Welt & Politik Iran: Atomwissenschaftler wird bei Terroranschlag getötet

20:15  27 november  2020
20:15  27 november  2020 Quelle:   ksta.de

-Sicherheitsbeamte befürchten, dass Israel und Saudi-Arabien das Ende von Trump als ihre letzte Chance sehen könnten, gegen den Iran in den Krieg zu ziehen.

-Sicherheitsbeamte befürchten, dass Israel und Saudi-Arabien das Ende von Trump als ihre letzte Chance sehen könnten, gegen den Iran in den Krieg zu ziehen. © REUTERS / Kevin Lamarque / Datei Foto US-Präsident Donald Trump spricht mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman am Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der G20 in Osaka, Japan, 28. Juni 2019. REUTERS / Kevin Lamarque / Datei Foto Europäische Sicherheitsbeamte befürchten, dass der scheidende Präsident Donald Trump einen militärischen Konflikt mit dem Iran auslösen wird, um dem gewählten Präsidenten Joe Biden die Hände zu binden sag es Insider.

Der bekannte iranische Atomphysiker und Raketenexperte Mohsen Fakhrizadeh-Mahabadi ist nach Angaben des iranischen Verteidigungsministeriums infolge eines Anschlags nahe der Hauptstadt Teheran ums Leben gekommen.

Der iranische Physiker Mohsen Fakhrizadeh wurde bei einem Attentat in der Nähe der Hauptstadt Teheran ermordet. Auch Fakhrizadeh soll wie frühere Opfer auf der Terrorliste des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad gestanden haben.

Im Iran ist ein hochrangiger Atomphysiker und Raketenspezialist einem Mordanschlag zum Opfer gefallen. Der 63 Jahre alte Mohsen Fachrisadeh wurde am Freitag nach Angaben der Regierung in seinem Auto angeschossen und schwer verletzt. Kurz darauf sei er in einem Krankenhaus gestorben. Das iranische Verteidigungsministerium sprach bei Bekanntgabe der Nachricht von einem „Märtyrertod“. Außenminister Dschawad Sarif berichtete von „ernstzunehmenden Hinweisen“ auf eine Beteiligung Israels.

Symbolbild © dpa Symbolbild

Zunächst gab es jedoch keine Klarheit, wer hinter dem Anschlag steckt.

Medienberichten zufolge wurde Fachrisadeh in Ab-Sard erschossen, einem Vorort östlich der Hauptstadt Teheran. Örtlichen Behörden zufolge wurden auch mehrere Angreifer getötet. Das Verteidigungsministerium erklärte später in einer offiziellen Mitteilung über das Staatsfernsehen:„Wir geben hiermit den Märtyrertod von Dr. Mohsen Fachrisadeh bekannt.“

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Die Nachrichtenagentur Bora News nannte Mohammadi einen "hochrangigen Atomwissenschaftler ". Der amtlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge könnten neben dem Wissenschaftler noch weitere Menschen durch die Detonation getötet worden sein.

Bei einem Sprengstoffanschlag ist der Atomwissenschaftler Mohammadi getötet worden. (Foto: Foto: Reuters). Der Forscher wohnte in Kaitarijeh im Irans Atomwissenschaftler stehen unter strikter Überwachung. Ihr Kontakt mit der Außenwelt wird kontrolliert, und sie dürfen nur selten ins Ausland

Iran setzte große Stücke auf Fachrisadeh

Der Kernphysiker war Mitglied der iranischen Revolutionsgarden und ein Experte für die Herstellung von Raketen. Nach Informationen der iranischen Nachrichtenagentur Fars sollen israelische Geheimdienste seit Jahren gewesen sein, ihn auszuschalten. Zuletzt leitete Fachrisadeh die Abteilung für Forschung und technologische Erneuerung im Verteidigungsministerium.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte ihn im Frühjahr 2018 im Zusammenhang mit einer Präsentation über das iranische Atomprogramm hervorgehoben.

„Merken Sie sich diesen Namen: Fachrisadeh“, sagte Netanjahu damals. Irans Außenminister Sarid appellierte nun auf Twitter insbesondere an die Europäische Union, „ihre beschämenden Doppelstandards aufzugeben und diesen Akt des Staatsterrors zu verurteilen“.

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Galerie: Berg-Karabach: Kein Frieden in Sicht (dw.com)

Armenien und Aserbaidschan werfen sich gegenseitig vor, gezielt zivile Ziele zu bombardieren, wie in der Stadt Schuscha in Berg-Karabach. Auch ihre berühmte Kathedrale aus dem 19. Jahrhundert wurde Anfang Oktober in Teilen zerstört. Nach Angaben der Behörden in Berg-Karabach sind aserbaidschanische Truppen bereits bis auf wenige Kilometer an die strategisch wichtige Stadt herangerückt.

Missachten des Atomabkommens mit den USA

Israel und der Iran sind Erzfeinde. Der Zerfall Israels und die „Befreiung Palästinas“ gehören zur außenpolitischen Doktrin der Islamischen Republik. Der jüdische Staat sieht sich durch den schiitischen Iran und sein Atomprogramm in seiner Existenz bedroht. Jüngst hatte Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei Israel als „Geschwulst“ bezeichnet, das mit einem Dschihad (Heiliger Krieg) der Palästinenser entwurzelt und entfernt werden müsse.

