Welt & Politik Die verwundete Nation: Amerikas Offenbarungseid: Corona und die Systemfehler der USA

09:00  03 april  2020
09:00  03 april  2020 Quelle:   handelsblatt.com

Virus-Epidemie: „Heilmittel schlimmer als das Problem“: Trump stößt Debatte um Corona-Maßnahmen an

  Virus-Epidemie: „Heilmittel schlimmer als das Problem“: Trump stößt Debatte um Corona-Maßnahmen an Virus-Epidemie: „Heilmittel schlimmer als das Problem“: Trump stößt Debatte um Corona-Maßnahmen anWie so oft bei Donald Trump begann alles mit einem Tweet. Am Sonntagabend, kurz vor Mitternacht amerikanischer US-Ostküstenzeit, sandte der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika in Großbuchstaben seine Botschaft in die Welt: „Wir können die Therapie nicht schlimmer werden lassen als das Problem selbst.

Das Coronavirus trifft die USA schwer – was bleibt von der Supermacht? © Mona Eing & Michael Meißner Das Coronavirus trifft die USA schwer – was bleibt von der Supermacht?

Hohe Opferzahlen, Wirtschaftseinbruch, politisches Versagen: Die Coronakrise erschüttert die USA – und könnte das Land langfristig verändern.

Das Coronavirus überrollt die USA. In keinem anderen Land der Welt gibt es inzwischen so viele Infektionen wie in Amerika. Zur Gesundheitskatastrophe kommt die ökonomische Krise.Die weitreichenden Folgen der Pandemie legen auch die Schwächen des amerikanischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems offen: das Sozialsystem, die Konzerne und die Politik.Die US-Ölindustrie steht massiv unter Druck. Grund dafür sind nicht nur die Auswirkungen der Coronakrise, sondern auch ein Preiskampf zwischen Saudi-Arabien und Russland.Der frühere IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld warnt wegen der Ausbreitung des Coronavirus im Interview mit dem Handelsblatt vor einem schlimmen Wirtschaftseinbruch. Der US-Regierung wirft er Führungsversagen vor.

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Nur eine geknickte Pappkarte weist in dem niedrigen Konferenzraum darauf hin, für wen der Platz gedacht ist. „The President“ steht darauf. Dahinter sitzt Donald Trump, zurückgelehnt, verschränkte Arme, seine Lieblingspose. Hier, im Hauptquartier der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA, ist Trump Mitte März zum ersten Mal in seiner neuen Rolle zu erleben: als Krisenpräsident. Der Reihe nach werden über Lautsprecher die Gouverneure der 50 US-Bundesstaaten zugeschaltet.

Brav tragen sie dem Präsidenten ihre Wünsche vor. Brian Kemp aus Georgia wünscht sich, dass die Befehlsgewalt über die Nationalgarde auch während der Coronakrise bei den Bundesstaaten verbleibt, „denn wir wissen am besten, was bei uns vor Ort los ist“. Trump antwortet: „Ich mag deine Idee, Brian, betrachte das als beschlossen.“ Und dann: „Der nächste Gouverneur, bitte!“ Trump hat eine neue Rolle gefunden. Die des Anführers im „Krieg gegen das Virus“.

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Was bleibt ihm auch anderes übrig. Trumps anfängliches Herunterspielen der Lungenkrankheit Covid-19 passt nicht mehr zur harten Realität. In der Corona-Hölle New York hieven Gabelstapler mittlerweile die Toten in Kühlwagen. Im Central Park stehen Lazarettzelte, um die Erkrankten aufzunehmen – das hat es zuletzt im Bürgerkrieg vor gut 160 Jahren gegeben.

Wie schlecht die Versorgung mit Schutzmasken und Beatmungsgeräten ist, zeigt sich in der Nacht zu Mittwoch, als Trump Hilfsgüter und Experten aus Russland akzeptierte. „Das kann nicht wahr sein“, staunte Russlandexperte Andrew Weiss von der US-Stiftung Carnegie Endowment for International Peace.

 

Während die Corona-Pandemie in China wieder abflaut und in Europa mutmaßlich ihren Höhepunkt erreicht hat, überrollt sie die USA. In keinem anderen Land der Welt gibt es so viele Infektionen. In keinem anderen Land der Welt sterben so viele Menschen. Die Corona-Taskforce des Weißen Hauses rechnet mit bis zu 240.000 Toten. Der Höhepunkt wird mit bis zu 3500 Toten pro Tag um Ostern erwartet – in jeder Minute werden dann mehr als zwei Menschen in den USA ihr Leben lassen.

