Welt & Politik Coronavirus in Deutschland: Gesamtes Ruhrgebiet gilt als Risikogebiet

21:00  20 oktober  2020
21:00  20 oktober  2020 Quelle:   sueddeutsche.de

Sportschau und Sky bangen um die TV-Übertragung an diesem Wochenende

  Sportschau und Sky bangen um die TV-Übertragung an diesem Wochenende Die Ausbreitung des Corona-Virus stellt die TV- und Radiosender der Bundesliga vor große logistische Probleme. Laut dem DFL-Hygienekonzept dürfen keine Personen, die in einem in- oder ausländischen Risikogebiet waren, im Stadion arbeiten. Das betrifft inzwischen viele Reporter, Kameraleute und Techniker. Nach kicker-Information arbeitet die DFL an einer Lösung. © imago images Lösung gesucht: Trotz erschwerter Corona-Bedingungen arbeitet die DFL daran, die TV-Übertragungen sicherzustellen. Sky sitzt in der Nähe von München, die Sportschau in Köln, wo auch die DFL-Produktionsfirma Sportcast beheimatet ist.

• Das gesamte Ruhrgebiet gilt seit Dienstagmorgen als Risikogebiet.

Die A 40 ohne Autos, im Hintergrund der Dortmunder Florianturm: Das Ruhrgebiet ist Risikogebiet. © imago images/blickwinkel Die A 40 ohne Autos, im Hintergrund der Dortmunder Florianturm: Das Ruhrgebiet ist Risikogebiet.

• Ein Gericht kippt die Beherbergungsbeschränkungen für inländische Reisende in Mecklenburg-Vorpommern.

• Bundesgesundheitsminister Spahn befürwortet Debatten über Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

• Von Dienstag 14 Uhr an gelten im Landkreis Berchtesgadener Land an der Grenze zu Österreich die ersten Ausgangsbeschränkungen seit dem Frühjahr.

Die aktuellen Meldungen zum Coronavirus weltweit.

Corona-Hotspots: Bangen um TV-Übertragung

  Corona-Hotspots: Bangen um TV-Übertragung Weil immer mehr deutsche Großstädte zum Risikogebiet erklärt werden, müssen übertragende Sender enorme logistische Herausforderungen bewältigen.München, Hauptsitz von "Sky" und Köln, die Heimat der "ARD-Sportschau" wie auch die der DFL-Produktionsfirma Sportcast, haben die 7-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten. Heißt im Klartext: München und Köln sind aktuell Risikogebiete.

Gesamtes Ruhrgebiet gilt als Risikogebiet

Das gesamte Ruhrgebiet gilt seit Dienstagmorgen als Risikogebiet. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge ist auch die Stadt Oberhausen mit 52,7 über die wichtige Corona-Kennzahl von 50 gekommen.

Auf einer Karte des RKI zieht sich ein durchgehender roter Streifen von Aachen im Rheinland bis Bielefeld in Ostwestfalen. Aachen, Solingen, Gelsenkirchen und Herne sind sogar dunkelrot markiert - sie liegen über dem Wert von 100 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Köln liegt mit dem Wert 97,8 noch knapp darunter. Allerdings nahm die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in der Domstadt von Montag auf Dienstag um 22,4 Punkte stark zu.

  • Das sind die Corona-Regeln in den Bundesländern

Gericht kippt Beherbergungsbeschränkungen für Mecklenburg-Vorpommern

Für Touristen aus inländischen Corona-Risikogebieten, die in Mecklenburg-Vorpommern Übernachtungen gebucht haben, gelten keine Beschränkungen mehr. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald gab am Dienstag den Eilanträgen von zwei Hotelbetrieben statt, die gegen die geforderten Corona-Negativtests geklagt hatten.

So sollen die Bundesliga-Übertragungen gewährleistet werden

  So sollen die Bundesliga-Übertragungen gewährleistet werden Wegen der hohen Werte bei der 7-Tage-Inzidenz will die DFL ihr Arbeitsschutzkonzept für die TV-Produktion, andere Medienschaffende, Ordner und weitere Werktätige rund um die Spiele der Bundesliga und 2.Liga überarbeiten, damit Personen aus Risikogebieten im Stadion arbeiten können. © imago images Die Auflagen für Medienschaffende in den Stadien werden aufgrund der Corona-Zahlen neu aufgelegt. PCR-Tests oder Antigen-Schnelltests soll es nicht geben, um die Bedingungen des Hygienekonzepts der DFL zu erfüllen.

