Welt & Politik Coronavirus: Wirken die Ausgangsbeschränkungen? Datenanalyse zum öffentlichen Leben

10:50  25 märz  2020
10:50  25 märz  2020 Quelle:   spiegel.de

Bolsonaro kritisiert Ausgangsbeschränkungen wegen Coronavirus

  Bolsonaro kritisiert Ausgangsbeschränkungen wegen Coronavirus Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat die von einigen Städten und Regionen des Landes verhängten Einschränkungen des öffentlichen Lebens zum Schutz gegen das Coronavirus scharf kritisiert. Bolsonaro äußerte sich ähnlich wie US-Präsident Donald Trump, der ebenfalls eine rasche Rückkehr zur Normalität in seinem Land verlangt, um massiven Schaden für die heimische Wirtschaft abzuwenden. In Brasilien wurden bislang rund 2200 Corona-Infektionsfälle verzeichnet. Mindestens 46 Menschen starben in dem südamerikanischen Land an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Coronavirus : Wirken die Ausgangsbeschränkungen ? Datenanalyse zum öffentlichen Leben . Seit dem Wochenende gelten umfangreiche Ausgangsbeschränkungen . Daten zeigen nun, wie stark das öffentliche Leben in den vergangenen Tagen zurückgefahren wurde.

Coronavirus : Bundesregierung und Länder beschließen umfangreiche Einschränkungen. Coronavirus : So reagieren die Länder auf zum Sport mit einem Freund oder einer Freundin treffen, die oder der nicht in der Wohnung lebt - in Bayern ist das nur mit Mitgliedern des Hausstands erlaubt.

Seit dem Wochenende gelten umfangreiche Ausgangsbeschränkungen. Daten zeigen nun, wie stark das öffentliche Leben in den vergangenen Tagen zurückgefahren wurde.

  Coronavirus: Wirken die Ausgangsbeschränkungen? Datenanalyse zum öffentlichen Leben © Sven Hoppe/ dpa

In der Coronakrise stehen viele Staaten zeitversetzt vor ähnlichen Herausforderungen. Viele Länder wählen drastische Maßnahmen, um das rasante Wachstum der Infiziertenzahlen abzubremsen. Der Grundgedanke dahinter ist einfach: Abstand halten. Bleiben Sie zuhause, vermeiden Sie alle unnötigen Kontakte, so appellierte nicht zuletzt Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Ansprache an die Nation.

Im Gegensatz zu anderen Ländern hat sich die Politik in Deutschland dazu entschieden, keine Ausgangssperren zu verhängen. Stattdessen gelten umfangreiche Beschränkungen und ein Kontaktverbot. Wie effektiv diese Maßnahmen wirken, wird man angesichts der teilweise langen Inkubationszeit allerdings erst mit einiger Verzögerung beurteilen können. Die kurzfristige politische Abwägung, ob weitere Maßnahmen ergriffen werden müssen, basiert deshalb auch auf den Eindrücken, wie sehr das öffentliche Leben aktuell bereits zurückgefahren wurde.

Corona-Krise: Bayern verlängert Ausgangsbeschränkungen

  Corona-Krise: Bayern verlängert Ausgangsbeschränkungen Die seit dem 21. März wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Damit darf nur aus begründeten Anlässen wie Arztbesuchen, Arbeitswegen oder dringenden Einkäufen der Wohnort verlassen werden. Bisher waren die Beschränkungen bis zum kommenden Freitag (3. April) befristet.In Bayern seien bisher 14.437 Menschen positiv auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden, sagte Söder. Bislang seien zudem 133 Patienten, die mit dem Virus infiziert waren, gestorben.

© Sergio LIMA Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat die von einigen Städten und Regionen des Landes verhängten Einschränkungen des öffentlichen Lebens zum Schutz gegen das Coronavirus scharf kritisiert. Er forderte die Rückkehr zur "Normalität" in Brasilien.

Das Coronavirus verbreitet sich weiter. Der Freistaat Bayern hat deshalb Maßnahmen beschlossen. Die Ausgangsbeschränkungen gelten zunächst bis zum 3. April. Söder wurde für sein Vorpreschen unter anderem von Aber man fahre das öffentliche Leben in Bayern nahezu vollständig herunter.

Klassischerweise wird dabei etwa auf Lagebeschreibungen der Polizei zurückgegriffen, aber auch auf subjektive Eindrücke. Dabei gibt es durchaus Daten, die einen Einblick erlauben, wie sehr Bewegungen im öffentlichen Raum zurückgegangen sind. Auch ohne viel diskutierte Eingriffe in Persönlichkeitsrechte.

Was ist (noch) los in Deutschlands Fußgängerzonen?

