Welt & Politik Zusammenstöße bei Corona-Protesten in London

22:40  26 september  2020
22:40  26 september  2020 Quelle:   dw.com

Corona-Experte Drosten: "Masken werden wir so schnell nicht los"

  Corona-Experte Drosten: Auf ihn hören die Deutschen während der Pandemie: Christian Drosten. Der Virologe entwickelte den weltweit ersten Corona-Diagnostiktest. Im Interview mit der DW warnt er davor, dass ein schwieriger Winter bevorsteht. © picture-alliance/dpa/C. Gateau Provided by Deutsche Welle Warnung vor steigenden COVID-19-Infektionszahlen dw.com Weitere Videos ansehen TEILEN TEILEN TWITTERN TEILEN E-MAIL Als Nächstes anschauen Belarus: Gewalt gegen Regierungskritiker dw.com Lage auf Lesbos bleibt angespannt dw.

In London ist es bei Protesten gegen die verschärften Corona-Maßnahmen zu teils gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Etliche Menschen erlitten Verletzungen.

Bei der Kundgebung am Trafalgar Square in London kam es zu einem Handgemenge © Justin Tallis/AFP/Getty Images Bei der Kundgebung am Trafalgar Square in London kam es zu einem Handgemenge

Zehn Menschen seien festgenommen und vier Polizisten verletzt worden, teilte die Polizei mit. Zwei der Polizisten mussten demnach im Krankenhaus behandelt werden. Fotografien von Nachrichtenagenturen zeigen auch Demonstranten mit blutigen Verletzungen.

Neuer zweiwöchiger Lockdown in Teilen Madrids in Kraft getreten

  Neuer zweiwöchiger Lockdown in Teilen Madrids in Kraft getreten In Teilen der spanischen Hauptstadt Madrid sind am Montag neue strenge Corona-Beschränkungen in Kraft getreten. Die Maßnahmen gelten für zwei Wochen und betreffen rund 850.000 Menschen in überwiegend ärmeren Stadtteilen im Süden der Stadt sowie in südlichen Vororten. Die Einwohner dürfen die Bezirke nicht mehr verlassen. Ausnahmen gelten nur für den Weg zur Arbeit, zum Arzt und um Kinder zur Schule zu bringen. Die Behörden haben die Menschen in den betroffenen Stadtteilen darum gebeten, die meiste Zeit zu Hause zu bleiben. Parks wurden geschlossen. Geschäfte, Bars und Restaurants dürfen zwar geöffnet bleiben, müssen die Zahl der Kunden und Gäste aber halbieren.

Auf dem Trafalgar Square im Londoner Stadtzentrum hatten sich am Samstag tausende Menschen versammelt, um unter dem Motto "Wir sind nicht einverstanden" stundenlang gegen die Corona-Politik der britischen Regierung zu demonstrieren. Einige Teilnehmer riefen "Freiheit" und führten Plakate mit der Aufschrift "COVID 1984" mit sich – eine Anspielung auf den dystopischen Roman "1984" von George Orwell. Andere Demonstranten sagten in Fernsehkameras, dass sie die Pandemie für eine Falschmeldung hielten, die von der Regierung geschaffen worden sei, um die Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Zu den Teilnehmern gehörten auch Menschen, die eine Zwangsimpfung gegen das Coronavirus ablehnen.

Polizeibeamte gehen gegen aufgebrachte Demonstranten vor © Hollie Adams/Getty Images Polizeibeamte gehen gegen aufgebrachte Demonstranten vor

BMW baut in Leipzig Batteriemodule für Elektroautos

  BMW baut in Leipzig Batteriemodule für Elektroautos BMW treibt die Produktion von Batteriemodulen für Elektroautos voran und stellt dafür Budget bereit. BMW baut seine Produktion von Elektroantrieben in Deutschland aus. Dafür investiert der Autobauer 100 Millionen Euro in seinen Standort in Leipzig. Ab 2021 werde das Werk Batteriemodule für die Hochvoltbatterien der E-Fahrzeuge produzieren, kündigte Werksleiter Hans-Peter Kemser am Mittwoch in Leipzig an. Bis 2022 sollen mehr als 150 Mitarbeiter in der Batteriefertigung am Standort Leipzig tätig sein, sagte er.