Die Landesregierung habe keinen sachlichen Grund darlegen können, weshalb Beherbergungsgäste aus Risikogebieten anders zu behandeln seien als etwa Schüler, Studenten oder Berufspendler, teilte das Gericht zur Begründung mit. Die Vorschriften zu Einreise und Aufenthalt von Beherbergungsgästen seien daher teilweise außer Vollzug gesetzt worden, der Beschluss des Gerichts sei unanfechtbar. Damit dürfen künftig auch Urlaubsgäste aus Risikogebieten ohne vorherigen Corona-Test anreisen und müssen auch nicht in Quarantäne. Zuvor war dies per Ausnahme nur Schülern, Studenten, Berufspendlern, Abgeordneten oder nahen Verwandten erlaubt. Tagestouristen aus Risikogebieten sollen Plänen der Landesregierung zufolge Mecklenburg-Vorpommern weiterhin nicht besuchen dürfen. Und auch für Reisende aus ausländischen Risikogebieten bleiben die bisherigen Regeln in Kraft.

Lage teils dramatisch: Corona in Europa

  Lage teils dramatisch: Corona in Europa Nicht nur in Deutschland, auch in vielen anderen Ländern Europas sind die Infektionszahlen so hoch wie nie zuvor. Die Lage ist zum Teil ernst. Das zeigt ein Blick auf Deutschlands direkte Nachbarländer. © Christian Ohde/Imago Images Provided by Deutsche Welle Wie gravierend die Corona-Lage ist, musste jedem spätestens klar geworden sein, als Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstag in ihrem Videopodcast einen eindringlichen Appell an die Menschen in Deutschland richtete: "Ich bitte Sie: Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht wirklich zwingend notwendig ist

Das Urteil ist ein Rückschlag für die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Sie hatte noch vor kurzem argumentiert, das Oberverwaltungsgericht habe bisher bei jeder Klage bestätigt, "dass wir als Hochtourismusland mit Millionen von Touristen gute Gründe haben zu sagen, wir müssen den Reiseverkehr unter Kontrolle haben".

  • Leben mit Corona: Ständig Angst, etwas falsch zu machen

Spahn offen für breite Debatte über Corona-Maßnahmen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist offen für eine breite Debatte der Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie im Bundestag. Das sagt der CDU-Politiker am Dienstag im ZDF: "Es geht um die größten Freiheitseinschränkungen in der Geschichte der Bundesrepublik, es geht um Zumutungen für den Einzelnen und für die Gesellschaft". Darüber müsse natürlich auch diskutiert werden - "meinetwegen auch gerne noch häufiger".

Zugleich betont Spahn, dass weder Bund noch Bundesländer eigenmächtig handelten. Deren Eingriffe in der Corona-Pandemie seien keine Willkür und kein Zufall. Und: Es werde nicht eigenmächtig gehandelt, sondern wie vom gesetzgebenden Bundestag vorgesehen.

"Goodbye Deutschland"-Star Peggy Jerofke: Wow, dieser Rücken kann definitiv entzücken!

  Peggy Jerofke (44) hatte es in den vergangenen Monaten nicht leicht. Anfang des Jahres wollte die "Goodbye Deutschland"-Auswanderin gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Steff Jerkel (50) ein eigenes Lokal direkt am Strand von Cala Ratjada auf Mallorca eröffnen. Doch ihr Herzensprojekt drohte zu scheitern, als ein Sturm über der Insel wütete. Mit der Corona-Krise war erst recht nicht an einen regulären Betrieb zu denken. Als im August dann auch noch ihr Vater verstarb, den sie seit 30 Jahren nicht mehr gesehen hat, trauerte Peggy öffentlich mit ihren Fans. Nun scheint es der Wahl-Mallorquinerin wieder gutzugehen.

Zurzeit gibt es Kritik am geringen Einfluss der Parlamente auf die Entscheidungen über Corona-Maßnahmen. Diese Kritik entzündet sich unter anderem daran, dass sich Spahn Sonderrechte verlängern lassen möchte, die ihm der Bundestag im März eingeräumt hatte. Sie sind bislang bis März 2021 begrenzt. In einem Gesetzentwurf heißt es nun, die bisherigen Regelungen sollten - "unter der Voraussetzung, dass dies zum Schutz der Bevölkerung vor einer Gefährdung durch schwerwiegende übertragbare Krankheiten erforderlich ist" - "verstetigt" werden.

Auf die Frage, warum die Rahmenbedingungen nach der akuten Übergangssituation nicht wieder vom Bundestag festgelegt werden sollten, erwiderte er: "Das werden sie ja auch weiterhin, wie es ja auch in unserem vorgeschlagenen Infektionsschutzgesetz so wäre, dass der Bundestag die Regeln festsetzt". Vereinheitlichen wolle man aber die Regelungen rund um die Einreise. Dieses Thema könne nur der Bund regeln und solle nicht von 16 Bundesländern unterschiedlich gehandhabt werden.

