Welt & Politik Donald Trump gegen Joe Biden: Sie können auch anders

11:40  23 oktober  2020
11:40  23 oktober  2020 Quelle:   spiegel.de

Trump und Biden stellen sich Wähler-Fragen

  Trump und Biden stellen sich Wähler-Fragen Ein Fernsehabend als Sinnbild für den Wahlkampf: Statt in einem Raum gemeinsam vor Publikum auf drängende Fragen zu antworten, treten Donald Trump und Joe Biden bei konkurrierenden Veranstaltungen auf. © Jim Watson/Brendan Smialowski/AFP/Getty Images Provided by Deutsche Welle Nach der Absage ihres TV-Duells wegen der zurückliegenden Corona-Infektion von Donald Trump haben sich der US-Präsident und sein Herausforderer Joe Biden zeitgleich in zwei Fernsehsendern Fragen von Wählern gestellt. Knapp drei Wochen vor der Wahl am 3.

Joe Biden und Donald Trump beim TV-Duell © Jim Bourg/ Reuters. Joe Biden musste sich auf seine Mimik beschränken, anstatt Trump einen "Clown" zu nennen. Immer wenn Trump besonders absurde Behauptungen aufstellte – etwa, dass die in Käfige gesperrten Kinder im Grenzgebiet zu

Biden kann sich es fast nicht verkneifen, Trump zu unterbrechen, als der behauptet, der Biden lebe bei sich im Keller. Damit spielt er auf den Wahlkampf seines Herausforders an, der lange nur Joe Biden sagt, Trump habe noch immer keinen Plan. Sein Plan: "Die Menschen ermutigen, Masken zu

Bei ihrem letzten TV-Duell geben sich Donald Trump und Joe Biden überraschend zahm. Die tiefe gegenseitige Abneigung ist dennoch deutlich zu spüren.

  Donald Trump gegen Joe Biden: Sie können auch anders © POOL / REUTERS

Wieder Chaos, wieder Durcheinander und brutales Geschrei? Was war nicht alles befürchtet worden im Vorfeld dieses zweiten TV-Duells zwischen Donald Trump und Joe Biden, dem letzten vor der Wahl am 3. November. Doch dann das: Die Kontrahenten gaben sich auf der Bühne in Nashville, Tennessee, überraschend zivil, fast schon handzahm.

"Sie machen das wirklich hervorragend", säuselte Donald Trump zwischendurch der Moderatorin Kristen Welker zu. Joe Biden lächelte freundlich und schaute auf die Uhr, wie ein netter alter Herr, der auf den Bus wartet.

Die Woche in Umfragen: Trump löscht Bidens Aufschwung in Florida aus, Biden gewinnt in Georgia

 Die Woche in Umfragen: Trump löscht Bidens Aufschwung in Florida aus, Biden gewinnt in Georgia Während Millionen von Amerikanern weiterhin ihre Stimmen bei frühen Abstimmungen abgeben, haben die Umfragen endlich die meisten der größten Nachrichtenereignisse rund um die Kampagne eingeholt Zu ihren Ergebnissen gehören die Reaktionen der Wähler auf die erste Debatte, die Vizepräsidentendebatte, Trumps COVID-19-Infektion und seine anschließende Genesung. Ihr Browser unterstützt dieses Video nicht.

Joe Biden | Alles, aber nicht Trump . 1972 wurde er in den Senat gewählt, unter Obama war er Vizepräsident, jetzt will Joe Biden selbst ins Oval OfficeFoto: JONATHAN Kamala Harris soll Donald Trump aus dem Weißen Haus vertreiben. BamS nennt vier Gründe, warum sie eine gute Wahl ist.

Wo Sie uns noch folgen können . Trump gegen Biden in Iowa. Mittlerer Wutausbruch im Mittleren Westen. Vor vier Jahren gewann Donald Trump im Agrarstaat Iowa deutlich. Nun liegen er und sein Rivale Joe Biden gleichauf. Wie ist die Stimmung in der US-Provinz zwei Wochen vor der Wahl?

Hinter der scheinbar freundlichen Fassade kamen gleichwohl immer wieder die vollkommen unterschiedlichen Temperamente, Charaktere und politischen Ansichten der beiden Kandidaten zum Vorschein. In der Sache wurde mindestens genauso hart, ja, erbarmungslos gestritten wie beim ersten TV-Duell Ende September. Und auch diesmal war die tiefe gegenseitige Abneigung zwischen Trump und Biden klar zu spüren.