24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr wird mit Laserscannern vermessen, wie viele Passanten in Einkaufsstraßen unterwegs sind. Was wie Science-Fiction klingt, ist längst Alltag im Einzelhandel. Basierend auf diesen Daten, lässt sich in der aktuellen Lage messen, wie sehr die Passantenfrequenz angesichts der Coronakrise zurückgegangen ist.

Die Verlaufskurven der vergangenen beiden Wochen zeigen keinen plötzlichen Einbruch der Personenzahlen angesichts einzelner Maßnahmen, sondern eher einen kontinuierlichen, aber durchaus erheblichen Rückgang. Aller Kritik an dem föderalen Maßnahmen-Flickenteppich zum Trotz, verläuft die Entwicklung in den größten deutschen Städten sehr ähnlich. In großen Teilen dürfte die Abnahme der Passantenzahlen auf die Schließung der Geschäfte, die nicht dem täglichen Bedarf dienen, zurückzuführen sein. Drogerien und Supermärkte allerdings sind weiter geöffnet und als Beispiele wurden hier Orte ausgewählt, die keine reinen Shopping-Meilen sind. Hier findet auch öffentliches Leben statt, hier gibt es Arztpraxen und Büros, kreuzen sich viele Verkehrswege.

Fragen und Antworten: Das müssen Sie zum Kontaktverbot jetzt wissen

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Im Kampf gegen die Coronavirus -Pandemie schränkt auch Neuseeland das öffentliche Leben ein. Premierministerin Jacinda Ardern kündigte am Montag vierwöchige Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen an. Auch alle nicht unbedingt notwendigen Unternehmen müssen

In der Debatte um Ausgangsbeschränkungen hatten sich in den vergangenen Tagen zahlreiche Politiker zu Wort gemeldet. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will in der Corona-Krise möglichst auf Ausgangssperren verzichten.

Stellt man einen direkten Vergleich zwischen den beiden vergangenen Wochenenden an, so zeigt sich insgesamt ein sehr starker Rückgang der Passantenfrequenz, von 70 - 90 Prozent. Die Daten bestätigen, was ausgewählte Bilder dieser Tage auch zeigen: die Innenstädte sind weitgehend leer.

Herrscht wirklich weniger Verkehr auf den Straßen?

Der Straßenverkehr in Deutschland lässt sich mittels Daten von Navigationsgeräten detailliert vermessen. Der hier verwendete TomTom Traffic Index zeigt dabei das Staulevel in ausgewählten Großstädten. Die prozentualen Werte geben an, wie viel länger Fahrten durchschnittlich dauern gegenüber Zeiträumen, in denen der Verkehr frei fließt.

Auch hier zeigen sich über alle Städte hinweg ähnliche Tendenzen. Das Staulevel insgesamt lag in der vergangenen Woche deutlich unter dem Jahresdurchschnitt für 2019 und die Rush-Hour morgens und abends scheint nahezu vollständig verschwunden zu sein. Der Wechsel vieler Arbeitnehmer ins Homeoffice hat den Straßenverkehr deutlich entlastet. Zudem zeigt sich auch innerhalb der vergangenen Tage ein klarer Trend: von Tag zu Tag nimmt der Verkehr ab. Lediglich die Werte für Montag lagen über dem, auch normalerweise, ruhigeren Wochenende. Da es bei Autofahrten gegenüber dem ÖPNV nicht zu engen Kontakten kommt, dürften viele ihre Fahrten eher aufs Auto verlegt haben. Der dennoch starke Rückgang zeigt: die Menschen bleiben vermehrt zuhause, sparen sich nicht notwendige Wege.

Corona-Krise: Uneinigkeit über die Dauer der Einschränkungen

  Corona-Krise: Uneinigkeit über die Dauer der Einschränkungen Erste Stimmen in Berlin und Brüssel fordern eine baldige Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Die Bundesregierung bemüht sich um eine einheitliche Linie.• In Deutschland und Europa wachsen die Differenzen darüber, unter welchen Bedingungen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgehoben werden können.

Das öffentliche Leben ist deshalb in vielen Ländern deutlich eingeschränkt. Seit Montagabend gelten nun auch in Großbritannien weitreichende Ausgangsbeschränkungen Er rief die Italiener eindringlich dazu auf, die Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus weiter einzuhalten.

Das öffentliche Leben ist deshalb in vielen Ländern deutlich eingeschränkt. Zu befürchten sei zugleich, dass es wegen der Ausgangsbeschränkungen zu mehr unerwünschten News zum Coronavirus . Boris Johnson ordnet Ausgangsbeschränkungen für Großbritannien an - ab sofort!

Fahren jetzt mehr Leute Fahrrad?

In zahlreichen deutschen Städten gibt es ein oder mehrere Messgeräte für die Anzahl vorbeifahrender Radfahrer. Die Daten werden rund um die Uhr erfasst und dienen eigentlich der Messung und Verbesserung der Fahrradinfrastruktur. Wirft man einen Blick auf die Tageswerte der letzten 30 Tage, erkennt man ganz unterschiedliche Auswirkungen der Corona-Maßnahmen. 

