Welt & Politik Komplizierte Zeiten für Trump-Wähler mit großem Herz

14:11  28 september  2020
14:11  28 september  2020 Quelle:   dw.com

Anke Engelke: "Auf das plötzliche Alleinsein kann sich kein Mensch vorbereiten"

  Anke Engelke: Als der Mann von Karla Fazius stirbt, beginnt für sie ein neues Leben. Als Trauerrednerin begleitet Witwe Karla fortan Menschen, die gerade einen Angehörigen oder engen Freund verloren haben. So ließe sich die Handlung von "Das letzte Wort" kurz zusammenfassen. Bei "zeit.de" ist nun ein Interview mit Anke Engelke (54) erschienen, die Karla in der Serie verkörpert. Es geht um den Tod, die Trauer und das Weiterleben. Auftritte von Anke EngelkeAuftritte von Anke Engelke sind selten.

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Der US-Präsidentschaftskandidat stellt sich vor dem TV-Duell mit Donald Trump auf "persönliche Angriffe und Lügen" ein. Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat Präsident Donald Trump vorgeworfen, wie Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels zu lügen.

Susie und Wayne Payne sind glühende Trump-Unterstützer. Sie wollen eine härtere Einwanderungspolitik. Und kämpfen dafür, dass ein straffällig gewordener Afrikaner nicht ausgewiesen wird. Ines Pohl berichtet aus Colorado.

Provided by Deutsche Welle © Ines Pohl/DW Provided by Deutsche Welle

Jeder, der an ihrem schönen, mit Efeu bewachsenen Backsteinhaus vorbeifährt, soll eigentlich sofort sehen, wo das politische Herz von Susie und Wayne Payne schlägt. Das Ehepaar würde gerne für den Mann, den es den "besten Präsidenten" nennt, das blaue Wahlkampfschild mit dem weißen Schriftzug "Trump/Pence" in seinem Gärtchen aufstellen. "Aber es wird uns ja immer geklaut", klagt Susie.

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Klares Bekenntnis an der Eingangstür © Ines Pohl/DW Klares Bekenntnis an der Eingangstür

Die politische Stimmung in dem 100.000-Einwohner-Städtchen Pueblo in Colorado, knapp zwei Autostunden südlich von Denver, ist aufgeladen. Vor vier Jahren konnte Donald Trump hier die Wahl für sich entscheiden. Aber mit nur einem Prozentpunkt war sein Vorsprung knapp. Pueblo ist eine Arbeiterstadt mit einem Einwandereranteil aus Lateinamerika von mehr als 50 Prozent. Neben der wirtschaftspolitischen Programme der Präsidentschaftskandidaten interessiert hier vor allem die Einwanderungspolitik.

Mit Suchtproblemen gekämpft

Die Paynes leben seit 1977 in Pueblo. Im Leben des Ehepaares gab es einige heftige Krisen. "Wir hatten Suchtprobleme und haben schwere Zeiten erlebt", sagt Wayne Payne. Fast wäre die Familie daran zerbrochen. Aber dann hatte das Ehepaar eine Eingebung: "Gott hat uns gerufen." Das war 1983. Seitdem sind sie engagierte Christen, Wayne Payne predigt regelmäßig in der unabhängigen "Christ Church". Er spricht dann vor den rund 60 Kirchenmitgliedern vom Recht auf Leben, predigt gegen Abtreibung und für strenge Einwanderungsgesetze. Bei diesem Thema gibt es für das Zahnarztehepaar in Rente keine Zweifel. "Die Demokraten würden unser Land zerstören. Weil sie jeden reinlassen", sagt Ehefrau Susie.

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Trump hingegen verliert immer mehr seine Wähler und seine Basis, weil er nicht auf unsere Sorgen eingeht. Es sind so viele Sachen. Es gibt also so viele große Probleme und Trump sollte sich wirklich auf Amerika konzentrieren. Trumps sexistische Äußerungen billige ich übrigens keinesfalls.

Donald Trump - US-Präsident lässt friedliche Amtsübergabe im Falle einer Wahlniederlage offen "Wir werden sehen, was passiert", sagte Trump Die Praxis fördere Wahlbetrug, behauptete er immer wieder via Twitter. In Corona- Zeiten ermuntern viele US-Staaten ihre Bürger zur Briefwahl, um lange

Sie beten auch für Donald Trump. Damit er gesund bleibt und wiedergewählt wird und weiter hart durchgreift, da, wo es notwendig sei. "Natürlich brauchen wir Einwanderer für viele Tätigkeiten, die sonst niemand macht. Aber wir können doch nicht jeden hier reinlassen. Das können wir uns nicht leisten."

