Welt & Politik US-Wahl 2020: Die Umfragen - ein wackliger Gradmesser

11:10  19 oktober  2020
11:10  19 oktober  2020 Quelle:   spiegel.de

US-Präsidentschaftswahl: Was ist diesmal anders?

  US-Präsidentschaftswahl: Was ist diesmal anders? Donald Trump verliert an Zustimmung auch bei wichtigen Wählergruppen, die er 2016 noch für sich gewinnen konnte. Wie stehen seine Chancen, die Wahl erneut zu gewinnen? © Mike Segar/​Reuters In den frühen Morgenstunden des 9. November 2016 war klar: Donald Trump ist US-Präsident. Während die einen sich noch die Augen rieben, begannen andere schon die Suche nach den Ursachen. Hatte nicht Hillary Clinton in den Umfragen eindeutig vorn gelegen? Hatte sie. In einer Studie, die die Angaben von über 84.

US - Wahl 2020 : Der Termin. Die Vorwahlen haben in diesem Jahr am 3. Februar in Iowa begonnen. Sie dauerten wegen der Corona-Pandemie bis Mitte Florida hingegen ist ein Swing State, ebenso wie etwa Ohio und North Carolina. Im Artikel zu den Umfragen finden Sie auch eine Übersicht über die

Die US -Vorwahlen 2020 sind entschieden. Auch die Demokraten haben bei den „Primaries“ ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gefunden. Joe Biden tritt bei den US -Vorwahlen 2020 der Demokraten an. Der ehemalige Vizepräsident gehört zu den aussichtsreichen Kandidaten.

Vor der Präsidentenwahl in den USA kommen Wählerbefragungen zu einem eindeutigen Ergebnis: Joe Biden führt mit großem Abstand vor Donald Trump. Doch wie verlässlich sind die Werte?

  US-Wahl 2020: Die Umfragen - ein wackliger Gradmesser © ALEXANDER DRAGO / REUTERS

In Pennsylvania liegt Joe Biden sieben Prozentpunkte vor Donald Trump. Genauso ist es in Wisconsin und Michigan, zwei anderen jener wahlentscheidenden "battleground states". Landesweit beträgt der Vorsprung des Demokraten sogar mehr als acht Punkte.

Zu diesem Ergebnis kommen die Datenanalysten von FiveThirtyEight. Sie sammeln die zahlreichen Umfrageresultate, gewichten sie entsprechend der statistischen Qualität der Erhebung und prognostizieren auf dieser Grundlage den Wahlausgang. Glaubt man aktuellen Umfragen, so ist der Demokrat auf Kurs, die Präsidentschaftswahl am 3. November zu gewinnen; selbst ein Erdrutschsieg scheint im Rahmen des Machbaren.

NFL: 49ers fallen - wie geht es weiter in Dallas? 10 Erkenntnisse aus Week 5

  NFL: 49ers fallen - wie geht es weiter in Dallas? 10 Erkenntnisse aus Week 5 Die Dallas Cowboys verlieren ihren Quarterback - und für einen kurzen Moment gerät das Spiel in Vergessenheit. Außerdem: Die Atlanta Falcons wählen schließlich doch den kompletten Neustart, die Chiefs spielen abermals nicht gut und bekommen dieses Mal die Quittung, die 49ers gehen überraschend baden und die Steelers finden ihr fehlendes Puzzleteil. SPOX-Redakteur Adrian Franke bringt Euch am Montag auf Stand mit seinen zehn wichtigsten Punkten und Einschätzungen zum vergangenen NFL-Sonntag. © Bereitgestellt von SPOX SPOX-Redakteur Adrian Franke fasst seine 10 wichtigsten Erkenntnisse zum Week-5-Sonntag zusammen.

US -Präsidentschaftswahl 2020 . Suche öffnen. US -Börse Waffenaktien steigen im Kurs - wegen möglichem Sieg Bidens. Es klingt paradox: Die Aktienkurse von US -Waffenherstellern steigen - weil Anleger offenbar auf einen Wahlsieg von Joe Biden wetten.

Folgende Szenarien der US - Wahl 2020 wären denkbar: Briefwahl verlangsamt den Prozess. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden laut New York Times für die Parlamentswahlen US-Präsident Donald Trump hat bei einer Wahlkampfveranstaltung in Atlanta um die Stimmen schwarzer Wähler geworben.

