Welt & Politik Der Krisengewinner: Wird Markus Söder vom Virusbekämpfer zum Kanzlerkandidaten?

01:10  26 märz  2020
01:10  26 märz  2020 Quelle:   handelsblatt.com

Söder verteidigt Vorpreschen bei Maßnahmen gegen Coronavirus-Pandemie

  Söder verteidigt Vorpreschen bei Maßnahmen gegen Coronavirus-Pandemie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sein Vorpreschen bei den Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie verteidigt. Dies sei auch bereits bei den Schulschließungen wegen der Coronavirus-Pandemie der Fall gewesen. Die Einführung weitreichender Ausgangsbeschränkungen in Bayern vor anderen Bundesländern begründete Söder damit, dass viele Bürgermeister und Landräte sowie auch zahlreiche Bürger ihn darum gebeten hätten. Er habe daher eine "angemessene und auch glaube ich notwendige Entscheidung" getroffen.

Im Ringen um die Macht in der Union kristallisiert sich einer als unerschütterlicher Ruhepol heraus: CSU-Chef Markus Söder . Andeutungen hat er schon gemacht!

Sogar zum Kanzlerkandidaten wird er von einst kritisch gesinnten Sogar zum Kanzlerkandidaten wird er von einst kritisch gesinnten Medien hochgeschrieben. Könnte der Franke Markus Söder das schaffen, was den altbayerischen Parteiikonen Strauß und Stoiber verwehrt blieb?

Offiziell sagt er, sein Platz sei in Bayern. Doch die Frage nach einer Kanzlerkandidatur steht im Raum. © dpa Offiziell sagt er, sein Platz sei in Bayern. Doch die Frage nach einer Kanzlerkandidatur steht im Raum.

Bayerns Ministerpräsident führt sein Land offensiv durch die Coronakrise – und erhält dafür deutschlandweit Zustimmung. Doch nicht alle sind darüber erfreut.

Beliebtheitsrankings waren für Markus Söder (CSU) lange Zeit unerheblich, er tauchte ohnehin nicht in den Top Ten auf. Ein Haudrauf mit wenig Sachkenntnis und viel Intrigenbereitschaft, das war sein Image.

Doch als Ministerpräsident hat sich Söder in den vergangenen zwei Jahren neu erfunden. Als fürsorglicher Landesvater nahm sein Ansehen in Bayern schon länger zu. Angesichts der Corona-Pandemie erntet er nun aber auch über bayerische Grenzen hinweg als tatkräftiger Krisenmanager Anerkennung.

Corona-Krise: Ursula von der Leyen wehrt sich gegen Markus Söder

  Corona-Krise: Ursula von der Leyen wehrt sich gegen Markus Söder CSU-Chef Söder wirft von der Leyen in der Coronakrise Untätigkeit vor. Die Kommissionspräsidentin kontert: Man habe vieles bewegt - und das komme übrigens auch Unternehmen in Bayern zugute. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Europäer in der Corona-Pandemie mehrfach zu Solidarität aufgerufen - und die Haushaltsregeln der EU gelockert. Dennoch wurde sie vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder für ihre Amtsführung in der Krise kritisiert. Nun hat die EU-Chefin sich gegen die Vorwürfe aus Bayern gewehrt.

Auf einmal reden alle von Markus Söder als Kanzlerkandidat . Der ziert sich. Der Hubert aber findet die Idee super, wenn auch aus ganz eigenen Gründen.

Markus Söder hat Frau und Kinder - das ist vielen Wählern bekannt. Wir zeigen, was der Ministerpräsident sonst noch über sein Privatleben verrät.

In einigen Umfragen ist Söder jetzt bundesweit der beliebteste Politiker, was auch mit seiner Omnipräsenz in den sozialen Medien zusammenhängt, wo er immer wieder den richtigen Ton trifft. Zwischen den Ausgangsbeschränkungen und milliardenschweren Rettungsschirmen beweist der bayerische Ministerpräsident Gespür für die Menschen.

So verkündete er am Dienstag via Twitter, dass Bayern nun Essen und Getränke für alle Mitarbeiter in Krankenhäusern, Kliniken, Alten- und Pflegeeinrichtungen übernehmen werde. Eine solidarische Aktion, die ankommt. Bis Mittwochabend gab es 17.500 Likes für die Ankündigung.

Das ist kein Einzelfall. Auf Instagram kamen Söders Posts in den vergangenen sieben Tagen auf 84.700 Likes, nur der Account der Bundeskanzlerin war im Ranking der deutschen Politiker erfolgreicher, wie der Mediendienst Meedia berichtete. Söder beweist Tatkraft in der Coronakrise und vermarktet diese auch.

