Welt & Politik Donald Trumps Wahlkampf-Comeback im Faktencheck

16:45  13 oktober  2020
16:45  13 oktober  2020 Quelle:   dw.com

Covid-19: Chaostag an Trumps Krankenbett

  Covid-19: Chaostag an Trumps Krankenbett Geht es dem US-Präsidenten nun "gut" oder doch zumindest "viel besser"? Oder ist sein Zustand "besorgniserregend", wie dessen Stabschef Meadows zwischenzeitlich mitteilt? Trump versucht, mit einem Video Klarheit zu schaffen. © Joyce N. Boghosian/The White House/AP/dpa Das Weiße Haus ließ am Samstag dieses Foto von Trump veröffentlichen. Es soll unterstreichen, dass es dem US-Präsidenten gut geht - und er seinen Amtsgeschäften nachkommt. Chaostag an Trumps KrankenbettUS-Präsident Donald Trump in einem am Samstagabend veröffentlichten Video für all die guten Wünsche, die ihn erreicht haben.

Amerikanische Journalisten überführen Donald Trump ständig inkorrekter Behauptungen. Liegen sie selbst damit richtig? Die Autoren eines solchen „ Faktenchecks “ haben sich auf diese Stellenkommentare spezialisiert, verstehen sich als Materialprüfer des politischen Betriebs.

Doch Donald Trump überraschte alle. Zuerst gewann er die republikanischen Vorwahlen, dann schlug er die politerfahrene und eigentlich haushoch überlegene Hillary Clinton (71) in einem denkwürdigen Wahlkampf . Als er am 20. Januar 2017 ins Weisse Haus einzog, machte er mit seiner

Zurück auf der Wahlkampf-Bühne: Donald Trump präsentiert sich gesund und munter vor seinen Anhängern in Florida. Einige seiner Aussagen zum Coronavirus werfen jedoch Fragen auf - und manche sind schlicht falsch.

Gut gelaunt, angriffslustig und um Nähe zu seinen Anhängern bemüht - Donald Trump in Sanford © Joe Burbank/Orlando Sentinel/TNS/picture alliance Gut gelaunt, angriffslustig und um Nähe zu seinen Anhängern bemüht - Donald Trump in Sanford

Die Airforce One im Hintergrund, ein Spalier aus Stars and Stripes, jubelnde Fans zu seinen Füßen - Auftritt Donald Trump in Sanford, Florida. Hier soll sein Wahlkampf neu beginnen. Nur zehn Tage nach der Bekanntgabe seines positiven Tests auf das Coronavirus ist Trump wieder dort, wo er sich am liebsten sieht: auf der großen Bühne. "Es ist großartig, zurück zu sein", schwärmt er vor Tausenden Anhängern. Sein mit Spannung erwarteter Auftritt am Orlando Sanford International Airport soll nach Wunsch von Trumps Wahlkampfteam zu einem Wendepunkt in diesem Rennen werden, in dem Trump bisher gegenüber seinem Herausforderer Joe Biden laut Umfragen zurückliegt. Mit kraftvoller, jedoch etwas rauerer Stimme als gewöhnlich spricht der US-Präsident über seine Erkrankung am Coronavirus, die Bekämpfung der Pandemie in den USA und seinen Herausforderer Joe Biden.

Ambulanter Trump juckt es, den Wahlkampf wieder aufzuladen

 Ambulanter Trump juckt es, den Wahlkampf wieder aufzuladen Von Steve Holland © Reuters / JONATHAN ERNST DATEI FOTO: US-Präsident Donald Trump verlässt das Walter Reed National Military Medical Center in Bethesda, Maryland WASHINGTON (Reuters) - US-Präsident Donald Trump, unter Die Coronavirus-Quarantäne im Weißen Haus, die vom Reisen ausgeschlossen ist, sucht nach Möglichkeiten, um seinen kämpfenden Wiederwahlantrag wieder in Gang zu bringen und vier Wochen vor dem Wahltag ein Comeback zu feiern.

US-Präsident Donald Trump will nach Angaben eines Sprechers aus seinem Wahlkampf -Team trotz seiner Erkrankung an Covid-19 am 15. Im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft soll Donald Trump im Jahr 2016 seine Tochter Ivanka als Vizepräsidentin vorgeschlagen haben. Faktencheck .

