Welt & Politik Merkel besuchte Nawalny in der Charité

10:10  28 september  2020
10:10  28 september  2020 Quelle:   spiegel.de

Seehofer stemmt sich gegen Rassismusstudie

  Seehofer stemmt sich gegen Rassismusstudie Der Bundesinnenminister stellt sich demonstrativ hinter die Polizei. "Dieser Vorgang" in NRW tue zwar weh, doch die große Mehrheit der Beamten sei untadelig. © John MacDougall/AFP/Getty Images Provided by Deutsche Welle Ungeachtet des Rechtsextremismus-Skandals bei der nordrhein-westfälischen Polizei lehnt Bundesinnenminister Horst Seehofer (Archivbild) eine Studie zu rassistischen Vorurteilen von Polizisten weiter ab. "Dieser Vorgang" im bevölkerungsreichsten Bundesland "tut weh", sagte der CSU-Politiker der "Süddeutschen Zeitung" (SZ).

Nach SPIEGEL-Informationen besuchte Bundeskanzlerin Merkel den russischen Oppositionspolitiker heimlich an seinem Krankenbett in der Berliner Charité . Hauptgebäude der Berliner Uniklinik Charité : Ungewöhnliche Geste der Solidarität. Foto: Christophe Gateau / dpa.

Frau Merkel hat angeboten Herrn Navalny in der Charité behandeln zu lassen. Die Behandlung/Einladung (für die Visumsusstellung) ist möglich nur nach dem der Kostenvoranschlag ausgestellt und komplett bezahlt ist. Wie war es möglich, das alles über so eine kurze Zeit

Der Fall Nawalny zeigt immer mehr Elemente eines Polit-Thrillers. Nach SPIEGEL-Informationen besuchte Bundeskanzlerin Merkel den russischen Oppositionspolitiker heimlich an seinem Krankenbett in der Berliner Charité.

  Merkel besuchte Nawalny in der Charité © Christophe Gateau / dpa

Mit einer ungewöhnlichen Geste hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Solidarität der Bundesregierung mit Alexey Nawalny unterstrichen. Nach SPIEGEL-Informationen besuchte die Kanzlerin den russischen Oppositionspolitiker in einer streng geheimen Aktion am Krankenbett in der Berliner Charité. Dort wurde Nawalny nach dem Versuch behandelt, ihn mit dem Nervengift Nowitschok zu töten.

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Die Berliner Charité -Klinik hat am Mittwoch die Entlassung des russischen Kremlkritikers Alexej Nawalny aus der stationären Behandlung bekanntgegeben.

Die Bundesregierung spricht von einer "gewissen Wahrscheinlichkeit" für eine gezielte Vergiftung des russischen Regierungskrikers Alexej Nawalny. Der russische Oppositionelle Alexej Nawalny wurde am Samstag zur Behandlung nach dem mutmaßlichen Giftanschlag in die Berliner Charité eingeliefert.

Der Geheim-Besuch bei Nawalny ist ein weiteres Zeichen, wie sehr sich die Kanzlerin für Nawalny einsetzt und nicht bereit ist, den Fall auf sich beruhen zu lassen. Dass die Bundeskanzlerin den Oppositionspolitiker selbst aufgesucht hat, dürfte ein Fingerzeig für die russische Regierung sein, dass Berlin in dem Fall nicht nachgeben und die wahren Hintergründe herausfinden will.

Russland streitet alles ab

Bisher streitet Moskau jegliche Beteiligung an dem Mordversuch Ende August ab. Stattdessen streuen staatstreue Medien aber auch die Sprecher von Ministerien immer neue Theorien über den Angriff auf Nawalny. Die teils obskuren Hinweise gehen so weit, dass Nawalny nicht auf russischem Boden sondern erst in Deutschland vergiftet wurde. Präsident Wladimir Putin beteiligte sich persönlich an solchen Spekulationen.