Wie schlug sich Donald Trump?

Für den Präsidenten stand bei diesem Aufeinandertreffen klar mehr auf dem Spiel. Trump liegt in fast allen wichtigen Umfragen landesweit und in wichtigen Einzelstaaten hinter seinem Kontrahenten Biden. Das TV-Duell war vielleicht seine letzte Chance, unentschlossene Wähler für sich zu gewinnen.

Biden würde Delaware weit über seine geringe Größe hinaus anerkennen.

 Biden würde Delaware weit über seine geringe Größe hinaus anerkennen. Die Präsidentschaft von WILMINGTON, Delaware - Für viele in der Region Washington, DC, ist Delaware ein einfacher Sommerurlaub am Strand. Einige kennen den Ersten Staat ärgerlicher für die Mautgebühren, die erforderlich sind, um einige Meilen seiner nordöstlichen Ecke auf der I-95 zu durchfahren. © Bereitgestellt von Washington Examiner Aber für Einwohner von Delaware könnte in ihrem Bundesstaat, dem zweitkleinsten nach Rhode Island, bald ein Präsident, Joe Biden, zu Hause sein.

Joe Biden bestreitet bisher die Vorwürfe und bezeichnete die Artikel der New York Post als Donald Trump hat nun zwei Wochen vor der US-Wahl dazu aufgerufen, Korruptionsermittlungen gegen Er muss handeln, er muss schnell handeln. Es handelt sich um erhebliche Korruption, und das muss vor

Biden bekommt wenigstens zwölf ruhige Minuten in der Debatte gegen den Präsidenten. Wenigstens zwölf ruhige Minuten soll Joe Biden bekommen bei der TV-Debatte mit Donald Trump heute Nacht: In sechs Themenblöcke gliedert sich das Rededuell Stumm schalten können sie Trump eben nicht.

Trump schlug einen ruhigeren Ton an. Offenkundig hatte er sich vorgenommen, ausnahmsweise auf einige seiner Berater zu hören. Sie warnen ihn schon seit Wochen davor, dass sein aggressiver Stil vor allem weibliche Wähler abschrecke. So versuchte der Präsident, präsidial zu wirken. Meist ließ er sowohl die Moderatorin als auch Biden ausreden und hielt sich an die zuvor verabredeten Redezeiten.

Mehrfach konnte der ruhigere Trump auch Punkte gegen Biden setzen: Wie schon im Wahlkampf 2016 gegen Hillary Clinton präsentierte sich Trump als der politische Außenseiter, der den Politikbetrieb in Washington aufmischen wolle. Er zeichnete Biden als typischen Karrierepolitiker, der viel rede, aber wenig zustande bringe. "Sie sind doch seit Jahrzehnten in der Politik, warum haben Sie die Pläne, die Sie immer vorstellen, nicht längst umgesetzt?", hielt er Biden vor. Es war seine wohl wirksamste Attacke an diesem Abend.

Faktencheck: Biden besitzt 2 der 4 in einem viralen Mem abgebildeten Häuser

 Faktencheck: Biden besitzt 2 der 4 in einem viralen Mem abgebildeten Häuser Ihr Browser unterstützt dieses Video nicht Die Behauptung: Biden besitzt vier Häuser im Wert von 3 Mio. USD - 7,5 Mio. USD © Eingereicht von Don Harris Dies sind Bilder von meinen Töchtern aus der 8. Klasse mit Biden an der St. Peter-Schule in New Castle 1996. Da die Wahlen nur noch wenige Tage entfernt sind, drängen die Gegner des demokratischen Kandidaten Joe Biden weiterhin falsche Erzählungen über seine Finanzen, um Zweifel an "Middle Class Joe's" zu wecken "Vertrauenswürdigkeit.

Für viele steht Joe Biden als Sieger bei den anstehenden US-Präsidentschaftswahlen bereits fest. Donald Trumps überraschender Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016, als er sich entgegen den Umfragen gegen seine demokratische Kontrahentin Hillary Clinton durchsetzte, ließ Demoskopen

Es ist das letzte direkte Aufeinandertreffen vor der US-Wahl: Sehen Sie hier das ganze zweite TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden in OT. Die USA wählen am 3. November: Bekommt Donald Trump eine zweite Amtszeit? Löst Joe Biden den amtierenden US-Präsidenten ab?