  • EXKLUSIV Opposition will Rechte des Bundestags stärken

Strenge Ausgangsbeschränkungen im Berchtesgadener Land nach bundesweiten Neu-Infektionen-Höchstwert

Von Dienstag 14 Uhr an gelten im Landkreis Berchtesgadener Land an der Grenze zu Österreich die ersten Ausgangsbeschränkungen seit dem Frühjahr. Die Menschen dürfen die eigene Wohnung dann nur noch aus triftigen Gründen verlassen. Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und Restaurants müssen schließen, Veranstaltungen werden untersagt.

Bayern will Corona-Test für Pendler aus Hotspots im Ausland

  Bayern will Corona-Test für Pendler aus Hotspots im Ausland Wer als Berufspendler aus einem ausländischen Corona-Hotspot kommt, muss sich künftig testen lassen, bevor er in den Freistaat einreisen darf. Das soll dazu beitragen, dass die Grenzen offen bleiben können. © picture-alliance/dpa/CTK Photo/S. Kubes Pendler aus Tschechien und Österreich dürften von der bayerischen Maßnahme am meisten betroffen sein Vor dem Landtag in München kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder an, dass er im Freistaat eine Testpflicht für Pendler aus ausländischen Corona-Hotspots einführen will.

Der Landkreis lag bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz - die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen - am Montagabend bei 272,8. Das ist bundesweiter Höchstwert. Die Beschränkungen gelten vorerst für 14 Tage.

Die bayerische Regierung will sich heute erneut mit dem Kampf gegen die Pandemie beschäftigen. Insgesamt wurden kritische Corona-Werte zuletzt in mehr als der Hälfte des Freistaats überschritten. 57 Landkreise und kreisfreie Städte lagen über der Marke von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, 29 davon sogar über der 50er-Marke.

  • Bayern-Newsblog: Bayerns Innenminister schließt Grenzkontrollen nicht aus

Drosten und Kollegen warnen vor Konzept der Herdenimmunität

Der Berliner Virologe Christian Drosten und andere Kollegen stellen sich gegen eine Corona-Strategie mit einer Herdenimmunität als Ziel. Dazu veröffentlichte die Gesellschaft für Virologie (GfV) mit Sitz in Erlangen eine Stellungsnahme, an der auch Drosten beteiligt war. Herdenimmunität bedeutet, dass ein großer Teil der Bevölkerung nach einer Infektion oder Impfung immun geworden ist, und sich das Virus dadurch nicht mehr so gut ausbreiten kann.

Die Virologen beziehen sich in ihrem Text auf die sogenannte Great-Barrington-Erklärung, die drei Forscher aus den USA und Großbritannien verfasst haben. Laut einer eigenen Webseite haben bereits viele Hunderttausend Menschen die Erklärung unterzeichnet. Die Verfasser befürchten, dass die Corona-Maßnahmen "irreparablen Schaden verursachen, wobei die Unterprivilegierten unverhältnismäßig stark betroffen sind".

Corona-Neuinfektionen steigen weiter: Dresden Risikogebiet

  Corona-Neuinfektionen steigen weiter: Dresden Risikogebiet Immer mehr Regionen in Sachsen überschreiten in der Pandemie die kritische Marke von 50 Infektionsfällen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Die Bürger müssen sich vielerorts auf strengere Regeln einstellen.Besonders stark stieg die Zahl der Infektionen in Dresden, das inzwischen ebenfalls zum Risikogebiet erklärt wurde, sowie nach wie vor im Erzgebirgskreis. Die vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Zahlen können teils von denen der Städte und Landkreise abweichen. Das liegt laut Behörden an den unterschiedlichen Meldezeiten.

Eine unkontrollierte Durchseuchung würde zu einer eskalierenden Zunahme an Todesopfern führen, schreibt hingegen die Gesellschaft für Virologie. Denn selbst bei strenger Isolierung älterer Menschen gebe es noch weitere Risikogruppen, die viel zu zahlreich, zu unterschiedlich und zum Teil auch unerkannt seien, um aktiv abgeschirmt werden zu können. "Ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf ergibt sich beispielsweise bei Übergewicht, Diabetes, Krebserkrankungen, einer Niereninsuffizienz, chronischen Lungenerkrankungen, Lebererkrankungen, Schlaganfall, nach Transplantationen und während einer Schwangerschaft."

Der Gesellschaft für Virologie zufolge weiß man außerdem noch nicht zuverlässig, wie lange eine durch eine Infektion erworbene Immunität anhält. Das Anstreben der Herdenimmunität ohne Impfung sei unethisch sowie medizinisch, gesellschaftlich und damit auch ökonomisch hochriskant. Vor etwa einer Woche hatte bereits die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davor gewarnt, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf eine Herdenimmunität durch massenweise Ansteckungen zu setzen.