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Mit der Bezeichnung „Chinavirus“ brachte Trump anfangs nicht nur China gegen sich auf, sondern suggerierte auch: Das ist ein Problem der anderen. Wertvolle Wochen verschenkten die Vereinigten Staaten, in denen sie von den Erfahrungen in Asien und Europa hätten lernen können. In denen sich das eher marode US-Gesundheitssystem auf den Ansturm der Coronakranken hätte vorbereiten können und in denen sich die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie hätten abmildern lassen.

„In den USA hatten wir bisher das Schlechteste beider Welten: einen wirtschaftlichen Absturz und eine rasante Verbreitung des Virus“, sagt Maurice Obstfeld, ehemaliger IWF-Chefökonom.

Zur Gesundheitskatastrophe kommt die ökonomische Krise. Im Vergleich zu Europa reagiert der weniger regulierte US-Arbeitsmarkt schneller auf die Situation. Die Kurve der Arbeitslosigkeit gleicht dem EKG eines Herzinfarkts, 3,3 Millionen Menschen meldeten sich vergangene Woche ohne Arbeit, diese Woche waren es doppelt so viele.

Laut Investmentbank Goldman Sachs schnellt die Arbeitslosenquote in den USA bis Mitte des Jahres auf 15 Prozent, und da sind die Wirkungen der bislang drei Corona-Hilfspakete bereits eingerechnet.

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Mit der Arbeitslosigkeit bricht der Konsum in sich zusammen, mit fast 70 Prozent eine tragende Säule des Bruttoinlandsprodukts (BIP). „Die USA werden in eine tiefe Rezession stürzen, die so ungewöhnlich ist, dass sich die Statistiker möglicherweise nie genau darauf einigen werden, um wie viel Prozent die Produktion eingebrochen ist“, warnt Harvard-Professor Kenneth Rogoff. „Unser System zur Berechnung des BIP ist für diese Art eines plötzlichen Stopps einfach nicht ausgelegt.“ Er gehe davon aus, dass der Einbruch im zweiten Quartal bis zu 25 Prozent betragen werde.

Besonders bedrängt die US-Wirtschaft der tiefe Ölpreis. Früher wäre es eine willkommene Hilfe gewesen, müssen Amerikaner doch weniger für Benzin und Heizöl ausgeben. Aber das Land mauserte sich mit Fracking zur internationalen Ölmacht. Jetzt steht die neue Branche vor dem Ruin – und zieht die Volkswirtschaft nach unten.

Es wird in den USA gerade viel darüber gesprochen, mit welcher Situation die Lage am ehesten vergleichbar sei. Mit der Finanzkrise von 2008? Mit der Spanischen Grippe von 1918? Oder gar mit der Großen Depression zu Beginn der 1930er-Jahre? Die sieht der Ökonomie-Nobelpreisträger Robert Shiller als „Worst-Case-Szenario“ für die möglichen Folgen der Corona-Pandemie in den USA.

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Tatsächlich drängt sich noch eine andere Parallele auf: Pearl Harbor. Der Überraschungsangriff der Japaner auf das Hauptquartier der US-Pazifikflotte traf 1941 eine Nation, die es hätte besser wissen können. Doch der Krieg, der jenseits der Ozeane in Europa und Fernost tobte, schien weit weg zu sein. Eine Illusion, die erst mit Pearl Harbor zerstob.

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Auch in der Corona-Pandemie haben sich die USA lange einer Selbsttäuschung hingegeben: dass die Pandemie auf wundersame Weise auf Europa und Asien beschränkt bleiben würde. Dass sie sich mit Einreiseverboten von den USA fernhalten ließe. Dass Corona auch nicht gravierender sei als eine Grippewelle – so sah es Trump noch am 9. März.