Zugleich nutzte Trump seine Redezeiten dazu, vor allem sich selbst zu loben. Er nannte das Management seiner Regierung in der Coronakrise vorbildlich und versprach eine Impfung gegen das Virus, die schon in wenigen Wochen zur Verfügung stehen werde.

Wirklich konkrete, neue Pläne zur Bekämpfung der Coronkrise, zur Gesundheitspolitik oder zum Wiederaufbau der Wirtschaft blieb der Präsident indes - wieder einmal - schuldig. Auch Fragen nach seiner Steuererklärung, die er seit Jahren nicht veröffentlichen will, wich er erneut aus.

Wie eine Verzweiflungstat wirkten Trumps wiederholte Attacken auf Joe Bidens Sohn Hunter: Seit Tagen versuchen Trump-treue Medien wie die "New York Post" mithilfe dubioser E-Mails, die von Bidens Sohn Hunter stammen sollen, eine Korruptionsaffäre um den Biden-Clan nachzuweisen. Trump warf Biden vor, alles in der Sache deute darauf hin, dass er ein "korrupter Politiker" sei.

Was Trump nicht sagte: Andere Medien konnten die Echtheit der E-Mails bisher nicht bestätigen, und Fachleute äußerten zuletzt erhebliche Zweifel an ihrem Wahrheitsgehalt, einige vermuten dahinter eine russische Desinformationskampagne.

Wie viel Wasser braucht es, um 30 gemeinsame Gegenstände zu schaffen?

 Wie viel Wasser braucht es, um 30 gemeinsame Gegenstände zu schaffen? Präsident Donald Trump versuchte immer wieder, den demokratischen Rivalen Joe Biden wegen kontroverser politischer Positionen anzugreifen, die Biden während der zweiten und letzten -Präsidentendebatte nicht innehatte Donnerstag Nacht. Er behauptete fälschlicherweise, Biden wolle eine nationale Sperrung verhängen, um COVID-19 zu kontrollieren, Fracking zu verbieten und die private Krankenversicherung abzuschaffen.

US-Vize-Präsident Mike Pence hat den Führungsanspruch seines Landes in der westlichen Welt auf der Münchner Sicherheitskonferenz am Samstag bekräftigt. (Quelle: Reuters).

Mit dieser Mannschaft könnte Biden auch im eigentlichen Wahlkampf gegen Donald Trump antreten. Dazu passt, dass das Nachrichtenportal Axios Wie sich das Virus ganz konkret auf den Verlauf des Wahlkampfs auswirken wird, ist derweil noch unklar. Sowohl Joe Biden als auch Bernie Sanders

Wie schlug sich Joe Biden?

Für große Begeisterung bei seinen Anhängern und einen knallenden Startschuss zum Wahlkampf-Endspurt dürfte Biden mit diesem Auftritt nicht gesorgt haben. Die gute Nachricht für ihn und die Demokraten: Das musste er gar nicht. Der Ex-Vizepräsident konnte sich dank seines Vorsprungs in den Umfragen auf die Abwehrarbeit konzentrieren.

Dabei musste er sich einer Frage den Erwartungen zum Trotz gar nicht stellen: Er kam drumherum, darzulegen, wie er es mit einer möglichen Aufstockung der Richterposten am Supreme Court hält. Weder Trump noch die Moderatorin Welker machten dies zum Thema. Biden hatte in einem kurz vor der Debatte veröffentlichten Interview gesagt, dass er eine Kommission einsetzen werde, um die Frage einer Gerichtsreform zu prüfen.

Biden vermied zudem - bei ihm immer ein Grund zur Sorge - größere verbale Patzer und geistige Aussetzer.

Darüber hinaus galt es für den Demokraten, die Attacken gegen seinen Sohn Hunter zu parieren. Biden tat dies, indem er in die Offensive ging: Trumps Vertrauter Rudy Giuliani, der die Veröffentlichungen über Hunter Biden ins Rollen gebrachte hatte, sei eine "russische Marionette", ätzte Biden in Richtung des Präsidenten.