Gelassen macht dieser Befund viele Demokraten und Anhänger des früheren Vizepräsidenten dennoch nicht, siegessicher schon gar nicht. Zu lebhaft ist die Erinnerung an 2016. Damals sahen die Demoskopen in den letzten Tagen vor der Wahl Hillary Clinton vor Trump: FiveEightThirty prognostizierte einen Vorsprung der Demokratin von 3,7 Punkten in Pennsylvania, 4,2 in Michigan und 5,3 in Wisconsin.

Clinton ignorierte die beiden letztgenannten Bundesstaaten im Wahlkampf weitgehend. Am Ende gewann Trump alle drei und zog ins Weiße Haus ein. Mit dieser Erfahrung im Rücken tut der Präsident auch die diesjährigen Umfragewerte als "Fake" ab.

Was aber besagen Letztere im Einzelnen? Wie kam es vor vier Jahren zu den Diskrepanzen? Und was machen die Demoskopen in diesem Jahr anders?

Joe Biden bringt so viele rote Staaten ins Spiel. Hier ist der Grund, warum

 Joe Biden bringt so viele rote Staaten ins Spiel. Hier ist der Grund, warum -Umfrage der Woche: Eine neue Quinnipiac University-Umfrage unter wahrscheinlichen Wählern in Georgia ergab, dass der ehemalige Vizepräsident Joe Biden bei 51% und Präsident Donald Trump bei 44% liegt. © JIM WATSON / AFP / Getty Images Bei der -Umfrage in Georgia liegt Biden mit einem Vorsprung von 2 Punkten vor Trump. Worum geht es? Biden scheint in vielen Staaten, die Trump vor vier Jahren recht leicht trug, führend oder wettbewerbsfähig zu sein.

Dieser Artikel stellt staatsweite Umfragen und Prognosen zur US -Präsidentschaftswahl 2020 dar. basierend auf der Umfragedatenbank von FiveThirtyEight und weiteren in diesem Artikel inkludierten Umfragen . Vorsprung Demokrat >8 %. Vorsprung Demokrat >4–8 %.

Blog über Wahlkampf zur US -Präsidentschaftswahl 2020 und Vorwahlen in den USA . Umfragen , Prognosen, Termine, Kandidaten Demokraten Das Duell zur US -Präsidentschaftswahl 2020 lautet Donald Trump vs Joe Biden. Mike Pence und Kamala Harris kandidieren als Vizekandidaten.

Umfragen 2020: Bidens beständiger Vorsprung

Das Auffälligste an den Umfragen vor der diesjährigen Wahl seien die "Beständigkeit und Weite" von Bidens Vorsprung, sagt Christopher Borick vom Meinungsforschungsinstitut des Muhlenberg College in Pennsylvania dem SPIEGEL. Die Ergebnisse zahlreicher Befragungen legten nahe, dass es für den Präsidenten ein beschwerlicher Weg zur Wiederwahl werden dürfte.

Den Prognosen von FiveThirtyEight zufolge hat Biden landesweit seit Juni einen Vorsprung von mindestens rund sechs Prozentpunkten. (Einen laufend aktualisierten Überblick über die Werte finden Sie hier.) In der jüngsten Erhebung der "Washington Post" und des Senders ABC etwa führt der frühere Vizepräsident gar mit zwölf Punkten vor Trump.

Zwar ist die Aussagekraft landesweiter Umfrage- und Prognosewerte begrenzt. Das Rennen um das Weiße Haus wird nicht durch die Mehrheit der Stimmen im ganzen Land entschieden. Wegen des besonderen Wahlsystems der USA ist für die Wahl nur eine Reihe besonders umkämpfter Bundesstaaten wichtig. (Mehr dazu hier.) Laut FiveThirtyEight ist der entscheidende Bundesstaat Pennsylvania, gefolgt von Wisconsin und Florida.

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 19 Foods Health Experts kaufen bei Costco Zu diesem Zeitpunkt vor vier Jahren zeigten -Umfragen, dass Hillary Clinton einen Vorsprung von 12 Punkten vor Donald Trump hatte, was vielen ein falsches Gefühl der Sicherheit in Bezug auf die Wahlergebnisse vermittelt. Election Night Champagner wurde gekauft, und Das Javits Center wurde mit Luftballons unter einer buchstäblichen Glasdecke gefüllt, um die Wahl der ersten Präsidentin in der amerikanischen Geschichte zu erwarten. Und wir wissen, wie sich das herausstellte.