  • Was hinter der "Great Barrington Declaration" steckt

Knapp 7000 neue Corona-Fälle in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Dienstagmorgen 6868 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich über den 4122 gemeldeten Fällen vom Dienstag vergangener Woche. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht. Die jetzigen Werte sind allerdings nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

"Goodbye Deutschland"-Familie Mermi-Schmelz: Koma-Angst um Thommy

  Im Sommer 2019 bekam Thommy Schmelz (49) auf Mallorca die Diagnose Diabetes. Bei dem "Goodbye Deutschland"-Urgestein wurden neben der Zuckerkrankheit auch noch Zysten an der Bauchspeicheldrüse entdeckt. Die Hitze Spaniens, die Arbeit am Herd – all das hat Thommys Krankheit begünstigt. Und doch kann er die Finger nicht von der Arbeit lassen. Im Winter zog es ihn nach Wagrain in Österreich und kurz vor Grenzschließung aufgrund von Corona nach Deutschland. © Instagram/mermischmelz "Goodbye Deutschland"-Familie Mermi-Schmelz: Koma-Angst um Thommy Im Frühjahr sprachen wir von BUNTE.de mit Kathrin und Thommy.

Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 373 167 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9836. Das waren 47 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 298 300 Genesene.

  • Gesundheitsämter am Limit

Lehrerverband mahnt zu halben Schulklassen in Hotspots

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat Ländern und Kommunen einen widersprüchlichen Umgang mit den Corona-Regeln für Schulen vorgeworfen. Der Regelbetrieb laufe vielerorts weiter, obwohl in Städten und Regionen immer häufiger der kritische Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche überschritten werde, sagte Meidinger der Rhein-Neckar-Zeitung. "Bei diesem Wert müsste es eigentlich eine Rückkehr zum Wechselbetrieb mit halbierten Klassen geben." Er kenne aber kaum eine Kommune, die entsprechend handele.

"Es sorgt uns, dass diese Richtwerte für verschärfte Hygieneschutzmaßnahmen an Schulen komplett ignoriert werden, um Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten." Ende vergangener Woche hatte die Kultusministerkonferenz trotz deutlich steigender Corona-Infektionszahlen nochmals bekräftigt, dass Schulen und Kitas möglichst lange offen bleiben sollen. Bei höheren Infektionszahlen könne es sinnvoll sein, die Maskenpflicht auch im Unterricht anzuordnen, hieß es.

  • Kommentar: Kinder können nicht alles aushalten

Sieben größte Städte gelten jetzt als Hotspots

Hamburg hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Die Gesundheitsbehörde der Freien und Hansestadt gab den Wert für den Stadtstaat am Montag mit 50,6 an. Bund und Länder hatten beschlossen, dass schärfere Regeln greifen müssen, wenn dieser Grenzwert überschritten wird.

Damit gelten die sieben größten Städte Deutschlands allesamt als Corona-Hotspots. Laut Zahlen des Robert-Koch-Insitituts liegen auch Berlin, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf über der Marke von 50.

  • Corona-Beschränkungen: Schluss mit dem Gejammer (Kommentar)

Delmenhorst verschärft Corona-Regeln

Die niedersächsische Stadt Delmenhorst verschärft angesichts eines großflächigen Corona-Ausbruchs die Schutzmaßnahmen. Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) kündigte am Montag eine Sperrstunde für die Gastronomie von 23 bis 6 Uhr an. Alle öffentlichen Veranstaltungen und Gottesdienste in der Stadt werden bis auf Weiteres abgesagt, private Treffen auf zehn Personen begrenzt. Außerdem wird die Maskenpflicht in der Stadt ausgeweitet. Schulen und Kitas sollen allerdings nach den Herbstferien wieder im Corona-Betrieb öffnen, solange die Hygienekonzepte es zulassen.

Nach Angaben des Landesgesundheitsamts lag der Sieben-Tage-Wert der Stadt am Montag bei 223,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Die Stadt selbst gab den Wert mit Stand von Sonntagnachmittag mit 197 an. Binnen zehn Tagen habe sich die Zahl der nachgewiesenen Fälle mehr als verdoppelt, sagte der Leiter des Gesundheitsamts der Stadt.

Delmenhorst zählt damit zur Gruppe mit den mit Abstand meisten Neuinfektionen in Deutschland. Warum es gerade den Ort so stark getroffen hat, ist unklar. "Ich wäre froh, wenn ich diese Frage beantworten könnte", sagte der Oberbürgermeister.