Trumps frühere Bewunderung für Chinas Präsidenten Xi Jinping macht sich jetzt das Wahlkampf -Team von Joe Biden zunutze. Hetze gegen China im US- Wahlkampf könnte den Hass gegen asiatisch aussehende Menschen in den USA schüren.

Trumps wichtigste Aussagen im Check.

Über seine COVID-19-Erkrankung:

"Ich bin da durchgegangen. Jetzt - sagen sie - bin ich immun, und ich fühle mich so stark, dass ich ins Publikum gehen und jeden küssen könnte. Ich werde die Kerle und die schönen Frauen küssen (...). Ich werde euch einfach allen einen dicken, fetten Kuss geben."

Trumps Behauptung, nun immun zu sein, lässt sich aktuell nicht verifizieren. Denn sein Ärzteteam gab nur spärlich Informationen zur Erkrankung des 74-Jährigen heraus, beantwortete zuletzt kaum noch Fragen von Journalisten. Überraschend kam die Behauptung Trumps jedoch nicht: Bereits am 8. Oktober hatte der Präsident in einem Interview mit seinem erklärten Lieblingssender Fox gesagt, er sei immun. Dies verkündete er auch auf Twitter und die Plattform versah seinen Tweet prompt mit dem Warnhinweis "irreführend" und "möglicherweise gefährlich".

Trumps Corona-Infektion : "Das ist die Inszenierung einer heroischen Männlichkeit"

  Trumps Corona-Infektion : Vorbild Reagan, Anlehnung an Filme wie "Independence Day": Michael Butter, Experte für Kulturgeschichte und Verschwörungstheorien, erklärt, wie Donald Trump seine Corona-Infektion inszeniert - und wie seine Präsidentschaft. © KEN CEDENO via www.imago-images.de/imago images/UPI Photo Donald Trump bei seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus ins Weiße Haus. "Das ist die Inszenierung einer heroischen Männlichkeit" Die Corona-Infektion von US-Präsident Donald Trump ist auch ein Kampf der Bilder. Die Videos und Auftritte rund um seine Rückkehr ins Weiße Haus sind schon jetzt Politik- und wohl auch Filmgeschichte.

Trump -Gattin kopiert Rede von Michelle Obama. Melania Trump sollte eigentlich Glamour in den US- Wahlkampf bringen. Die Faktencheck -Organisation PolitiFacts ermittelte, dass im bisherigen Wahlkampf nur drei Prozent der Äußerungen Trumps "wahr" gewesen seien.

Donald Trump will Wahlkampf vor Ort wieder aufnehmen. Klimawandel, Folter, E-Mail-Affäre - Donald Trump hat seit Trump erklärte in diesem Jahr mehrmals, er werde das international geächtete Waterboarding zurückbringen und Faktencheck . Diese Falschmeldungen kursieren über Corona.

Untersuchungen zeigen, dass die meisten COVID-19-Patienten im Anschluss an eine erfolgreiche Heilung Antikörper bilden - aber eben nicht alle. Das deutsche Robert-Koch-Institut zitiert zwei Studien, bei denen bei sechs bzw. 41 Prozent der Probanden keine neutralisierenden Antikörper nachgewiesen werden konnten, zudem sei "zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar, wie regelhaft, robust und dauerhaft dieser Immunstatus aufgebaut wird." Auch Gérard Krause, Epidemiologe am Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI), sagte der DW, dass die Immunität noch nicht erforscht sei und genaue Aussagen erst durch längere Untersuchungsreihen möglich werden. Und der führende US-Virologe Anthony Fauci verwies kürzlich auf Fälle, bei denen geheilte COVID-19-Patienten sich nur Wochen später erneut infizierten.

Zu einem möglichen Corona-Impfstoff:

"Wir sind weit voraus in Sachen Impfstoff, und er wird bald in Umlauf gebracht. Ehrlich gesagt: Da läuft eine politische Sache. Sie wollen nicht, dass er (der Impfstoff, Anm. d. Red.) vor der Wahl herausgebracht wird. Aber wir haben großartige Impfstoffe, die bereit stehen: von Johnson & Johnson, Modena, Pfizer – es werden großartige Dinge mit diesen Impfstoffen geschehen."