Trump zwischen Plüschtieren: Auch im Wohnzimmer ist zu sehen, wen das Ehepaar Familie im November wählen will © Ines Pohl/DW Trump zwischen Plüschtieren: Auch im Wohnzimmer ist zu sehen, wen das Ehepaar Familie im November wählen will

Wenn die Geschichte hier aufhören würde, wären diverse Stereotype erfüllt. Weiße Freikirchler, die sich zwar Christen nennen, aber ihren Wohlstand mit niemandem teilen wollen und Donald Trump wählen, damit die Mehrheitsgesellschaft weiß und privilegiert bleibt. Und Abtreibung verboten wird. Wayne Payne hatte genau diese Sorge, als wir ihn im Flur seines Hauses treffen. Wollte genau wissen, von welchem Sender wir kommen. Und ob wir wirklich berichten wollen, was wir sehen. Oder nur das, was wir sowieso von Trump-Wählern halten. "Denn das ist, was viele amerikanische Sender tun."

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 Unterschriftenanforderungen verzögern die Leistungen bei Behinderung der sozialen Sicherheit unnötig Beispiel: Die Sozialversicherungsbehörde (SSA) verlangt, dass alle Personen, die mit Hilfe eines Vertreters eine Invalidenversicherung für die soziale Sicherheit beantragen, ihre Anträge durch Einreichung eines Ausdrucks in Tinte ausfüllen. unterschriebenes Formular.

Trump hat überraschend gewonnen, den Brexit hat kaum einer vorhergesagt. Mehr Leute sprechen mit mehr anderen. Facebook selbst lobt sich dafür, dass es mehr Wählern eine Stimme gibt – so In der größten politischen Materialschlacht der Geschichte plagen den Amtsinhaber finanzielle Sorgen.

Joe Biden wurde als «unbeholfen» eingestuft, nachdem er Präsident Trump innerhalb von weniger als einer Minute mit dem ehemaligen kubanischen Diktator Fidel Castro und dem berüchtigten NS-Propagandisten Joseph Goebbels verglichen hatte.

Idrissa Camara lebt seit sechs Jahren bei ihnen

Wir können Wayne und Susie Paynes Vertrauen gewinnen. Sie laden uns an den Tisch in ihrem Haus, in dem die Hitze des Tages von Jalousien ausgesperrt wird. Ein Kronleuchter spendet Licht. Bringt die Tränen zum Funkeln, die Wayne in die Augen steigen beim Gebet für Idrissa Camara. Dem 31 Jahre alten Mann aus Guinea, der jeden Tag damit rechnen muss, abgeschoben zu werden. Und der seit sechs Jahren immer wieder bei den Waynes lebt. Er ist für die beiden, die drei erwachsene Kinder und bereits sechs Enkelkinder haben, wie ein weiterer Sohn.

Camara kam mit zwölf Jahren in die Vereinigten Staaten. Susie Payne ist es wichtig zu betonen, dass er als "legaler Einwanderer einreiste." Er kam mit zwei Cousins aus dem westafrikanischen Guinea. Sein Vater war bereits in den Staaten. 2007 hat er Mist gebaut. Wurde dabei erwischt, wie er Crack verkaufte. Für 90 Dollar. Dafür kam er ins Gefängnis. Mit der Auflage, nie wieder kriminell werden zu dürfen, durfte er in den USA bleiben. Camara schaffte es. Landete nicht wie viele mit einer solchen Geschichte in der Kriminalität. Ging zur Schule, bekam einen festen Job, engagierte sich ehrenamtlich, und fand zum christlichen Glauben. Als Moslem erzogen, wurde er Mitglied der Christ Church. Ein Freund von Wayne taufte ihn. 2016 lernte er die Amerikanerin Arri Woodson kennen, beide arbeiteten bei dem selben Non-Profit-Unternehmen. Sie verliebten sich und wurden ein Paar.

NYC-Wahlvorstand haben fast 100.000 Wähler in Brooklyn falsche Briefumschläge erhalten.

 NYC-Wahlvorstand haben fast 100.000 Wähler in Brooklyn falsche Briefumschläge erhalten. Laut -Wähler, die von dem jüngsten Fehler betroffen waren, erhielten stattdessen einen Eidumschlag mit den persönlichen Daten eines anderen Wählers, was Fragen darüber aufwirft, ob die Stimmzettel bei den Herbstwahlen gezählt werden. Der Vorfall ereignet sich inmitten einer weit verbreiteten Diskussion - und häufigen Fehlinformationen - über die Sicherheit der Briefwahl. Valerie Vazquez-Diaz, eine Sprecherin des Verwaltungsrates, sagte gegenüber CNN, das Problem habe 99.477 Wähler betroffen.

Die Wähler gingen davon aus, dass Demokraten nicht imstande seien, "sich mit den Dingen zu beschäftigen, die dem Volk am Laut Ryan hat die Parteiführung nach der verlorenen Wahl einen großen Fehler gemacht. Wir sollten aufhören, die ganze Zeit über Trump und Russland zu reden.

In der Handelspolitik zeigt sich, wie groß Trumps Macht in der eigenen Partei ist. An der Basis hat sich die Meinung in Richtung Trump gewandelt: Einer Umfrage des Pew Research Centers zufolge sind die Wähler der Republikaner inzwischen häufiger gegen Freihandel und für eine Einführung von

Wie es die Auflagen vorschrieben, meldete er sich regelmäßig bei der Einwanderungsbehörde und hoffte darauf, endlich einen festen Aufenthaltsstatus zu bekommen und mit Arri Woodson eine Familie gründen zu können.

