Welt & Politik Berg-Karabach: Russische Vermittlunginitiative gescheitert

14:35  30 september  2020
14:35  30 september  2020 Quelle:   dw.com

Eskalation in Berg-Karabach: Armenien ruft Kriegszustand aus

  Eskalation in Berg-Karabach: Armenien ruft Kriegszustand aus Der blutige Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan flammt wieder auf.Zuvor hatte Aserbaidschan eine Militäroperation an der Demarkationslinie angekündigt sowie von einer Eroberung von sieben Dörfern gesprochen. Die von Armenien kontrollierte Region gehört völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan. Es handelt sich um die schwerste Eskalation seit Jahrzehnten.

Berg - Karabach : Russische Vermittlunginitiative gescheitert . Russland hatte den verfeindeten Nachbarstaaten Armenien und Aserbaidschan Unterdessen hat Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan Friedensverhandlungen mit Aserbaidschan unter russischer Vermittlung abgelehnt.

Der stellvertretende Außenminister Russlands, Andrej Rudenko, äußerte sich zur Lage in Berg - Karabach . Er stellte fest, dass eine solche Verschlechterung eine besondere Gefahr darstellt. «Die Zusammenarbeit innerhalb dieses Formats entwickelt sich recht erfolgreich.

Russland hatte den verfeindeten Nachbarstaaten Armenien und Aserbaidschan angeboten, Friedensgespräche auszurichten. Armenien lehnt dies jedoch ab. Unterdessen gehen die Kämpfe weiter.

Armenische Soldaten in der Region Berg-Karabach © Armenian Defense Ministry/AP/picture-alliance Armenische Soldaten in der Region Berg-Karabach

Zwischen den beiden verfeindeten Ländern Armenien und Aserbaidschan ist es am vierten Tag in Folge zu schwerem Beschuss im Konflikt um die Südkaukasus-Region Berg-Karabach gekommen. Am Morgen habe es Artilleriefeuer an der gesamten Demarkationslinie gegeben, sagte eine Sprecherin des armenischen Verteidigungsministeriums in der Hauptstadt Eriwan. Das Militär in Aserbaidschan behauptete hingegen, dass die Stadt Terter auf eigenem Staatsgebiet von den Armeniern angegriffen worden sei. Viele Menschen seien verletzt und Gebäude zerstört worden.

Berg-Karabach-Kämpfe dauern einen dritten Tag an: Live-Nachrichten

 Berg-Karabach-Kämpfe dauern einen dritten Tag an: Live-Nachrichten © Die Zusammenstöße zwischen den beiden ehemaligen Sowjetrepubliken, die in den 1990er Jahren einen Krieg führten, waren die letzten ... Die Zusammenstöße zwischen den beiden ehemaligen Sowjetrepubliken, die In den neunziger Jahren wurde ein Krieg geführt, der das jüngste Aufflammen eines lang anhaltenden Konflikts um Berg-Karabach (Aserbaidschans Verteidigungsministerium über AP) war.

Das Wiederaufflammen des Konflikts um Berg - Karabach , der zwischen Baku und Eriwan seit über 30 Jahren schwelt, hat sich bereits im Sommer angedeutet. Am 12. Juli begannen etwa zehn Tage andauernde Gefechte zwischen armenischen und aserbaidschanischen Soldaten, allerdings nicht in

Der russische Präsident Wladimir Putin telefonierte mit dem armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan. Diese würden in Berg - Karabach eingesetzt. Die türkischen Militärexperten kämpften "Seite an Seite" mit Aserbaidschan und setzten Drohnen und Kampfflugzeuge ein, hieß es.

Unterdessen hat Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan Friedensverhandlungen mit Aserbaidschan unter russischer Vermittlung abgelehnt. Die Idee eines solchen Treffens sei angesichts der "intensiven militärischen Aktivitäten" rund um die Gebirgsregion Berg-Karabach "unangemessen", sagte Paschinjan der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Zuvor hatte die russische Regierung angeboten zwischen den Nachbarstaaten zu vermitteln.