Für Bayern kündigte Ministerpräsident Markus Söder am Montagmittag einen Lockdown im Berchtesgadener Land an. Dort liegt der Inzidenzwert mit 252 so hoch wie nirgendwo sonst in Deutschland.

  • Corona-News aus Bayern

Corona-Warn-App ermittelt Risiko auch im Ausland

Die Corona-Warn-App des Bundes kann nun auch länderübergreifend über eine Begegnung mit Corona-Infizierten informieren. In einem ersten Schritt wurden die nationalen Apps aus Deutschland, Italien und Irland miteinander verkoppelt. Das Update für die Anwendung ist ab sofort verfügbar. In einigen Wochen soll es dann auch möglich sein, Warnungen mit ähnlichen Apps in Dänemark, Lettland und Spanien sowie den Niederlanden, Österreich, Polen und Tschechien auszutauschen. Auch ein Datenaustausch mit der Schweiz ist im Gespräch.

Obwohl das Coronavirus sich auch in Frankreich weiter rasant ausbreitet, wird die französische App aus technischen Gründen nicht an dem europäischen Datenaustausch teilnehmen können. Das zentrale Speicherkonzept der Franzosen ist mit dem Verfahren in den anderen EU-Staaten nicht kompatibel.

Gleichzeitig mit der länderübergreifenden Risiko-Ermittlung wurde die App um eine Tagebuch-Funktion erweitert. Darin können infizierte Nutzer ihre Krankheitssymptome eintragen. Mit Hilfe dieser Angaben kann der Algorithmus der App das Infektionsrisiko präziser berechnen.

Die deutsche App wurde mittlerweile rund 19,8 Millionen Mal heruntergeladen. Experten gehen davon aus, dass die Anwendung von mehr als 16 Millionen Menschen in Deutschland aktiv genutzt wird. "Die App wird gut angenommen. Jede Infektionskette, die hierdurch zusätzlich unterbrochen wird, ist wichtig", sagte Gottfried Ludewig, Leiter der Digital-Abteilung im Bundesgesundheitsministerium.

  • Corona-App - Ob das wirklich was bringt?

Ärztepräsident: "Man kann Menschen nicht in einer Tour Angst machen"

Nach dem jüngsten Appell von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat Ärztepräsident Klaus Reinhardt davor gewarnt, die Bevölkerung zu verunsichern. Er wolle keine Entwarnung oder übertriebene Gelassenheit verbreiten. "Aber ich finde, man kann den Menschen nicht in einer Tour Angst machen", sagte der Präsident der Bundesärztekammer am Montag im Deutschlandfunk. So könne eine Art von Abstumpfung entstehen. Teile der Bevölkerung könnten anfangen, die Warnungen nicht mehr ernst zu nehmen.

Merkel hatte die Bürger in ihrer am Samstag ausgestrahlten, wöchentlichen Videobotschaft eindringlich um Mithilfe bei der Bekämpfung der Pandemie aufgerufen. Sie bat unter anderem, auf Reisen und Feiern zu verzichten, die "nicht wirklich zwingend notwendig" seien. Es zähle jetzt jeder Tag.

"Also ganz so ernst kann ich die Lage aktuell nicht nachvollziehen, wenn ich ehrlich bin", sagte Reinhardt. "Ich glaube, dass diese Vorstellung, dass man dieses Virus ganz vertreiben kann, eine irrige ist." Man müsse lernen, mit einer Zunahme der Infektionszahlen umzugehen und zu leben. In Deutschland seien rund 700 Patienten auf der Intensivstation, verfügbar seien aber rund 8800 Intensivbetten. Angesichts dieser Verhältnisse seien Abstand, Hygieneregeln und Vermeidung von zu großen Versammlungen angemessen. Weitere Maßnahmen, mit denen die Bewegungsfreiheit der Menschen weiter eingeschränkt würden, halte er derzeit "definitiv für nicht angebracht", betonte Reinhardt.

  • Alten- und Pflegeheime: "Die Einsamkeit tötet"

Kubicki warnt vor Schaden für die Demokratie

Immer mehr Politiker fordern eine Mitsprache des Bundestags bei Beschlüssen zur Corona-Pandemie ein. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki warnte vor negativen Folgen für die Demokratie, sollten wesentliche Entscheidungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nicht vom Bundestag, sondern weiter von Regierungen in Bund und Ländern getroffen werden.

"Wenn wir als Parlament unsere Aufgabe jetzt nicht wahrnehmen, dann hat die Demokratie einen dauerhaften Schaden. Es ist die Aufgabe des Parlaments, wesentliche Entscheidungen zu treffen, und nicht die Aufgabe von Regierungsmitgliedern", sagte Kubicki am Sonntagabend im Bild-Talk "Die richtigen Fragen". Der stellvertretende FDP-Chef kritisierte zugleich den Appell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an die Bürger, mehr Disziplin in der Corona-Krise zu zeigen. Kubicki bezeichnete dies als "Verzweiflungstat" und Aufforderung zum "freiwilligen Lockdown".

