Welt & Politik EU erhöht Druck auf Impfstoff-Produzenten

18:30  24 januar  2021
18:30  24 januar  2021 Quelle:   dw.com

AstraZenecas Lieferprobleme bedrohen Europas COVID-19-Impfkampagne - AstraZeneca-Aktie schließt im Plus

  AstraZenecas Lieferprobleme bedrohen Europas COVID-19-Impfkampagne - AstraZeneca-Aktie schließt im Plus AstraZeneca wird vom COVID-19-Impfstoff in den kommenden Monaten nach eigener Einschätzung zig Millionen Dosen weniger an die Europäische Union ausliefern können als geplant. © Bereitgestellt von Finanzen.net MIKE CLARKE/AFP/Getty Images Das berichteten verschiedene, mit der Angelegenheit vertraute Personen. AstraZeneca machte den Lieferengpass am späten Freitag öffentlich, nachdem zuvor Vertreter der EU informiert worden waren. Das Unternehmen nannte ein Problem mit der Produktion bei einem europäischen Zulieferer als Grund. Wie viel Impfstoff genau fehlen wird, wurde allerdings nicht gesagt.

Anzeige. Pandemie. EU erhöht Druck auf Impfstoff - Produzenten . Nach der Ankündigung von Verzögerungen bei Corona-Vakzin-Lieferungen will die EU den Um dies zu gewährleisten, könne die Europäische Union auch "juristische Mittel" nutzen. Zuletzt hatten Engpässe der Impfstoff-Hersteller

Sobald ein Impfstoff einsatzbereit ist, soll die EU 300 Millionen Dosen erhalten. Bei der Videokonferenz der EU -Gesundheitsminister am Freitag sei zudem vereinbart worden, die Aktivitäten der Impfallianz mit denen der EU -Kommission zusammenzuführen, um die Schlagkraft zu erhöhen .

Nach der Ankündigung von Verzögerungen bei Corona-Vakzin-Lieferungen will die EU den Herstellern Beine machen. Die Bundesregierung stellt sich derweil auf mögliche Angriffe auf Impfzentren ein.

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"Wir wollen dafür sorgen, dass die Pharmaunternehmen die Verträge einhalten, die sie unterzeichnet haben", erklärte EU-Ratspräsident Charles Michel (Artikelbild). Um dies zu gewährleisten, könne die Europäische Union auch "juristische Mittel" nutzen.

Zuletzt hatten Engpässe der Impfstoff-Hersteller Pfizer und AstraZeneca für Verärgerung in Europa gesorgt. Das britisch-schwedische Unternehmen AstraZeneca hatte am Freitag mitgeteilt, dass es der EU zunächst weniger Corona-Impfdosen liefern könne als vorgesehen. Grund seien Probleme in "einem Werk in unserer europäischen Lieferkette". Eine Woche zuvor hatte der amerikanische Konzern Pfizer über Lieferverzögerungen des in Deutschland entwickelten BioNTech-Impfstoffs wegen Umbaumaßnahmen in einem Werk in Belgien informiert.

Die Besetzung des Hochzeitsplaners: Wo sind sie jetzt?

 Die Besetzung des Hochzeitsplaners: Wo sind sie jetzt? © John Woods / Die kanadische Presse Eine typische Impfstation wird am 14. Dezember in der COVID-19-Impfklinik des Health Sciences Center in Winnipeg gezeigt. Ein in Kanada hergestellter Coronavirus-Impfstoff beginnt am Dienstag mit klinischen Studien am Menschen. Ein in Kanada hergestellter Impfstoff zum Schutz vor COVID-19 soll am Dienstag in Toronto mit klinischen Studien am Menschen beginnen, sagt das Biotechnologieunternehmen, das den Impfstoff entwickelt hat.

In der EU sind mittlerweile zwei Impfstoffe zugelassen. Kein Impfstoff wird jedoch dieses Idealziel vollumfänglich erfüllen können. Für die EU -Länder ist die europäische Arzneimittelagentur EMA für die Zulassung von Covid-19- Impfstoffen zuständig; die Behörden der Mitgliedstaaten wirken aber ganz

Ein Impfstoff , auch die Vakzine oder das Vakzin genannt (lat. vaccinus „von Kühen stammend“; siehe Vakzination), ist ein biologisch oder gentechnisch hergestelltes Antigen, meist bestehend aus Proteinstücken (Peptiden) oder Erbgutabschnitten oder abgetöteten bzw. abgeschwächten Erregern.

