Welt & Politik Erdogan lässt Gasstreit eskalieren

20:40  09 august  2020
20:40  09 august  2020 Quelle:   rp-online.de

Türkische Lira erreicht inmitten der Pandemie ein weiteres historisches Tief

 Türkische Lira erreicht inmitten der Pandemie ein weiteres historisches Tief LONDON (AP) - Die türkische Währung fiel am Freitag weiter und erreichte ein weiteres Rekordtief. © Zur Verfügung gestellt von Associated Press Menschen, die Gesichtsmasken tragen, um sich vor der Ausbreitung des Coronavirus zu schützen, gehen am Donnerstag, 6. August 2020, in Ankara, Türkei, spazieren. Das türkische Innenministerium kündigte am Mittwoch neue Maßnahmen an, um die Ausbreitung von COVID-19 täglich einzudämmen bestätigte Fälle erreichten einen Höchstwert von über 1.000.

Athen/Ankara. Die Türkei plant neue Bohrungen nach Erdgas im Mittelmeer und lässt in dem umstrittenen Gebiet Marinemanöver mit scharfer Munition ankündigen.

 Das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ ankert vor der Küste Antalyas im Mittelmeer. Griechenland hatte die Türkei davor gewarnt, Schiffe zur Suche nach Erdgas in die Region zu entsenden. © Ibrahim Laleli Das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ ankert vor der Küste Antalyas im Mittelmeer. Griechenland hatte die Türkei davor gewarnt, Schiffe zur Suche nach Erdgas in die Region zu entsenden.

Die Kontroverse zwischen Griechenland und der Türkei um die Bodenschätze im östlichen Mittelmeer spitzt sich wieder zu. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan kündigte neue Erdgas-Explorationen in dem umstrittenen Seegebiet an, die türkische Kriegsmarine plant Manöver mit scharfer Munition.

Erdogan wünscht sich, dass die Türkei die Zinsen weiter senkt

 Erdogan wünscht sich, dass die Türkei die Zinsen weiter senkt (Bloomberg) - © Bloomberg Recep Tayyip Erdogan, der türkische Präsident, gestikuliert, als er am Montag, dem 9. März 2020, vor den Gesprächen in Brüssel, Belgien, ankommt. Vor hochrangigen Treffen am Montag in Brüssel forderte Erdogan Griechenland auf, seine Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen. Dies könnte die Spannungen mit der EU weiter verschärfen, da es sich mit den Schäden auseinandersetzt, die durch die Ausbreitung des tödlichen und unvorhersehbaren Coronavirus entstehen.

Die Entspannung hatte gerade mal zwei Wochen gedauert: Die Türkei werde vorerst auf Rohstofferkundungen im östlichen Mittelmeer verzichten, sagte Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin am 27. Juli. Zu verdanken war das Einlenken einer Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie hatte sich in Telefonaten mit Erdogan und dem griechischen Premier Kyriakos Mitsotakis um eine Entschärfung der Krise bemüht, auf deren Höhepunkt die beiden historisch verfeindeten Nato-Partner Griechenland und Türkei ihre Kriegsflotten mobilisiert hatten. Auf Merkels Initiative sollten die Regierungen in Athen und Ankara Verhandlungen über die Abgrenzung der beiderseitigen Wirtschaftszonen aufnehmen.

Gasvorkommen: Erneute Eskalation im Mittelmeer: Die Türkei fordert Griechenland und das Seerecht heraus

  Gasvorkommen: Erneute Eskalation im Mittelmeer: Die Türkei fordert Griechenland und das Seerecht heraus Gasvorkommen: Erneute Eskalation im Mittelmeer: Die Türkei fordert Griechenland und das Seerecht herausDas Gebiet ist kleiner als ein gewöhnliches deutsches Bundesland. Und es ist nicht einmal hundertprozentig bewiesen, ob sich unter dem Wasser Öl oder Gas verbergen. Doch die Erkundungsfahrten eines türkischen Spezialschiffs sorgen für ein geopolitisches Spektakel im östlichen Mittelmeer mit weitreichenden Folgen.

Doch nun ist es schon wieder vorbei mit dem Moratorium. „Wir haben unsere Erkundungen ab sofort wieder aufgenommen“, sagte Erdogan am vergangenen Freitag nach einem Gebet in der seit Kurzem wieder als Moschee genutzten Hagia Sophia in Istanbul. Verhandeln will er mit den Griechen nun nicht mehr: „Es gibt keinen Anlass für Diskussionen mit jenen, die überhaupt keine Rechte im Mittelmeer haben“, sagte der Staatschef.

Damit reagiert Erdogan auf ein tags zuvor in Kairo unterzeichnetes Abkommen, mit dem Griechenland und Ägypten nach 15-jährigen Verhandlungen eine Abgrenzung ihrer beiderseitigen Wirtschaftszonen im Mittelmeer zwischen dem 26. und dem 28. Längengrad vereinbarten. Das griechisch-ägyptische Abkommen durchkreuzt eine Ende 2019 zwischen der Türkei und Libyen geschlossene Übereinkunft, mit der beide Länder einen Seekorridor im Mittelmeer untereinander aufteilten, ohne Rücksicht auf darin gelegene griechische Inseln wie Kreta, Kassos, Karpathos und Rhodos. Die EU und die USA betrachten das libysch-türkische Abkommen als völkerrechtswidrig.

Mittelmeer-Spannungen: Merkel unternimmt Vermittlungsversuch

  Mittelmeer-Spannungen: Merkel unternimmt Vermittlungsversuch Das Verhältnis zwischen Griechenland und der Türkei ist historisch schlecht. Aber nun nimmt der Streit um Bodenschätze ein besorgniserregendes Maß an. Bundeskanzlerin Angela Merkel versucht zu vermitteln. © picture-alliance/AP Photo/Greek Defence Ministry/ Die Übung der französischen und griechischen Marine Im östlichen Mittelmeer nehmen die Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland zu. Die französische und griechische Marine unternahmen am Donnerstag eine gemeinsame Militärübung als Signal im Streit um die Rechte an Gas- und Ölvorkommen.

Diplomaten in Athen erwarten, dass die Türkei ihre vor zwei Wochen auf Intervention Merkels zurückgestellten Erdgaserkundungen vor der griechischen Insel Kastelorizo jetzt wieder aufnehmen wird. Darauf deutet hin, dass die türkische Kriegsmarine für Montag und Dienstag Manöver mit scharfer Munition zwischen Kastelorizo und Rhodos ankündigt hat. Griechenland versetzte daraufhin am Wochenende seine Marine in erhöhte Alarmbereitschaft. Zugleich bekräftigte Athen Verhandlungsbereitschaft: „Wir sind zu Gesprächen noch im August bereit“, unterstrich ein Regierungssprecher am Sonntag. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sagte, wenn Verhandlungen mit der Türkei nicht zu einer Einigung führten, sei Griechenland bereit, den Streit um die Wirtschaftszonen vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag schlichten zu lassen. Die Türkei lehnt das bisher ab.

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