US -Präsidentschaftswahl 2020 . In vielen US -Staaten läuft die Wahl bereits jetzt – und der Andrang ist riesig. Derweil giften sich die Kandidaten aus der Ferne an. Die US -Wirtschaft befindet sich weiter in einer schweren Krise, Millionen Menschen sind als Folge der Viruswelle ohne Job.

Zur US - Wahl wollen sie zeigen, dass sie dagegen vorgehen können - fürchten aber zugleich, in einen medialen Bürgerkrieg hineingezogen zu werden. Die Macht der Mythen. Facebook, Twitter und Co. werden mit Hass, Hetze und Falschinformation geflutet. Zur US - Wahl wollen sie zeigen, dass sie

Doch sehen zahlreiche Umfragen Biden auch in mehreren dieser "Swing States" vorn, zum Teil deutlich. Legt man die Prognosen von FiveThirtyEight zugrunde, so lässt sich ein besonders interessantes Szenario beobachten: Sollte Biden nur jene Bundesstaaten gewinnen, in denen er laut den Prognosen mit fünf oder mehr Punkten führt, hätte er bereits mehr als die 270 für den Sieg nötigen Wahlleute im Electoral College sicher - selbst wenn sich Trump in alle anderen Staaten durchsetzen sollte. Letzteres aber ist den Analysten zufolge keineswegs ausgemacht. Denn Biden führt demnach nicht nur in Pennsylvania, Michigan und Wisconsin, sondern auch in Florida, North Carolina und Arizona (mit jeweils drei Punkten). In Ohio, Georgia und Iowa liegen die Kandidaten Kopf an Kopf.

2016: Das Umfragetrauma der Demokraten

Umfragen und Prognosen, in denen der demokratische Kandidat kurz vor der Wahl vor Trump liegt: Dieses Bild bot sich auch vor vier Jahren schon. Am Ende aber gewann Trump. Wie kam es dazu?

Zunächst einmal gelte es, die Zahlen des Jahres 2016 richtig einzuordnen, sagt Christopher Borick: "Die landesweiten Umfragen waren beeindruckend präzise: Viele sahen Clinton mit etwa drei Punkten vor Trump und am Ende lag sie mit zwei vorne." Die Genauigkeit sei sogar höher gewesen als 2012: "Damals lag Obama in vielen der letzten Umfragen mit ein bis zwei Punkten vorn; er gewann mit rund vier." Damals machte aber niemand einen Unterschied zwischen statistischer Genauigkeit und politischer Bewertung der Zahlen: Dass Barack Obama die "popular vote" mit vier statt mit zwei Punkten gewann, interessierte niemanden.

-CNN-Umfrage zeigen, dass Biden zwei Wochen nach dem Wahltag in Pennsylvania, Michigan, Wisconsin, einen Vorteil hat Vizepräsident Joe Biden liegt im Durchschnitt der anderen drei, die Präsident Donald Trump 2016 alle gewonnen hat.

-CNN-Umfrage zeigen, dass Biden zwei Wochen nach dem Wahltag in Pennsylvania, Michigan, Wisconsin, einen Vorteil hat Vizepräsident Joe Biden liegt im Durchschnitt der anderen drei, die Präsident Donald Trump 2016 alle gewonnen hat. Die Durchschnittswerte der © ABC / NBC In Pennsylvania, Michigan und Wisconsin deuten die Durchschnittswerte darauf hin, dass Biden die Unterstützung einer Mehrheit der Wähler und Wähler hat ein beträchtlicher Vorteil gegenüber Trump. Der Pennsylvania-Durchschnitt zeigt Bidens größten Vorsprung. Der demokratische Kandidat unterstützt Trumps 43% bei Umfragen, die zwischen dem 20. September und dem 5. Oktober durchgeführt wurden, mit durchschnittlich 52%.

Kommunalwahl NRW 2020 : Kandidaten, Umfragen , Stichwahl - die wichtigsten Fakten vor der Wahl . Falls keiner der Bewerber im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält, fällt die Entscheidung zwischen den zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen in einer Stichwahl.

Wie US-Präsident Trump während seiner ersten Amtszeit Außenpolitik gemacht hat, wirkt sich weltweit aus. Tatsächlich zeigt eine Umfrage des US-Meinungsforschungsinsituts Pew Research Center, dass in vielen Themenseiten NATO, Donald Trump, US - Wahl 2016, US-Präsidentschaftswahl 2020 .