Impfstoff von BioNTech/Pfizer: weltweit begehrt © Christof STACHE/AFP Impfstoff von BioNTech/Pfizer: weltweit begehrt

Man verstehe, dass beim Aufbau von Produktionskapazitäten und Lieferketten "Hindernisse" aufträten, sagte Michel. Die EU müsse aber "die Ärmel hochkrempeln und dafür kämpfen", die genauen Gründe zu erfahren und sie einzudämmen. So habe Pfizer anfangs Lieferverzögerungen von mehreren Wochen angekündigt. Nachdem die EU "auf den Tisch gehauen" habe, sei es dann aber nur noch um eine Woche gegangen.

Der Impfstoff von AstraZeneca ist in der EU noch nicht zugelassen. Am 29. Januar könnte die Arzneimittelbehörde EMA aber grünes Licht geben.

Die EU-Kommission ging eigentlich davon aus, dass die Mitgliedstaaten mit den von ihr eingekauften Dosen bis Ende des Sommers mindestens 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung impfen können. Michel räumte nun ein, dass dieses Ziel nur schwierig zu realisieren sein werde.

Coronavirus-Impfstoff aus Kanada für den Beginn klinischer Studien am Menschen Dienstag

 Coronavirus-Impfstoff aus Kanada für den Beginn klinischer Studien am Menschen Dienstag © John Woods / The Canadian Press Eine typische Impfstation ist am 14. Dezember in der Impfklinik COVID-19 im Health Sciences Center in Winnipeg zu sehen Der in Kanada hergestellte Coronavirus-Impfstoff beginnt am Dienstag mit klinischen Studien am Menschen. Ein in Kanada hergestellter Impfstoff zum Schutz vor COVID-19 soll am Dienstag in Toronto mit klinischen Studien am Menschen beginnen, sagt das Biotechnologieunternehmen, das den Impfstoff entwickelt hat.

Er fordert die Beibehaltung bestimmter EU -Standards. In den Brexit-Verhandlungen hat Oppositionsführer Jeremy Corbyn den Druck auf Premierministerin Theresa May erhöht . Deutschland wartet noch immer auf die Zulassung des Impfstoffs von …

Der Impfstoff von Astrazeneca ist in der EU noch nicht zugelassen. Am 29. Januar könnte die EU -Arzneimittelbehörde EMA aber grünes Licht geben. "Wir werden im Februar und März dutzende Millionen Dosen an die Europäische Union liefern, und wir erhöhen weiterhin die Produktionsmengen."

"Abstrakte Gefährdung"

Die Bundesregierung befürchtet unterdessen massive Störversuche während der Corona-Impfkampagne. Wegen "der großen medialen Präsenz sowie der hohen Dynamik und Emotionalität" des Themas bestehe eine "abstrakte Gefährdung" für Firmensitze von Pharmaunternehmen, Impfzentren, Impfstoff-Transporte und Lagerstätten, heißt es in einer schriftlichen Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Grünen.

So könnten "Impfgegner, Corona-Skeptiker und Verschwörungstheoretiker" versuchen, in die Einrichtungen einzudringen, um ihrem Protest Nachdruck zu verleihen. "Dies könnte eskalierend mit Sachbeschädigungen in den Gebäuden einhergehen. In Einzelfällen könnte es bei Aufeinandertreffen mit dem beschäftigten Personal oder den Impfempfängern auch zu strafrechtlich relevanten physischen Übergriffen kommen", so die Einschätzung des Innenministeriums. Konkrete Hinweise auf Angriffe lägen jedoch nicht vor.

Impfzentrum in Berlin: in Gefahr? © Kay Nietfeld/AFP/Getty Images Impfzentrum in Berlin: in Gefahr?

Eine weitere Gefahr sieht das Ministerium in konkreten Spionageversuchen ausländischer Geheimdienste. Es seien bereits "mehrere mutmaßliche Ausforschungsversuche bezüglich deutscher Impfstoffhersteller bekannt geworden". Die Gefahr von Cyberangriffen müsse "als hoch eingestuft" werden.

wa/nob (afp, dpa, rtr)

Sputnik V: Warum Putins Impfstoff so schnell entwickelt wurde, einen schlechten Ruf hat — und trotzdem überall auf der Welt bestellt wird .
Der russische Impfstoffkandidat wird weltweit misstrauisch beäugt und trotzdem milliardenfach vorbestellt – denn er hat auch Vorteile.Im Rennen um den ersten Impfstoff entstand dabei im vergangenen Jahr eine sogenannte "First-mover-advantage-Situation": Wer als Erstes einen einsatzfähigen Impfstoff präsentieren kann, dem die Menschen vertrauen, der erhält ein überproportional großes Stück vom Kuchen. Während mit Biontech/Pfizer und Moderna die aussichtsreichsten Impfstoffkandidaten von Privatunternehmen aus westlichen Ländern stammen, gibt es auch Konkurrenz — vor allem aus China und Russland.

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