Rangeleien und Schlagstöcke

Als die Polizei die Demonstration auflösen wollte, weil sich die Teilnehmer nicht an die Auflagen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hielten, kam es zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Beamten. Auf Videos ist zu sehen, dass die Polizisten dabei auch Schlagstöcke einsetzten.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte es in London eine ähnliche Kundgebung gegeben. Dabei waren 32 Menschen festgenommen worden, weil sie unter anderem Mitarbeiter von Notfalldiensten angegriffen haben sollen. Zwei Beamte wurden leicht verletzt.

Großbritannien ist mit fast 42.000 Toten das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land Europas. Trotz wieder stark steigender Infektionszahlen will die Regierung einen zweiten landesweiten Lockdown möglichst vermeiden. Die Reproduktionsrate - die Zahl der Menschen, die ein Infizierter ansteckt - steigt aber und lag am Freitag landesweit zwischen 1,2 und 1,5. Die Regierung setzt auf regionale Maßnahmen wie etwa in England, wo seit Donnerstag alle Restaurants und Pubs um 22.00 Uhr schließen müssen.

Vergifteter Kremlkritiker: Behörden beschlagnahmen Nawalnys Wohnung in Moskau

  Vergifteter Kremlkritiker: Behörden beschlagnahmen Nawalnys Wohnung in Moskau Die Behörden in Russland gehen resolut gegen den vergifteten Kremlkritiker vor, sagt die Sprecherin von Alexej Nawalny. Der erholt sich in der Charité. © Foto: Imago/ITAR-TASS/Sergei Karpukhin Alexej Nawalny bei einer Demonstration im Moskau im Februar 2020 Die russischen Behörden haben die Bankkonten des Oppositionspolitikers Alexej Nawalny nach Angaben seiner Sprecherin eingefroren. Zudem sei die Moskauer Wohnung Nawalnys beschlagnahmt worden, sagte Sprecherin Kira Jarmish am Donnerstag. Nawalny hält sich nach wie vor in Deutschland auf und erholt sich von einem Giftanschlag.

Tausende Bürger versammelten sich zu der Kundgebung am Trafalgar Square © Hollie Adams/Getty Images Tausende Bürger versammelten sich zu der Kundgebung am Trafalgar Square London vor "Kipppunkt"

Die britische Hauptstadt London wurde am Freitag von der Regierung auf die Liste der unter strenger Beobachtung stehenden Gebiete gesetzt. Bürgermeister Sadiq Khan warnte, die Stadt stehe an einem "sehr beunruhigenden Kipppunkt". Der Mangel an Testkapazitäten sei "völlig inakzeptabel", kritisierte er.

Für große Teile von Nord- und Mittelengland gelten bereits strengere Corona-Maßnahmen als im Rest des Landes. Behördenvertreter in Leeds sagten am Freitag, neue Regeln seien sehr wahrscheinlich, darunter auch ein Verbot von Treffen von Mitgliedern unterschiedlicher Haushalte in Privatwohnungen.

Johnson will globale Kooperation

Der britische Premierminister Boris Johnson forderte derweil die Mitgliedstaaten der Vereinten Naitonen zum Zusammenhalt im Kampf gegen künftige Pandemien auf. "Wenn wir uns nicht vereinen und unser Feuer gegen unseren gemeinsamen Feind richten, wissen wir, dass alle verlieren werden", sagte er Premier in einer Videobotschaft für die Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Dazu gehöre auch, Ursprung und Ausbreitung des neuartigen Coronavirus genau zu untersuchen.

Spahn lehnt bundesweite Maskenpflicht im Freien ab

  Spahn lehnt bundesweite Maskenpflicht im Freien ab Gesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. Lokal begrenzte Einschränkungen seien dagegen sinnvoll, so der Minister. München macht's vor.Sollte auf stark besuchten Plätzen und Straßen eine Maskenpflicht gelten? In der Münchner Altstadt rund um den zentralen Marienplatz gehört die Maske zum Einkaufsbummel im Freien bereits dazu. Die bayerische Landeshauptstadt hatte in der letzten Woche schärfere Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Kraft gesetzt, weil die Sieben-Tages-Inzidenz nach Daten des Landes-Gesundheitsamtes auf 51 stieg. Der Schwellenwert liegt in Deutschland bei 50 Neuinfektionen je 100.