Anders sah es bisweilen auf Bundesstaatsebene aus: In manchen wahlentscheidenden Staaten wie Wisconsin wurden schlicht zu wenige Umfragen durchgeführt, um ein aufschlussreiches Gesamtbild vom Wählerwillen zu bekommen.

Hinzu kam ein weiterer Aspekt: "2016 gab es einen beträchtlichen Anteil an Leuten, die unentschieden waren und weder Hillary Clinton noch Donald Trump mochten", sagt Christopher Borick. Überproportional viele dieser Wähler entschieden sich schließlich für Trump. Dies könnte laut Borick damit zusammenhängen, dass die US-Wählerschaft tendenziell abgeneigt ist, derselben Partei drei Amtszeiten in Folge zu gewähren.

Schließlich, sagt Borick, habe sein Institut 2016 den Faktor Bildung in seiner Gewichtungsformel nicht berücksichtigt. Dieser habe traditionell keine große Rolle gespielt, anders etwa als Geschlecht, Alter und Hautfarbe. In diesem Jahr haben der Politikwissenschaftler und seine Mitarbeiter den Faktor in ihre Formel aufgenommen.

Das führt dazu, dass Biden in ihrer im August durchgeführten Umfrage nur vier Punkte vor Trump liegt; ohne Einpreisung des Faktors Bildung wären es sechs. Die Umfragen des Instituts gehören zu den wenigen, denen die Datenanalysten von FiveThirtyEight die Bestnote "A+" geben: unter anderem wegen der hohen methodischen Qualität sowie des zeit- und kostenaufwendigen Vorgehens, zu dem Telefon- und Handybefragungen gehören.

Alles, was Sie über Wahlumfragen im Jahr 2020 wissen müssen

 Alles, was Sie über Wahlumfragen im Jahr 2020 wissen müssen © Patrick Semansky / AP Foto Der demokratische Kandidat und ehemalige Vizepräsident Joe Biden hat derzeit einen Vorsprung von zehn Punkten in nationalen Umfragen vor Präsident Donald Trump. Patrick Semansky / AP Foto Mit weniger als zwei Wochen bis zum Wahltag hat der demokratische Kandidat Joe Biden in durchschnittlich nationalen Umfragen einen Vorsprung von 10 Prozentpunkten vor Präsident Donald Trump.

Was wird in diesem Jahr anders gemacht?

Solche methodischen Umstellungen einzelner Institute sind nicht die einzige Neuerung in diesem Jahr. In jenen Staaten, in denen es vor vier Jahren nicht genug Qualitätsumfragen gab, sind nun renommierte "Pollster" unterwegs.

Eine potenzielle Fehlerquelle ist dagegen hinzugekommen: Wegen der Corona-Pandemie dürften deutlich mehr Menschen per Briefwahl abstimmen, viele haben es schon getan. Meinungsforscher müssten ihre Fragen deshalb anpassen, sagt Borick. Eine größere Herausforderung sieht er darin aber nicht.

Der womöglich wichtigste Unterschied zu 2016 aber ist, dass es deutlich weniger unentschiedene Wähler zu geben scheint. Dies könnte erklären, weshalb Biden in den Umfragen seit Längerem konstant führt. Er hat einen deutlich größeren Vorsprung, als Hillary Clinton ihn je hatte, er ist deutlich beständiger. Die Umfragen vor vier Jahren schwankten deutlich stärker.

Der Befund, dass sich die Wähler schon lange entschieden haben, scheint sich mit dem zu decken, was Christopher Borick vor seiner Haustür beobachtet. Der Politikwissenschaftler lebt im Northampton County, einem "Swing County" im "Swing State" Pennsylvania. Die Trump-Schilder aus dem Jahr 2016 seien in diesem Jahr wieder zurück, sagt er. Der Präsident genieße bei seiner Basis "tiefe und starke Unterstützung". Es gebe nun aber entsprechend viele Biden-Schilder und -Flaggen.

Allerdings, warnt Borick, sei es riskant, anekdotenhafte eigene Erfahrungen und statistische Analysen zu vermischen. Die Ungewissheit bleibt.

Die Umfragen könnten falsch sein. Aber das kann Biden helfen, nicht nur Trump. .
Als der Wahltag näher rückt und Präsident Donald Trump Joe Biden sowohl national als auch in Schlüsselstaaten weiterhin mit hohen einstelligen hinterherhinkt, schwirren ihre jeweiligen Stützpunkte entweder vor Hoffnung oder vor der Angst, dass "die Umfragen wieder falsch sein könnten".

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