Welt & Politik Corona - ein Rückschlag für die Frauenrechte

02:00  02 oktober  2020
02:00  02 oktober  2020 Quelle:   dw.com

Friedrich Merz: Der Gestern-Kandidat

  Friedrich Merz: Der Gestern-Kandidat Wie so oft reicht bei Friedrich Merz eine Andeutung: Seine Aussage zur Homosexualität zeigt, wie weit er inzwischen im Abseits steht. Selbst seine Unterstützer schweigen. © Reichwein/​imago images Manche halten Friedrich Merz für einen Zombie aus einer vergangenen Zeit. Friedrich Merz zehrt von der Erinnerung an damals. Eine Zeit, als es noch so was wie eine transatlantische Freundschaft gab. Eine Zeit von Steuererklärungen und Bierdeckeln. Eine Zeit, bevor die gesellschaftlichen Frontverläufe und politischen Problemlagen eine Komplexität erreichten, die die Parteien oft genug sprachlos zurücklässt.

Anzeige. Vereinte Nationen. Corona - ein Rückschlag für die Frauenrechte . Frauenfeindliche Entwicklungen schlagen in der Corona -Pandemie verstärkt durch und gefährden Fortschritte bei der Geschlechter-Gleichstellung. Das ist die überwiegende Einschätzung der Teilnehmer eines

Frauenrechte . Die Rechte von Frauen sind weltweit unterschiedlich entwickelt. In Deutschland ist die Gleichberechtigung der Geschlechter als gesellschaftliches Grundprinzip in der Verfassung verankert.

Frauenfeindliche Entwicklungen schlagen in der Corona-Pandemie verstärkt durch und gefährden Fortschritte bei der Geschlechter-Gleichstellung. Das ist die überwiegende Einschätzung der Teilnehmer eines UN-Treffens.

Kanzlerin Merkel spricht in ihrer Videobotschaft für das Treffen der UN-Vollversammlung vom © UN Kanzlerin Merkel spricht in ihrer Videobotschaft für das Treffen der UN-Vollversammlung vom

Die Corona-Pandemie habe rund um den Globus eine "anhaltende Verweigerung von Frauenrechten" offengelegt, sagte UN-Generalsekretär António Guterres in New York bei einer Online-Veranstaltung der UN-Vollversammlung zum Thema Frauenrechte. Das virtuelle Treffen findet anlässlich des 25. Jahrestags der UN-Weltfrauenkonferenz in Peking statt, die als Meilenstein und Grundlage für die Umsetzung globaler Frauenrechte gilt.

Vergifteter Kremlkritiker: Behörden beschlagnahmen Nawalnys Wohnung in Moskau

  Vergifteter Kremlkritiker: Behörden beschlagnahmen Nawalnys Wohnung in Moskau Die Behörden in Russland gehen resolut gegen den vergifteten Kremlkritiker vor, sagt die Sprecherin von Alexej Nawalny. Der erholt sich in der Charité. © Foto: Imago/ITAR-TASS/Sergei Karpukhin Alexej Nawalny bei einer Demonstration im Moskau im Februar 2020 Die russischen Behörden haben die Bankkonten des Oppositionspolitikers Alexej Nawalny nach Angaben seiner Sprecherin eingefroren. Zudem sei die Moskauer Wohnung Nawalnys beschlagnahmt worden, sagte Sprecherin Kira Jarmish am Donnerstag. Nawalny hält sich nach wie vor in Deutschland auf und erholt sich von einem Giftanschlag.

Russlands Wirtschaft übersteht die Corona -Krise besser als die Finanzkrise im Jahr 2008. Dies erklärte der ehemalige russische Finanzminister und Chef der russischen Rechnungskammer Alexei Kudrin. Die Armut habe in der aktuellen Lage jedoch deutlich zugenommen.

Mitarbeiter des renommierten Fachjournals "Science" werfen der für Medikamente zuständigen US-Zulassungsbehörde FDA Nachlässigkeit bei der Überwachung klinischer Studien vor. Die FDA kontrolliere die meist von Pharmakonzernen in Auftrag gegebenen Studien lasch, langsam und

Guterres rief die internationale Gemeinschaft auf, sich deutlich stärker für Gleichberechtigung einzusetzen. Sie habe ihre "ehrgeizigen Visionen" bislang nicht erfüllt. So erlebe eine von drei Frauen weltweit in ihrer Lebenszeit Gewalt. 12 Millionen minderjährige Mädchen würden jedes Jahr verheiratet. Frauen hätten global nur 75 Prozent der gesetzlich festgelegten Rechte, die Männer haben.