Sechs Tage später empfahl das Weiße Haus den landesweiten Shutdown. So trifft die Pandemie auf eine Supermacht, die ähnlich unvorbereitet ist wie 1941 auf den Angriff der Japaner. Mit tödlicher Brutalität legt das Virus die Schwächen des Wirtschafts- und Gesellschaftssystems offen:

Das US-Sozialsystem ähnelt in der Krise eher einem Brandbeschleuniger als einem Sicherheitsnetz. Wer in den USA erkrankt oder entlassen wird, dem droht rasch der Ruin. Das ist nicht nur hart für die Betroffenen. Es verstärkt auch den Absturz der Gesamtwirtschaft, es fehlt an sogenannten automatischen Stabilisatoren. Mit eilig geschnürten Konjunkturpaketen versucht die Politik, diesen Mangel auszugleichen und für Sozialleistungen zu sorgen, die in anderen Industriestaaten selbstverständlich sind, etwa eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.Die amerikanischen Konzerne sind weltweit führend in ihrer Börsenbewertung. Doch in der Krise wird deutlich, dass diese oft auf Illusionskunst beruht. Viele Unternehmen haben die niedrigen Zinsen der vergangenen Dekade genutzt, um sich zu verschulden. Genutzt wurde dieses Geld aber meist nicht für zukunftsweisende Investitionen, sondern um hohe Dividenden auszuschütten und eigene Aktien vom Markt zu kaufen und so den Börsenkurs zu treiben. Jetzt, wo im Shutdown die Umsätze wegbrechen, fehlen den Unternehmen die finanziellen Reserven. Mit Hilfskrediten muss der Staat die Konzerne herauspauken.Der Kampf gegen die Katastrophe wird erschwert durch ein politisches System, in dem das Misstrauen dominiert: Demokraten gegen Republikaner, Gouverneure gegen Washington. Und über allem ein Präsident, der sich lange Zeit nicht von Fakten leiten ließ, sondern von Emotionen, von Umfragewerten und Einschaltquoten.

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1. Das Sozialsystem: Auch in der Krise gibt es ein Oben und ein Unten

„Hang Tough, South Slope!“ haben die Bewohner des Hauses in Brooklyn in ihren Fenstern plakatiert. „Haltet durch!“ Das ist das Motto, mit dem die hart gesottenen New Yorker in diesen Tagen versuchen, sich angesichts der rasanten Ausbreitung des Coronavirus Mut zu machen.

Längst ist New York zum weltweit größten Brandherd geworden. Täglich steigt die Zahl der positiv getesteten Menschen in der Stadt um Tausende. Mehr als 45.000 Menschen sind an Covid-19 erkrankt, fast 1400 gestorben. Die Stille in den Straßen wird immer häufiger von den Sirenen der Krankenwagen unterbrochen.

Im Central Park empfängt mittlerweile ein Feldkrankenhaus aus weißen Zelten die Covid-19-Patienten, das Mount-Sinai-Hospital an der Upper East Side ist dem Ansturm nicht mehr gewachsen. „Ich habe solche Feldkrankenhäuser schon in Kriegsgebieten und nach Erdbeben aufgebaut. Aber ich hätte nie damit gerechnet, dass ich jemals eines im Central Park errichten muss“, sagt Elliott Tenpenny, Arzt und Teamleiter der christlichen Wohltätigkeitsorganisation Samaritan’s Purse.

New Yorker Ärzte und Pfleger berichten, dass sie ihre Masken und Anzüge fünf Schichten lang tragen müssen, zwischendurch notdürftig mit Spray desinfiziert. Eine Ärztin hat über Twitter empört das Bild eines Regenponchos mit Aufdruck der „New York Yankees“ verbreitet. Der Umhang, eigentlich gedacht für Zuschauer bei Baseballspielen, sei ihr zu Beginn ihrer Schicht im Krankenhaus als Infektionsschutzkleidung ausgehändigt worden.

Rice Powell ist optimistisch, dass New York dank der neuen Behelfskrankenhäuser die Lage meistern kann. Er muss es als Chef von Fresenius Medical Care (FMC) wissen. Das deutsche Unternehmen betreibt insgesamt 80 Dialyse-Zentren im Bundesstaat New York, viele in New York City. Zehn Prozent davon sind Isolierzentren für coronainfizierte Patienten.