Unter Präsident Donald Trump hatten die USA ein internationales Abkommen, das den Iran am Bau einer Atombombe hindern soll, 2018 einseitig aufgekündigt und neue Sanktionen gegen die Regierung in Teheran verhängt. Nach einer Frist von einem Jahr, in der Teheran die anderen Vertragspartner vergeblich zur Vertragseinhaltung drängte, hatte der Iran schrittweise ebenfalls fast alle Bestimmungen des Abkommens ignoriert. Ungewiss ist, ob die USA unter dem neugewählten Präsidenten Joe Biden zum Atomdeal zurückkehren könnten.

iranischer Diplomat vor Gericht wegen Plan, eine Kundgebung zu bombardieren, bei der Rudy Giuliani der Hauptredner war, aber Mossad gab der Polizei einen Hinweis

 iranischer Diplomat vor Gericht wegen Plan, eine Kundgebung zu bombardieren, bei der Rudy Giuliani der Hauptredner war, aber Mossad gab der Polizei einen Hinweis Rudy Giuliani hält seine Rede, als er am Treffen des Nationalen Widerstandsrates des Iran (NCRI) in Villepinte, Frankreich, teilnimmt 30. Juni 2018. Ein iranischer Diplomat und drei weitere Personen wurden in Belgien vor Gericht gestellt, weil sie einen Terroranschlag auf eine Kundgebung geplant hatten, bei der Rudy Giuliani der Hauptredner war. Der iranische Assadollah Assadi war nicht im Dock und hatte diplomatische Immunität beansprucht.

Zudem wurden mehrere iranische Atomwissenschaftler ermordet. Auch sein Cyberprogramm hat Iran gefährlich verbessert: Im April führte mutmaßlich Iran erstmals eine Attacke auf Israels Wassersystem aus und manipulierte in einem israelischen Wasserkraftwerk mehrere Pumpen.

Kurz vor dem geplanten Auftakt neuer Atomgespräche mit Iran ist ein iranischer Atomphysiker bei einem Attentat getötet worden. Schuss durch das Autofenster: In Teheran wurde ein führender Atomwissenschaftler erschossen - von westlichen Geheimdiensten?

Geheimes iranisches Militärprogramm

Im Sommer hatte es eine mysteriöse Brand- und Explosionsserie im Iran gegeben. Sie betraf unter anderem eine Atomanlage. Die Ursachen blieben meist unklar. Dies bot Raum für Spekulationen - auch über Israel als möglichen Urheber.

Die USA äußerten sich zunächst nicht zu der Ermordung. Präsident Trump leitete aber über seinen Twitter-Account unkommentiert einen Tweet des israelischen Journalisten Yossi Melman zum Tod Fachrisadehs weiter. Darin schrieb Melman, Fachrisadeh sei der Leiter des geheimen iranischen Militärprogramms gewesen und seit Jahren vom israelischen Geheimdienst Mossad gesucht worden. Sein Tod sei ein schwerer Schlag für den Iran. Melman äußerte sich in einem weiteren Tweet „verwirrt“ über Trumps Retweet.

Trump fährt seit der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens eine Kampagne des „maximalen Drucks“ mit harten Sanktionen, um den Iran zu zwingen, ein neues Abkommen mit weiter reichenden Auflagen zu verhandeln. Die Strafmaßnahmen der USA verschärften die Wirtschafts- und Finanzkrise im Iran. Teheran hat jedoch die Urananreicherung hochgefahren. Der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA verfügt der Iran nun über mehr als 2400 Kilogramm. Im Abkommen war eine Höchstmenge von rund 200 Kilogramm vereinbart.

Vergangene Woche hatten US-Medien berichtet, hochrangige Berater hätten Trump davon abgeraten, militärisch gegen eine iranische Atomanlage vorzugehen. Die Amtszeit des abgewählten Präsidenten endet am 20. Januar. Nachfolger Biden hat in Aussicht gestellt, in das Abkommen zurückzukehren, sofern der Iran sich ebenfalls wieder an die Obergrenzen halte.

Für Verwirrung sorgte zwischenzeitlich der Sprecher der iranischen Atomorganisation AEOI mit seinem Kommentar zu ersten Todesmeldungen. „Unsere Atomwissenschaftler sind alle gesund“, sagte Behrus Kamalwandi der Nachrichtenagentur Isna. Angeblich war Fachrisadeh nicht mehr Teil der AEOI, was das Dementi erklären würde. (dpa)

Irans Rouhani schwört Rache für die Ermordung von Wissenschaftlern, während Israel sich auf mögliche Terroranschläge vorbereitet .
Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat letzte Woche erneut Rache für die Ermordung des führenden Nuklearwissenschaftlers Mohsen Fakhrizadeh gelobt, für den Teheran Israel verantwortlich macht. © JALAA MAREY / AFP über Getty Images / Getty Israelische Haubitzen mit Eigenantrieb werden am 28. November 2020 in den von Israel annektierten Golanhöhen an der Grenze zu Syrien positioniert.

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