Vom Kaffee-Tisch ins Cockpit! Hülkenbergs irres F1-Comeback

  Vom Kaffee-Tisch ins Cockpit! Hülkenbergs irres F1-Comeback Nico Hülkenberg bekommt beim Heim-Grand-Prix am Nürburgring unerwartet seine Chance. Vorbereiten kann er sich auf die Fahrt im Racing Point aber nicht. © Bereitgestellt von sport1.de Vom Kaffee-Tisch ins Cockpit! Hülkenbergs irres F1-Comeback Eigentlich hatte Nico Hülkenberg an diesem Wochenende etwas ganz anderes vor.Noch am Samstagvormittag genoss der 33-Jährige in der RTL-Lounge in Köln einen Kaffee und bereitete sich auf seinen Einsatz als TV-Experte beim Eifel-Grand-Prix am Sonntag vor (Formel 1: Großer Preis der Eifel am Sonntag ab 14.10 Uhr im LIVETICKER).

Auch Donald Trump war 2016 Ziel von Hackern, zumindest laut Insidern. Demnach war die iranische Regierung in diese Aktivitäten involviert, die aber nicht besonders ausgeklügelt gewesen sein sollen. Donald Trump im Wahlkampf 2016: Seine Kampagne soll das Ziel von Hackern gewesen sein.

Diese sehr flammende Rede Donald Trumps kurz vor Ende des US-Präsidentschaftswahlkampfes ist wahrscheinlich die beste Rede, die er im Wahlkampf gehalten hat.

Fakt ist, das bisher weltweit kein Impfstoff gegen das Coronavirus bereitsteht, der nach international anerkannten Regeln nachweislich wirkt. Impfstoffe werden in der Regel in mehrstufigen Verfahren mit Tausenden Probanden getestet und auf Nebenwirkungen hin untersucht. Mehrere Pharmakonzerne vermeldeten zuletzt Fortschritte bei der Erforschung möglicher Medikamente, so auch der von Trump zuerst genannte US-Arzneimittelhersteller Johnson & Johnson. Doch ausgerechnet dieses Unternehmen musste die Erprobung des möglichen Corona-Impfstoffes nun unterbrechen, weil ein Proband erkrankt istund Ärzte den Vorfall nun untersuchen.


Video: Trump "immun": Präsident macht wieder öffentlich Wahlkampf (Euronews)

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO befinden sich aktuell 42 mögliche Impfstoffkandidaten in einer klinischen und 151 Kandidaten in einer vorklinischen Testphase. Die deutsche Forschungsministerin Anja Karliczek zum Beispiel geht davon aus, dass erst "Mitte des nächsten Jahres" breite Teile der Bevölkerung geimpft werden können, "riskante Abkürzungen" dürfe es dabei nicht geben. Für die Behauptung, dass politische Kräfte verhindern wollen, dass ein Impfstoff noch vor der Präsidentschaftswahl am 3. November herausgebracht werden kann, liefert Trump keine Beweise.

Donald Trump stützt sich auf die Popularität seiner Kinder, um seinen Wahlkampf zu fördern, wenn sich die Wahlen nähern

 Donald Trump stützt sich auf die Popularität seiner Kinder, um seinen Wahlkampf zu fördern, wenn sich die Wahlen nähern Die drei ältesten Kinder von Präsident Donald Trump - Donald Trump Jr., Ivanka Trump und Eric Trump - haben in den letzten Wochen Dutzende von Veranstaltungen im ganzen Land durchgeführt Das hat oft Menschenmengen angezogen, als sie versuchten, Unterstützung für ihren Vater zu generieren, der in den Umfragen weniger als einen Monat vor dem Wahltag hinter dem demokratischen Rivalen Joe Biden zurückbleibt. © Scott Legato / Getty Donald Trump Jr. spricht während der Trump 2020-Rallye am 14.

