Welt & Politik Corona-Pandemie: Angela Merkel zieht Beratung mit Ministerpräsidenten vor

18:10  26 oktober  2020
18:10  26 oktober  2020 Quelle:   spiegel.de

Merkel: EU-Gipfel zu China wegen Wiederauftreten des Virus abgesagt

 Merkel: EU-Gipfel zu China wegen Wiederauftreten des Virus abgesagt BRÜSSEL (AP) - Ein geplanter EU-Gipfel zur China-Politik des Blocks, der nächsten Monat in Berlin stattfinden sollte, wurde wegen der wiederauflebenden deutschen Coronavirus-Pandemie abgesagt Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Freitag. © Zur Verfügung gestellt von Associated Press Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht während einer Medienkonferenz am Ende eines EU-Gipfels in Brüssel am Freitag, 16. Oktober 2020.

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen rasant. Nun hat Kanzlerin Angela Merkel die für Freitag geplanten Gespräche mit den Regierungschefs der Länder auf Mittwoch vorverlegt.

  Corona-Pandemie: Angela Merkel zieht Beratung mit Ministerpräsidenten vor © AXEL SCHMIDT / REUTERS

Die Corona-Pandemie verschärft sich in Deutschland zunehmend. Kanzlerin Angela Merkel will nun angesichts der Lage den für Freitag geplanten Corona-Gipfel mit den Regierungschefs der Länder vorziehen. Angesichts der drastisch steigenden Infektionszahlen wollen Bund und Länder bereits am Mittwoch über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sprechen.

"Es wird zu beraten sein, was getan werden kann, um die Ausbreitung des Virus möglichst bald wieder einzudämmen", kündigte Regierungssprecher Steffen Seibert an. Er verwies zudem darauf, dass es eine ernsthafte Entwicklung gebe. 

„Besorgniserregende Fehlentwicklungen“: Wissenschaftler zweifeln an Corona-Maßnahmen

  „Besorgniserregende Fehlentwicklungen“: Wissenschaftler zweifeln an Corona-Maßnahmen Die Gruppe ermahnt auch die Form der Krisenkommunikation von Bund und Ländern.Sie warnen Bund und Länder nachdrücklich davor, die Bevölkerung mit immer neuen Drohungen vor einem erneuten Lockdown zur Disziplin bewegen zu wollen. Dieser anhaltende und als alternativlos bezeichnete Bezug allein auf die Verantwortlichkeit des Einzelnen führe „zu Ermüdung, Abwendung und Flucht in falsche Heilslehren, aber nicht zu einer Verbesserung der Wirksamkeit der vorgeschlagenen beziehungsweise angeordneten Maßnahmen“, wird argumentiert.

Die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen habe sich binnen einer Woche etwa verdoppelt. Kontaktnachverfolgungen durch die Gesundheitsämter seien kaum mehr möglich. Die Intensivbetreuung von Corona-Patienten nehme wieder zu, die Kapazitäten nähmen entsprechend ab, machte Seibert deutlich.

Bei ihrer erneuten Beratung mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch will Merkel neue Beschlüsse zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erreichen. Allen sei bewusst, dass jeder Tag zähle, sagte Regierungssprecher Seibert. "Also rechne ich auch mit Beschlüssen." Welche weitergehenden Schritte für die Bundeskanzlerin derzeit sinnvoll erscheinen, wollte Seibert mit Blick auf die noch anstehenden Beratungen nicht sagen.

Das sogenannte Corona-Kabinett beriet laut Seibert am Montag auch über die Impfstrategie für den Fall, sobald ein Impfstoff gegen das Coronavirus vorliegt. Nach Angaben einer Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums sollen Risikogruppen einen möglichen Impfstoff zuerst erhalten. Dazu werde gerade ein Konzept erstellt.

Die Kanzlerin soll Berichten zufolge bereits am Wochenende in einer Schalte mit den CDU-Fraktionschefs in den Ländern vor sehr schwierigen Corona-Monaten in Deutschland und der EU gewarnt. Es gelinge anderen europäischen Staaten, aber nun auch Deutschland offenbar nicht mehr, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Merkel demnach.

Merkel: Deutschland stehen schwere Monate bevor .
Die Corona-Zahlen steigen auch in Deutschland weiter rasant. In einer Schaltkonferenz mit den CDU-Fraktionschefs der Bundesländer schlug Bundeskanzlerin Angela Merkel nun erneut Alarm. © Markus Schreiber/dpa/picture-alliance Provided by Deutsche Welle "Es stehen uns sehr, sehr schwere Monate bevor", warnte Angela Merkel laut "Bild"-Zeitung in der Schaltkonferenz am Sonntagabend. Die Kanzlerin gehe von weiter stark steigenden Infektionszahlen aus und rechne damit, dass mindestens bis Februar auch draußen keine größeren Veranstaltungen mehr möglich seien, heißt es in dem Bericht.

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