Söder: Brauchen im Kampf gegen Corona mehr Tempo

  Söder: Brauchen im Kampf gegen Corona mehr Tempo «Ich glaube, wir brauchen auch ein Stück mehr Tempo in der deutschen Politik», sagte Söder im ZDF. «Die Herausforderung ist größer als gedacht. Wir können nicht endlos darüber debattieren, wir müssen entscheiden.» Es gebe in den Ländern «den einen oder anderen, den muss man noch überzeugen». Er sei aber froh, dass am Ende doch alles klappe «und dass wir jetzt im Gleichklang sind», sagt der CSU-Chef.Ausgangssperren wie in einigen anderen europäischen Ländern schloss Söder erneut nicht aus.

Parteichef Markus Söder stellt klar, dass es ohne seine Christsozialen keinen Kanzlerkandidaten der Union geben wird. Passau. Das mit dem bayerischen Defiliermarsch und dem Geschiebe in den engen Gängen, als Markus Söder in die Dreiländerhalle einzieht, dauert schon mal lange.

CSU-Chef Markus Söder hat eine bemerkenswerte Wandlung durchgemacht und sich mittlerweile das Image eines versöhnlichen Machers erarbeitet. Kein Wunder, dass er bereits als nächster Kanzlerkandidat der CSU gehandelt wird.

Als Ministerpräsident des wirtschaftlich starken Bayerns hat er dafür auch genügend Ressourcen. So verkündete er diese Woche, das bayerische Rettungspaket auf 40 Milliarden Euro zu vergrößern. Dabei hilft ihm nicht nur die Finanzkraft, sondern auch die gute Verwaltung des Freistaats.

Während in anderen Bundesländern noch die Antragsverfahren für Wirtschaftshilfen vorbereitet werden, tätigt Bayern bereits die ersten Überweisungen.

Das liegt auch daran, dass Söder nicht auf andere Bundesländer wartet – weder bei den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus noch bei den Wirtschaftshilfen. In seinem Umfeld erklärt man das zur Strategie: Söder geht voran, die anderen Ministerpräsidenten werden schon folgen.

Das nicht abgestimmte Vorpreschen gefällt naturgemäß nicht allen. So ist er zum Beispiel in dieser Woche heftig mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet aneinandergeraten. Auch wenn es niemand zugegeben mag: Bei der Rangelei schwang auch die offene Frage nach einer Kanzlerkandidatur für die Union mit.

Corona-Krise: Bayern verlängert Ausgangsbeschränkungen

  Corona-Krise: Bayern verlängert Ausgangsbeschränkungen Die seit dem 21. März wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April verlängert. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Damit darf nur aus begründeten Anlässen wie Arztbesuchen, Arbeitswegen oder dringenden Einkäufen der Wohnort verlassen werden. Bisher waren die Beschränkungen bis zum kommenden Freitag (3. April) befristet.In Bayern seien bisher 14.437 Menschen positiv auf das neue Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden, sagte Söder. Bislang seien zudem 133 Patienten, die mit dem Virus infiziert waren, gestorben.

Der CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat sich in die Debatte um die künftige CDU-Spitze eingeschaltet. Eine schnelle Festlegung auf einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten der Unionsparteien lehnt der einflussreiche CSU-Vorsitzende Markus Söder ab.

Kanzlerkandidat oder Kanzlermacher? Markus Söder sorgt in diesen Tagen einmal mehr dafür, dass da so schnell nichts ausgeschlossen wird. Wenn er als Kanzlerkandidat der Union aufgestellt würde - dann bekäme die AfD genau wie die Linken schlaflose Nächte.

Söder weist jedes Interesse bisher weit von sich. Sein Platz sei in Bayern, sagt er. Das bisherige Dogma, dass ein Bayer im Rest Deutschlands nicht reüssiere, wird allerdings durch Söders Popularitätsschub zunehmend entkräftet.

Mehr: Corona: Söder sieht keinen Anlass zur Entwarnung

Mehr auf MSN

Kommunalwahlen in Bayern: München, Nürnberg und Augsburg in Stichwahl .
Trotz der Coronakrise waren die Bayern zur Kommunalwahl aufgerufen, dennoch zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung ab. In den großen Städten erreicht noch kein Oberbürgermeisterkandidat die absolute Mehrheit. © Daniel Karmann/ dpa Die von der Coronavirus-Krise überschatteten Kommunalwahlen in Bayern werden vielerorts erst in der Stichwahl entschieden. In den größten bayerischen Städten München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt brachte der erste Wahlgang der Oberbürgermeister-Wahl noch keine Entscheidung.

—   Teilen Sie Neuigkeiten in der SOC. Netzwerke
usr: 4
Das ist interessant!