Die Pandemie habe die Menschheit zwar "geeint wie nie zuvor", sagte Johnson. Aber das Virus habe auch eine "außergewöhnliche Kraft der Spaltung" hervorgebracht, etwa als die Länder miteinander um medizinische Güter rangen. Nach neun Monaten des Kampfes gegen die Pandemie stehe die internationale Gemeinschaft "zerfleddert" dar.

Er kündigte an, die britische G7-Präsidentschaft im kommenden Jahr zu nutzen, um "die Welt nach COVID wieder zusammenzubringen". Seinen UN-Kollegen unterbreitete Johnson dafür einen Fünf-Punkte-Plan, der zusammen mit der Bill and Melinda Gates Foundation und dem britischen Wellcome Trust entwickelt wurde. Demnach soll etwa ein weltweites Netzwerk entstehen, um Krankheitserreger zu identifizieren, bevor sie vom Tier auf den Menschen überspringen.

Appelle aus Nordirland und Irland

Unterdessen appellierten die Chefs der Gesundheitsbehörden der Republik Irland und der britischen Provinz Nordirland an die Menschen, Grenzüberquerungen möglichst zu vermeiden. Der Nordire Michael McBride und sein irischer Kollege Ronan Glynn appellierten zudem an die Arbeitgeber auf beiden Seiten der Grenze, ihren Mitarbeitern die Arbeit von zu Hause aus zu ermöglichen. Für die Menschen in den Grenzgebieten seien dies "keine willkommenen Neuigkeiten, aber wir müssen eine weitere Ausbreitung dieses Virus verhindern und wir können das nur tun, indem wir zusammenarbeiten, um uns gegenseitig zu schützen". Irland verzeichnete in den vergangenen Wochen einen gleichmäßigen Anstieg der Corona-Neuinfektionen mit 324 neuen Fällen am Donnerstag. Nordirland registrierte hingegen eine der steilsten Kurven bei den Neuinfektionen in Großbritannien.

Bundesregierung will Corona-Hilfen für Studierende Ende September aussetzen

  Bundesregierung will Corona-Hilfen für Studierende Ende September aussetzen Die Bundesregierung will die Überbrückungshilfen für Studierende in coronabedingten Notlagen zum Ende des Monats aussetzen. Die Beschäftigungslage für Studierende habe sich wieder verbessert, der Bedarf an Überbrückungshilfen sei zuletzt "stark gesunken", teilte das Bundesbildungsministerium am Freitag mit. Seit dem Start des Programms im Juni seien 135.000 Anträge von Studierenden auf Corona-Hilfen gebilligt worden, dabei seien Zahlungen in Höhe von 60 Millionen Euro zugesagt worden.Zwei Drittel der betroffenen Studierenden seien mit der Höchstsumme von 5000 Euro unterstützt worden, erklärte Bildungsstaatssekretär Michael Meister.

kle/qu (afp, dpae, ape, rtre)


Video: Coronavirus Pandemie: Proteste in London - Experten fordern Lockdown für Madrid (Euronews)

Trump: Ein Mann, der keine Steuern zahlt? .
Donald J. Trump ist der 45. Präsident der USA. Und er ist nach Recherchen der "New York Times" ein Mann, der dem eigenen Staat finanziell schadet. Das Blatt veröffentlichte nun exklusiv "The President's Taxes".Wer die politische Situation seit der Amtsübernahme von Donald Trump etwas länger beobachtet, erinnert sich an jene Szene in der Redaktion der "New York Times" (NYT): Chefredakteur Dean Baquet verfolgt zusammen mit engen Mitarbeitern die Vereidigung des neuen Herrschers im Weißen Hauses im Fernsehen. "I think, it's going to be a huge test", sagt Baquet. "Das wird eine schwere Prüfung." Und dann fordert Baquet seine Reporter auf, an die Arbeit zu gehen.

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