Auch der SPD-Rechtsexperte Florian Post beklagte eine mangelnde Einbindung des Parlaments in Entscheidungen zur Corona-Bekämpfung. "Seit nunmehr fast einem Dreivierteljahr erlässt die Regierung in Bund, Ländern und Kommunen Verordnungen, die in einer noch nie dagewesenen Art und Weise im Nachkriegsdeutschland die Freiheiten der Menschen beschränken, ohne dass auch nur einmal ein gewähltes Parlament darüber abgestimmt hat", sagt Post der Bild-Zeitung.

Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) sprach von einer "beunruhigenden Entwicklung". "Das Parlament muss wieder selbstbewusster seine Rolle als Gesetzgeber einfordern und dann aber auch ausfüllen", sagte Linnemann dem Blatt.

  • Merkel dringt bei Ministerpräsidenten nicht mehr durch - und appelliert an die Bürger

Söder fordert bundesweit Maskenpflicht bei hohen Corona-Zahlen

CSU-Chef Markus Söder fordert eine bundesweite Maskenpflicht bei bestimmten Inzidenzwerten. "Wir brauchen eine allgemeine Maskenpflicht national", sagte er. Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen solle eine Maskenpflicht in Schulen, auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und auch am Arbeitsplatz gelten, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden könnten, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Schalte des CSU-Vorstands in Nürnberg. Die Maske sei "ein kleines Mittel mit großer Wirkung", das "Präventionsmittel schlechthin".

Die regional unterschiedlichen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sind Söder nach wie vor ein Dorn im Auge. Die Länder und der Bund müssten "jetzt ernsthaft gemeinschaftliche Maßnahmen ergreifen", um einen erneuten Lockdown abzuwenden. "Ich bin in überzeugter Föderalist, aber ich glaube, dass der Föderalismus zunehmend an seine Grenzen stößt." Er sprach sich dafür aus, das Infektionsschutzgesetz zu überarbeiten und so eine Einheitlichkeit bei den Gegenmaßnahmen zu erreichen.

Eine ständige Verlängerung und Ausweitung von Sondervollmachten für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält Söder hingegen für nicht sinnvoll.

  • Malu Dreyer: "Das ist kein Kuddelmuddel" (SZ Plus)

Bundesarbeitsminister Heil in Quarantäne

Der SPD-Politiker arbeitet vorerst aus dem Homeoffice. Wie sein Ministerium am Montag mitteilte, hat die Corona-Warn-App bei Hubertus Heil eine Begegnung mit erhöhtem Risiko angezeigt. "Der Minister hat sich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben", hieß es. Ein erster Corona-Test sei negativ gewesen, ein weiteres Testergebnis stehe noch aus. "Es geht ihm gut und er hat keinerlei Symptome."

Immer wieder mussten sich zuletzt Spitzenpolitiker in Quarantäne begeben. Am Samstag hatte es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier getroffen. Grund war der positive Corona-Test eines Personenschützers. Zwei Tests beim Staatsoberhaupt fielen seither negativ aus.

Ende September hatten sich auch Außenminister Heiko Maas (SPD) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vorübergehend isoliert. Bei Maas hatte sich ebenfalls ein Personenschützer infiziert. Altmaier ging vorsorglich in Quarantäne, weil ein Mitarbeiter eines EU-Ministers positiv getestet worden war, der mit ihm bei einem Treffen des EU-Handelsministerrats in Berlin anwesend war.

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war im März vorsorglich für knapp zwei Wochen in häuslicher Quarantäne, weil sie von einem Arzt geimpft worden war, bei dem kurz darauf eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt wurde.

Krankschreibung wieder per Telefon möglich

Wegen der verschärften Corona-Lage können Patienten mit Erkältungsbeschwerden sich jetzt wieder bundesweit telefonisch eine Krankschreibung besorgen. Die Sonderregelung trat am Montag in Kraft und gilt vorerst bis zum Jahresende - das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen am Donnerstag beschlossen.

Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen müssen somit nicht in eine Praxis gehen, nur weil sie eine Krankschreibung benötigen. Das soll helfen, volle Wartezimmer und Ansteckungsrisiken zu vermeiden. Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Die Ärzte müssen dazu die Patienten persönlich am Telefon zu ihrem Zustand befragen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden.

Bundesweit waren telefonische Krankschreibungen bereits in der Anfangsphase der Pandemie möglich. Später war entschieden worden, diese nur noch abhängig vom Infektionsgeschehen auf Antrag regional und zeitlich befristet per Ausnahmeregelung zuzulassen.