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„Wir haben gesehen, was in China, in Italien und dann in Spanien passiert ist“, sagt FMC-CEO Rice Powell. „Deshalb haben wir schon früh unser Pandemie-Protokoll angewandt und Schutzkleidung geordert.“

Der FMC-Chef ist überzeugt, dass die USA früher hätten reagieren können. „Als Land und als Stadt New York waren wir mit den Krankenhäusern nicht ausreichend vorbereitet“, stellt Powell fest. „New York hat die richtigen Maßnahmen getroffen, aber zu spät.“

Jetzt ist die Katastrophe da, und wer es sich leisten kann, verlässt die Stadt. Die kurzfristigen Mietpreise für Strandhäuser in den Hamptons haben sich in den vergangenen Wochen verfünffacht, berichten Makler.

Robin Mayer ist ein New Yorker Milliardär, der seinen richtigen Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will. Er hat sich mit seiner Frau in sein Luxusanwesen im US-Bundesstaat Wyoming zurückgezogen. „So können wir gut eine Weile ausharren“, sagt er. Die Kühlschränke sind voll, Masken hat er sich bereits vor Wochen besorgt.

„Jetzt müssen wir einfach abwarten“, sagt er. „Klar, ein paar Dinge werden sich dauerhaft verändern, aber es wird auch nach Corona noch Kapitalmärkte geben, und es wird weitergehen. In zwei bis drei Jahren wird das hier nur eine kleine Delle in einer Grafik sein.“

Der New Yorker Filmproduzent David Geffen war weniger diskret als Mayer. Vergangene Woche sorgte er für eine Welle der Empörung, als er Fotos seiner Superjacht „Rising Sun“ veröffentlichte. Auf der will der Milliardär in der Karibik die Pandemie aussitzen. „Ich hoffe, ihr bleibt alle in Sicherheit“, endete sein Gruß auf Instagram, der dem Milliardär so viele wütende Reaktionen einbrachte, dass er sein Konto löschte.

Nicht alle Superreichen sind so instinktlos wie Geffen. Bill Gates stellt mit seiner Stiftung 100 Millionen Dollar für die Bekämpfung des Virus zur Verfügung. Michael Bloomberg spendet 40 Millionen Dollar für den Kampf gegen Corona in Afrika.

Aber solche Wohltaten gehen eher unter. „Mehr als die Hälfte der US-Aktien liegt in den Händen des reichsten einen Prozents“, kritisiert Robert Reich, der unter Präsident Bill Clinton Arbeitsminister war und heute an der University of California in Berkeley lehrt.

Die Superreichen würden das Coronavirus daher nicht als eine gesundheitliche und gesellschaftliche Krise ansehen. „Sie sind ja nicht wie Krankenschwestern, Ärzte und Lieferboten täglich dem Ansteckungsrisiko ausgesetzt.“ In Reichs Augen reduziert sich für Superreiche das Problem auf die Frage: „Wie bringen wir die Aktienkurse möglichst schnell wieder nach oben?“

Je weiter man in der Einkommens- und Vermögensskala nach unten schaut, desto mehr wirft die Pandemie eine andere Frage auf: Wie überlebe ich Corona, ohne mich finanziell zu ruinieren? „Wir können nicht von uns behaupten, dass wir ein funktionierendes Gesundheitssystem haben“, wetterte Reich am Dienstag bei einer Onlinelesung. „Dabei sind wir das reichste Land auf diesem Planeten. Es ist eine Schande.“

Zwar haben seit der Gesundheitsreform unter Präsident Barack Obama („Obamacare“) vor zehn Jahren alle US-Bürger Anrecht auf eine Krankenversicherung ohne vorherige Gesundheitsprüfung – für US-Verhältnisse ein gewaltiger Fortschritt. Doch längst nicht alle haben eine solche Versicherung, und selbst wenn: Welche Leistungen bei den einzelnen Policen abgedeckt sind und was an Zuzahlungen anfällt, lässt sich für den Versicherten kaum überblicken.

Das führt schon in normalen Zeiten zu extremen Belastungen – rund 60 Prozent der Privatinsolvenzen in den USA sind auf unbezahlbare Krankenhausrechnungen zurückzuführen. Einige, aber längst nicht alle Versicherungsunternehmen haben angekündigt, für Corona-Behandlungen auf die sonst fällige Selbstbeteiligung verzichten zu wollen.

Mit ihren eilends zusammengezimmerten Hilfspaketen versucht die Politik nun im Eiltempo, Sozialleistungen einzuführen, die in anderen Industriestaaten selbstverständlich sind. So gilt nun für die Dauer der Coronakrise für die meisten US-Beschäftigten eine garantierte Lohnfortzahlung von 14 Tagen im Krankheitsfall oder falls Quarantäne droht.