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CHARITÉ IST SICH SICHER: Befunde weisen auf Vergiftung von Kreml-Kritiker Nawalny hin. Germany: Navalny 's wife arrives at Charite hospital in Berlin . KRIMI UM KREML-KRITIKER: Deutsche Ärzte in der Charité kämpfen jetzt um Alexej Nawalnys Leben.

Alexej Nawalny wurde mit einem Nervenkampfstoff vergiftet. Das teilte die Bundesregierung zu dem Kremlkritiker mit, der in der Berliner Charité behandelt wird. Das Auswärtige Amt bestellte den russischen Botschafter ein.

Merkel hatte sich bereits kurz nach den ersten Berichten über den Angriff auf Nawalny auf seiner Wahlkampfreise in Sibirien persönlich dafür eingesetzt, dass der Oppositionspolitiker zur medizinischen Behandlung nach Deutschland ausgeflogen werden kann. Nawalny war auf einem Inlandsflug nach Moskau zusammengebrochen. Nur die Notlandung des Jets in der Stadt Omsk rettete ihm das Leben.

Nach tagelangen Verhandlungen wurde Nawalny schließlich im Koma mit einem Spezial-Jet aus der Klinik in Omsk nach Deutschland gebracht. Mittlerweile geht es ihm wesentlich besser, er konnte die Charité vergangene Woche sogar verlassen, wird aber weiter medizinisch betreut.

Spätfolgen der Vergiftung möglich

Allerdings wissen die Ärzte noch nicht, ob er von dem Gift-Anschlag Spätfolgen davontragen wird. Schon nach seiner Ankunft in Berlin ließ Merkel sich täglich über den Zustand Nawalnys und die Fortschritte der Ärzte unterrichten.

Sprecherin: Nawalnys Vermögen in Russland eingefroren

  Sprecherin: Nawalnys Vermögen in Russland eingefroren Ein russisches Gericht hat offenbar das Vermögen des russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny eingefroren, während dieser wegen einer Vergiftung in der Berliner Charité behandelt wurde. Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch sagte am Donnerstag in einer Videobotschaft, betroffen von der Maßnahme seien ein Teil von Nawalnys Wohnung in Moskau und seine Bankkonten. Nach Jarmyschs Angaben erfolgte die richterliche Anordnung am 27. August. Zu diesem Zeitpunkt lag Nawalny in der Berliner Charité im Koma. Der bekannte Kreml-Kritiker war am 22.

Nawalny liegt in der Charité - und wird als "Kanzlerin-Gast" schwer bewacht. "Ein Signal" Berlins gen nach Moskau, so ZDF-Korrespondent Koll. Charité -Ärzte: Untersuchungen dauern einige Zeit. Nach der medizinischen Diagnostik und Rücksprache mit der Familie wollen sich die Ärzte zur Erkrankung

Der Zustand von Alexei Navalny ist stabil mit positiver Tendenz geblieben, meldet die Berliner Charité . Er bleibt auf der Intensivstation. Er ist an ein Beatmungsgerät angeschlossen und liegt im künstlichen Koma.

Politisch ist der Fall hochbrisant. Zunächst hatte ein Speziallabor der Bundeswehr anhand von Blut- und Urinproben festgestellt, dass Nawalny mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet wurde, die Bundesregierung sprach damals in erstaunlicher Deutlichkeit von einem "zweifelsfreien" Nachweis.

Das Kanzleramt hatte zudem parallel Speziallabore in Frankreich und Schweden gebeten, die Proben von Nawalny ebenfalls auf Spuren von Nowitschok zu untersuchen. Beide kamen zu dem gleichen Ergebnis wie die Experten der Bundeswehr. Mit der Weitergabe an andere Labore wollte Berlin vermeiden, dass man in dem brisanten Fall alleine dasteht.