António Guterres spricht vor dem fast leeren Plenum der UN-Vollversammlung © UN António Guterres spricht vor dem fast leeren Plenum der UN-Vollversammlung

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in ihrer Videobotschaft, Gleichstellung sollte 25 Jahre nach der Pekinger Erklärung eine Selbstverständlichkeit sein. "Aber wir sind noch weit davon entfernt, unsere Nachhaltigkeitsziele für Gleichstellung zu erreichen." Die Corona-Pandemie verschärfe die Ungleichheiten noch. Die Pandemie zeige aber auch, dass Frauen sich als Stütze der Gesellschaften erwiesen, sei es in Krankenhäusern und Supermärkten oder beim Home-Schooling. Es sei paradox: "Einerseits ist ohne Frauen kein Staat zu machen, andererseits sind sie an wesentlichen Entscheidungen nicht gleichberechtigt beteiligt." Merkel forderte "endlich Parität in allen Bereichen - ob in Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik." Gleichstellung betreffe Frauen und Männer. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssten dafür an einem Strang ziehen.

Erste Proteste seit Corona: „Fridays for Future“ demonstriert mit 3000 Veranstaltungen

  Erste Proteste seit Corona: „Fridays for Future“ demonstriert mit 3000 Veranstaltungen In Deutschland sind 400 Veranstaltungen geplant, auch eine Mahnwache in Berlin.Die Klimabewegung Fridays for Future hat zum Aktionstag aufgerufen, nachdem die Proteste monatelang hauptsächlich im Internet stattgefunden hatten. Die Veranstalter versicherten, dass man sich an Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie halten wolle. Fridays for Future zufolge sind weltweit mehr als 3000 „Klimastreiks“ registriert, allein in Deutschland sind demnach mehr als 400 Demonstrationen geplant, darunter eine Mahnwache am Brandenburger Tor in Berlin.

Ein herber Rückschlag für Präsident Ghani, der angetreten war, die Frauenrechte in Afghanistan stärken zu wollen. Viele Jungen und Mädchen aus Flüchtlingsfamilien hatten schon vor der Corona -Krise eher begrenzte Chancen auf eine fundierte Schulbildung.

Harmlose Typen lösen oft nur leichte Erkältungsinfekte aus. Das neue Coronavirus hingegen kann zu Lungenentzündungen und schweren Atembeschwerden führen. Die Lungenkrankheit, die das Coronavirus auslösen kann, hat den Namen Covid-19 ( Corona Virus Disease 2019) bekommen.

Echte Gleichberechtigung in weiter Ferne

Die äthiopische Präsidentin Sahle-Work Zewde sprach sich in ihrer Videobotschaft dafür aus, sich mit einem massiven Schub für die Rechte von Frauen einzusetzen. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron beklagte in seiner Video-Rede, in den vergangenen 25 Jahren seien zu wenig Fortschritte bei der Gleichberechtigung erreicht worden. Als Rückschlag nannte er, dass wegen Corona-Pandemie elf Millionen Mädchen nie mehr in die Schule zurückkehren würden.

Die in Peking 1995 von 189 Staaten beschlossene Aktionsplattform der UN-Weltfrauenkonferenz wurde von vielen Rednern und Rednerinnen als Meilenstein gewürdigt. Darin werden Gleichberechtigung bei Bildung, Entlohnung und politischer Teilhabe gefordert, aber auch Selbstbestimmung bei Sexualität, Heirat und Fortpflanzung sowie Schutz vor Gewalt. Bis 2030 hat sich die Staatengemeinschaft mit den UN-Nachhaltigkeitszielen verpflichtet, alle Formen der Diskriminierung von Frauen zu beseitigen.

qu/ack (dpa, epd)

Exponentieller Verlauf bis Weihnachten: Merkel warnt vor 19.200 Corona-Neuinfektionen am Tag .
Am Dienstag beraten Angela Merkel und die Bundesländer über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Diskutiert wird auch ein Warnsystem in Ampelform. © Foto: dpa/Markus Schreiber Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Vor den nächsten Beratungen mit den Bundesländern über die Corona-Krise an diesem Dienstag hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einem deutlichen Anstieg der Ansteckungszahlen in Deutschland gewarnt. Wenn diese sich wöchentlich so weiterentwickeln würden wie bisher, werde es zu Weihnachten 19.

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