Zusätzlich zum Arbeitslosengeld, das in den USA die einzelnen Bundesstaaten zahlen, sollen Arbeitslose pro Woche 600 Dollar aus der Kasse der Bundesregierung erhalten. Aber auch das nur für die kommenden vier Monate, aus der Maßnahme gegen die Coronakrise soll auf keinen Fall eine dauerhafte Sozialleistung werden.

Sogar eine Art improvisierte Kurzarbeiterregelung haben die USA nun. Kleinere Unternehmen können Hilfskredite beantragen, die sie nicht zurückzahlen müssen, wenn sie während der Krise ihre Belegschaft an Bord behalten.

Konzernbeschäftigten hilft das nicht. Die Kaufhauskette Macy‘s will den Großteil ihrer 125.000 Mitarbeiter vor die Tür setzen, ebenso die Bekleidungskette Gap mit 129.000 Mitarbeitern. Einen gesetzlichen Kündigungsschutz, der solche Massenentlassungen hinauszögern oder sozial verträglicher gestalten könnte, gibt es in den USA nicht.

Auch im Corona-Notstand bleibt Amerika eine Klassengesellschaft. Was sich auch daran zeigt, dass sich die Gesundheitskrise in der Weltfinanzhauptstadt New York unter den Augen der digitalen und medialen Öffentlichkeit abspielt, die jeden fehlenden Schutzumhang betrauert und jedes neue Feldlazarett bejubelt – während 770 Kilometer weiter westlich deutlich stiller gestorben wird.

Detroit, die heruntergewirtschaftete Autometropole, ist auf dem Weg, der neue Corona-Hotspot der USA zu werden. Die Zahl der Infizierten wie der Toten steigt hier und in den angrenzenden Gemeinden besonders rasch an. Ein Drittel der 673.000 Einwohner von Detroit lebt in Armut. Viele haben Vorerkrankungen, die das Virus für sie besonders gefährlich machen.

2. Die Konzerne: Schulden machen, bis der Bail-out kommt

Als in der zweiten Märzhälfte der US-Senat über sein drittes Corona-Hilfspaket beriet, das am Ende das beispiellose Volumen von 2,2 Billionen Dollar erreichen sollte, berichteten Senatoren und ihre Mitarbeiter von einer Telefonlawine.

Die geschätzt mehreren Tausend Unternehmens- und Verbandslobbyisten in Washington telefonierten ihre Adressbücher durch. Sie wollten sicherstellen, dass ihr Unternehmen oder ihre Branche bei den staatlichen Hilfskrediten berücksichtigt wird, die einen wesentlichen Teil des Pakets ausmachen sollten.

Am Ende der Verhandlungen stand eine beeindruckende Summe: Die US-Regierung bürgt mit 454 Milliarden Dollar für Kredite, die die Notenbank Fed an die US-Unternehmen vergibt. Aufgrund dieses Schutzschirms stehen rund vier Billionen Dollar an zinsgünstigem Kapital bereit.

Für besonders von der Krise betroffene Branchen wie Fluggesellschaften gibt es noch einmal eine eigene Kredittranche von 46 Milliarden Dollar.

Doch wie vertretbar sind die Hilfen? Gerade die Fluglinien trifft eine erhebliche Mitschuld an ihrer finanziell prekären Lage. Sie haben in der Vergangenheit viel Geld für eigene Aktien ausgegeben. Allein Delta kaufte in den vergangenen zwei Jahren für 3,7 Milliarden Dollar eigene Aktien. Bei United Airlines waren es 3,8 Milliarden Dollar und bei American Airlines knapp zwei Milliarden Dollar.

Das sind insgesamt 9,5 Milliarden Dollar in nur zwei Jahren, die den Airlines jetzt an Eigenkapital fehlen, um die Krise zu überbrücken.

Laut Wirtschaftsprofessor Bill Lazonick haben die 500 im US-Aktienindex S &P 500 gelisteten Unternehmen zwischen 2009 und 2018 rund 4,3 Billionen Dollar für Aktienrückkäufe ausgegeben – also etwa genauso viel, wie die Fed jetzt mithilfe der US-Regierung an Hilfskrediten bereitstellt. Für Dividenden haben die Unternehmen noch einmal 3,3 Milliarden Dollar ausgegeben. Und da sind die Zahlen für 2019 noch nicht berücksichtigt.