Für die Bundesregierung ist allein die Verwendung des weltweit geächteten Nervengifts ein klarer Hinweis darauf, dass staatliche russische Stellen hinter dem Mord-Komplott stecken. Da das Gift sehr schwierig herzustellen und anzuwenden ist, scheiden aus Sicht von Experten mögliche Täter aus dem kriminellen Milieu aus. Hinzu kommt, dass Nawalny während seines Aufenthalts in Tomsk nahezu lückenlos durch den russischen Inlandsgeheimdienst FSB überwacht wurde.

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Behandlung in Berlin - Charité : Kremlkritiker Nawalny entlassen. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen.

Künstliches Koma, Beatmung und Sorge um Langzeitschäden: Nach einer schweren Vergiftung lag Alexej Nawalny wochenlang in der Charité . Nach 32-tägiger Behandlung ist der vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny aus der Berliner Charité entlassen worden.

Putin beteiligt sich an wirren Spekulationen

Der russische Präsident indes beteiligte sich selbst an ziemlich wirren Spekulationen über den Ablauf der Tat. Bei einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron soll Putin sogar eine mögliche Selbstvergiftung ins Spiel gebracht haben. Laut einem Bericht von "Le Monde" sagte Putin zu Macron, Nawalny könnte sich das Nervengift Nowitschok auch selbst verabreicht haben.

Die russische Botschaft in Berlin teilte nach dem Gespräch von Putin und Macron vor gut zwei Wochen nur mit, Putin habe die deutschen Vorwürfe gegen seine Regierung kategorisch zurückgewiesen. "Wladimir Putin wies darauf hin, dass in diesem Kontext vorgebrachte, haltlose, jeglicher Grundlage entbehrende Vorwürfe gegen die russische Seite fehl am Platz sind", hieß es auf der Webseite der Botschaft.

Ursprünglich wollte die EU beim Treffen der Staats- und Regierungschefs über mögliche Strafaktionen gegen Russland beraten, der für Ende vergangener Woche geplante Mini-Gipfel wurde aber spontan abgesagt, da sich der EU-Ratspräsident Charles Michel wegen Corona-Verdachts in Quarantäne begeben musste.

OPCW beendet Untersuchung in dieser Woche

Diese Woche könnte jedoch entscheidend für das weitere Vorgehen der EU und auch der USA werden. So hatte Berlin die Organisation zum Verbot von Chemiewaffen (OPCW) eingeschaltet und die Experten dort ebenfalls mit Proben versorgt.

Die Ergebnisse der OPCW-Untersuchung werden nun für diese Woche erwartet. US-Außenminister Mike Pompeo hatte bereits angekündigt, dass die USA bei einer Bestätigung der OPCW ebenfalls Strafmaßnahmen gegen Russland verhängen wollen.

Deutschland setzt in dem Fall auf eine konzertierte Aktion der EU. In der Vergangenheit, beispielsweise bei der Vergiftung des russischen Doppelagenten Skripal, hatte man in einer Strafaktion russische Diplomaten ausgewiesen. In Deutschland wird wegen des Falls Nawalny mittlerweile ein Stopp für das Pipeline-Projekt "Nord Stream 2" diskutiert.

„Ich habe keine Angst!“: Nawalny macht Putin für seine Vergiftung verantwortlich .
Der russische Oppositionelle Nawalny erhebt schwere Vorwürfe gegen den Kremlchef. In einem Interview kündigt er zudem die Rückkehr in seine Heimat an. © Foto: Uncredited/navalny/Instagram/dpa Dieses Foto von sich veröffentlichte Alexej Nawalny am 23. September. Nach seiner Vergiftung hat der Kremlgegner Alexej Nawalny in einem „Spiegel“-Interview den russischen Präsidenten Wladimir Putin für die Tat verantwortlich gemacht. „Ich behaupte, dass hinter der Tat Putin steht, und andere Versionen des Tathergangs habe ich nicht“, sagte er dem Nachrichtenmagazin.

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