Kein Interesse an großer Politik

Die große Politik interessierte ihn nicht. Über die verschärfte Abschiebungspolitik, die der Präsident propagiert, den seine Gasteltern gewählt hatten, dachte er nicht nach. Bis zu diesem Tag.

Eigentlich war es ein Routinebesuch bei seinen zuständigen Ansprechpartnern in der Einwanderumgsbehöre (ICE). An diesem Tag im September 2018 begrüßten ihn Männer, die er noch nie gesehen hatte. Aber Camara dachte sich nichts dabei. Die Vorladung war ja wie immer gewesen. Ein Routinebesuch.

Seit sechs Jahren lebt Idrissa Camara bei Susie und Wayne Payne © Ines Pohl/DW Seit sechs Jahren lebt Idrissa Camara bei Susie und Wayne Payne

Eine Fehleinschätzung die in einer furchtbaren Tragödie endeten sollte. Schon in der Eingangshalle wurden ihm Handschellen angelegt. Er wurde abgeführt und mehr als 250 Tage in der Einrichtung festgehalten. Die Trump-Administration hatte die Gesetzesauslegung entsprechend verschärft, damit Menschen wie Camara abgeschoben werden konnten. Weil er vor über zehn Jahren Crack verkauft hat, soll er jetzt zurück in ein Land, das er als Zwölfjähriger verlassen und seit fast 20 Jahren nicht mehr betreten hat.

Was wäre, wenn 2016 ein Zufall wäre?

 Was wäre, wenn 2016 ein Zufall wäre? Bis zum Wahltag sind es noch mehr als einen Monat (obwohl bereits eine erstaunliche Anzahl von Stimmen abgegeben wurde), aber aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass Joe Biden bei einer heutigen Wahl Pennsylvania, Wisconsin, Minnesota und Michigan gewinnen würde. Ohio und Iowa sind Fehler. An anderen Orten sind auch mehrjährige Swing-Staaten wie Florida und North Carolina ein Problem.

Seine Freundin hält die Trennung nicht mehr aus

Mit jedem weiteren Tag der Unsicherheit ging es Camaras Freundin Woodson schlechter. Camara war ihre große Liebe. Menschen, die sie gut kannten, bezeichnen sie als introvertierte Person, die sich jetzt noch weiter in sich zurück zog. Die drohende Abschiebung wurde offensichtlich so unerträglich, dass sie neun Monate nach seiner Inhaftierung ihrem Leben ein Ende setzte. Sie schoss sich mitten ins Herz. In einem Abschiedsbrief verlangte sie, dass kein Trump-Wähler ihre Beerdigung besuchen dürfe.

Wayne und Susie Payne hatten mit der Unterstützung der Gemeinde vom ersten Tag der Inhaftierung Anwälte für Idrissa Camara besorgt. Sie kämpften für seine Freilassung. Vergeblich. Bis zum Suizid seiner Freundin. Zwei Tage später durfte er raus. Vorerst. Niemand weiß, ob und wann er wieder eingesperrt wird. Und ob er dieses Mal tatsächlich abgeschoben wird.

Sie leiden mit Idrissa Camara

Die Paynes kannten Woodson. Die Erschütterung spürt man deutlich, wenn sie darüber sprechen, wie sehr sie sich für "ihren Idrissa" gefreut hatten, dass er eine Partnerin gefunden hatte. Sie leiden mit Idrissa, für das, was er erlebt hat. Und finden die permanente Angst vor Abschiebung furchtbar. An der Unterstützung von Trumps Einwanderungspolitik ändert das aber nichts. Grundsätzlich sei es richtig, härter vorzugehen. Aber man müsse Wege finden, die Menschen individueller zu betreuen. Idrissa sei ein wunderbarer Mensch, der in der Vergangenheit Fehler gemacht habe. "Wie so viele, ich auch", sagt Wayne. "Gott vergibt Fehler, das müssen wir Menschen auch tun." Wenn sie Zweifel beschleichen, dann beten sie. "Das hilft uns sehr."

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Handy-Fotos, sind das einzige, was Idrissa Camara von seiner Freundin Arri Woodson geblieben sind © Ines Pohl/DW Handy-Fotos, sind das einzige, was Idrissa Camara von seiner Freundin Arri Woodson geblieben sind

Die Verantwortung für das tragische Schicksal von Idrissa sieht er in keinem Fall bei Donald Trump. Er könne ja nur die großen politischen Linien vorgeben, für die Details seien andere verantwortlich. Und diese müssten unbedingt jeden einzelnen Fall individuell beurteilen. Denn natürlich sei es nicht richtig, dass Camara abgeschoben werden sollte. "Er ist ein wundererbarer Mann."

Er und seine Frau, seine Familie und seine Gemeinde würden weiter für Idrissa kämpfen, Geld sammeln, für ihn beten. Auch könne er so lange wie er wolle bei ihnen wohnen. "Es ist zu einfach, immer alles auf Donald Trump zu schieben. Jeder einzelne kann ganz konkret helfen." So, wie sich das für Christen gehöre.

Autor: Ines Pohl (z. Z. Pueblo)


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