Diese Ausschüttungs- und Rückkaufpolitik wäre vielleicht noch vertretbar, wenn das Geld dafür aus laufenden Gewinnen stammen würde. Doch viele Unternehmen haben sich in der Vergangenheit sogar verschuldet, um Aktien zu erwerben und Dividenden auszuschütten. Laut einer Studie von JP Morgan Chase haben US-Unternehmen die Rückkäufe in der Vergangenheit bis zu 30 Prozent mit Anleihen, also mit neuen Schulden finanziert.

Die Liste liest sich wie ein „Who‘s who“ der amerikanischen Wirtschaft. General Electric hat nach den Berechnungen von Lazonick zwischen 2009 und 2018 insgesamt 227 Prozent seiner Gewinne in Aktienrückkäufe und Dividenden gesteckt. Bei Boeing waren es 121 Prozent, bei IBM 109 Prozent.

Aber auch Pharmafirmen wie Pfizer oder Amgen haben nach diesen Berechnungen mehr Geld für ihre Aktionäre ausgegeben, als sie zuvor verdient hatten. Summen, die sie in diesen Zeiten für die Forschung an Medikamenten hätten nutzen können.

Die Krise zeigt die Logik der Konzernchefs, die gesamtwirtschaftlich verquer, aber in sich stimmig ist. Sich zu verschulden war lukrativ, die Zinsen lagen schließlich niedrig wie nie zuvor. Durch den Rückkauf eigener Aktien steigt eine für Manager wichtige Kennzahl: der Gewinn je Aktie.

Selbst wenn der Gewinn absolut gesehen stagnierte: Wegen der geringeren Anzahl der Anteilscheine stieg er pro Aktie. Und vorzusorgen für schlechte Zeiten ist nicht nötig – wenn das Geld ausgeht, das zeigt sich jetzt in der Coronakrise, hilft der Staat ja verlässlich über den Liquiditätsengpass hinweg.

Trump kritisiert nun selbst die Aktienrückkäufe: „Ich mag sie nicht.“ Das Hilfspaket verbietet Unternehmen, die die staatlich abgesicherten Kredite nutzen, solche Geschäfte, bis zu einem Jahr nachdem die Hilfen ausgelaufen sind. Doch laut Lazonick stehen Rückkäufe derzeit ohnehin nicht an: „Rückkäufe werden getätigt, wenn es viel Gewinn gibt und wenn sie einem ohnehin schon steigenden Aktienkurs weiteres Momentum verleihen können.“ Zusammen mit anderen Experten fordert er ein dauerhaftes Verbot.

Als positives Gegenbild zu den Traditionskonzernen galten in den vergangenen Jahren die Tech-Unternehmen. Dividenden oder Aktienrückkäufe sind in dieser Branche verpönt, sie gelten als Eingeständnis, dass die Kreativität und der Wagemut für kostspielige Projekte fehlen.

Auch sonst scheint die Techbranche in der Coronakrise zu den Gewinnern zu zählen. Wer im Lockdown zu Hause sitzt, kann schließlich immer noch bei Amazon Waren bestellen, bei Netflix Filme schauen oder sich bei Facebook mit Freunden austauschen.

Doch trifft die Pandemie auch die Geschäftsmodelle der meisten Digitalriesen – stärker noch als die Finanzkrise 2008. Das zeigte sich schon bei der Vorstellung von Apples Jahreszahlen Ende Januar, als Corona noch wie ein rein chinesisches Problem erschien.

Damals warnte der iPhone-Konzern vor Problemen mit seiner stark auf China ausgerichteten Produktion. Nur zwei Wochen später musste Apple seine Umsatzprognose für das laufende Quartal kassieren – das Management des wertvollsten US-Konzerns war bei seinem optimistischen Ausblick auf die Beschwichtigungsparolen der Pekinger KP-Führung reingefallen.

Auch Alphabet und Facebook dürften von der durch den Lockdown ausgelösten Rezession getroffen werden. Ein Prozent weniger Wirtschaftsleistung bedeutet fünf Prozent weniger Marketing-Ausgaben, lautet eine Faustregel der Werbeindustrie.

Die Investmentbank Cowen erwartet, dass Google und Facebook 2020 44 Milliarden Dollar weniger mit Werbung verdienen werden als bislang prognostiziert. Erstmals in der Geschichte der beiden Unternehmen könnte der Jahresumsatz sinken.

