Welt & Politik Türkei im Konflikt mit Paris: Erdogan ruft zu Boykott französischer Waren auf

16:10  26 oktober  2020
16:10  26 oktober  2020 Quelle:   ksta.de

Trudeau spricht mit armenischen, türkischen Führern über den Berg-Karabach-Krieg, ruft zum Dialog auf

 Trudeau spricht mit armenischen, türkischen Führern über den Berg-Karabach-Krieg, ruft zum Dialog auf © Lefteris Pitarakis / Associated Press Premierminister Justin Trudeau und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf dem G-20-Gipfel in Antalya, Türkei, Sonntag, Nov. Kanada fordert die Türkei auf, sich vom bewaffneten Konflikt in Berg-Karabach fernzuhalten.

Konflikt mit Macron Erdoğan ruft zum Boykott französischer Marken auf. Der Streit zwischen Erdoğan und Frankreichs Präsidenten Macron spitzt sich zu. Nach mehreren Verbalattacken appelliert der türkische Präsident nun an sein Volk, keine französischen Produkte mehr zu kaufen.

Frankreich fordert Ende des Boykotts . Paris rief aus Protest seinen Botschafter aus Ankara zurück Auch in Katar erklärten Supermarkt-Ketten, dass sie französische Waren bis auf Weiteres aus ihren Der türkische Botschafter in Paris habe sein Bedauern ausgedrückt, hiess es in einer Erklärung des

Im Konflikt mit Paris hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zum Boykott französischer Waren aufgerufen. „So wie in Frankreich einige sagen 'kauft keine türkischen Marken', richte ich mich an meine Nation: Achtet nicht auf französisch gekennzeichnete Waren, kauft sie nicht“, sagte Erdogan am Montag in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Äußerungen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Islam hatten in der muslimischen Welt für Empörung gesorgt, in mehreren Ländern gingen am Wochenende hunderte Menschen auf die Straßen.

Recep Tayyip Erdogan und sein Amtskollege Emmanuel Macron (r.) im Januar 2020 auf der Libyen-Konferenz in Berlin. © AP Recep Tayyip Erdogan und sein Amtskollege Emmanuel Macron (r.) im Januar 2020 auf der Libyen-Konferenz in Berlin.

Französische Firmen bereiten sich auf Boykott ihrer Waren in arabischen Ländern vor

Nach den Äußerungen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Islam fürchten Unternehmen des Landes den Boykott ihrer Waren in arabischen Ländern. Der Präsident des größten Arbeitgeberverbandes Medef, Geoffroy Roux de Bézieux, rief die Mitglieder am Montag aber auf, sich einer solchen „Erpressung“ zu widersetzen: „Unsere Werte zählen mehr als unsere Geschäfte“, sagte er dem Radiosender RMC. Macron hatte nach der Enthauptung des Lehrers Samuel Paty durch einen mutmaßlich islamistischen Angreifer gesagt, der Islam stecke in einer „Krise“. Auch erklärte er, Frankreich werde Karikaturen des Propheten Mohammed „nicht aufgeben“.

Frankreich erinnert sich an Gesandten, nachdem Erdogan am Samstag bei Macron

 Frankreich erinnert sich an Gesandten, nachdem Erdogan am Samstag bei Macron Frankreich seinen Gesandten für Konsultationen in die Türkei zurückgerufen hatte, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kommentiert hatte, dass der französische Amtskollege Emmanuel Macron eine von Paris als inakzeptabel verurteilte psychische Gesundheitsprüfung benötige.

In einer öffentlichen Rede hatte Erdogan dem französischen Präsidenten geraten, „seinen geistigen Zustand überprüfen“ zu lassen. Paris Frankreich will auch nach der Ermordung von Samuel Paty Karikaturen des islamischen Propheten zeigen. Der türkische Staatschef Erdogan reagiert entsetzt

Frankreichs Präsident Macron nimmt in Paris an der Gedenkfeier für den brutal ermordeten Lehrer Samuel Paty teil. Die Zeremonie findet im Innenhof der Pariser Universität Sorbonne statt.

Daraufhin gab es in mehreren muslimischen Ländern Demonstrationen gegen Macron; in einigen Ländern schlossen sich die Demonstranten dem Aufruf ihrer Regierungen zum Boykott französischer Produkte an. Arbeitgeberpräsident Roux de Bézieux sagte am Montag, natürlich sei das eine „schlechte Nachricht“. Allerdings seien die Boykottaufrufe noch „örtlich begrenzt“. Supermärkte in Katar und Kuwait bereiten den Boykott französischer Produkte vor; auch in Jordanien sollen französische Waren verbannt werden. Der Chef der Handelskammer in Amman rief Macron in einem Brief an den französischen Botschafter in Jordanien dazu auf, sich bei der islamischen Welt zu entschuldigen.

Heiko Maas verurteilt Erdogans Verbalattacken

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat die Verbalattacken des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron als „neuen Tiefpunkt“ in den Beziehungen zu Ankara bezeichnet. Die persönlichen Angriffe Erdogans seien „völlig inakzeptabel“, sagte Maas in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Montag in Berlin. (af)

Inmitten einer zweiten COVID-19-Sperrung sieht sich Macron einer zunehmenden internationalen Gegenreaktion und einem Boykott französischer Waren wegen seiner Kommentare zum Islam gegenüber. .
© Reuters Französischer Präsident Macron. Reuters Die diplomatischen Spannungen zwischen der Türkei und Frankreich nehmen zu, und die Europäische Kommission fordert die Türkei auf, verbale Angriffe zu unterlassen. französische Beamte haben erklärt, dass religiöse Stätten auf "hoher Sicherheit" stehen, nachdem die Proteste im Nahen Osten und in der muslimischen Welt zugenommen haben. Charlie Hebdo veröffentlichte auch einen Cartoon, der den türkischen Präsidenten Erdogan verspottete.

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