Welt & Politik Deutschland in der Coronakrise: Das Aushalten von Unsicherheit zeugt von Reife

18:11  25 märz  2020
18:11  25 märz  2020 Quelle:   tagesspiegel.de

FDP-Parteichef Christian Lindner über Coronakrise: "Bundesliga mit das Letzte, das wir öffnen"

  FDP-Parteichef Christian Lindner über Coronakrise: Christian Lindner hat eine zeitnahe Aufnahme der Bundesliga vor Zuschauern ausgeschlossen. Zunächst hätten andere Bereiche Priorität, so der FDP-Chef.

Da Deutschland inzwischen zu den Hauptrisikoländern gehört, sind deutsche Reisende besonders stark von den Einschränkungen betroffen. In der Coronakrise gab es bisher nur für die chinesische Ursprungsregion des Virus eine solche Warnung. "Wir müssen verhindern, dass weitere Deutsche im

Rettungsdienste in der Coronakrise Notruf in Not. Rettungsdiensten kommt bei der Corona -Bekämpfung eine zentrale Rolle zu - doch sie selbst sind Dennoch gilt der Rettungsdienst als massiv gefährdet, sobald sich dort unter dem Personal rasant die Corona -Fälle ausbreiten sollten.

Tausende von Hobby-Virologen behaupten genau zu wissen, was in der Coronakrise zu tun ist. Dabei sollten wir dem Ungeklärten einfach trotzen. Ein Kommentar.

Ein Schild an einer Straße im menschenleeren Frankfurt/Main © Foto: dpa/Frank Rumpenhorst Ein Schild an einer Straße im menschenleeren Frankfurt/Main

Das Leben ist ein trotziges Trotzdem. Es entzieht sich der Plan- und Berechenbarkeit, manch ein Sinnsuchender verzweifelt an den verfügbaren Antworten. Eltern wissen: Wer Kinder in die Welt setzt, aber Risiken scheut, muss entweder verrückt sein oder naiv, am besten beides. Deshalb werden Versicherungen abgeschlossen, gegen Diebstahl und Unfall, gegen Unwetter und Krankheit. Das soll Halt geben und beruhigen. Am Ende aber ist jedes Leben ein Aufbruch in die Unversicherbarkeit. Das macht es so schön wie unheimlich.

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Mit Partner im Kreißsaal: Viele Frauen wollen in Deutschland ihren Mann bei der Geburt an der Seite haben. "Ich hatte bislang von dieser Regelung nichts Die Weltgesundheitsorganisation WHO schreibt etwas verklausuliert, dass die reproduktiven Rechte der Frau trotz der Coronakrise gewahrt werden

In der Coronakrise sind besonders ältere und kranke Menschen auf Hilfe angewiesen. Wie können wir sie gut unterstützen? Solidarität im Corona -Alltag Wie kann ich anderen Menschen jetzt am besten helfen?

Das Aushalten von Unsicherheit ist eine Tugend, die von Reife zeugt. Das lässt sich auch jetzt wieder beobachten. Vieles ist unklar an der Corona-Pandemie. Wann ist in welchem Land ihr Höhepunkt erreicht? Wie verhält sich das Virus bei Wärme? Wie schnell kann ein Impfstoff entwickelt werden? Was erklärt die hohe Mortalitätsrate in einigen Ländern? Die Wissenschaftler tasten sich vor, werten Daten aus, stellen Thesen auf.

[Aktuelle Entwicklungen und Informationen zur Corona-Pandemie finden Sie hier in unserem Newsblog.]

Elementare Freiheiten werden beschnitten

Die Politiker wiederum tun weltweit das, was die Moral gebietet: Sie versuchen, möglichst viele Menschenleben zu retten. Überall werden drastische Maßnahmen beschlossen, die die Ausbreitung des Virus verlangsamen sollen, und überall werden drastische ökonomische Maßnahmen beschlossen, die die Folgen der ersten drastischen Maßnahmen abmildern sollen.

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  Steinmeier: In Coronakrise Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in einem eindringlichen Appell zur Coronakrise die immer einschneidenderen Schutzmaßnahmen gerechtfertigt. Ziel sei, dass "wir so viele Leben retten wie möglich", sagte Steinmeier am Montag dem Portal t-online.de. Es sei jetzt die wichtigste Aufgabe, "die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit unser Gesundheitssystem die rasch steigende Last der Neuansteckungen bewältigen kann". "Wir"Wir werden das Virus besiegen", äußerte sich Steinmeier optimistisch. "Aber in was für einer Gesellschaft wir danach leben werden, und in was für einer Welt, das hängt davon ab, wie wir heute handeln", hob er weiter hervor.

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Corona - Krise : Kontaktverbot zwingt Banken zu Filialschließungen (Handelsblatt). Coronakrise : Bundesregierung sichert Unternehmen umfassende Hilfe zu. Die Bundesregierung hat der Wirtschaft in der Coronavirus-Krise umfassende Finanz-Hilfen zugesagt und will kleinen Unternehmen sowie

Elementare Freiheiten werden beschnitten, historisch große Hilfspakete geschnürt. Beides ist richtig, weil notwendig. In der Wahl ihrer Methoden bei der Bekämpfung des Virus zieht die Menschheit erstaunlich einmütig an einem Strang. Und alle wissen: Im Ausnahmezustand herrscht eine Ausnahmemoral auf Zeit. Ist das Virus eingehegt, kommen die Freiheiten zurück.