  • Covid-19-Medikamente: Enttäusche Ergebnisse eines Großversuchs

RKI: 4325 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Montagmorgen 4325 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert ist vergleichsweise niedrig, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Gemessen an den 2467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 366 299 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 19.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9789. Das waren zwölf mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es etwa 294 800 Genesene.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,44 (Vortag: 1,40). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel 14 bis 15 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,35 (Vortag: 1,37). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

  • Welche Corona-Maßnahmen wo in Deutschland gelten

Agrarministerin Klöckner warnt vor Hamsterkäufen

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner appelliert an die Verbraucher, trotz der steigenden Zahl von Corona-Infektionen keine größeren Mengen einzukaufen als sonst. "Für Hamsterkäufe gibt es keinen Grund", sagte die CDU-Politikerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Die Lieferketten funktionieren - das gilt nach wie vor." Zu keiner Zeit in der Pandemie sei die Lebensmittelversorgung in Deutschland gefährdet gewesen. "Wer hortet, handelt nicht nur unlogisch, sondern auch unsolidarisch. Und am Ende landet vieles in der Tonne."

Hintergrund ist, dass große Supermarktketten wie Aldi und Edeka über eine steigende Nachfrage nach bestimmten Produkten ähnlich wie im Frühjahr berichten. In sozialen Netzwerken machen zudem Fotos von sich leerenden Regalen mit Toilettenpapier die Runde. Am Freitag hatte schon Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) gesagt, die Verbraucher müssten "sich keine Sorgen machen", was die Versorgung des Einzelhandels betreffe.

Klöckner fügte hinzu: "Aus dem lockdownähnlichen Zustand im Frühjahr liegen uns wichtige Erfahrungswerte vor, damit Wirtschaften in der Pandemie gelingt." Politik und Wirtschaft wüssten nun, wie "Vorsorge und Versorgung verantwortungsvoll organisiert" werden könnten. "Auch die Überzeugung, nicht mehr unabgesprochen Grenzen zu schließen, ist wichtig, damit der europäische Warenaustausch in Pandemiezeiten funktioniert." Sorgen um Engpässe seien unbegründet. "Wenn jeder normal einkauft, steht man auch selbst nicht irgendwann vor leeren Regalen."

  • Corona-Lage: Anders als im Frühjahr, aber ebenso gefährlich (SZ Plus)

Polizeigewerkschaften: Gefühlt mehr Einsätze wegen Streit über Corona-Regeln

Die Auseinandersetzungen über geltende Corona-Regeln in Deutschland werden nach Ansicht der Polizeigewerkschaften immer aggressiver geführt. "Nach wie vor gibt es immer noch eine hohe Akzeptanz für die Corona-Regeln, aber wir spüren auch, dass die Stimmung beginnt, aggressiver zu werden - zum Beispiel wenn wir als Polizei die Maßnahmen durchsetzen wollen", sagte der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, der Deutschen Presse-Agentur. "Da kommt es dann zu Widerstand. Das fängt an mit Beleidigungen, dann wird gepöbelt, gespuckt, angehustet. Das alles erleben unsere Kolleginnen und Kollegen in dieser Pandemie." Die Einsätze gingen nicht nur von sogenannten Maskenverweigerern aus. Auch Bürger, die geschützt werden wollen, hätten zuletzt ihre Schutzrechte stärker und zum Teil auch aggressiver eingefordert und zum Beispiel Maskenverweigerer auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. "Daher kommt es nun insgesamt mehr zu solchen Einsätzen", sagte Radek - mit Zahlen belegen ließe sich dieser Trend aber nicht.

Auch der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, weist darauf hin, dass es für solche Übergriffe keine Statistiken gebe. "Aber es gibt immer mehr Berichte aus der Belegschaft der Polizei, dass die Akzeptanz der Corona-Regeln insgesamt abgenommen hat und zunehmend offen und aggressiv gegen Einsatzkräfte vorgegangen wird, die die Einhaltung der Vorschriften kontrollieren und durchsetzen sollen."

  • Polizist über Corona: "Zuerst versuchen wir, an die Vernunft der Leute zu appellieren"

Bundespräsident Steinmeier in Quarantäne

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Samstag in Quarantäne begeben. Wie eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes in Berlin mitteilte, ist ein Personenschützer des Staatsoberhauptes positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bei dem Mann aus dem Kommando des Bundeskriminalamtes handele es sich um eine Kontaktperson ersten Grades. Steinmeier wurde danach ebenfalls getestet, dieser erste Test sei negativ ausgefallen. Der Bundespräsident bleibe selbstverständlich weiter in Quarantäne, in den kommenden Tagen seien weitere Tests geplant.