Als Lebensgefahr für das Silicon Valley erscheint Corona damit zwar noch nicht. Anders als die alten US-Industriekonzerne sitzen die Digitalriesen auf viel Bargeld. Wenn die Krise überstanden ist, könnten Google, Facebook und Co. sogar noch Marktanteile gewonnen haben – weil weniger finanzstarke Konkurrenten wie Twitter oder Snap einen kürzeren Atem haben.

Bedroht sind vor allem Plattform-Modelle, die auf digitalem Wege Dienstleistungen in der analogen Welt vermitteln – und die der Silicon-Valley-Doktrin gefolgt sind und Nutzerwachstum wichtiger genommen haben als positiven Cashflow.

Die schon vor Corona notorisch defizitäre Fahrdienst-Plattform Uber verlor zwischen Mitte Februar und Mitte März zwei Drittel ihres Börsenwerts, weil aktuell kaum jemand zu einem Fremden und potenziell Infizierten ins Auto steigen will.

Dass Uber seinen Fahrern bislang jede soziale Absicherung verweigert hat, wird nun zum Bumerang für das Unternehmen aus San Francisco. Ein Uber-Fahrer hat auch mit Husten und Fieber gute Gründe weiterzufahren, weil er sonst ohne Einkommen dasteht.

Nach einigem Zögern führte Uber Mitte März zwar zwei Wochen Lohnfortzahlung ein, aber nur für nachweislich infizierte Fahrer – was gerade in den USA, wo es an Tests mangelt, kein ausreichender Schutz ist.

Lange galten solche Plattform-Modelle Unternehmern und Investoren als besonders lukrativ. Statt weltweit Taxis zu kaufen, Fahrer anzustellen und ihnen Krankengeld und Rentenbeiträge zu zahlen, behandelt Uber seine Fahrer als Selbstständige. „Asset light“ ist das Zauberwort – mit wenigen Investitionen und laufenden Kosten konnte man so ein globales Unternehmen bauen.

Doch das Geschäftsmodell der Gig Economy, das das Silicon Valley in die ganze Welt exportierte, implodiert in der Krise noch schneller, als es vorher gewachsen ist.

Die dunkle Seite der Plattform-Modelle wird jetzt sichtbar. Mit ähnlichen Problemen wie Uber kämpft Airbnb, das 2020 eigentlich an die Börse wollte. Auch der Zimmervermittler sieht sich nur als Makler zwischen Vermietern und Gästen. Als dann massenhaft Flüge gestrichen und Konferenzen abgesagt wurden, ärgerten sich Gäste über die strengen Stornierungsbedingungen, die manche Vermieter gewählt hatten.

Kurzerhand ignorierte Airbnb die angebliche unternehmerische Freiheit der Vermieter und schrieb ihnen vor, kostenlose Stornierungen zu akzeptieren. Nach den Protesten der Vermieter will das Unternehmen nun 250 Millionen Dollar in deren Entschädigung stecken. Geld, das Airbnb in der Krise schmerzlich fehlen wird.

3. Die Politik: Ideologische Denkverbote brechen auf

Auch in der Krise ist Trump immer noch Trump. Er bestreitet nicht mehr die katastrophalen Auswirkungen der Corona-Pandemie in den USA. Er drängt auch nicht mehr auf ein schnelles Ende des Lockdowns. Doch selbst in seiner neuen Rolle als Krisenpräsident leistet er sich bei seinen täglichen Auftritten gemeinsam mit der Corona-Taskforce Ausfälle, die bei anderen Politikern für einen Rücktritt ausreichen würden.

Mal bezeichnet er Gretchen Whitmer, die demokratische Gouverneurin von Michigan, als „Half-Whitmer“. Ein „Halfwit“ ist im Englischen ein Schwachkopf. Und sagt, dass er seinem Vizepräsidenten und Coronakrisen-Koordinator Mike Pence geraten habe, Whitmer nicht mehr anzurufen: Die Gouverneurin, in deren Bundesstaat auch der Corona-Hotspot Detroit liegt, wisse die Bemühungen des Weißen Hauses nicht zu würdigen.