[Eine Übersicht über wichtige Tagesspiegel-Texte zum Coronavirus finden Sie hier.]

Das gipfelt in dem Satz: So wird das nichts

Weil aber das Aushalten von Unsicherheit nicht jedermanns und jederfraus Sache ist, sprießen vornehmlich in den sozialen Netzwerken lauter Besserwisser hervor. Millionen Hobby-Virologen und -Epidemiologen wissen genau, was längst hätte getan werden müssen, was dringend zu tun ist und wann die gesellschaftliche Stimmung kippt.

Es ist wie bei einer Fußball-WM, bei der sich Millionen Laien in Bundestrainer verwandeln, um sich über die Mannschaftsaufstellung zu echauffieren. Das gipfelt, in der Coronakrise wie bei der Fußball-WM, in dem stets kopfschüttelnd vorgetragenen Satz: So wird das nichts.

Corona prägt LeBron: Nie mehr High Fives

  Corona prägt LeBron: Nie mehr High Fives LeBron James spricht über die Auswirkungen der Coronakrise und möchte nie mehr jemanden abklatschen. Auch sein Körper zeigt sich verwundert über die Pause."Ich werde nach diesem Mist niemanden mehr abklatschen für den Rest meines Lebens", sagte der Profi des NBA-Teams Los Angeles Lakers in einem Gespräch beim Podcast Road Trippin: "Keine High Fives mehr. Nach diesem Corona-Mist? Wartet ab, bis ihr mich und meine Teamkollegen nach diesem Mist wieder abklatschen seht.

Das Zusammensein auf engem Raum könne in der Coronakrise dazu führen, dass soziale Konflikte eher eskalierten, teilte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) Beim Opferschutz-Verein Weißer Ring in Berlin hieß es, Betroffene könnten derzeit wegen der Coronakrise nicht persönlich besucht werden.

Das Zusammensein auf engem Raum könne in der Coronakrise dazu führen, dass soziale Konflikte eher eskalierten, teilte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) mit. "Wir stellen uns in dieser Zeit darauf ein, dass Straftaten der häuslichen Gewalt deutlich zunehmen werden."

Das deutet sowohl auf Abwehr- als auch auf Rationalisierungsreflexe hin. Das Offene, Ungeklärte, wird in der Coronakrise als persönlich belastende Bedrohung wahrgenommen. Weil diese Bedrohung unverschuldet ist, werden die angeordneten Gegenmaßnahmen als Zumutung empfunden. Für die Zumutungen schließlich lassen sich Schuldige finden – die Regierungen.

Warten auf den nächsten Tag

Die zirkuläre Argumentation mündet in einer Paradoxie: Die getroffenen Maßnahmen werden gleichzeitig als übertrieben und notwendig dargestellt, als alternativlos und zu schwer zu verkraften. In der Brust der selbsternannten Experten wohnen zwei Seelen, die unversöhnt bleiben.

Weil es aber um akut bedrohtes Leben geht, das gerettet werden muss, kann aus der Einsicht in die Notwendigkeit der Maßnahmen nur eines folgen: das geduldige Warten auf den nächsten Tag, die neuen Zahlen, die weitere Entwicklung. Das klingt nach wenig – und verlangt doch so viel.

Nichts ist in Stein gemeißelt. Wir kennen weder den Verlauf der Krise, noch können wir ihre Kollateralschäden ermessen. Aber Tag für Tag wissen wir mehr – auch über uns, unsere Geduld, unsere Aushaltebereitschaft. Das „trotzige Trotzdem“, das unser Leben charakterisiert, könnte uns auch in der Krise leiten.

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  Göttingen und Gießen verlieren US-Profis - Crowdfunding beim MBC In Gießen und Göttingen haben sich weitere US-amerikanische Basketballer wegen der Corona-Krise in die Heimat verabschiedet. Beim Mitteldeutschen BC will man den Nöten mit einem Crowdfunding beikommen. Neue Entwicklung in der Basketball-Bundesliga vom Montag. © picture-alliance Tritt auch den Weg in die Heimat an: Kyan Anderson von der BG Göttingen. Die BG Göttingen hat im Zuge der Coronavirus-Pandemie auch den Vertrag mit ihrem zweiten US-amerikanischen Top-Spieler aufgelöst. Eine Woche nach Center Dylan Osetkowski kehrt auch Aufbauspieler Kyan Anderson in seine Heimat zurück.

Berliner Pflegeheime nehmen auch in Zeiten der Coronakrise weiter neue Bewohner auf. Außerdem seien Neuaufnahmen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch menschlich wichtig. Bewohner dürften in der Regel auch kontrolliert weiterhin Besucher empfangen.

Kölner Kinos in Coronakrise : „ Das Odeon wird auch das Virus überleben“. Wir hoffen auf eine einfache, pragmatische und unbürokratische Lösung der Refinanzierung für alle Krankenhäuser, die ihren Beitrag in der Krise leisten – damit wir alle dies auch in Zukunft tun können.

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