Welt & Politik Weißrussland: Frauen demonstrieren in Minsk gegen Lukaschenko

21:25  26 september  2020
21:25  26 september  2020 Quelle:   handelsblatt.com

Belarus schottet sich vom Westen ab: Lukaschenko macht die Grenze zu Litauen und Polen dicht

  Belarus schottet sich vom Westen ab: Lukaschenko macht die Grenze zu Litauen und Polen dicht Der belarussische Staatschef hat angekündigt, die Westgrenze zur EU schließen zu wollen. In Richtung Ukraine soll der Grenzschutz verstärkt werden. © Foto: Andrei Stasevich/BelTA/AP/dpa Alexander Lukaschenko will seine sechste Amtszeit antreten. Mitten im Machtkampf in Belarus (Weißrussland) hat Staatschef Alexander Lukaschenko die Westgrenze zu den EU-Ländern Litauen und Polen geschlossen. Das sagte er am Donnerstagabend der Staatsagentur Belta zufolge in Minsk. Zudem sei der Grenzschutz in Richtung Ukraine verstärkt worden.

Die Frauen sammelten sich für den „Marsch der weiblichen Solidarität“ in mehreren Gruppen. © via REUTERS Die Frauen sammelten sich für den „Marsch der weiblichen Solidarität“ in mehreren Gruppen.

Seit mehreren Wochen protestieren in Weißrussland regelmäßig Oppositionelle gegen Lukaschenko. Auch am Samstag wurden wieder Demonstranten festgenommen.

Mehrere Hundert Frauen haben sich am Samstag in Weißrussland zu einem neuen Protestmarsch gegen die Amtseinführung von Staatschef Alexander Lukaschenko versammelt. An zentralen Plätzen in der Hauptstadt Minsk versammelten sie sich und riefen „Schande“.

Frauen protestieren wieder gegen Lukaschenko

  Frauen protestieren wieder gegen Lukaschenko Sie lassen sich nicht unterkriegen: Unerschrocken protestieren Frauen in Belarus gegen "Europas letzte Diktatur". Wie vor einer Woche gibt es rabiate Festnahmen, auch eine Symbolfigur ist betroffen. © Tut.By/AP Photo/picture-alliance Leider wiederholen sich die Bilder: Erneut werden Frauen in Minsk festgenommen, weil sie Demokratie fordern Trotz Gewaltandrohung durch die Polizei in Belarus (Weißrussland) haben sich Frauen in Minsk zu einem neuen Protestmarsch gegen Staatschef Alexander Lukaschenko versammelt.

In den Straßen standen Polizeitransporter bereit. Es gab auch Festnahmen. Details waren zunächst nicht bekannt. Die Proteste in der ehemaligen Sowjetrepublik dauern inzwischen schon fast acht Wochen.

Das Menschenrechtszentrum Wesna sprach unmittelbar nach Beginn der Aktion schon von rund zehn Festgenommenen, darunter auch Journalistinnen. Auf Videos war zu sehen, wie uniformierte Sicherheitskräfte Frauen an Händen und Füßen zu den Bussen schleppten. Auch vor Einkaufszentren wurden Menschen mitgenommen.

Für den „Marsch der weiblichen Solidarität“ sammelten sich die Frauen in mehreren Gruppen. Mit den regelmäßig am Samstag stattfindenden Demonstrationen wollen sie die Oppositionelle Swetlana Tichanowskaja unterstützen, die sie als wahre Siegerin der Wahl vom 9. August ansehen. Tichanowskaja war von Lukaschenkos Machtapparat zur Ausreise ins benachbarte EU-Land Litauen gedrängt worden.

Proteste trotz Drohungen in Belarus

  Proteste trotz Drohungen in Belarus Sechs Wochen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Belarus sind erneut zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Staatschef Alexander Lukaschenko denkt nach wie vor nicht an Rücktritt. © AP Photo/picture-alliance Provided by Deutsche Welle Die Opposition in Belarus hält den Druck auf Staatschef Alexander Lukaschenko aufrecht. Am sechsten Sonntag in Folge nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl vom 9. August beteiligten sich zehntausende Demonstranten in der Hauptstadt Minsk an einem "Marsch der Gerechtigkeit".

Lukaschenko hatte sich nach der von massiven Manipulationen überschatteten Abstimmung mit mehr als 80 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären lassen. Er ist bereits seit 26 Jahren an der Macht. Am Mittwoch ließ sich der als „letzter Diktator Europas“ bezeichnete Politiker ohne vorherige Ankündigung vereidigen. Die EU erkennt die Wahl nicht an und plant Sanktionen gegen etwa 40 weißrussische Regierungsvertreter, darunter auch Lukaschenko selbst.

Die traditionelle Samstagdemonstration sei diesmal als „festliche Generalprobe einer echten Amtseinführung durch das Volk“ angelegt, hieß es. „Lasst uns zeigen, wer unsere Präsidentin ist.“ Eine Großdemonstration mit Hunderttausenden Menschen ist für Sonntag geplant. Die Demonstranten fordern Neuwahlen ohne Lukaschenko, die Freilassung aller politischen Gefangenen und die strafrechtliche Verfolgung der Polizeigewalt.

Mehr: Zypern lässt EU-Sanktionen gegen Weißrussland scheitern.

Sonntagsdemo Weißrussland: Über 100.000 Menschen protestieren gegen Präsident Lukaschenko .
Sonntagsdemo Weißrussland: Über 100.000 Menschen protestieren gegen Präsident Lukaschenko

usr: 1
Das ist interessant!