Nahezu täglich rattert Trump die Zahlen der an die Bundesstaaten gelieferten Schutzmasken und Beatmungsgeräte herunter wie ein Admiral die versenkte Feindtonnage. Wenn sich Gouverneure beschweren, dass von den Lieferungen kaum etwas an der Coronafront ankomme, suggeriert Trump auch mal, dass die Ausrüstung in den Krankenhäusern möglicherweise verschwendet, gehortet oder unterschlagen werde.

„Trump erkennt, dass infolge der Krise seine Präsidentschaft gefährdet ist“, analysiert Jordan Tama, Professor an der American University in Washington. „Vor allem durch die Schwierigkeiten, in denen die Wirtschaft steckt.“ Deshalb habe Trump seinen Ton gemäßigt, um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass er die Krise ernst nimmt und sich präsidial benehmen kann. „Aber Trump hat eine schwache Selbstdisziplin“, so Tama.

Überraschend vielen US-Bürgern gefallen bislang Trumps Reden und Auftritte aus Schweiß, Wut und Tränen. Die Zustimmung zu seiner Amtsführung ist laut dem Meinungsforschungsinstitut Gallup in der Coronakrise von 44 auf 49 Prozent gestiegen.

Speziell mit seiner Führung in der Coronakrise sind sogar 60 Prozent der befragten Amerikaner zufrieden. In der Not scharen sich die US-Bürger traditionell um ihren Präsidenten. In vergangenen Krisen, etwa nach den Terroranschlägen von 2001, haben die Zustimmungswerte der damaligen Präsidenten deutlich stärker zugelegt.

Doch klar ist: Die Coronakrise hat es den Demokraten schwerer gemacht, den Republikaner Trump mit den Wahlen im November aus dem Weißen Haus zu jagen. Das liegt auch daran, dass ihr wahrscheinlichster Kandidat in der Krise kaum noch Gehör findet.

„Ich säße jetzt auch lieber im Senat“, hat Joe Biden eingeräumt. Der ehemalige Vizepräsident unter Barack Obama bekleidet derzeit kein politisches Amt, von dem aus er die Krise mit bekämpfen könnte. Noch nicht einmal als offizieller Präsidentschaftskandidat der Demokraten vermag er aufzutreten, weil sein innerparteilicher Kontrahent Bernie Sanders seine Niederlage nicht einräumen mag.

Eine Entscheidung wird so schnell auch nicht mehr fallen, fast alle noch ausstehenden Vorwahlen sind wegen der Coronakrise in den Mai oder Juni verschoben worden. Alle Live-Wahlkampfveranstaltungen, auf denen Biden gegen Trump punkten könnte, sind abgesagt.

Dabei würde ein Wahlsieg von Biden im Herbst am deutlichsten zeigen, dass die USA aus ihrem Offenbarungseid in der Coronakrise etwas gelernt haben. Zum Beispiel, dass ein basales Sozialsystem nicht gleich den Weg in den Sozialismus markiert und steigende Börsenkurse allein noch kein Nachweis für wirtschaftliche Stärke sind.

Doch womöglich ist ein solcher Sinneswandel auch unter einem republikanischen Präsidenten denkbar. Mit den bislang drei Corona-Hilfspaketen, alle gemeinsam von Republikanern und Demokraten beschlossen, sind viele ideologische Denkverbote über Bord geflogen. Und sei es nur, dass man mit der jeweils anderen Partei nicht zusammenarbeiten darf.

„Beiden Parteien kommt gleichermaßen das Verdienst zu, in der Krise aufeinander zugegangen zu sein“, sagt Franz Wuerfmannsdobler vom Bipartsan Policy Center, einem überparteilichen Thinktank in Washington.

Ein Verbot von Aktienrückkäufen, eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, eine Arbeitslosenhilfe von der Bundesregierung – das alles beschlossen von einem republikanisch dominierten Senat und in Kraft gesetzt von einem republikanischen Präsidenten. Bis vor drei Wochen wäre das undenkbar gewesen.

„Diese Krise wird einen Mentalitätswandel in den USA einleiten“, prognostiziert Nobelpreisträger Shiller, der das Platzen der Internetblase ebenso vorhergesehen hat wie den Absturz der Immobilienpreise im Jahr 2007. „Möglicherweise werden wir in den USA in zehn Jahren eine umfassende und funktionierende Sozialversicherung haben.“

Für einen passionierten Krisenpropheten ist das eine erstaunlich optimistische Prognose.

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