Von dort war es aus Bidens Sicht ein nahtloser Übergang zur Außenpolitik, seinem vielleicht stärksten Gebiet an diesem Abend. Sein Sohn Hunter habe kein Geld in China verdient, so Biden. Das habe nur einer: Trump selbst. Die "New York Times", der einige von Trumps Steuererklärungen zugespielt worden waren, machte zuletzt öffentlich, dass Trump über ein bisher nicht bekanntes chinesisches Bankkonto verfügt.

Alle verfügbaren Beweise bestätigen, dass Joe Biden von Jägers Geschäftsbeziehungen wusste und nichts dagegen unternahm.

 Alle verfügbaren Beweise bestätigen, dass Joe Biden von Jägers Geschäftsbeziehungen wusste und nichts dagegen unternahm. Ein wichtiger Zeuge in der Hunter Biden-Saga berichtete am Donnerstag, dass der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden von den lukrativen Geschäftsabschlüssen seines Sohnes in Übersee Kenntnis hatte, auch wenn er spielte keine aktive Rolle in ihnen.

Biden, nun in seinem Element, attackierte Trump als Nichtstaatsmann, der bestens mit Diktatoren wie Kim Jong Un oder Autokraten wie Wladimir Putin klarkomme, aber die eigenen Freunde und Verbündeten verprelle. Er selbst hingegen, so Bidens Vortrag, werde als Beschützer amerikanischer Souveränität auftreten: Ob Russland, China oder Iran, wer immer sich in US-Wahlen einmische, werde "einen Preis zahlen".

Biden versuchte, sich auch nach innen als präsidiale Figur zu präsentieren: als jemand, der das Land einen und heilen würde, ein Präsident für alle Amerikaner. Auf einem wichtigen Gebiet gelang es ihm während der Debatte aber nicht, eine Vision für die Zukunft zu präsentieren: Bei der Coronakrise beschränkte der Demokrat sich darauf, Trumps Politik anzugreifen. Die Gelegenheit, genauer darzulegen, weshalb er der Richtige sei, um das Land aus der Krise zu führen, ließ er weitestgehend verstreichen. Er hielt nur zwei Mal seine Maske in die Höhe und erklärte, seiner Meinung nach, sollte jeder Amerikaner diese ständig tragen.

Beim Thema Rassismus konnte Biden einen wunden Punkt nicht wirksam verteidigen. Er hatte in den Neunzigerjahren als Senator an einer Verschärfung des Strafrechts mitgewirkt, die vor allem Schwarze bis heute hart trifft. Seine Verteidigung gegen diese Attacken Trumps blieb das, was sie schon seit Monaten ist: wenig überzeugend.

Kann Trump so noch aufholen?

Für Trump war es sicherlich ein Pluspunkt, dass er sich diesmal benahm. Er wirkte schon deshalb deutlich präsidialer als beim ersten Duell der beiden. Ein Erfolg für ihn. Bidens Auftritt war wenig inspirierend. Er leistete sich aber keine größeren Patzer und ließ sich auch nicht von Trump in die Defensive bringen. Er hat damit sein Soll erfüllt.

Das Duell blieb so im Gleichgewicht. Es dürfte auf den letzten Metern des Wahlkampfs keine größeren Bewegungen nach sich ziehen, weder in die eine noch in die andere Richtung. Falls doch, wird man das spätestens Anfang nächster Woche in den ersten, qualitativ hochwertigeren Umfragen sehen.

Für Trump wird die Zeit immer knapper: Viele Millionen US-Wähler haben ihre Stimme schon abgegeben, jeden Tag werden es beim sogenannten "Early Voting" mehr. Und: Umfragen zeigen, dass es diesmal deutlich weniger unentschlossene Wähler gibt als 2016. Damals konnte Trump nach dem letzten TV-Duell gegen Hillary Clinton viele dieser Wähler noch zu sich herüberziehen.

Joe Biden schien Donald Trump und George Bush bei einer Kampagnenveranstaltung zu verwechseln. .
© YouTube / Kamala Harris Joe Biden und Jill Biden sprechen während des "I Will Vote" -Konzerts zugunsten der Biden-Harris-Kampagne am Sonntag. YouTube / Kamala Harris Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden schien am Sonntag Präsident Donald Trump und den ehemaligen Präsidenten George Bush zu verwechseln. Bei einer virtuellen Wahlkampfveranstaltung warnte er vor "vier weiteren Jahren George", als er den Leuten sagte, warum sie für ihn stimmen sollten.

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