Auch Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) ist in Corona-Quarantäne. Der Minister habe alle Termine für das Wochenende abgesagt, teilte ein Sprecher des Innenministeriums am Samstagabend mit. Ein Beamter aus seinem Personenschutzkommando habe zuvor ein positives Testergebnis erhalten. Strobl zeige keine Symptome. "Es geht ihm gut und er ist voll arbeitsfähig", erklärte der Sprecher. Am Sonntag teilte er mit, dass auch Strobls Testergebnis negativ sei.

  • Sicherheitsrisiko Bodyguard

Alarmstufe Rot in Baden-Württemberg

Wegen des starken Anstiegs der Infektionszahlen ruft Baden-Württemberg die höchste Corona-Alarmstufe aus. Weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie eine verschärfte Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und zusätzliche Kontaktbeschränkungen sollen am Montag in Kraft treten, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Samstag nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung mitteilte. Auch im Unterricht an weiterführenden Schulen gilt ab Montag eine Maskenpflicht.

Man müsse aufgrund der Geschwindigkeit, mit der sich die Pandemie entwickele, die Maßnahmen verschärfen, sagte Kretschmann. Wenn diese Einschränkungen über sieben bis zehn Tage nicht wirkten, werde man die Maßnahmen verschärfen und etwa Treffen im öffentlichen Raum drastisch einschränken: "Das muss jedem klar sein: Wenn das nicht geht, dann werden wir zum Schluss sehr viel härter Maßnahmen ergreifen müssen, die dann auch tiefer ins Arbeitsleben eingreifen." Die Pandemiestufe drei bedeutet den Eintritt in die "kritische Phase" mit landesweiten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner von mehr als 35 in einer Woche. Am Freitag lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 42,2. Diese Phase zeichnet sich durch einen starken, möglicherweise exponentiellen Anstieg der Fallzahlen mit diffusen, häufig nicht mehr nachvollziehbaren Infektionsketten aus.

  • Schulunterricht: Die Länder machen ernst und ignorieren Empfehlungen

Kanzlerin Merkel ruft Bürger zur Mithilfe auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in ihrem am Samstag veröffentlichten wöchentlichen Podcast eindringlich an die Bürger appelliert, zur Eindämmung der Corona-Pandemie beizutragen. "Wir müssen jetzt alles tun, damit das Virus sich nicht unkontrolliert ausbreitet. Dabei zählt jetzt jeder Tag", sagte die Kanzlerin. Angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen in Deutschland rief Merkel dazu auf, auf unnötige Reisen zu verzichten. "Ich bitte Sie: Verzichten Sie auf jede Reise, die nicht wirklich zwingend notwendig ist, auf jede Feier, die nicht wirklich zwingend notwendig ist. Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause, an Ihrem Wohnort." Es reiche nicht mehr, Abstand zu halten und Maske zu tragen.

Darüber hinaus rief Merkel dazu auf, die Kontakte außerhalb der eigenen Familie zu beschränken. Wenn jeder seine Begegnungen außerhalb der eigenen Familie eine Zeitlang deutlich verringere, dann könne es gelingen, den Trend zu immer mehr Infektionen zu stoppen und umzukehren. "Genau das ist heute mein Appell an Sie: Treffen Sie sich mit deutlich weniger Menschen, ob außerhalb oder zu Hause."

Deutschland sei in "sehr ernsten Phase" der Pandemie. Das Virus breite sich rapide aus, schneller als zu Beginn vor mehr als einem halben Jahr. "Der vergleichsweise entspannte Sommer ist vorbei, jetzt stehen uns schwierige Monate bevor. Wie der Winter wird, wie unser Weihnachten wird, das entscheidet sich in diesen kommenden Tagen und Wochen. Das entscheiden wir alle durch unser Handeln."

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"Goodbye Deutschland"-Familie Mermi-Schmelz: Koma-Angst um Thommy .
Im Sommer 2019 bekam Thommy Schmelz (49) auf Mallorca die Diagnose Diabetes. Bei dem "Goodbye Deutschland"-Urgestein wurden neben der Zuckerkrankheit auch noch Zysten an der Bauchspeicheldrüse entdeckt. Die Hitze Spaniens, die Arbeit am Herd – all das hat Thommys Krankheit begünstigt. Und doch kann er die Finger nicht von der Arbeit lassen. Im Winter zog es ihn nach Wagrain in Österreich und kurz vor Grenzschließung aufgrund von Corona nach Deutschland. © Instagram/mermischmelz "Goodbye Deutschland"-Familie Mermi-Schmelz: Koma-Angst um Thommy Im Frühjahr sprachen wir von BUNTE.de mit Kathrin und Thommy.

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