Der umstrittene US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump bekommt Unterstützung von Sarah Palin, der Vorzeigefrau der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung. Die einstige Gouverneurin im US-Bundesstaat Alaska werde Wahlkampf für Trump machen, teilte das Wahlkampfteam des

Orlando und der US- Wahlkampf Trumps Niedertracht. Das Attentat von Orlando ist eine Tragödie, weil 49 unschuldige Menschen ihr Leben verloren haben - und weil es Donald Trump helfen könnte, das Weiße Haus zu erobern.

Kein Abstand, viele ohne Maske: Trumps Wahlkampf-Event in Florida inmitten der Pandemie © Joe Burbank/Orlando Sentinel/TNS/picture alliance Kein Abstand, viele ohne Maske: Trumps Wahlkampf-Event in Florida inmitten der Pandemie

Über seinen Gegner Joe Biden von den Demokraten:

"Wisst ihr, unser Herausforderer 'Sleepy Joe' hatte heute einen Wahlkampfauftritt und praktisch niemand ist gekommen. (…)."

Donald Trump nimmt bei dieser Aussage Bezug auf einen Auftritt von Herausforderer Joe Biden am gleichen Tag in Toledo, im Bundesstaat Ohio. Dieser fand auf einem Parkplatz statt, auf dem - mit Abstand zueinander - rund 30 Autos parkten und den demokratischen Kandidaten mit einem Hupkonzert empfingen.

"Praktisch niemand" ist eine übertriebene Aussage von Trump. Aber in der Tat fiel auf, dass direkt vor dem Parkplatz von Bidens Auftritt mindestens genau so viele Anhänger der Republikaner "Trump, Trump" skandierten, während Bidens Wagenkolonne vorbeirauschte. Bei Trumps Auftritt in Florida waren Tausende Menschen anwesend.

Über seine Umfragewerte:

"Wir stehen viel besser da als 2016. Der Enthusiasmus ist größer, die Stimmung ist besser. Wir werden, wenn das möglich ist, einen noch größeren Sieg feiern als vor vier Jahren. (…) Wir werden Florida haushoch gewinnen. Wir werden viele Staaten haushoch gewinnen. Wir führen in Arizona, Nevada, und ich glaube auch in Pennsylvania."

Bezieht man Trumps Aussage auf den Zuspruch in der Bevölkerung, ergibt sich ein anderes Bild. In den landesweiten Umfragen liegt Donald Trump derzeit weit hinter Joe Biden zurück. Die US-Nachrichtenseite FiveThirtyEight berechnet den Vorsprung Bidens drei Wochen vor der Wahl auf Basis mehrerer Umfragen auf aktuell gut 10 Prozentpunkte. Verglichen mit dem gleichen Zeitpunkt 2016, als die Wahl auf den 8. November fiel, steht Trump nicht besser, sondern schlechter da. Das britisches Markt- und Meinungsforschungsinstitut Yougov wies damals einen Vorsprung von 4 Prozentpunkten der Demokratin Hillary Clinton gegenüber Trump aus, andere Umfragen kamen auf ähnliche Ergebnisse.

Ob Trumps Versprechen an seine Anhänger, die Wahl Florida "haushoch" zu gewinnen, tatsächlich zu realisieren ist, wird erst der Wahlabend zeigen. In Florida sehen die Umfragen Biden aktuell im Schnitt um rund vier Prozent vorne. Ähnlich sieht es aus in Arizona (Biden führt mit rund drei Prozent), Nevada (Biden plus sieben Prozent) und Pennsylvania (Biden plus sechs Prozent). Biden liegt in allen von Trump erwähnten Staaten in Führung.

Autor: Joscha Weber

Trump und Biden stellen sich Wähler-Fragen .
Ein Fernsehabend als Sinnbild für den Wahlkampf: Statt in einem Raum gemeinsam vor Publikum auf drängende Fragen zu antworten, treten Donald Trump und Joe Biden bei konkurrierenden Veranstaltungen auf. © Jim Watson/Brendan Smialowski/AFP/Getty Images Provided by Deutsche Welle Nach der Absage ihres TV-Duells wegen der zurückliegenden Corona-Infektion von Donald Trump haben sich der US-Präsident und sein Herausforderer Joe Biden zeitgleich in zwei Fernsehsendern Fragen von Wählern gestellt. Knapp drei Wochen vor der Wahl am 3.

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