In den Studentenstädten Göttingen und Münster sieht man deutlich eine Abnahme der Radfahrer, nachdem am 13. bzw. 16. März bekanntgegeben wurde, dass der Beginn des Sommersemesters nach hinten verschoben wird. Zeitgleich wurden in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zudem flächendeckend die Schulen geschlossen

Wer nicht auf Fortbewegung verzichten wollte, ist vor allem in der vergangenen Woche auf das Rad umgestiegen. Mutmaßlich auch, um Fahrten im ÖPNV zu vermeiden. Die Zahlen in Offenbach, Oberhausen, München und Stuttgart zeigen aber auch, dass die strengeren Ausgangsbeschränkungen ihre Wirkung zeigen. Die Zahl der Fahrradfahrer ist am Wochenende stark zurückgegangen, mehr Menschen bleiben mutmaßlich ganz zuhause. 

Auch Baku verschoben: Spätester Formel-1-Auftakt aller Zeiten!

  Auch Baku verschoben: Spätester Formel-1-Auftakt aller Zeiten! Wegen der Coronavirus-Pandemie muss nun auch der Grand Prix von Aserbaidschan in Baku verschoben werden - Alter Formel-1-Rekord von 1951 ausgelöscht'Motorsport-Total.com' hat aus verlässlicher Quelle erfahren: Der Veranstalter des spektakulären Stadtrennens hat in einer Krisensitzung am Sonntag entschieden, den Grand Prix 2020 zunächst zu verschieben. Von einer endgültigen Absage ist noch keine Rede. Allerdings gibt es auch keinen neuen Termin.

Das Coronavirus breitet sich in Europa weiter aus. Auch in Deutschland steigen die Zahlen der Infizierten. Das öffentliche Leben ist deshalb in vielen Ländern deutlich eingeschränkt. News zum Coronavirus . Boris Johnson ordnet Ausgangsbeschränkungen für Großbritannien an - ab sofort!

Das Coronavirus breitet sich in Europa weiter aus. Auch in Deutschland steigen die Zahlen der Infizierten. Das öffentliche Leben ist deshalb in vielen Ländern deutlich eingeschränkt. News zum Coronavirus . Boris Johnson ordnet Ausgangsbeschränkungen für Großbritannien an - ab sofort!

Wer fährt noch ÖPNV?

In Baden-Württemberg ging bereits vergangene Woche die Auslastung des Regionalverkehrs bis auf 25 Prozent zurück. Die Bundesländer wurden seitdem aufgerufen, reduzierte Sonderfahrpläne zu erstellen. Einheitliche, bundesweit erfasste Daten zum Passagieraufkommen in einzelnen Städten liegen leider nicht vor. Der Mobilitätsinformationsdienst NahverkehrHamburg.de zeichnet mittels diverser Pressemeldungen folgendes Bild: In der vergangenen Woche sind die Fahrgastzahlen in Berlin um 40 bis 50 Prozent zurückgegangen. In Halle um rund 50 Prozent, in Freiburg um mindestens 60 und in Augsburg um 80 Prozent und mehr. Diese Werte dürften sich in den vergangenen Tagen eher noch erhöht haben.

Fazit

Die aktuell gültigen Maßnahmen haben zu einer klaren Reduktion der Bewegungen im öffentlichen Raum geführt. Die Notwendigkeit der Kontaktvermeidung scheint zu vielen Bürgern durchgedrungen zu sein.

Die in Deutschland getroffenen Maßnahmen sind dabei immer noch weniger restriktiv als die Ausgangssperren in China, Italien oder Spanien. Ob der eingeschlagene Pfad ausreichen wird, um die Ausbreitung des hochansteckenden Coronavirus in Deutschland auszubremsen, wird aber erst die Entwicklung in den kommenden Tagen zeigen.

Nächste Coronavirus-Absage: WEC-Rennen in Spa nicht im April

  Nächste Coronavirus-Absage: WEC-Rennen in Spa nicht im April Ein weiteres Rennen fällt der Coronavirus-Pandemie zum Opfer: Die Langstrecken-WM wird nicht wie geplant vom 23. bis 25. April in Spa-Francorchamps fahrenDas gaben die Serienorganisatoren vom ACO am Montag nach Beratungen mit den örtlichen Veranstaltern und dem belgischen Automobilverband bekannt. Nach dem ursprünglich in dieser Woche geplanten 1.000-Meilen-Rennen in Sebring ist es die zweite Rennabsage in der WEC.

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Auch das Ergebnis des dritten Coronavirus-Tests von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist negativ. Merkel hatte sich am 22.

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