt an, "dass wir auf allen Ebenen entschieden und unermüdlich dagegen vorgehen müssen".

Bei den bundesweiten Razzien hatte die Polizei am vergangenen Freitag zahlreiche Waffen gefunden. Beim mutmaßlichen Rädelsführer Werner S. stellten die Beamten eine schussbereite Pistole sicher. Bei einem angeblichen Unterstützer in Nordrhein-Westfalen fanden sie selbst konstruierte Handgranaten. 

 Nach Erkenntnissen der Ermittler wollte sich die Gruppe auch mit sogenannten "Slam-Guns" ausrüsten, wie sie auch der Synagogen-Angreifer von Halle verwendet hatte. Eine dieser großkalibrigen Schrotflinten wurde samt Munition bei einem mutmaßlichen Terrorhelfer in Sachsen-Anhalt gefunden.

Die Gruppe wird von den Behörden intern als "Gruppe S." bezeichnet, nach dem Namen des mutmaßlichen Anführers Werner S. In der rechtsextremen Szene ist der 53-Jährige auch unter dem Spitznamen "Teutonico" bekannt.

Fast 700 Haftbefehle in Türkei bei Vorgehen gegen Gülen-Bewegung

  Fast 700 Haftbefehle in Türkei bei Vorgehen gegen Gülen-Bewegung Fast 700 Haftbefehle in Türkei bei Vorgehen gegen Gülen-BewegungBetroffen seien unter anderem Angehörige des Militärs und der Justiz, berichteten Staatsmedien am Dienstag. Die Regierung hat ihr massives Vorgehen gegen mutmaßliche Anhänger der Bewegung des im US-Exil lebenden Predigers Fetullah Gülen verschärft. Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft seinem einstigen Mitstreiter vor, hinter dem Putschversuch im Juli 2016 zu stecken, bei dem rund 250 Menschen getötet wurden. Die Polizei unternimmt immer wieder Razzien gegen mutmaßliche Anhänger Gülens, der jede Verstrickung in den Putschversuch bestreitet und seit 1999 im US-Bundesstaat Pennsylvania lebt.

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