Welt & Politik Hongkonger Medienmogul Lai festgenommen

06:40  10 august  2020
06:40  10 august  2020 Quelle:   dw.com

Hongkonger Medienmogul Jimmy Lai vorerst frei

  Hongkonger Medienmogul Jimmy Lai vorerst frei Knapp zwei Tage nach seiner international scharf kritisierten Festnahme kam der Medienunternehmer gegen Zahlung einer Kaution frei. Jimmy Lai werden geheime Absprachen mit "ausländischen Mächten" vorgeworfen.Der führende Vertreter der Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone verließ in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) eine Polizeiwache. Vor dem Gebäude wurde der Verleger von mehreren Dutzend Anhängern der Demokratiebewegung bejubelt. Der Zeitung "South China Morning Post" zufolge musste Lai umgerechnet rund 32.000 Euro Kaution sowie eine zusätzliche Sicherheitszahlung hinterlegen.

Hongkonger Medienmogul Lai festgenommen . Jimmy Lai ist Medienunternehmer - und eine führende Figur der Hongkonger Demokratiebewegung. Grundlage für seine Festnahme bildete das neue Sicherheitsgesetz für die chinesische Sonderverwaltungszone.

Der Hongkonger Medienunternehmer Jimmy Lai ist aufgrund des neuen chinesischen "Sicherheitsgesetzes" festgenommen worden. Ihm würden geheime Absprachen und Verschwörung mit ausländischen Mächten vorgeworfen, schrieb Mark Simon, ein enger Mitarbeiter Lais , auf Twitter.

Jimmy Lai ist Medienunternehmer - und eine führende Figur der Hongkonger Demokratiebewegung. Grundlage für seine Festnahme bildete das neue Sicherheitsgesetz für die chinesische Sonderverwaltungszone.

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Jimmy Lai (Artikelbild) würden geheime Absprachen mit "ausländischen Mächten" angelastet, schrieb Mark Simon, einer seiner engsten Mitarbeiter im Kurzbotschaftendienst Twitter. Dies ist nach dem umstrittenen Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit, das die Pekinger Führung Ende Juni in Hongkong in Kraft setzte, strafbar. Nach Angaben aus Polizeikreisen wird dem bekannten Verleger zudem Betrug vorgeworfen.

Tausende Hongkonger kaufen aus Protest pro-demokratische Zeitung "Apple Daily"

  Tausende Hongkonger kaufen aus Protest pro-demokratische Zeitung Nach der Festnahme des Hongkonger Medienunternehmers Jimmy Lai haben tausende Hongkonger als Zeichen der Solidarität dessen Zeitung "Apple Daily" gekauft. Wegen der großen Nachfrage habe sie 550.000 statt der üblichen 70.000 Exemplare gedruckt, teilte das Blatt am Dienstag mit. Lai und die Aktivistin Agnes Chow - beide führende Vertreter der Demokratie-Bewegung in Hongkong - waren am Montag festgenommen worden. Ihnen werden nach Angaben aus der Polizei unter anderem geheime Absprachen mit "ausländischen Mächten" vorgeworfen. Insgesamt wurden am Montag zehn Menschen auf Grundlage des hochumstrittenen neuen Sicherheitsgesetzes zu Hongkong festgenommen.

Der Medienmogul Lai muss sich noch wegen eines Vorfalls am 4. Juni 2017 verantworten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bezeichnete die Festnahmen als schamlosen Versuch, die prodemokratische Bewegung einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen.

Der Medienmogul Jimmy Lai ist bekannt für seine dezidiert kritische Haltung gegenüber Peking - und damit eine Ausnahmeerscheinung in Hongkongs Elite. Lai war bei den Protestmärschen dabei und wurde im Februar festgenommen . Dem Verleger gehört die Next Media Group, eine beliebte und

Hongkongs "Todesstoß"

China betrachtet Lai als Strippenzieher hinter den monatelangen Protesten der Hongkonger Demokratiebewegung im vergangenen Jahr. In Staatsmedien wurde der 71-Jährige als "Verräter" bezeichnet. Er bereue seine Unterstützung für die Proteste nicht, betonte der Medienunternehmer noch vor Inkrafttreten des Sicherheitsgesetzes, das er einen "Todesstoß für Hongkong" nannte. Er sei "auf das Gefängnis vorbereitet". Lais Festnahme könnte zu neuen Protesten in der chinesischen Sonderverwaltungszone führen.

Proteste in Hongkong 2019 © Getty Images/A. Kwan Proteste in Hongkong 2019

Das neue Gesetz schränkt die Bürgerrechte in Hongkong massiv ein und stellt den bisher schwersten chinesischen Eingriff in die Autonomierechte der früheren britischen Kronkolonie dar. Es richtet sich gegen Aktivitäten, die China als subversiv, separatistisch oder terroristisch ansieht. Verstöße können mit lebenslänglichen Haftstrafen geahndet werden.

wa/bru (afp, rtr, dpa)

Marriott gibt Verluste im zweiten Quartal im Zusammenhang mit Coronavirus bekannt .
Marriott International gab am Montag während eines Gewinnaufrufs im zweiten Quartal einen massiven Verlust bekannt. © Jose Carlos Cortizo Perez Marriott-Zeichen. Der Hotelriese meldete im zweiten Quartal einen Nettoverlust von insgesamt 234 Mio. USD, verglichen mit einem ausgewiesenen Nettogewinn von 232 Mio. USD im Vorjahresquartal. Der Nettoverlust belief sich auf 210 Mio. USD, verglichen mit dem bereinigten Nettogewinn von 525 Mio. USD im zweiten Quartal 2019.

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