Kämpfe gehen unerbittert weiter

Es sind die schwersten Kämpfe seit Jahrzehnten zwischen den beiden früheren Sowjetrepubliken im Südkaukasus. Offiziell wurden auf armenischer Seite deutlich mehr als Hundert Menschen getötet. Auch in Aserbaidschan sprach das Militär von vielen Toten. Beide Seiten behaupteten, Hunderte Soldaten des jeweiligen Gegners getötet zu haben. Baku sprach am Mittwoch von 2300 armenischen Toten und Verletzten. Zudem soll ein Raketenabwehrsystem vom Typ S-300 zerstört worden sein. Das dementierte Eriwan umgehend. Eine unabhängige Einschätzung zu den Todeszahlen gibt es derzeit nicht.

Macron bietet Vermittlung im Belarus-Konflikt an

  Macron bietet Vermittlung im Belarus-Konflikt an Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat in Litauen mit der belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja gesprochen. Dabei bot er an, in der politischen Krise in Belarus zu vermitteln. © Lewis Joly/AP Photo/picture-alliance Er will etwas in Belarus bewegen: Emmanuel Macron (Archivbild) "Als Europäer werden wir unser Bestes tun, um bei der Vermittlung zu helfen", sagte Emmanuel Macron nach dem etwa 45-minütigen Gespräch mit Swetlana Tichanowskaja in seinem Hotel in der litauischen Hauptstadt Vilnius.

Raketen Richtung Berg - Karabach , vom aserbaidschanischen Verteidigungsministerium veröffentlichtes Foto. Zuvor hatte UN-Generalsekretär Guterres ein sofortiges Ende der Kämpfe in Berg - Karabach gefordert - auch per Video-Telefonschalte mit jeweils dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham

Im Streit um Berg - Karabach fehlt der ehrliche Makler. Russland und die Türkei verfolgen eigene Ziele. Deshalb kocht der Konflikt regelmäßig hoch. Der neu aufgeflammte Krieg um Berg - Karabach ist eine Niederlage der Diplomatie. Den Westen interessiert das Problem am Rande Europas kaum.

Die Kämpfe in Berg-Karabach halten an: Ein Mann zeigt auf den Einschlagskrater eines Geschosses © Aziz Karimov/AP Photo/picture-alliance Die Kämpfe in Berg-Karabach halten an: Ein Mann zeigt auf den Einschlagskrater eines Geschosses

Die Kämpfe in der Region dauern seit Sonntag an. Die verfeindeten Nachbarländer haben den Kriegszustand verhängt. Die internationale Gemeinschaft fordert ein sofortiges Ende der Kämpfe und eine Rückkehr zum Verhandlungstisch für eine friedliche Lösung. Russland - Armeniens Schutzmacht - will zwischen den Konfliktparteien vermitteln. Die Türkei hat sich hingegen deutlich hinter ihren Verbündeten Aserbaidschan gestellt.

jwa/ww (dpa, afp)

Mächtiger PiS-Chef Kaczynski tritt Polens Kabinett als Vize-Regierungschef bei .
Erstmals seit der Rückkehr der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) an die Regierung in Polen wird deren mächtiger Vorsitzende Jaroslaw Kaczynski wieder dem Kabinett beitreten. Mit der Regierungsumbildung und einem neuen Koalitionsvertrag hatte die PiS, die seit 2015 an der Macht ist, am Samstag einen drohenden Bruch ihres Bündnisses mit ihren beiden Juniorpartnern Solidarisches Polen von Justizminister Zbigniew Ziobro und Verständigung von Jaroslaw Gowin abgewendet. Laut Morawiecki soll Gowin Arbeitsminister werden. Als Bildungs- und Wissenschaftsminister ist  der ultrakonservative PiS-Abgeordnete Przemyslaw Czarnek vorgesehen.

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